Was ist der Unterschied zwischen Automatik-Tunern mit Steuerkabeln und generischen Automatik-Tunern

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Was ist der Unterschied zwischen Automatik-Tunern mit Steuerkabeln und generischen Automatik-Tunern

Trotz der über die Jahre hinweg erwachsenen Konkurrenten im Bereich Mobilfunk und Internet gibt es noch zahlreiche Menschen, die die Funktechnik als Mittel zur Kommunikation nutzen und auf diesem Wege zum Beispiel Gedanken und Meinungen austauschen, auch wenn das Medium längst nicht mehr so weit verbreitet ist wie in den 70er- oder 80er-Jahren im letzten Jahrhundert. Ein Vorteil des Funkens liegt sicherlich darin, dass der Dienst kostenfrei von jedermann genutzt werden kann. Der dem CB-Funk (Citizens Band Radio) zugewiesene Frequenzbereich mit seinen 80 Kanälen liegt in Deutschland zwischen 26,565 MHz und 27,405 MHz und ist damit im oberen Bereich der Kurzwelle angesiedelt, sollte allerdings in seinen Möglichkeiten nicht mit dem Amateurfunk verwechselt werden.

CB-Funk und Amateurfunk

Nachfolgend also die Abgrenzungen und Unterschiede zwischen Amateurfunk und CB-Funk, die durchaus gravierend sind: Der CB-Funker etwa darf nur vorgefertigte Produkte zum Einsatz bringen, lediglich Antennen können unter bestimmten Voraussetzungen und der Beachtung der geltenden Vorschriften selbst gebaut werden. Eine weitere Einschränkung liegt dahin gehend vor, dass der CB-Funk nur für private und damit nicht kommerzielle Zwecke verwendet werden darf.

Die Amateurfunk dagegen dient zwar grundsätzlich auch der Kommunikation zwischen unterschiedlichen Personen, jedoch sind Basis und vor allem die Intentionen einer ganz anderen Natur: Die sogenannten Amateurfunker verfolgen neben der erwähnten Kommunikation Ziele mit experimentellem Charakter, weiterhin kommt der Aspekt der persönlichen technisch-wissenschaftlichen Weiterbildung mit ins Spiel ebenso wie der Grundgedanke der Völkerverständigung. Der Amateurfunk wird zudem häufig im Katastrophenschutz konzeptionell integriert, wenn andere Kommunikationskanäle nicht oder nur mehr in eingeschränktem Umfang zur Verfügung stehen.

Amateurfunk in Deutschland

Geschätzt gibt es in Deutschland aktuell circa 80.000 Amateurfunker, weltweit wird die Zahl auf etwa 10 Millionen Nutzer in fast allen Ländern beziffert – also eine durchaus beachtenswerte Community.

Grundsätzlich darf der Amateurfunker seine Funkstation eigenständig erstellen bzw. aus einzelnen Komponenten selbst zusammenbauen, allerdings muss er zuvor eine oder mehrere Prüfungen ablegen, die sich folgendermaßen aufgliedern:

  • Amateurfunkklasse E
  • Amateurfunkklasse A

Für Eisteiger: Amateurklasse E

Der Einstieg erfolgt über die Klasse E für Einsteiger, denn irgendwo muss man schließlich anfangen: Abgefragt wird hier das grundsätzliche Wissen in Bezug auf die allgemeine Technik sowie die Betriebstechnik im speziellen und die Gesetzeskunde in Bezug auf den Amateurfunk. Im Grunde der perfekte Einstieg für alle, die sich dieses Gebiet als neues Hobby ausgewählt haben oder auswählen möchten.

Für Fortgeschrittene: Amateurklasse A

Die Prüfung nach der Amateurfunkklasse A wendet sich an Fortgeschrittene, die sich bereits intensiver mit dem Thema auseinandergesetzt haben, entsprechend ist ein deutlich umfangreicheres Wissen notwendig, was auf der Hand liegt. Vergleichbar ist das zum Beispiel mit Reparaturarbeiten an einem Oldtimer, die man selbst durchführen möchte – ohne grundlegende Fachkenntnisse wird das kaum gelingen.

Vorbereitung und Abnahme der Prüfung

Das Wissen selbst können Sie sich auf unterschiedlichen Wegen aneignen: Ein gängiger Weg ist etwa die Teilnahme an einem Lehrgang des DARC (Deutscher Amateur Radio Club e.V.), sofern sich ein Ortsverband in Ihrer Nähe befindet. Weitere Möglichkeiten bestehen in Form von Fernlehrgängen sowie in Online-Fernlehrgängen, die vom DARC selbst und weiteren Anbietern offeriert werden. Last but not least ist auch das Selbststudium eine weitere Möglichkeit, sich das Wissen anzueignen.

Für die Abnahme der Prüfung sowie die Vergabe der Lizenzen ist die Bundesnetzagentur mit ihren Außenstellen zuständig, früher auch bekannt als RegTP (Regulierungsbehörde Telekommunikation und Post). Die Abnahme der Prüfung sowie die Erstellung eines staatlich anerkannten Amateurfunk-Zeugnisses ist kostenpflichtig und beinhaltet die Rufzeichenzuteilung, die immer personenbezogen ist. Jährliche Kosten fallen zusätzlich an und laufen unter der Bezeichnung Frequenzschutzbeitrag. Wo sich eine Außenstelle in Ihrer Nähe befindet, lässt sich leicht über die Homepage der Bundesnetzagentur in Erfahrung bringen.

Funklizenzen

Ganz grundsätzlich darf jeder auf den Amateurfunkbändern zuhören, sofern das notwendige Equipment vorhanden ist, was auf Dauer jedoch relativ eingleisig in Bezug auf die Kommunikation ist. Wer also selbst senden möchte, muss im Besitz einer der beiden zuvor genannten Lizenzen sein. Die Möglichkeiten orientieren sich an der Funkklasse E und A:

Wer im Besitz der Amateur-Funklizenz E ist kann und/oder darf den Funkbetrieb in einigen ausgewählten Kurzwellenbändern durchführen, allerdings nur in Verbindung mit einer eingeschränkten Sendeleistung. Inhaber der Amateur-Funklizenz A für Fortgeschrittene dürfen dagegen alle für den Amateurfunk zur Verfügung stehenden Frequenzbereiche bei voller Sendeleistung nutzen, was die Kommunikations-Möglichkeiten naturgemäß deutlich erweitert. Hier kommt dann allerdings noch die Verordnung über das Nachweisverfahren zur Begrenzung elektromagnetischer Felder (BEMFV) zum Tragen oder anders gesagt: Eine stationäre Amateurfunk-Anlage mit einer Sendeleistung von über 10 Watt muss über die bereits erwähnte Bundesnetzagentur genehmigt werden.

Wesentliche Bauteile beim Amateurfunk

Es sollte an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, dass der Begriff Amateurfunk ein wenig in die Irre leitet, da doch umfangreiches Fachwissen notwendig ist, um eine funktionierende Anlage auf die Beine zu stellen. Zu den wesentlichen Bauteilen gehören zunächst einmal:

Hinzu kommen die Transceiver, die gleichzeitig Signale empfangen und senden können. Was zunächst recht einfach klingt, entpuppt sich jedoch schnell als anspruchsvolles und gleichzeitig spannendes Hobby, da eine Anlage im Grunde nie fertig ist und immer weiter verbessert werden kann. Wichtig dabei ist das Zusammenspiel zwischen den genannten Komponenten, bei denen dann die Antennen-Tuner mit ins Spiel kommen, da man nur in selteneren Fällen ganz ohne auskommt, was eigentlich der Idealfall wäre.

Antennentuner

Ganz allgemein gesagt sorgen Antennentuner für die Anpassung zwischen dem Funkgerät und der Antenne selbst – alternativ werden diese auch als Antennenanpassungsgerät oder Matchbox bezeichnet –, wobei es hier durchaus schon tiefer in die Materie hineingeht. An dieser Stelle weiter auf technische oder physikalische Aspekte einzugehen, würde jedoch zu weit führen.

Bei der Anpassung übernimmt der Antennentuner eine Art Schutzfunktion, um eine mögliche Beschädigung der Sendeendstufe im Transceiver durch rücklaufende Sendeleistungen zu verhindern. Eine Bauart sind die manuellen Tuner, bei denen die Abstimmungsvorgänge – wie es die Bezeichnung bereits andeutet – von Hand durchgeführt werden müssen. Der Vorteil liegt im deutlich größeren Anpassfenster gegenüber den sogenannten Automatik-Tunern. Bei den letzteren Automatik-Bauteilen wird noch folgendermaßen unterschieden:

  • Automatik-Tuner mit Steuerkabel
  • Generische Automatik-Tuner

Automatik-Tuner mit Steuerkabel

Automatik-Tuner mit Steuerkabel werden direkt mit dem Transceiver verbunden, so dass eine unmittelbare Kommunikation zwischen beiden Komponenten möglich ist. Wird eine Abstimmung vorgenommen, teilt der Tuner dies direkt mit und die Sendeleistung am Funkgerät wird automatisch heruntergeschraubt. Ist der Vorgang beendet, erhält das Funkgerät im Umkehrschluss die Information, dass die Sendeleistung wieder hochgefahren werden kann. Das ist äußerst praktisch für Anwender und Nutzer, es gibt jedoch die eine oder andere Stolperfalle: Zum einen eignen sich diese Tuner zumeist nur für bestimmte Modelle oder Hersteller, zum anderen kann es durchaus sein, dass der Automatik-Tuner über das Menü des Funkgerätes angemeldet werden muss, da er sonst nicht erkannt wird, was zu ernsthaften Beschädigungen führen kann.

Generische Automatik-Tuner

Generische Automatik-Tuner werden ohne Steuerkabel verwendet und laufen damit sozusagen halb automatisch. Bei manchen Modellen ist jedoch eine Nachrüstung möglich – Informationen dazu sollten entsprechend in den Produktbeschreibungen der Anbieter auf eBay zu finden sein. Diese Tuner können nahezu universell an den meisten Funkgeräten verwendet werden, äußerst wichtig ist jedoch, dass man hier die Sendeleistung manuell vor dem Abstimmvorgang herunterschraubt, da explizit keine Kommunikation zwischen Tuner und Transceiver stattfindet - wie zuvor beschrieben. Üblich ist für die Dauer des Abstimmvorgangs eine Sendeleistung von um die 10 Watt; wird dieser Punkt nicht beachtet, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass der Tuner beschädigt wird und im schlimmsten Fall die Spulen durchbrennen.

Wer es in Bezug auf den Bedienkomfort bei Automatik-Tunern noch etwas bequemer haben möchte, achtet darauf, ob diese Speicherplätze zur Verfügung stellen, über die der Abstimmvorgang sekundenschnell abgeschlossen ist, sofern die gesamte Geräte-Konstellation sowie der verwendete Frequenzbereich nicht zuvor geändert worden ist. Eine weitere Bauart sind Antennentuner, die sich aufgrund der Klemmanschlüsse anstatt sonst üblicher PL-Buchsen für Drahtantennen eignen.

Praktisches Zubehör

Selbstverständlich gibt es noch verschiedenstes Zubehör, um die Anlage zu erweitern und zu optimieren. Auf eBay finden Sie praktisch alles vom Verstärker bis hin zu unterschiedlichen Messgeräten. Unabhängig davon ist die mögliche Reichweite im Amateurfunk ein ganz besonders wichtiges Kriterium: Kurzwellen bieten dabei besondere Eigenschaften, da diese durch die Ionosphäre der Erde reflektiert werden, sodass in verschiedenen Frequenzbereichen und bei entsprechender Wetterlage ein weltweiter Empfang durchaus möglich ist – und das bereits ab einer Sendeleistung von circa 50 Watt.
Für viele Amateurfunker ist zudem das Sammeln sogenannter QSL-Karten ein besonderer Anreiz und eine echte Leidenschaft: Bei den Karten handelt es sich um sogenannten Funkkontaktbestätigungen: Je weiter beide Funkstationen auseinanderliegen, umso wertvoller wird die QSL-Karte. Notwendig sind diese auch, sofern es mit zu den eigenen Zielen gehört, eines oder mehrere der zahlreichen Amateurfunkdiplome zu beantragen, die etwa von Verbänden zu bestimmten Anlässen oder für bestimmte Leistungen ausgeschrieben werden. Ob für Sie dagegen der experimentell technische Charakter im Vordergrund steht oder sogar humanitäre Hilfeleistungen bei Krisensituationen, hängt natürlich ganz von ihren persönlichen Präferenzen ab – möglicherweise spielen ja alle Aspekte mit hinein, was die Faszination nur noch erhöht.

Schlusswort

Zunächst einmal gilt es, die eine oder andere Hürde zu nehmen, bevor Sie in den Amateurfunk einsteigen können – sind diese jedoch genommen, werden Sie schnell der Faszination dieses Hobbys erliegen und die nicht von der Hand zu weisenden Vorzüge genießen. Amateurfunk ist dabei alles andere als ein "einsames Vergnügen", da Sie prinzipiell in der Lage sind, weltweit Kontakte zu knüpfen, was auch mit an den über alle Grenzen hinweg geltenden Standards liegt.

 

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