Warum die Anschaffung einer externen Festplatte sinnvoll ist

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Warum die Anschaffung einer externen Festplatte sinnvoll ist

Externe Festplattenlaufwerke sind grundsätzlich baugleich mit internen Festplatten. Das Gehäuse schützt sie vor elektrostatischen Entleerungen. Externe Festplatten eignen sich zum Auslagern von großen Datenbeständen und werden häufig auch als Back-up-Medium eingesetzt. Im privaten Bereich haben diese Speichermedien an Bedeutung gewonnen, seitdem immer mehr Videos, Musikdateien und digitale Fotos aufbewahrt werden. Hier stößt die interne Festplatte häufig rasch an die Grenzen ihrer Speicherkapazität.

Zur Auslagerung von Anwendungsdateien sind externe Festplatten aber nur bedingt geeignet. Hier bieten die internen Bussysteme schnellere Zugriffszeiten und häufig auch eine höhere Datentransferrate. Allerdings kann man mit den modernen und schnellen Schnittstellen USB 3.0 oder Firewire 800 diesen Nachteil fast vollständig ausgleichen.

Dieser Ratgeber hat viel Wissenswertes über den Betrieb externer Festplatten zusammengestellt und hilft Ihnen so bei der Kaufentscheidung.

Die unterschiedlichen Anschlussmöglichkeiten für externe Festplatten

Der am weitesten verbreitete Anschluss für externe Festplatten ist der USB-Port. Auch über eine Firewire-Schnittstelle kann die externe Festplatte problemlos angeschlossen werden. Ausschlaggebend für ihre Schnelligkeit ist dabei die Geschwindigkeit, mit der die PC-Schnittstelle den Datentransfer abwickeln kann. Die schnellste externe Festplatte bringt keinen Nutzen, wenn sich der PC-Anschluss sozusagen als Flaschenhals erweist, bei dem es wegen seiner langsamen Übertragungsrate zum Datenstau kommt.

Weitere externe Anschlussmöglichkeiten sind der eSATA-Port, und auch SCSI-Festplatten können extern betrieben werden. Während man die Festplatte an

  • USB-Ports
  • Firewire-Ports oder
  • eSATA-Ports

auch bei laufendem PC-Betrieb ein- oder ausstöpseln kann, ist dies jedoch bei einer externen Festplatte mit SCSI-Anschluss nicht möglich. Hier müssen Sie den PC vor dem Verbinden mit der externen Festplatte herunterfahren, die Festplatte anschließen und danach das System wieder starten.

Noch nicht sehr verbreitet sind Thunderbolt-Anschlüsse. Sie garantieren höchste Schnelligkeit, und mit dieser Schnittstelle lassen sich alle externen Geräte, also auch Festplatten, bei laufendem Betrieb hinzufügen.

Dateisysteme für externe Festplatten

Externe Festplatten bieten Ihnen zunächst eine absolute Flexibilität. Je nachdem, welches Dateisystem die externe Festplatte verwendet, können Sie sie nicht nur am PC, sondern auch an Spielekonsolen und Receiver anschließen. Die üblichen Dateisysteme sind

  • FAT32 (Fila Allocation Table)
  • NFTS und (New Technologie File System)
  • HFS (Hierachical File System)

Übrigens: Externe Festplatten kann man – genau wie interne – in unterschiedliche Partitionen aufteilen. In diesem Fall kann jede Partition mit einem anderen Dateisystem arbeiten. Das macht besonders dann Sinn, wenn Sie Ihre externe Festplatte sowohl an einem Windows- als auch an einem Mac-PC verwenden möchten.

FAT32 ist nur für kleinere Festplatten die richtige Wahl. Bei Dateien, die größer als vier Gigabyte sind, stößt das Dateisystem an seine Grenzen, und die modernen Windows-Betriebssysteme unterstützen FAT32 schon gar nicht mehr. Hier sollten Sie die externe Festplatte mit NFTS formatieren. Dieses Dateisystem ist leistungsfähiger, schneller und sicherer.

Mit mehreren Partitionen wird die externe Festplatte perfekt

Für den wechselnden Einsatz zwischen Windows und MAC-Betriebssystemen sollten mindestens zwei Partitionen angelegt werden. Das NFTS-Dateisystem ist hier gut geeignet, und die externe Festplatte behandelt jede Partition wie ein eigenes Festplattenlaufwerk. Die Größe – also die Höhe der Speicherkapazität – für jede Partition können Sie dabei selbst festlegen.

Wer regelmäßig mit Mac OS zu tun, sollte eine dritte Partition mit dem HFS+-Dateisystem erzeugen.

Achtung: HFS+ kann nur unter Mac OS kostenfrei erstellt werden, während NTFS kostenfrei nur für Windows zur Verfügung steht. Es müssen also zur wechselweisen Verwendung der externen Festplatte beide Betriebssysteme zur Verfügung stehen. Je nachdem, mit welchem System häufiger gearbeitet wird, sollte der jeweilige Speicherplatz festgelegt werden.

HDD-Festplatte oder SSD-Laufwerk: Hier liegen die Unterschiede

Externe Festplatten sind in unterschiedlichen Baugrößen (2,5-Zoll überwiegend für Notebooks, 3,5-Zoll für PCs) erhältlich. Normalerweise handelt es sich dabei um HDD-Festplatten. Sie besteht aus vielen kleinen mechanischen Einzelteilen – zum Beispiel:

  • Lesekopf
  • Schreibkopf
  • Magnetscheibe

HDD-Festplatten (Hard Disc Drive) erzeugen aufgrund ihrer Drehgeschwindigkeit unterschiedlich laute Nebengeräusche.

SSD-Laufwerke (Solid State Drive), die es auch als externe Festplatten gibt, kommen ohne mechanische Bauteile aus und arbeiten deshalb geräuschfrei. Ein SSD-Laufwerk besteht ausschließlich aus Flashspeicher-Bausteinen, wie man sie auch von Speicherkarten für digitale Kameras kennt.

Kauftipp: SSDs benötigen wesentlich weniger Strom. Wenn die externe Festplatte häufig am Notebook eingesetzt werden soll, ist das von Vorteil, weil der Akku geschont wird. Allerdings sind externe SSD-Festplatten in der Anschaffung deutlich teurer als HDD-Festplatten.

USB 2.0 oder USB 3.0 – das sind die Unterschiede

Über einen standardmäßigen USB-2.0-Port können bis zu 60 Megabyte Daten pro Sekunde transferiert werden. Wer mit älteren Rechnern arbeitet, kann externe Geräte auch an einen USB-1.1-Port anschließen, muss dann aber eine erheblich langsamere Geschwindigkeit in Kauf nehmen.

Heute werden immer mehr PCs schon ab Werk mit dem neuen und schnelleren USB-3.0-Port ausgestattet. Hier liegt die Datentransferrate bei bis zu 500 Megabyte pro Sekunde.

Achtung: Achten Sie auch beim Kauf der externen Festplatte darauf, dass sie dem USB-3.0-Standard entspricht. Nur so können Sie die Geschwindigkeitsvorteile ausnutzen, die Ihnen dieser neue Standard zur Verfügung stellt.

Firewire – auch hier kann nachgerüstet werden

Firewire-Schnittstellen sind zwar nicht ganz so bekannt wie USB, aber in vielen modernen Notebooks und Computern sind diese Ports bereits fester Bestandteil der Standardausstattung. Ähnlich wie bei USB-Ports können diese Schnittstellen auch mithilfe einer zusätzlichen Einsteckkarte nachgerüstet werden.

In der Version Firewire 400 entspricht die Datenübertragung zwischen externer Festplatte und Computer mit etwa 50 Megabyte pro Sekunde dem Leistungsvermögen des Standard-USB-2.0-Anschlusses. Es gibt allerdings eine ganze Reihe von externen Festplatten, die schneller sind also solche, die an einem USB-Port betrieben werden können.

Für größere Geschwindigkeiten sorgen Firewire-800-Anschlüsse für externe Festplatten. Rein theoretisch kann hier das bis zu zwanzigfache Datenvolumen des 400er-Firewire-Anschlusses abgearbeitet werden. In der Praxis liegen die Transferraten etwas unter den theoretischen Möglichkeiten, sodass der Firewire-800-Port die Leistung der modernen USB-3.0-Schnittstelle nicht ganz erreicht.

Kauftipp: USB- oder Firewirefestplatten können Sie für alle bekannten Betriebssysteme von Windows, aber auch unter Linux oder Mac OS betreiben. Wichtig ist einzig und allein, dass die passende Schnittstelle zur Verfügung steht. Wenn Sie Ihre Festplatte auch an fremde PCs anschließen möchten, sind USB und Firewire die beste Lösung, weil fast alle Systeme diese Anschlussmöglichkeiten bereitstellen.

Externe Festplatten über den eSerial-ATA-Anschluss betreiben

Der Port für externe Serial-ATA-Festplatten trägt die Kurzbezeichnung eSATA, wobei das kleine „e“ für extern steht. Hier gibt es leistungsmäßig keine Unterschiede zum internen SATA-Anschluss. Bis zu 300 Gigabyte pro Sekunde erreicht die Datentransferrate, und damit sind eSATA-Festplatten deutlich schneller als die Modelle, die via USB 2.0 oder Firewire 400 beziehungsweise 800 mit dem Computer verbunden werden. Sie sind aber langsamer als externe Festplatten mit einem USB-3.0-Anschluss.

Kauftipp: Kontrollieren Sie im Bedienungshandbuch Ihres Computers, ob er bereits serienmäßig über eine eSATA-Schnittstelle verfügt. Bei den meisten modernen Systemen ist das der Fall.

Der schnelle Anschluss für die professionelle Datenverarbeitung – Thunderbolt

Thunderbolt ist der neueste und leistungsstärkste Anschluss für externe Festplatten. Intel hat diese Schnittstelle gemeinsam mit Apple entwickelt. Deshalb ist er derzeit noch vorzugweise bei modernen Apple-Computern zu finden. Es soll aber in absehbarer Zeit auch Thunderbolt-Schnittstellen für Windows-PCs geben.

Thunderbolt ist in der Lage, den internen PCI-Express-Steckplatz mit der Displayport-Technologie zu verbinden. Das bedeutet, neben sehr schnellen externen Festplatten können hier auch Displays oder Videogeräte angeschlossen werden.

Derzeit arbeiten Thunderbolt-Schnittstellen etwa doppelt so schnell wie die modernen USB-3.0-Ports. Das resultiert daraus, dass hier zwei Übertragungskanäle zur Verfügung stehen, die aber immer in entgegengesetzter Richtung arbeiten. Ein Kanal ist zuständig für die Verbindung von der externen Festplatte zum PC und der andere für den Datentransfer vom PC auf die externe Festplatte.

Hinweis: Externe Geräte, die über einen Displayport verfügen, können ohne Adapter am Thunderbolt-Anschluss verwendet werden. Mithilfe passender Adapter können aber auch Peripheriegeräte mit USB- oder Firewire-Anschluss und sogar Netzwerkgeräte angeschlossen werden. Auch ein externer Festplattenverbund (RAID) ist für den Thunderbolt-Port kein Problem.

Wichtig: Die Kabellänge, also die Entfernung zwischen externer Festplatte und dem Thunderbolt-Port am PC, darf eine Länge von drei Metern nicht überschreiten. Thunderbolt können Sie derzeit nur nutzen, wenn der PC bereits vom Hersteller mit dieser Schnittstelle ausgerüstet wird. Controller auf Erweiterungskarten gibt es derzeit noch nicht.

Externe Festplatte oder Festplatten-Dock – die Unterschiede

Für den Dauerbetrieb am PC – unabhängig vom Betriebssystem – sind externe Festplatten ideal. Im Grunde lassen sich unbegrenzt viele externe Festplatten an einen PC anschließen. Die notwendige Anzahl an Anschlüssen erweitert man durch einen Hub oder Switch. Allerdings muss man in der Regel für jede 3,5-Zoll-Festplatte auch einen zusätzlichen Stromanschluss bereithalten.

Für den mobilen Einsatz eignen sich die schlankeren 2,5-Zoll-Festplatten erheblich besser. Sie sind kompakter und kommen ohne eigenes Netzteil aus.

Je mehr externe Festplatten benötigt werden, umso eher eignet sich das sogenannte Festplatten-Dock. Je nach Größe kann es unterschiedlich viele Festplatten aufnehmen, benötigt aber am PC nur einen Anschluss und auch nur ein Netzteil. Bei Bedarf wird einfach eine Festplatte ohne eigenes Gehäuse in das Dock eingeschoben und schon steht mehr Speicherplatz zur Verfügung.

Festplatten-Docks haben allerdings einen Nachteil: Sie zeigen eine deutlich höhere Geräuschentwicklung.

Kauftipp: Verwenden Sie im Festplatten-Dock möglichst SSD-Festplatten. Sie arbeiten vibrationsfrei und sind auch, wenn sie senkrecht eingebaut werden, lautlos.

Multitalent externe Festplatte

Es gibt viele gute Gründe für den Kauf einer externen Festplatte. Sie lässt sich zum Beispiel auch innerhalb eines Netzwerks als externer Netzwerkspeicher verwenden. In diesem Fall muss am Gehäuse aber entweder ein Ethernet-Anschluss vorhanden sein oder es muss sich um eine WLAN-fähige externe Festplatte handeln.

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