Vom Super-8-Projektor zum modernen Beamer – eine Zeitreise

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Vom Super8-Projektor zum modernen Beamer – eine Zeitreise

Seit der Einführung des Super-8-Formats im Jahr 1965 ist viel passiert. Der folgende Ratgeber stellt die unterschiedlichen Projektionsverfahren vor, erläutert technische Aspekte und zeigt die gegebenen Anschlussmöglichkeiten auf. Projektoren werden im allgemeinen Sprachgebrauch als Beamer bezeichnet.

Die unterschiedlichen Anzeigeverfahren

Grundsätzlich werden die unterschiedlichen Projektoren hinsichtlich des angewandten Projektionsverfahrens unterschieden.

Der Röhrenprojektor

Röhrenprojektoren liefern ein extrem scharfes Bild. Noch immer werden diese in Flugsimulatoren oder High-End-Heimkinos verwendet. Das NTSC-Signal kann dargestellt werden ebenso wie auch Full-HD- (1080p) und 3D-Material. Im Vergleich zu Alternativen, die mit Pixeln arbeiten, ist das Bild etwas unschärfer, wirkt jedoch natürlicher. Die Lebensdauer der Röhren beträgt bis zu 30.000 Stunden, wesentlich mehr als die Lampen der meisten anderen Projektoren. Sehr gute Schwarzwerte, extrem hohe Kontraste und die lange Lebensdauer sind die Vorteile dieser Technologie.

Die Gesamthelligkeit des Röhrenprojektors ist hingegen nicht sehr hoch. Daher empfiehlt sich der Einsatz ausschließlich in abgedunkelten Räumen. Da die Röhren selbst ziemlich schwer sind, ist ein Röhrenprojektor für den mobilen Einsatz weniger geeignet. Auch die Einrichtung der Projektionssysteme für die Farbwiedergabe ist recht aufwendig. Neue Geräte werden kaum noch gebaut, gebrauchte sind jedoch weiterhin erhältlich. Der hohe Preis in der Neuanschaffung, das hohe Gewicht und die aufwendige Installation sind die Nachteile dieses Projektortyps. Wie andere Bildröhren sind die Röhren des Projektors gegen Einbrand empfindlich, Standbilder sollten daher nicht für längere Zeit angezeigt werden. Die Eigenschaften sind für den Videobetrieb insgesamt nahezu ideal, weshalb noch immer ein sehr aktiver Gebrauchtmarkt vorhanden ist.

Der LCD-Projektor (Liquid crystal display)

Vom Prinzip funktioniert ein LCD-Projektor wie ein Diaprojektor. Statt des Dias werden transparente Aktivmatrix-Flüssigkristallanzeigen verwendet. Die Flüssigkristalle werden durch elektronische Spannung gesteuert und beeinflussen die Polarisationsrichtung des Lichts. Normale Geräte verwenden drei voneinander getrennte LCD-Matrizen. Bei sehr hochwertigen LCD-Projektoren werden vier LCD-Matrizen verwendet, wodurch eine bessere Farbbalance mit guter Lichtausbeute erreicht wird. Im Vergleich zu anderen Alternativen sind die LCD-Projektoren recht günstig. Grafiken und Texte sind aufgrund der scharfen Abgrenzung der Bildpunkte gut lesbar. Nachteil ist auch hier die Gefahr des Einbrennens (LCD-Memory-Effekt). Außerdem müssen leistungsstarke Lüfter sicherstellen, dass das Gerät nicht zu heiß wird, damit der Klärpunkt von der flüssigkristallinen zur flüssigen Phase nicht erreicht wird. Entsprechend sind LCD-Projektoren häufig störend laut. Durch die Kühlung des Geräts mit frischer Luft sind diese für Rauch und Staub recht anfällig. In einer solchen Umgebung lässt die Qualität des Bildes schnell nach. Der Einschluss des Projektors in eine geschlossene Kiste oder Ähnliches ist wegen der notwendigen Frischluft nicht möglich.

Der DLP-Projektor (Digital Light Processing)

In einem DLP-Projektor arbeiten kleine kippbare Spiegel, für jeden Bildpunkt einer. Die Spiegel werden durch elektrische Impulse angesteuert. Da diese nur die Zustände An und Aus kennen, werden Abstufungen bzgl. der Helligkeit durch schnelles Pulsieren ermöglicht. Ein DLP-Spiegel kann bis zu 5.000 mal pro Sekunde geschaltet werden. Ein schnell rotierendes Farbrad wird bei den meisten Geräten zur Erzeugung eines Farbbildes verwendet. Für bessere Resultate bei der Farbmischung sind bei neueren DLP-Projektoren sechs oder sieben Farbsegmente verbaut. Bei professionellen Geräten, beispielsweise im Kino, werden drei separate Bildwandler eingesetzt.

Der DLP-Projektor ist besonders gut für die Wiedergabe von 3D-Videos geeignet, da aufgrund der sehr hohen Geschwindigkeit kein Nachziehen des Bildes stattfindet. Ein Einbrennen des Bildes ist nicht möglich. Aufgrund des tieferen Schwarzwertes ist der Kontrast noch höher als beim LCD-Projektor. Auch die Pixelstruktur ist weniger stark ausgeprägt. Die Optik ist abgekapselt, weshalb der DLP-Projektor für Staub weniger anfällig ist als der LCD-Projektor.

Als Nachteil ist der bei einigen Herstellern vorkommende Regenbogeneffekt zu nennen. Dieser trifft auf, wenn das Farbrad keine entsprechend hohe Umdrehungsgeschwindigkeit hat. Teilweise ist eine genaue Wiedergabe des Farbraums nicht gegeben. Vor allem die Geräte für den Privatgebrauch (Ein-Chip-DLP) haben das Problem, sattes Grün, Orange- und Rot-Farbtöne korrekt wiederzugeben. Die Farblichtleistung ist verglichen mit LCD-Geräten der gleichen Helligkeitsklasse schlechter, wenn der Projektor ein Weißsegment besitzt. Auch die Geräuschentwicklung eines DLP-Projektors fällt aufgrund des Lüfters und Farbrads negativ auf. DLP-Projektoren sind auch als 3D-Projekoren erhältlich.

Der LED-Projektor (Light Emitting Diode)

Als Lichtquelle werden bei den LED-Projektoren LEDs verwendet. Während anfangs ein DLP-Element für die Bildgebung verwendet wurde, nutzen neuere LED-Projektoren die LCD-Technik. Die Energieeffizienz ist ein Vorteil dieser Projektoren. Für eine identische Lichtleistung wird weniger Energie in Wärme umgewandelt, was zu einer Verringerung des Kühlbedarfs führt. Damit verbunden sind kleinere Gehäuse und wesentlich geringere Lüftergeräusche. Erhältlich sind auch Geräte, die mit einer passiven Kühlung auskommen. Dank des niedrigen Energiebedarfs ist der Betrieb eines LED-Projektors mit einem Akku möglich. Übliche Projektorlampen halten meist nur rund 4.000 Stunden, wohingegen LEDs meist über 20.000 Stunden durchhalten, bevor diese getauscht werden müssen. Das bei DLP-Projektoren notwendige Farbrad ist nicht notwendig, da die Farben durch das sequenzielle Aufleuchten der LDS produziert werden. Der Regenbogeneffekt erscheint bei DLP-basierten Modellen dennoch, obwohl kein Farbrad verwendet wird. Vor allem die Lichtleistung der LEDs von günstigen Geräten ist wesentlich geringer als die von Projektorlampen (teilweise nur 1/100 der Lichtleistung). Spezielle 3D-Beamer mit LED-Technik sind erhältlich.

Der LCoS-Projektor (Liquid Crystal on Silicon)

Im LCoS-Projektor werden ebenfalls Flüssigkeitskristalle verwendet, die LCDs werden jedoch im reflektiven Modus genutzt. Der bei herkömmlichen LCDs bekannte Fliegengittereffekt wird bei dieser Projektionstechnik vermieden, während die Vorteile erhalten bleiben. Zusätzlich sind ein tieferes Schwarz realisierbar wie auch höhere Kontrastwerte. Die kompakte Bauweise liefert scharfe Bilder mit geringem Helligkeitsverlust. Die beste Bildqualität kann nur bei einer bestimmten Auflösung des Eingangssignals erreicht werden. Andernfalls ist eine Skalierung notwendig, die allerdings die Qualität vermindert. Ein leichtes Nachziehen des Bildes ist möglich, und der LCD-Memory-Effekt kann auch bei dieser Technik beobachtet werden. Mit zunehmender Betriebsdauer des Projektors kommt es zu einer nachlassenden Bildqualität in Form von schlechterem Kontrast und geringerer Farbsättigung.

Welcher Projektor ist für welchen Einsatzzweck geeignet?

Für den Heimkino-Einsatz ist neben der Bildqualität die Geräuschentwicklung des Projektors von besonderer Bedeutung. Geeignete Geräte sind mit großen Lüftern ausgestattet, die langsamer drehen und dadurch weniger störende Geräusche produzieren. Einige Modelle verfügen über einen speziellen Eco-Modus, bei dem die Helligkeit reduziert und somit das Lüftergeräusch geringer ist. Für eine helle Außenumgebung sind diese kaum geeignet. Stattdessen ist ein abgedunkelter Raum die ideale Umgebung. Wichtiger als die Helligkeit des Bildes ist die natürliche Darstellung des Farbraums. DLP-Projektoren bieten einen besseren Kontrastwert gegenüber LCD-Projektoren, da diese auch bei schwarzen Pixeln Restlicht durchlassen. Die Leuchtstärke eines Projektors bestimmt die Nutzbarkeit weitgehend. Ist der Abstand zur Projektionsfläche groß, ist eine hohe Leuchtstärke notwendig. 1.000 bis 4.500 Lumen sind die Leuchtstärken handelsüblicher Geräte. Für sehr große Räume werden Projektoren mit bis zu 30.000 Lumen angeboten. Notwendig für einen großen Raum oder eine große Halle sind 10.000 Lumen.

Professionelle Projektoren

Projektoren, die im Büro eingesetzt werden, sind auf Helligkeit ausgelegt. In diesem Umfeld tritt die Farbtreue in den Hintergrund. Stattdessen muss bei relativ heller Umgebung das Bild noch immer gut erkennbar sein. Die damit verbundene größere Wärmeentwicklung durch die Leuchtmittel macht größere und schneller drehende Lüfter notwendig. Die dadurch entstehende Geräuschkulisse wird in der ohnehin lauteren Büroumgebung toleriert. Während sehr leise Projektoren Geräusche von nur 19 Dezibel produzieren, erreichen laute bis zu 50 Dezibel.

Professionelle Projektoren, die in Kinos verwendet werden, sind ziemlich laut. Daher befinden sich diese in separaten Räumen. Ist der Raum, in dem ein Projektor verwendet werden soll, sehr klein, ist die Verwendung eines Kurzdistanz-Projektors möglich, der einen Mindestabstand von nur 50 cm benötigt. Bei der Auswahl muss außerdem das Bildformat beachtet werden. Viele neue Notebooks sind mit einem Widescreen-Display im Format 16:9 ausgestattet. Der Beamer sollte dieses Format ebenfalls unterstützen, wird dieser in Kombination mit solch einem Notebook eingesetzt. Bedenken Sie bei der Auswahl, dass eine höhere Helligkeit mit mehr Abwärme und dementsprechend mehr Lüfterarbeit verbunden ist. Für einen Beamer, der für das Heimkino gedacht ist, reichen 1.500 Lumen völlig aus. Ein höherer Wert führt zu einem höheren Anschaffungspreis und mehr Störgeräuschen.

Die unterschiedlichen Anschlussmöglichkeiten

Früher noch ausschließlich analog, verarbeiten moderne Projektoren digitale Bildsignale. Wird ein modernes Gerät mit einem analogen Eingangssignal betrieben, kommt es aufgrund der Digitalisierung des Signals zu Qualitätsverlusten. Als digitaler Eingang dient meist die HDMI-Schnittstelle, wesentlich seltener ist die Bereitstellung eines DVI-Anschlusses. Diese Videoprojektoren sind in der Lage, verschlüsselte Datensignale zu verarbeiten (HDCP). Im professionellen Bereich von beispielsweise Fernsehsendern wird häufig die SDI- oder HD-SDI-Schnittstelle genutzt. Für die Verwendung unterschiedlicher Schnittstellen werden entsprechende Adapter angeboten. Teilweise kann das Signal 1:1 übertragen werden, in anderen Fällen leidet die Bildqualität unter der Umwandlung des Signals.

Das richtige Zubehör

Der beste Beamer kann seine Qualität nicht entfalten, wenn nicht eine hochwertige Leinwand für die Bildprojektion verwendet wird. Eine Beamer-Leinwand ist in verschiedenen Größen erhältlich, mit und ohne Motor. Auf dem Markt sind Leinwände mit Rollo (Rollo-Leinwand) genauso verfügbar wie solche mit Stativ (Stativ-Leinwand). Je nach angewandter Technologie unterscheiden sich die einzelnen Projektoren in der Betriebsdauer der Leuchtmittel. Früher oder später müssen diese jedoch getauscht werden. Teilweise ist der Wechsel sehr leicht, in anderen Fällen sollte dieser durch einen Fachmann durchgeführt werden. Bei eBay finden Sie das passende Leuchtmittel für jeden Beamer bzw. Projektor. Langlebiger als Metalldampflampen sind Xenon-, UHE- und UHP-Lampen. Um die Lebensdauer der Leuchtmittel optimal auszunutzen, muss die Abkühlphase eingehalten werden. Daher ist es wichtig, dass der Lüfter aufgehört hat zu drehen, bevor der Beamer vom Stromnetz getrennt wird. Informieren Sie sich vorab über kompatible Lampen. Manchmal ist es möglich, eine im Vergleich zum Original höherwertige Lampe zu verbauen. Auch bei den verbauten Lüftern gibt es Optimierungspotenzial. Um alte Filme im 35 mm Format (oder einem anderen) abzuspielen, sind auch heute noch entsprechende alte gebrauchte Projektoren erhältlich.

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