VoIP: Telefonieren über das Internet

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VoIP (Voice over IP) oder Telefonieren über das Internet ist günstig. Selbst Auslandsgespräche verursachen kaum nennenswerte Kosten. Viele normale Telefone lassen sich auch für die sogenannte VoIP-Telefonie nutzen. Welche technischen Voraussetzungen VoIP-Business-Telefone im Firmennetzwerk mitbringen sollten und wo anstelle eines Telefons ein Headset angebracht ist, das alles erfahren Sie in diesem informativen Einkaufsratgeber. Außerdem erhalten Sie Informationen darüber, wie Internettelefonie funktioniert und welche weiteren Möglichkeiten sich Ihnen damit eröffnen.

Die Verbindung zwischen Telefonnetz und Internet – das geht auch ohne PC

Bei VoIP-Verbindungen ist es heute nicht mehr zwangsläufig notwendig, vor einem Computer zu sitzen. Es ist inzwischen durchaus möglich, die Vorteile von Voice over IP auch mit einem ganz normalen Telefon zu nutzen. Nicht einmal besondere Business-Telefone sind notwendig. Dabei sind anfallende Gesprächskosten so gering, dass sie nicht einmal von extrem günstigen Call-by-Call-Tarifen unterboten werden. Verwenden beide Teilnehmer den gleichen Anbieter oder miteinander kooperierende Firmen, sind die Gespräche grundsätzlich kostenfrei.

Ein besonders großes Sparpotenzial ist gegeben, wenn häufig Fern- oder Auslandsgespräche geführt werden. Um die Vorteile der Internettelefonie ohne Beteiligung eines Computers zu nutzen, gibt es günstige Flatrates, die unter 40 Euro monatlich liegen. Wird Voice over IP per Computer genutzt, ist es allerdings wesentlich preiswerter.

So funktionieren Voice-over-IP-Gespräche in das öffentliche Telefonnetz

Damit die Telefonate das Internet verlassen und das öffentliche Telefonnetz erreichen können, ist ein Dienstleister notwendig. Er stellt die Brücke – das sogenannte Gateway – zur Verfügung. Dabei gestalten sich die Verträge mit solchen Dienstleistern in der Regel ähnlich wie Verträge mit Telefongesellschaften für die Festnetztelefonie. Dabei ist der Vertrag mit dem Dienstleister für Voice over IP ins Festnetz an sich erst einmal kostenlos. Gebühren fallen hier erst an, wenn das Gateway auch genutzt wird. Die Gesprächskosten zu einem Festnetztelefon sind allerdings deutlich günstiger, als wenn man innerhalb des Festnetzes telefoniert. Einige Dienstleister für Voice over IP bieten Flatrates an, die inzwischen sogar Auslandsgespräche zu vorher festgelegten Ländern beinhalten.

Eine Ausnahmestellung bei den Voice-over-IP-Dienstleistern nimmt der Dienst Skype ein. Ursprünglich wurde hier nur die Kommunikation zwischen Computern über das Internet unterstützt. Inzwischen bietet aber auch Skype Verbindungen zwischen dem Internet und dem Telefonfestnetz an. Während die Telefonate von PC zu PC weiterhin komplett kostenlos sind, fallen für Festnetzverbindungen Gebühren an. Wenn Sie Skype als Dienstleister nutzen möchten, benötigen Sie auf jeden Fall ein Skype-fähiges Telefon oder ein Smartphone mit installierter Skype-App. Welche Telefone Skype unterstützen, können Sie anhand der Bedienungshandbücher oder der technischen Datenblätter auf den jeweiligen Herstellerseiten herausfinden.

Die zusätzliche Telefonnummer für Voice over IP

Damit man über eine Internetleitung angerufen werden kann, muss eine zusätzliche Telefonnummer geschaffen werden. Diese Telefonnummer erhalten Sie bei Vertragsabschluss durch den entsprechenden Dienstleister. Normalerweise beinhaltet die Telefonnummer die Ortsnetznummer, in deren Bereich sich Ihr Telefonanschluss befindet. Üblich sind aber zum Beispiel auch Rufnummern mit der Vorwahl 032. Das ist die spezielle Vorwahl, die die Regulierungsbehörde für Telekommunikation für die Internettelefonie freigegeben hat. Es ist auch möglich, die Internettelefonnummer mit einer 0180-Vorwahl zu betreiben. In diesem Fall muss der Anrufer aber auf jeden Fall Gebühren zahlen, selbst wenn er denselben Anbieter verwendet wie der Angerufene.

Voice over IP kann auch als Alternative für den Festnetzanschluss gewählt werden. In diesem Fall kann man die bisherige Rufnummer mitnehmen und für die Internettelefonie nutzen. Dabei kann es allerdings zu Einschränkungen führen und Kosten verursachen. Hier sollten Sie sich auf jeden Fall zunächst mit dem Anbieter in Verbindung setzen und nachfragen, welche Konsequenzen ein kompletter Wechsel zu Voice over IP für Sie hat.

Ein neues VoIP-Business-Telefon ist nicht unbedingt erforderlich

Es ist nicht zwingend erforderlich, neue VoIP-Business-Telefone für das Firmennetzwerk zu kaufen. Für vorhandene Telefone ist ein Adapter, der ebenfalls als Gateway bezeichnet wird, die günstigere Lösung. Er stellt die Verbindung zum Internet her. Dieses Gateway ist eine kleine Box, die an den Router oder Switch im Netzwerk angeschlossen wird. Besonders praktisch an einem solchen Gateway ist, dass man es überall anschließen kann, wo ein freier Router- oder Switch-Anschluss vorhanden ist. Damit ist man mit der neuen Telefonnummer überall erreichbar, selbst im Ausland. Der Anrufer muss auch keine zusätzlichen Kosten tragen, wie es etwa bei normalen Auslandstelefonaten der Fall ist.

Die Funktionen von Gateways für Festnetztelefone

Gateways, um aus Festnetztelefonen Voice-over-IP-Business-Telefone zu machen, gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Sie sind für ein einzelnes Telefon, aber auch für mehrere Geräte erhältlich. Sogar Faxgeräte oder komplette Telefonanlagen können an ein entsprechendes Gateway angeschlossen werden. Günstig ist es auch, wenn das Gateway zwischen Internetanrufen und Festnetzleitungen vermitteln kann. So kann zum Beispiel das Handy von unterwegs aus über ein solches Gateway im Firmennetzwerk für günstige Auslandsgespräche verwendet werden. Außerdem kann das Gateway dann auch eingehende Anrufe zum Beispiel an Außenstellen der Firma oder auf ein Handy weiterleiten.

Wenn Sie also ein Gateway kaufen, achten Sie darauf, dass es neben den VoIP-Anschlüssen auch einen herkömmlichen Festnetzanschluss hat. So können Sie auch mit den Voice-over-IP-Telefonen telefonieren, wenn das Internet kurzfristig ausfallen sollte. Sie müssen also nicht auf ein anderes Telefon ausweichen oder irgendwelche Kabel umstöpseln.

Natürlich gibt es auch reine VoIP-Business-Telefone für Ihr Netzwerk

VoIP-Business-Telefone arbeiten ausschließlich über das Datennetz und benötigen keinen Adapter. Angeschlossen werden sie über ein normales Ethernetkabel direkt am Router oder Switch.

Kauftipp: Kaufen Sie Telefone, die die Bezeichnung PoE (Power over Ethernet) tragen. Damit ist sichergestellt, dass das Telefon seinen Strom über das Netzwerkkabel bezieht und keinen eigenen Stromanschluss benötigt.

Eine praktische Alternative sind WLAN-Telefone. Hier wird kein Kabel benötigt und sie lassen sich wie ganz normale schnurlose DECT-Telefone verwenden. Lediglich ein drahtloses Netzwerk muss vorhanden sein oder alternativ ein Accesspoint, der den Zugang zum Internet sicherstellt. Innerhalb dieses drahtlosen Netzwerkes kann dann mit den WLAN-Telefonen über das Internet telefoniert werden. Wenn Sie ein WLAN-fähiges VoIP-Business-Telefon verwenden, können Sie über jeden öffentlichen Hotspot zu günstigen Internetkonditionen telefonieren. Voraussetzung ist allerdings, dass der Hotspot die jeweiligen Protokolle unterstützt und Sie sich nicht über einen Webbrowser registrieren müssen.

Voice over IP mit dem Handy

Die meisten modernen Handys sind WLAN-geeignet. Befindet man sich damit in der Reichweite eines kabellosen Netzwerkes, können auch Mobiltelefone für die Internettelefonie verwendet werden. Es gibt durch manche VoIP-Anbieter sogar eine entsprechende Unterstützung bei der Konfiguration des Handys. Die meisten Smartphones zum Beispiel sind heute bereits ab Werk mit dieser Möglichkeit ausgestattet. Wo das nicht der Fall ist, kann im App-Store in der Regel die passende App heruntergeladen werden. Es gibt auch Anbieter, die eigene Apps im Angebot haben.

Rein theoretisch wäre VoIP auch über das normale Handynetz möglich. Viele Mobilfunkbetreiber blockieren diese Funktion allerdings und weisen auch in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen auf dieses Verbot hin. Damit Internettelefonie über das Handy funktioniert, muss es sich auch um ein UMTS-Telefon handeln. Außerdem muss ein guter Netzkontakt, also die Nähe zu einem Hotspot oder einem kabellosen Netzwerk garantiert sein.

Moderne Schnurlostelefone beherrschen die Webtelefonie

Den Unterschied zwischen schnurlosen Festnetztelefonen nach DECT-Standard und webfähigen DECT-Telefonen erkennt man an dem zusätzlichen Netzwerkanschluss an der Basisstation. Dieser muss per Kabel an den Router angeschlossen werden. Die Konfiguration des VoIP-Telefons kann man dann bequem direkt über das mobile Handteil oder auch über den PC vornehmen. In der Regel liegt dem Telefon die passende Software bei. Es ist allerdings einfacher und komfortabler, die Konfiguration mithilfe eines Webbrowsers auszuführen. Viele Telefone sind dabei bereits für die einzelnen VoIP-Dienstleister vorkonfiguriert, sodass nur noch der tatsächliche Vertragspartner und die von ihm gelieferten Zugangsdaten eingetragen werden müssen.

Wenn Sie eine internetfähige Basisstation besitzen, können Sie darüber auch normale Schnurlostelefone mit DECT-Standard anmelden. Diese Funktelefone müssen GAP-fähig sein. Im Konfigurationsmenü kann dann ausgewählt werden, ob die Standardverbindung über das Internet oder das Festnetz gehen soll. Es gibt Telefone, die sogar den Zugriff auf Online-Telefon- oder Branchenbücher gestatten. Zum Wechseln zwischen Festnetz und Internet ist in der Regel eine bestimmte Zeichen- oder Zahlenkombination notwendig.

Anhand des Bedienungshandbuches vorhandener Funktelefone oder über die Technischen Datenblätter auf der Herstellerseite erhalten Sie die notwendigen Informationen, ob und wie Sie Ihr vorhandenes Funktelefon an der Netzwerk-Basisstation anmelden und zur Internettelefonie verwenden können. Aber Achtung: Wenn Sie im Firmennetzwerk mehr als einen VoIP-Account verwenden, achten Sie darauf, dass Telefon und/oder Basisstation in der Lage sind, mehrere Zugänge zu verwalten. Nur so sind parallele Gespräche von unterschiedlichen Schnurlostelefonen über das Internet möglich.

Für das Firmennetzwerk nicht uninteressant – Faxen über die VoIP-Leitung

Ähnlich wie bei vorhandenen Telefonen, die für die VoIP-Telefonie verwendet werden sollen, benötigen auch Faxgeräte ein Gateway, um die günstigen Internetverbindungen nutzen zu können. Gateways gibt es auch mit Kombi-Anschlüssen für Telefon- und Faxgeräte.

Allerdings haben Faxanschlüsse über VoIP auch Nachteile. Da es keinen, wie bei einem Telefonat, ununterbrochenen Kontakt gibt, kann es zu Übertragungsunterbrechungen kommen. Das liegt daran, dass die zu übermittelnden Daten für den Internetversand in einzelne kleine Datenpakete aufgeteilt werden, die einzeln und nacheinander verschickt werden. Unterstützt das annehmende Faxgerät nicht das gleiche VoIP-Protokoll, entstehen hier häufig Übertragungsprobleme. Die VoIP-Leitung erkennt eine Sendeunterbrechung nicht. Für sie ist in diesem Augenblick der Anschluss gar nicht vorhanden. Wenn Sie daher Faxe über die VoIP-Leitung versenden, stellen Sie sicher, dass der Empfänger dasselbe Protokoll verwendet wie Sie. In diesem Fall ist eine komplette Datenübermittlung in den meisten Fällen ohne Unterbrechung möglich.

Ein wichtiger Hinweis zum Schluss

Einige Dienstleister bieten nicht die Möglichkeit, Notrufnummern der Polizei oder Feuerwehr direkt anzuwählen. Sie vermitteln den Anruf immer an die regionalen Dienststellen im Bereich des regionalen Ortsnetzes weiter. Das kann besonders dann problematisch sein, wenn Sie das Internet-Telefon von unterwegs aus nutzen oder mit der von der Regulierungsbehörde genehmigten Vorwahl betreiben. Informieren Sie sich also vor Vertragsabschluss, ob die Notrufnummernwahl von Ihrem Anbieter unterstützt wird.

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