Vintagemode - auffallend,schick und einzigartig

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Auffallend und schick – die Vintagemode auf eBay

Der Unterschied zwischen echter Vintagemode und künstlich erzeugten Vintage-Effekten

Der Begriff Vintagemode wird für zwei verschiedene Erscheinungen in der Modewelt verwendet. Vintage bedeutet im eigentlichen Sinn, dass ein Kleidungsstück alt ist und aus vergangenen Kollektionen eines Designers stammt. Heute wird der Begriff Vintagemode aber häufig auch für Kleidung benutzt, die gar nicht alt ist, sondern absichtlich so hergestellt wird, dass sie getragen und abgenutzt aussieht. Auf Vintage getrimmte Kleidungsstücke sind oft besonders teuer, weil aufwendige Arbeitsschritte in Handarbeit nötig sind, um den gewünschten Vintage-Effekt zu erreichen. Dabei gibt es verschiedene Verfahren, um das Finish für das Produkt zu erzielen. Bei Jeans kann die authentische, leicht unregelmäßige Färbung durch Vorwäsche, Lasertechnik oder Abschleifen erreicht werden. In extremer Form wird der Vintage-Effekt zum Distressed- oder Destroyed-Look. Mit diesen Möglichkeiten ist der Vintage-Trend längst zum Massenphänomen geworden. Dieser Trend nennt sich zwar Vintage, ist aber von der Vintagemode im ursprünglichen Sinn zu unterscheiden.

Vintage – die Mode vergangener Zeiten

Echte Vintagemode stammt aus vergangenen Zeiten, man versteht darunter die Mode der 20er bis 70er Jahre, wobei mittlerweile auch die Kleidung der 80er schon in den Bereich der Vintagemode fällt. Seit Beginn der 2000er Jahre kommen in der Mode alle alten Trends wieder zurück und erleben ein Revival. Wer nicht viel Geld für einen künstlich erzeugten Vintagestil ausgeben möchte, findet Stücke vergangener Zeiten in der Regel in Second Hand Läden, auf Flohmärkten und z. B. auch auf eBay. Nach Vintagemode zu stöbern gleicht einer Zeitreise. Die Kleidungsstücke haben eine Geschichte, erzählen von vergangenen Jahrzehnten und den Menschen, die sie einmal getragen haben. Diese Stücke sind ein Spiegel ihrer Zeit und sagen etwas über damalige Schönheitsideale, Musik und die Gesellschaft aus.

Die Damenmode der 20er bis 50er Jahre und ihre Stilikonen

In der Damenmode der 20er Jahre finden Sie glitzernde Stirnbänder, lange Federboas, knielange Hängerchen mit fransigem Bund, Tüllhandtaschen und viel Pelz – Mode im androgynen Stil, wie sie die damaligen Stilikonen Josephine Baker oder Coco Chanel getragen haben. Die Männermode dieser Zeit umfasst Gehröcke, Smokings und Zylinder. Die 30er Jahre halten neben Kostümen mit wadenlangen schmalen Röcken und taillierten Jacken auch hochgeschlossene Boleros und Schulterpolster im Stil von Marlene Dietrich und Greta Garbo bereit. Ebenso finden Sie in der Vintagemode aus dieser Zeit viel Nylon und Perlon, Marlenehosen und Mieder. Zur Vintagemode aus den 50er Jahren zählen zum Beispiel Petticoats, Hüte, Coctailkleider und Faltenröcke im Rock’n‘Roll Stil aus der Zeit von Audrey Hepburn, Hildegard Knef oder Romy Schneider.

Schlaghosen, Plateauschuhe und Co

Mit den 60er Jahren sind grafische, psychedelische Muster im Pop-Art-Look in die Mode gekommen. Für die Männer gibt es Vintagepullover und -pullunder aus dieser Zeit. Uschi Obermaier, Jacky Kennedy und Twiggy sind die Stilvorbilder der Mode dieses Jahrzehnts. Aus den 70er Jahren sind Vintagestücke wie bodenlange Kleider und Hemdblusen, Kleidung mit Blumenmustern und viel selbst Gehäkeltes und Gestricktes erhalten. Typisch für diesen Look waren Schlaghosen, Plateauschuhe, Hosenanzüge in senfgelbem Cord oder T-Shirts in Batikoptik. Darüber hinaus stammt auch punkige Vintagemode aus den 70er Jahren. In den frühen Kollektionen von Vivienne Westwood finden sich viel Leder, Nieten, zerschlissene Jeans und Parkas in Camouflage-Optik. Mit den 80ern haben Schulterpolster und enge Röcke Einzug in die Modewelt gehalten. Ebenso stammt der Fitnesslook mit Leggins, Schlabbershirts, Stirnband und Stulpen aus dieser Zeit – natürlich in Neonfarben. Für Männer sind Vintageteile wie alte Ray Ban Sonnenbrillen, Slipper und schmale Lederkrawatten die typischen Relikte dieser Zeit.

Was man beim Kauf von Vintagemode beachten sollte

Wichtig ist es, folgenden Grundsatz zu beachten: Qualität geht immer vor Quantität. Vintagemode ist keine Kleidung von der Stange. Man sollte sich viel Zeit nehmen, um ein passendes Stück zu finden. Wer Vintagemode verkauft, findet seine Ware zumeist in der eigenen aussortierten Kleidung oder auf dem Dachboden von Eltern oder Großeltern. So kommen ständig neue Vintagestücke in den Handel und man findet das Gesuchte oft erst nach längerem Stöbern.

Trotz gründlicher Reinigung behalten Vintage-Kleidungsstücke oft einen eigentümlichen Geruch. Nach dem Kauf muss die Kleidung dann noch einmal gründlich mit dem eigenen Waschmittel gewaschen werden. Zudem hilft es, die Vintagemode nach dem Waschen in der Sonne trocknen zu lassen. Danach sind die Gerüche dann in der Regel vollständig entfernt. Außerdem ist es ratsam, Vintagemode aus Baumwolle zu kaufen. Früher wurden noch vermehrt Kleidungsstücke aus synthetischen Materialien hergestellt. Diese riechen rasch, wenn man schwitzt. Baumwolle ist deutlich atmungsaktiver.
Des Weiteren sollten Sie beim Kauf von Vintagekleidung immer darauf achten, dass die Hose, das Shirt, das Kleid oder die Schuhe gut erhalten sind. Überprüfen Sie die Kleidungsstücke gründlich auf Risse, aufgetrennte Säume und Flecken. Schauen Sie sich das Stück Ihrer Wahl genau an. Alte Parfumflecken zum Beispiel lassen sich kaum mehr entfernen.

Wie man Vintagemode in der passenden Größe findet

Beim Kauf von Vintagemode gilt vor allem eins: Man darf sich nicht auf die bekannten Konfektionsgrößen verlassen. Die Größenangaben von früher entsprechen nicht immer den heutigen. Wenn in einem Kleid die Größe 42 steht, muss man es nicht auf dem Bügel hängen lassen, weil man eigentlich Größe 38 trägt. Anprobieren ist bei Vintagemode ein Muss, soweit dies möglich ist. Beim Shopping ist es daher notwendig, seine Maße zu kennen. Die Maße des Kleidungsstückes sind meist angegeben und man kann diese mit den eigenen Körpermaßen abgleichen. Gemessen werden sollte in jedem Fall der Umfang von Brust, Taille und Hüfte. Beim Ermitteln des Brustumfangs muss die weiteste Stelle der Brust vermessen werden. Frauen sollten unbedingt messen, wenn sie einen BH tragen, denn in der Regel wird dieser unter dem neuen Kleidungsstück anbehalten und muss mitberechnet werden. Für den Taillenumfang wird die schmalste Stelle des Bauches, meist auf Bauchnabelhöhe, gemessen. Der Hüftumfang entspricht der breitesten Stelle der Hüfte, zumeist ist das die Mitte des Pos.

Vintagemode passend zu jedem Figurtyp

Bei der Vielfalt der Mode aus vergangenen Jahrzehnten ist für jeden Figurtyp der passende Schnitt und das ideale Kleidungsstück dabei. Beim Kauf sollte man einfach auf einen Schnitt achten, der die eigenen Vorzüge hervorhebt. Für Frauen mit großem Busen sind Kleider der 50er und 60er Jahre eine gute Wahl. Diese sitzen an Brust und Taille eng und fallen im Hüftbereich weit. Das schmeichelt der Figur. Bei einem kleinen Busen hält die Vintagemode viele Modelle mit Raffungen im Brustbereich bereit, diese tragen an den entsprechenden Stellen auf und lassen die Brust voller erscheinen. Große und schlanke Personen finden tolle lange Vintagekleider, Kleidungsstücke mit ausgefallenen Mustern, auffällige Gürtel und Stücke mit Querstreifen. Für breite Hüften und Bauch gibt es Vintagekleider in A-Form, die Ihre Figur optisch strecken.

Wenn die Jahre ihre Spuren hinterlassen haben

Was man bei Vintagemode immer im Hinterkopf behalten sollte ist, dass Vintagemode immer bedeutet, dass das neu erworbene Kleidungsstück mindestens dreißig Jahre alt ist. Daher ist es möglich, dass es einen Schnitt hat, an den man nicht gewöhnt ist und der erst einmal als nicht perfekt sitzend empfunden wird. Oft müssen kleine Änderungen vorgenommen werden, um aus dem Vintageschätzchen ein tragbares Kleidungsstück zu machen. Bei Kleidern und Röcken ist das nicht schwer, in den meisten Fällen muss nur etwas gekürzt oder ein Saum umgenäht werden.

Fazit

Grundsätzlich gilt beim Kauf von Vintagemode: Man darf nicht immer erwarten, sofort ein Kleidungsstück zu finden, das perfekt passt. Mit etwas Geduld, Geschick und Vorstellungskraft kann man aber unverwechselbare Einzelstücke erwerben. Vintagemode ist oft besonders farbenfroh und hat häufig Muster, die heute bei neuer Kleidung nicht mehr zu finden sind. Man kann fast alles zu Vintagemode kombinieren, was farblich ähnlich ist. Besonders schön ist die Kombination aus neuen Teilen und einzelnen Vintagestücken mit Accessoires, die stilistisch dazu passen.
Vintagemode erlaubt es, sich individuell zu kleiden. Da die Mode seit Jahren nicht mehr hergestellt wird, ist es sehr unwahrscheinlich, auf der Straße, in Bus oder Bahn oder auf einer Party jemandem mit demselben Kleidungsstück zu begegnen. Ein weiterer Pluspunkt der Vintagemode ist die Nachhaltigkeit, denn diese Kleidung erwirbt man immer Second Hand. Es sind meist Einzelstücke und Klassiker mit hoher Qualität. Die Kleidung hat viele Jahre überlebt und dadurch ihre gute Materialqualität und sorgfältige Verarbeitung unter Beweis gestellt.

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