Videobeamer: LCD oder DLP und was sonst noch ?

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Es gibt viele Beamerhersteller, viele Beamertypen, viele Beamermodelle, da verliert man schnell den Überblick.
Hier ein paar nützliche Informationen für alle die interessiert sind. Jedoch lassen wir technische Erklärungen und Wie?.. Was?... funktioniert einmal weg.
Sorry hier an alle Händler, denen ich vielleicht mit meinen Erfahrungen auf den Schlips trete.
Vorab: Kleinbeamer, ich nenne Sie hier mal Pocket-, oder Westentaschenbeamer sind eher für den Geschäftsmann gedacht, der nicht viel rumschleppen will und dennoch bei seinen Kunden kurze Präsentationen abhalten möchte. Diese Geräte entwickeln bei längeren Betriebszeiten (mehr als eine halbe Stunde) trotz vielleicht eingebautem Lüfter soviel Wärme, das man fast ein Ei drauf kochen könnte. Wie lange wird dann der Beamer leben? Ganz einfach, er wird nicht sehr alt. Einem Geschäftsmann ist das gleich, denn bevor die Lampe gewechselt wird hat er das Gerät abgeschrieben und dann kauft er ein neues. Da ist wohl klar, das dies niemanden interessiert. Aber zuhause will man ja auch mal Filme sehen, die zwei Stunden oder länger laufen. Dann wäre ein Kleinbeamer der größte Fehlkauf den man begehen kann.
Zwei verschiedene Wiedergabesysteme sind gebräuchlich: LCD und DLP.
DLP gehört in die Kategorie vergangene Technik und wird meistens in Kleinbeamern, sogeannten Pocketbeamern verwendet, aber auch noch in älteren Großbeamern. DLP-Geräte geben die Farben nicht originalgetreu wieder, sondern lassen zum Beispiel blau zu violett oder etwa rot zu rosa werden. Deshalb können solche Beamer nicht für eine saubere Grafikdarstellung verwendet werden und eignen sich eigentlich nur bedingt dazu eine Videobildwiedergabe zu zeigen.
LCD ist die eigentlich bessere Technik und basiert auf einem ähnlichen System wie die Fernsehtechnik mittels einem speziellen LCD-Chip. Die Farben sind originalgetreu und die Auflösungen erreichen einen hohen Standard.
ANSI-LUMEN bedeutet die Angabe der Beamerhelligkeit, die bei einer neuen Beamerlampe angegeben wird. Also eine gebrauchte Lampe wird im Laufe der Zeit immer etwas schwächer. Faustregel nach der halben angegebenen Betriebszeit wird der eigentliche Wert ca. 35% weniger sein. Bei weiterem Betrieb fällt die Helligkeit immer weiter ab.
ANSI-LUMEN und die Helligkeit der Umgebung bei einer Videowiedergabe. Videobilder benötigen mehr Leistung zur Wiedergabe als Standbilder, ansonsten fehlt die Tiefenschärfe und der Kontrast.
Weniger als 800 ANSI-LUMEN: Nur für völlig verdunkelte Räume geeignet (Kinoähnlich).
800 bis 1100 ANSI-LUMEN: Ein verdunkelter Raum ist nötig, jedoch stört eine ganz leichte Hintergrundbeleuchtung nicht, wenn sie nicht auf die Wiedergabefläche scheint.
1200 bis 2000 ANSI-LUMEN: Hier kann schon in einem tageslichthellen Raum projiziert werden. Direkter Lichteinfall auf die Leinwand vermeiden.
2000 bis 3000 ANSI-LUMEN: Ein tageslichtheller Raum und ein leichter Lichteinfall auf die Leinwand stören nicht allzu sehr.
3000 bis 5000 ANSI-LUMEN: Großprojektionen sind bedingt möglich, jedoch auch hier ist eine direkte Tageslichtprojektion im Freien sehr bedingt durchzuführen. Direkten Lichteinfall auf die Leinwand vermeiden.
5000-10000 ANSI-LUMEN: So langsam kommen wir in die Tageslichtprojektion.
Größer als 10000 ANSI-LUMEN: Jetzt kann bei Tageslicht projiziert werden. Jedoch ist das leinwandabhängig, hochreflektierende Leinwände werden nicht eingesetzt und die Projektionsfläche wird seitlich abgeschirmt.
KONTRASTVERHÄLTNIS und die vielen Schwindelwertangaben. Es gibt Projektoren welche mit einem schwindelerregenden Kontrastverhältnis werben. Oft sind es DLP-Geräte. Hier sind Angaben bis zu 3000:1 keine Seltenheit. Aber aufgepasst: es werden oft die Kontrastangaben aus den Graustufenbereichen angegeben. Hier ist genaues Lesen empfehlenswert. Bis zu 1500:1 ist für den Heimbedarf und auch Büropräsentation ausreichend und geeignet. Alles was höher angegeben wird ist uninteressant und meistens (wenn es kein hochwertiger Industriebeamer ist) künstlich hochgepuscht.
LAMPENLEBENSDAUER und die tollen Angaben dazu. Standard sind etwa 2000 Stunden max. Betriebszeit einer Lampe. Jedoch zeigen die meisten Geräte ab ca. 1800 bis 1900 Stunden zur Vorwarnung einen Lampenwechsel an oder schalten später ganz aus, obwohl die Lampe ihre eigentliche Zeit noch nicht verlebt hat. Dies ist eine Vorsichtsmaßnahme der Hersteller, denn eine geplatzte Lampe kann beträchtliche Schäden am Gerät verursachen. Aufpassen: Bei Angaben von über 2000 Stunden sind Diese meistens im ECO-Modus definiert. Das heißt, halbe Helligkeit der Lampe und somit künstlich längere Lebensdauer. Wer will schon mit einem 2000 ANSI-LUMEN Gerät dasitzen und im ECO-Modus nur mit 1000 ANSI-LUMEN projizieren und kaum was erkennen?
Grundsätzlich: Wer mit einem Projektor in einem normal tageslichthellen Raum projiziert, dabei auch noch ein anständiges Bild haben will, dem sei folgendes empfohlen:
LCD-Beamer, 1800-4000 ANSI-LUMEN, lüftergekühlt, kein Pocket-, oder Westentaschen Kleinbeamer, Anschluß für Computer VGA/RGB 15pin SUB, S-Video-, Cinch-Video-Eingang, Kontrastverhältnis ab 500:1, Trapezkorrektur (Bildkippwinkel einstellbar), manuelle oder motorbetriebene Zoom (Bildgröße) und Fokuseinstellung (Bildschärfe), verstellbare Füsse zur Standkorrektur des Gerätes, eventuell eine Fernbedienung. Weitere Ausstattungen sind Modell-, bzw. Anwenderabhängig. Ich hoffe hiermit etwas zum allgemeinen Thema Beamer beigetragen zu haben und wünsche viel Spass mit eurem Gerät!
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