VW Bus - vom Hippie-Wohnwagen zum Multifunktionstransporter

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VW Bus - vom Hippie-Wohnwagen zum Multifunktionstransporter

Bereits seit 1950 produziert die Volkswagen AG den VW Bus, der auch als VW Transporter, Hippie-Wohnwagen oder im Volksmund als „Bulli" bezeichnet wird. Werksintern läuft der VW Bus unter der Abkürzung VW Typ 2. Es handelt sich hierbei um einen zweitürigen Kleintransporter für den zivilen Gebrauch. Im Jahr 2007 kam die fünfte Generation T5 auf den Markt, die vorherigen Generationen nennen sich T1, T2, T3 und T4. Sie sind nicht zu verwechseln mit dem Begriff „Typ 2", der die Baureihenbezeichnung meint. Der T4 bekam im Jahr 1992 und der T5 im Jahr 2004 die Auszeichnung „Van of the Year". Der VW Bus ist in verschiedenen Karosserieversionen zu haben, nämlich als Kleinbus, Kastenwagen, Pritschenwagen und Kleintransporter mit Doppelkabine, kurz auch „Doka" genannt. Ein Doka ist eine Kombination aus Kleinbus und Pritschenwagen, der nicht nur eine Ladefläche für Materialien aller Art hat, sondern auch bis zu sechs Personen Platz bietet.

Im März 1950 ging der VW T1 in Serie und eroberte den Markt der Kleinbusse

Produziert in der Mutterzelle der VW Werke in Wolfsburg, kam 1950 der erste VW Bus der Serie T1 auf den Markt. Besonderes Erkennungszeichen waren die spitz zulaufenden Sicken, das große, mittig auf der Front angebrachte Emblem von VW und die Frontscheibe, die ein senkrechter Steg in der Farbe der Karosserie in zwei Teile aufteilte. Beide Türen hatten ebenfalls zweigeteilte Scheiben, die jeweils aus einem Schiebefenster und einem Ausstellfenster bestanden. Technisch nutzte der VW Bus einige Komponenten des VW Käfers. Das Auto war mit einem luftgekühlten Vierzylinder-Boxermotor ausgestattet, der zu Beginn lediglich 24 PS Leistung aufwies und im Heck untergebracht war. Die hintere Achse war in Form einer Pendelachse, die vordere als Doppel-Kurbellenkerachse konzipiert. Beide Achsen waren mit Trommelbremsen versehen. Der VW Bus war für den Transport größerer Lasten ausgelegt, deshalb wurde eine selbsttragende Karosserie entwickelt, die mit Quer- und Längsprofilen verstärkt wurde. Das Lenkrad war im Gegensatz zum VW Käfer recht groß und lag flach vor dem Fahrer.

Der VW Bus fand einen reißenden Absatz, sodass die Produktion aus dem Stammwerk in Wolfsburg in das neu errichtete Werk nach Hannover ausgelagert wurde. Zusätzlich kamen Sondermodelle auf den Markt. Dazu gehörte der „Samba-Bus", der mit 21 bis 23 Scheiben und einem Schiebedach ausgestattet war. Ebenfalls wurden Krankenwagen auf der Basis des VW Busses entwickelt, die allerdings mit Aufbauten fremder Hersteller kombiniert wurden. Außerdem können Sie bei eBay unter den bis 1967 produzierten VW Bussen Fahrzeuge finden, die als Verkaufswagen für den Markt mit Hochdach und Seitenklappen ausgestattet waren. Diese Bauvariante ist übrigens auch 2013 noch zu haben. Für die Camper unter Ihnen dürfte der VW Campingbus interessant sein. Dieser wies eine Camping-Innenausstattung mit Schlafbank und Kochgelegenheit auf und hatte ein aufstellbares Dach, in das zwei weitere Schlafplätze integriert werden konnten. Auch dazu lassen sich zahlreiche Angebote der unterschiedlichsten VW-Generationen bei eBay finden.

Der VW Bus T2 setzte von 1967 bis 1979 den Siegeszug weiter fort

1967 gab es eine Weiterentwicklung des VW Busses. Konzeptionell folgte VW der bereits eingeschlagenen Richtung und technisch verbesserten sich das Fahrwerk und auch die Karosserie. Insgesamt konnten zweieinhalb Millionen Exemplare abgesetzt werden, von denen rund zwei Drittel auf dem ausländischen Markt ihre Abnehmer fanden. Die Weiterentwicklung bestand unter anderem in einer bequemer ausgestatteten Fahrerkabine. Einerseits war die Polsterung und Federung der Autositze besser geworden, andererseits konnte die Größe des Handschuhfachs sowie die Gestaltung des Armaturenbretts angepasst werden. Zusätzliche Belüftungsdüsen verbesserten die Temperaturregelung in der Fahrgastzelle, die jetzt auch mit einer veränderten Frontscheibe ausgestattet war. Diese war nicht mehr in der Mitte geteilt, sondern lief komplett durch. Die seitliche Schiebetür gab es nun serienmäßig. Zusätzlich wurde die Hinterachstechnik verbessert und es wurden stärkere Motoren eingebaut. Autos des VW T2 wurden mit 1,6 bis 2,2-Liter-Ottomotoren ausgestattet, die eine Leistung von 35 bis 51 kW hatten.

1968 änderte sich die Bremstechnik und VW baute eine Zweikreisbremsanlage ein. 1970 kamen dann Scheibenbremsen vorne zum Einsatz. Auf Grundlage des 1971 eingeführten Flachmotors, der mit 1,7 Litern und 49 kW ausgestattet war, konnte 1972 ein Dreistufen-Automatik-Getriebe angeboten werden. Das Fahrwerk wurde aufgrund der erhöhten Nutzlast von 1,2 Tonnen weiter verstärkt. In der letzten Phase des T2 kamen ein 1,6-Liter-Motor mit 37 kW und ein 2,0-Liter-Motor mit 52 kW hinzu, der auch als Automatik-Version zu haben war. Bei eBay finden Sie zu diesem VW-Klassiker, der schon Oldtimer-Status besitzt, zahlreiche Modelle im Angebot.

Der VW Bus T3 änderte sich in der Karosserie und entwickelte bewährte Technik weiter

1979 kam der äußerlich komplett überarbeitete VW T3 auf den Markt und wurde bis 1992 mit einer erheblich kantigeren Silhouette gebaut. Der Bus war nach wie vor mit einem Heckmotor ausgestattet, wobei es unterschiedliche Varianten gab. Neben Benzinmotoren, die zwischen 1,6 und 2,1 Litern bei einer Leistung von 37 bis 82 kW aufwiesen, gab es zusätzlich Dieselmotoren mit einem Hubraum von 1,6 – 1,7 Litern bei einer Leistung von 37 bis 51 kW. Das Raumangebot des T3 war vergrößert, denn der Radstand und die Länge wurden erweitert. Während 1981 ein Dieselaggregat-VW-Bus im Angebot war, wurde er ab 1982 durchweg mit wassergekühlten Motoren ausgestattet. Da sich der VW Bus nach wie vor reger Nachfrage erfreute, kamen Sondermodelle auf den Markt. Der VW T3 Caravelle Carat, der exklusiver ausgestattet war als die Basismodelle, der VW Syncro mit Allradantrieb und die Varianten „Whitestar" und „Bluestar" mit entsprechend weißer oder blauer Metallic-Lackierung, zählen zu diesen Sondermodellen.

1990 machte VW einen Sprung in der technischen Entwicklung und versetzte den Motor vom Heck in die Front. Bevor die Baureihe 1992 auslief, produzierte VW in Zusammenarbeit mit der Steyr Daimler Puch AG mit Sitz in Österreich Fahrzeuge für Behörden sowie mit Allrad angetriebene Busse für den zivilen Verkehr. Als letztes Modell des Multivans kam die sogenannte „Limited Last Edition" raus, kurz auch „LLE" genannt. Einen Sonderbonus gab es für Mitarbeiter von VW. Extra für sie liefen die als „Redstar" und „Bluestar" bezeichneten Busse mit Sonderlackierungen in Dunkelrotmetallic und Dunkelblaumetallic vom Band. Der T3 wurde als Microbus und Caravelle in Südafrika bis 2003 weiter gebaut und abgesetzt.

Der VW Bus T4 war ein komplett neu konstruiertes Fahrzeug

Bereits 1990 beim VW T3 eingeführt, behielt auch der von 1990 bis 2003 gebaute VW T4 den Frontmotor bei. Der Bus entwickelte sich weiter und etablierte somit seinen Status als Multivan auch weiterhin. Er wurde in zwei verschiedenen Längen und Radständen angeboten sowie in diversen Karosserieformen wie Kleinbus, Kastenwagen, Pritschenwagen und Doppelkabine. Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten sprachen und sprechen auch heute noch für ihn. Wenn Sie einen VW Bus T4 kaufen, können Sie ihn zum Beispiel als Transporter, geländegängiges Einsatzauto, Großraumlimousine, Business-Bus, Familien-, Freizeit- oder Reisemobil nutzen. Ausstattungen, wie z. B. Klapptisch, Bett, einzeln einsetzbare Sitze und verschließbarer Stauraum zwischen Motor und Fahrerhaus, machten den Bus nicht nur zu einem praktischen, alltagstauglichen Auto. Die variablen Elemente festigten die Position des VW auch in den USA, wo dieser hochwertig ausgestattete Bus unter der Bezeichnung „Eurovan" sehr beliebt war.

Der nach vorne verlegte Motor eröffnete VW die Möglichkeit, durchgehende Ladeflächen anzubieten. Fahrzeuge des VW T4 verfügen über Einzelradaufhängung, eine Doppelquerlenkeranordnung vorne und eine Schräglenkerachse hinten. Motorisiert waren die Autos mit Ottomotoren zwischen 1,8 und 2,8 Litern bei einer Leistung von 49 bis 150 kW. Mit Diesel angetriebene Motoren brachten einen Hubraum von 1,9 bis 2,5 Litern bei einer Leistung von 44 bis 111 kW mit. Die Bremstechnik wies eine lastabhängige Bremskraftverteilung auf.

Der VW Bus T5 ist auch als elegante Variante mit verchromten Zierleisten zu haben

Die fünfte Generation des VW Busses ist seit 2003 auf dem Markt. Auch bei eBay finden Sie diese Modelle im Angebot. Der VW T5 hat einen quer eingebauten frontalen Vorderradantrieb. Weiterhin beliebt und aufgrund seiner vielfältigen Einsatzmöglichkeiten aus der Pkw-Angebotslandschaft nicht mehr wegzudenken, gibt es das Fahrzeug nach wie vor als Kleinbus, Kastenwagen, Pritschenwagen und Doppelkabine in diversen Ausführungen. Der VW T5 weist Ottomotoren zwischen 2,0 und 3,2 Litern bei einer Leistung von 85 bis 178 kW sowie Dieselmotoren zwischen 1,9 und 2,5 Litern mit einer Leistung von 62 – 132 kW auf. Der Innenraum wurde weiter in Sachen Komfort aufgewertet und auch die Designer haben die Details ansprechend und zeitgemäß in Szene gesetzt. So ist beispielsweise der Schaltknüppel ähnlich einem Joystick bei Spielekonsolen gestaltet und nach oben in die Schalttafel verlegt worden. Die verwendeten Materialien sind gewohnt solide.

Technisch allerdings sind nur geringfügige Veränderungen erfolgt, was der Gebrauchsfähigkeit keinen Abbruch tut. Die Dieselmotoren weisen durchweg eine Einspritzanlage sowie Turbolader auf. Statt des reparaturanfälligen Zahnriemens im Fünfzylinder-Dieselmotor kommt jetzt ein Stirnradantrieb zum Einsatz. Der Antrieb erfolgt als Automatik oder Allrad, den VW mit dem Begriff „4motion" bezeichnet. Weiterhin wurde die Syncrotechnik mit Visco-Kupplung durch eine Haldex-Kupplung ausgetauscht. VW nutzt bei den Fahrzeugen der fünften Generation einen Fahrschemel, um die Geräuschübertragung des Motors und der Reifen in die Fahrgastzelle zu mindern. Der Fahrschemel ist ein Bauteil, an dem die Radaufhängungen sowie Motor, Getriebe und Lenkung befestigt sind. Die Verbindung des Schemels mit der Karosserie ist über Gummilager gedämpft oder anderweitig umgelenkt, sodass Vibrationen und Geräusche nur stark gedämpft weitergeleitet werden. Diese Bauweise trägt erheblich zum Fahrkomfort bei.

Der T5 wird übrigens nicht in die USA geliefert, wo die Nachfrage nach dem T4 dadurch deutlich angestiegen ist. Der VW T5 ist unter anderem als „Multivan Business" zu haben, der mit Bi-Xenonscheinwerfern, Navigationssystem, Klimaautomatik, Entertainmentsystem, Holzverblendungen, Ledersitzen und diversen anderen hochwertigen Elementen ausgestattet ist. Auch ist eine Sportedition auf dem Markt, die besondere Felgen und eine eigene Innenausstattung vorweisen kann. Die Lackierungen sind üblicherweise in Silber, Schwarz und Grau. Aber auch neue Farben wie z. B. „Samoarot" sind in das Sortiment mit aufgenommen worden. Die hochwertigen Ausstattungslinien rufen natürlich auch entsprechend höhere Preise auf, sodass sich die Zielgruppe etwas verschoben hat. Um die unteren Preissegmente jedoch nicht aus den Augen zu verlieren, wird der VW T5 weiterhin in einer abgespeckten Version mit nicht lackierten Stoßstangen, Stahlrädern und ohne Klimaanlage angeboten. Aus dieser breiten Angebotspalette, die VW über die Jahrzehnte angelegt hat, können Hippies, Familien, Behörden und Business-People gleichermaßen profitieren, weil für jeden Anspruch ein passender VW Bus als Neu- oder Gebrauchtwagen, Young- oder Oldtimer verfügbar ist.

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