Upgrade leicht gemacht: Prozessorwechsel einfach selbst durchführen

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Upgrade leicht gemacht: Prozessorwechsel einfach selbst durchführen – ein Howto

Computer sind fester Bestandteil der heutigen Arbeitswelt, kaum noch eine Nische, die ohne derartige Unterstützung auszukommen vermag. Hinzu sind im Laufe der Entwicklung verschiedene mobile Varianten getreten und bei aller Komprimierung und Transportabilität hat auch noch die Komplexität der Materie zugenommen: Anschlüsse ändern sich in ihrer Verbreitung im Jahrestakt, die beiden großen Hersteller Microsoft und Apple bringen regelmäßig neue Betriebsprogramme auf den Markt und die Hardware erfährt sowieso eine permanente Verfeinerung. So lohnend für Nutzer aller Art die Innovationen der Industrie auch sein mögen, ein bloßes Vorhandensein einer Neuerung zwingt nicht gleich zum Kauf. Längst nicht alle altgedienten Rechner – bezüglich Hard- und Software gleichermaßen – sind auf eine ständige Aktualisierung angewiesen, zumindest dann nicht, wenn sie alle zwei oder drei Jahre erfolgt. Ein solcher Zeitraum stellt für einen zeitgenössischen PC mit entsprechendem Zubehör keinen allzu starken Alterungsprozess dar, mit ein paar Updates und kleineren Aufrüstungen in der Technik lässt sich das vertraute Arbeitsniveau problemlos halten.

PC aufrüsten oder neu kaufen?

Fraglich wird eine derartige Wartung immer dann, wenn der gesamte PC deutlich langsamer läuft als üblich und ein Zusammenhang mit einer neu installierten Software gegeben ist. Schließlich verbrauchen die aufgespielten Programme unterschiedliche Ressourcen, eine Erweiterung der Festplatte schafft nicht in allen Fällen Abhilfe. Gerade dann nicht, wenn die Anzahl der angeschlossenen Geräte steigt und das technische Niveau zwischen beiden deutlich auseinanderdriftet. Ein über HDMI-Kabel mit dem Rechner verbundener LED-Monitor fordert einen zehn Jahre alten Prozessor nachvollziehbarerweise auf eine wesentlich strapaziösere Art heraus als ein neueres Modell. Der Einsatz von Adaptern oder externen Festplatten sorgt für eine solide Übergangszeit, stellt Sie als Nutzer allerdings eines Tages trotzdem vor die Frage: neuer Computer oder gravierender Eingriff? Letzterer lohnt vor allem dann, wenn ein gewisser handwerklicher Erfahrungsschatz vorhanden ist. Ein weiteres Argument für die Aufrüstung ist das durchschnittliche Anwendungsprofil. Sollten Sie Ihren Computer im privaten Bereich für überschaubare Dienste nutzen – Schreiben, Multimedia, Internet - ergeben Änderungen an der Hardware durchaus Sinn. Bei deutlich höheren Erwartungen an das Vermögen des PCs bietet sich der Erwerb eines von vornherein leistungsstärkeren Modells an. Erfahren Sie im Folgenden die wichtigsten Informationen über den Austausch eines Prozessors. Lernen Sie die technischen Hintergründe kennen und treffen Sie anschließend gut beraten eine Kaufentscheidung.

Das Gehirn des Computers: Ohne Prozessor läuft nichts

Im Fokus eines gezielten Eingriffs in den Organismus des Computers steht das Gehirn, der Prozessor. In ihm laufen alle Verbindungen zusammen, sämtliche Befehle werden hier umgesetzt und an die angeschlossenen Komponenten weitergeleitet. Im Fachjargon steht dafür das Kürzel „CPU“, es bedeutet „Central Processing Unit“. Wesentliches Merkmal der CPU ist seine Taktfrequenz. Ähnlich dem Herzschlag ist diese Frequenz die Dauer des Betriebs über gleich, der gesunde Mittelwert stellt den Standard dar. Bei steigender Belastung erhöht sich auch die Taktfrequenz, bis hin zur Überlastung und letzten Endes zum Absturz des Computers. Wie weit nun die Belastungsgrenze zu ziehen ist, darüber geben die Varianten oder auch Generationen der CPUs Auskunft.

Prozessor-Anbieter

Wie bei allen Bauteilen wurde auch die Fähigkeit des Prozessors mit der fortschreitenden Computerentwicklung permanent verbessert. Wie so oft im Bereich der Computerelektronik teilt sich auch bezüglich der CPUs der Markt in zwei Einzugsgebiete, nämlich in das von AMD und das von Intel. Die beiden Weltmarktführer dominieren den Handel und arbeiten dabei teilweise eng mit den Softwareherstellern zusammen – in den meisten Fällen bedeutet das für Sie als Kunden und Nutzer keinen Nachteil, eher ist das Gegenteil der Fall: Abstimmungsprobleme werden durch eine solche Kooperation schon im frühen Stadium gelöst oder kommen gar nicht erst vor. Vor allem Intel und Microsoft bilden seit den Anfängen der Windows-Betriebssysteme ein Gespann. Grundsätzlich macht die Marke für den Einsteiger und Normalnutzer keinen Unterschied, viel wichtiger sind Baujahr und Taktfrequenz. Die Frequenz ist vorgegeben und entspricht etwa der Funktion einer Grafikkarte. Auch dort ist eine bestimmte Leistung möglich, die allerdings nicht variiert oder nach Belieben gesteigert werden kann. Reicht die Taktfrequenz zur Bewältigung der Aufgaben nicht mehr aus, muss die CPU gewechselt werden. Für Grafikkarten gilt das Gleiche: Überfordert die Anwendung bezüglich der Pixelrate die Möglichkeiten der Karte, ist die Karte an dieser Stelle nicht mehr zu gebrauchen.

Wartung, Aufrüstung, Potenzierung: Prozessoren erfordern ausreichend Beachtung

Durch das Zusammenlegen mehrerer Prozessorkerne hat die Industrie in den letzten Jahren auf die gewaltig gestiegenen Anforderungen seitens bestimmter Teile der Kundschaft reagiert, denn die Taktfrequenz lässt sich nicht so ohne Weiteres in die Höhe schrauben. Derartige Leistungsspektren kommen allerdings eher für die Klientel der Spieler bzw. bei den Schwerpunkten Netzwerk und Firmenserver in Betracht, der durchschnittliche Anwender bleibt vom Einsatz der Mehrkernprozessoren eigentlich unberührt.

Zünglein an der Waage, was die Kontinuität der Nutzung anbelangt, spielt die dauerhafte Pflege und Wartung der CPU. Zwar kennt der Innenraum eines Computers mehrere neuralgische Wärmequellen, etwa die in einem Gehäuse rotierende Festplatte, allerdings spielt keine eine solch grundlegende Rolle wie es beim Prozessor der Fall ist. Dabei macht sich vor allem die Taktfrequenz bemerkbar, die unmittelbar zum Entstehen von Wärme führt. Diese wiederum wird unverzüglich abgegeben, und zwar direkt in das Innere des PC-Gehäuses. Als unerlässliche Installation erweist sich die CPU-Kühlung: Ein Ventilator wird mittels Wärmeleitpaste unmittelbar auf den Prozessor gesetzt, meist kommen auch sogenannte „Kühlrippen“ zum Einsatz, die für eine punktgenaue Abfuhr der erzeugten Wärme sorgen. Der Ventilator – die meisten PCs haben gleich mehrere verbaut – läuft ununterbrochen während des Betriebs und erzeugt die typische PC-Akustik. Bei wachsender Anforderung lohnt sich unter Umständen die Montage einer Wasserkühlung, diese Maßnahme erfordert allerdings gewisse IT-Kenntnisse und einen entsprechenden Erfahrungsschatz in Sachen Aufrüstung. Deutlich praktischer lässt sich hingegen der Austausch der CPU durchführen.

Auswechseln des Prozessors: Achtung bei den Sockeltypen!

Zwar kann der CPU-Hersteller bezüglich der zu erbringenden Leistung auf normalen Niveau getrost vernachlässigt werden – ob AMD oder Intel spielt im Grunde keine Rolle, beide produzieren ganz ähnliche Standards – beim Erwerb einer einzelnen CPU muss aber unbedingt auf die Verträglichkeit mit der Hauptplatine oder auch „Main“- bzw. „Motherboard“ geachtet werden. Auf diesem findet der Prozessor seinen Platz, die entsprechenden Anschlüsse müssen kompatibel sein – Adapter oder ähnliche Hilfsmittel stehen nicht zur Verfügung. Dabei liegt der Unterschied einerseits bei herstellerspezifischen, andererseits bei generationsabhängigen Merkmalen.

Nicht jeder Prozessor hat einen eigenen Sockel, diese sind meist zu Gruppen zusammengefasst. Ein populärer Intel-Prozessor etwa ist der Sockeltyp mit der Nummer 775. Anhand der Ziffer ist es nun möglich, bestimmte CPUs genau diesem Sockel (Befestigungseinheit, die auf das Motherboard montiert wird, inkl. Anschluss) zuzuordnen. Bezüglich des 775er-Sockels kämen zum Beispiel ein Pentium oder Core 2 Duo in Betracht, neben einigen anderen. Das Vorgehen ist also immer gleich, der Sockel macht den Unterschied und bewirkt die notwendige Verbindung zwischen Platine und Prozessor. Gerade beim Kauf von gebrauchtem Zubehör im entsprechenden Segment von eBay ist unbedingt ein Höchstmaß an Information einzuholen. Die Auswahl hält ein großes Repertoire bereit, aus dem Sie wohl überlegt das passende Bauteil wählen, sofern das Zusammenarbeiten beider Einheiten technisch möglich ist.

Prozessor-Einbau leicht gemacht: Eine mäßige Fingerfertigkeit ist ausreichend

Haben Sie den passenden Prozessor erworben, verläuft der Einbau relativ unkompliziert – ein normales handwerkliches Geschick vorausgesetzt. Die Installation einer CPU ist um Nuancen schwieriger als das Wechseln einer Glühbirne.

Zuerst muss die Hauptplatine ausfindig gemacht werden, ein Akt, der nicht schwerfällt. Nicht unbedingt zentral, aber doch unübersehbar in ihrer Größe und vor allem in ihrem Umfang sticht die Platine aus dem Wust von Einbauten hervor. Der Prozessor selber ist unmittelbar auf der Oberfläche verankert, er hat die Gestalt eines flachen Chips. Die an die Platine anschließende Unterseite besteht aus zahlreichen kleinen Steckern, die bei der Montage in die dafür vorgesehenen Öffnungen gesteckt werden. Eventuell muss ein wenig ausprobiert werden, nach einigen Versuchen sollten schließlich beide Komponenten miteinander verbunden sein. Wichtig hierbei: Der Klapphebel auf der Platine sollte zuvor gelöst werden, das Schließen desselben nach erfolgtem Einstecken besiegelt sozusagen den Vorgang. So kann ein späteres Verrutschen ausgeschlossen werden. Werkzeuge sind nicht vonnöten, geschweige denn Lötarbeiten – andere Facetten des Computer-Einbaus greifen durchaus auf derartig aufwendige Schritte zurück. Abschließend darf die existenzielle Kühlung nicht vergessen werden. Wie bereits erwähnt, verfügen Prozessoren über eine punktgenaue Kühlung, meist einen Ventilator. Dieser muss direkt über der CPU angebracht werden, was aufgrund der unspektakulären Bauweise keine große Herausforderung darstellt.

Erfolgreich den Prozessor gewechselt: Kühlung nicht vergessen

Auf der Hauptplatine sind Bohrlöcher vorhanden, in denen die Füße einer Halterung verankert sind. Diese wiederum tragen den Ventilator, der für die Wärmeabfuhr des dazwischen liegenden Prozessors sorgt. Damit der Kontakt unmittelbar erfolgt, wird der Ventilator nicht nur mit der Hauptplatine verklammert, sondern auch mit der direkt unter dem Ventilator platzierten CPU „verklebt“. Die sogenannte Wärmeleitpaste besorgt diesen Schritt und leitet fortan sämtliche entstehende Wärme weiter in die Rotorblätter. Das Auftragen gestaltet sich wie das eines normalen Klebers. Nach wenigen Minuten hält die gesamte Konstruktion, und nach der Verkabelung ist der PC wieder einsatzbereit. Auch für das Anbringen der Kühlung ist kein Werkzeug erforderlich, die Computerindustrie setzt fast ausschließlich auf normierte Einbauten.

Wann eine Neuanschaffung sinnvoller ist

Als PC-Anwender sollten Sie nach einem erfolgreichen Austausch keine Wunder erwarten. Die Leistung lässt sich mittels CPU-Austausch nicht beliebig potenzieren. Wer nach einigen Jahren auf die neueste Generation der Prozessorkerne zurückgreifen möchte, aber über einen sieben oder acht Jahre alten Standard-Rechner verfügt, sollte über eine komplette Neuanschaffung nachdenken. Vor allem bei Prozessoren sind die Entwicklungsschritte atemberaubend, was Sie natürlich nicht zum sofortigen Kauf zwingt, aber zu einem regelmäßigen Hinterfragen der technischen Standards auffordert.

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