Titan Prometheus im Film: Hintergründe aus der griechischen Mythologie

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Titan Prometheus im Film: Hintergründe aus der griechischen Mythologie

Griechische Götter und Halbgötter im Film

In vielen Filmen tauchen übernatürliche Gestalten und Wesenheiten auf, viele sind rein fiktiv andere basieren auf Mythen verschiedener Kulturkreise. Auch auf der Mythologie der griechischen Antike, der auch der Titan Prometheus entstammt, bauen einige Filme mit ihrer Handlung auf – mal enger an der Vorlage orientiert, mal loser. Bekanntere Vertreter aus verschiedenen Jahrzehnten in dieser Tradition sind beispielsweise die folgenden Filme: „Krieg der Götter“, „300“, „Troja“, „Percy Jackson – Diebe im Olymp“, „Die Fahrten des Odysseus“, „Jason und die Argonauten“ sowie „Kampf der Titanen“ und seine Fortsetzung „Zorn der Titanen“, die Sie auch im Doppelpack bei eBay erhalten können.

Bemerkenswert ist, dass viele der Filme mit nur wenigen Auftritten der eigentlichen Götter auskommen, oder sogar ganz ohne. In den Filmen „Kampf der Titanen“ und „Zorn der Titanen“ sind die namensgebenden Titanen, wie beispielsweise Kronos, Gaia, oder auch Prometheus, gar nicht vertreten. An ihrer Stelle spielen verschiedene griechische Götter und Halbgötter für das Geschehen wichtige Rollen, die in der eigentlichen Mythologie allerdings recht wenig Übereinstimmung finden. Sie dienen vielmehr als Vehikel, um dem Zuschauer ein Gefühl für die Zeit und den Ort der Handlung zu geben. In anderen Film-Geschichten werden die Namen und Charakteristika von solchen Gottheiten eher symbolisch verwendet.

Der Prometheus im Film

So entspricht auch der Prometheus, der in Filmen anzutreffen ist, nur in seltenen Fällen wirklich der Figur aus der griechischen Mythologie: Oftmals gibt es aber Anleihen aus der Sage um den Titan Prometheus, so auch in den Filmen „Prometheus – Dunkle Zeichen“ unter der Regie von Ridley Scott und „Prometheus“ von Tony Harrison. Auch für die Namensgebung des Raumschiffs „Prometheus“ der Serie „Stargate – Kommando SG-1“ sowie dem Weltraumraumfahrzeug „USS Prometheus“ aus „Star Trek: Voyager“ respektive „Star Trek: Deep Space Nine“ darf dies angenommen werden.

Die Entstehung der Welt und der Götter nach griechischer Mythologie

In der griechischen Mythologie wird die Entstehung der Welt mit der Entstehung der Götter gleichgesetzt, da diese als Personifikationen respektive Prinzipien von Teilen derselben gesehen werden. Die verbreitetste Schöpfungsgeschichte geht auf Hesiod und seine „Theogonie“ zurück, allgemeingültig ist aber auch diese nicht. Ausgaben der „Theogonie“ in Griechisch und Deutsch können Sie bei eBay finden. Nach der „Theogonie“ steht am Anfang das Chaos, aus dem sich zunächst als erste Göttergeneration die Erde Gaia, die Unterwelt Tartaros, die Liebe Eros, die Finsternis Erebos und die Nacht Nyx entwickeln. Nyx und Erebos brachten zusammen den Tag Hemera und die Luft Aither hervor; alleine entstanden aus Nyx verschiedene Götter, die mit menschlichem Elend oder nächtlichen Phänomenen verbunden werden.
Der Hauptteil der übrigen griechischen Götterwelt wird auf Gaia zurückgeführt, die zunächst aus sich selbst das Meer Pontos, die Berge Ourea und den Himmel Uranos schafft und hernach mit letzterem viele weitere Nachkommen bekommt. Als erste Gruppierungen entspringen dieser Ehe die Kyklopen, Hekatoncheiren und die Titanen, welche für unterschiedliche Riesen-Geschlechter stehen. Bekannt sind die Kyklopen Arges, Brontes und Steropes sowie die Hekatoncheiren Briareos, Gyes und Kottos. Zu den ersten Titanen zählen die Söhne Okeanos, Koios, Kreios, Hyperion, Iapetos und Kronos sowie die Töchter Theia, Rhea, Themis, Mnemosyne, Phoibe und Tethys. Weitere Titanen entstehen aus den Ehen zwischen Iapetos und Klymene - einer Tochter des Okeanos sowie zwischen Kreios und Erybia, der Tochter von Gaia und Pontos. Dies sind im einzelnen Atlas, Epimetheus, Menoitios und Prometheus sowie Asterios, Pallas und Perses. Diese Titanen und ihre Nachkommen sind die Ahnen des späteren griechischen Göttergeschlechts, das unter der Herrschaft des Zeus auf dem Olymp lebt.

Die Entwicklung der griechischen Mythen

Nachdem Gaia dem Uranos die Kyklopen und Hekatoncheiren geboren hatte, empfand dieser tiefe Abneigung gegen sie und verbannte sie in den Tartaros. Erbost über diese Tat des ersten Herrschers der Welt, verbarg Gaia die folgenden Kinder, die Titanen, von ihrem Gatten und entwickelte den Plan zur Bestrafung des Uranos: Unter der Führung des jüngsten Sohnes Kronos wurde Uranos gefangen genommen und durch eine eigens für diesen Zweck von Gaia geschaffene Sichel entmannt. Nach dieser Tat wurde das abgetrennte Geschlechtsteil ins Meer geworfen, die entspringenden Blutstropfen sorgten für die Zeugung der letzten Kinder von Gaia und Uranos, den Giganten, Erinnyen und melischen Nymphen. Mit dem Entmannen und Entmachten des Uranos beginnt die Herrschaft der Titanen unter Kronos, die sogenannte Goldene Ära.

Die Goldene Ära des Kronos

Auch Kronos sperrt die Kyklopen und Hekatoncheiren sowie die später geborenen Giganten in den Tartaros, sehr zum Missfallen seiner Mutter Gaia. Durch die Prophezeiung, dass auch er durch einen Sohn gestürzt werde, in Angst versetzt, verschluckte Kronos die ersten seiner Kinder mit Rhea. Dieser gelang es aber später, ihm statt seines Sohnes Zeus einen in Windeln gewickelten Stein als Kind unterzuschieben. Zeus wird versteckt aufgezogen. Dem herangewachsenen Zeus gelingt es mit Hilfe eines Zaubertrankes, seine Geschwister aus Kronos heraus zu würgen. Darauf folgt die Titanomachie, der elfjährige Krieg der Titanen unter der Führung von Kronos gegen die späteren olympischen Götter unter der Führung von Zeus. Nach dem Sieg – unterstützt durch Gaia sowie die Kyklopen und Hekatoncheiren – verbannte Zeus die feindlichen Titanen in den Tartaros, nur die neutral gebliebenen Titanen wurden verschont. Eine besondere Bestrafung kam den Titanen Atlas, Kronos, Epimetheus und Prometheus zu.

Die Sage des Titan Prometheus und seiner Bestrafung durch Zeus

Die Geschichte des Prometheus ereignete sich unabhängig von den zuvor geschilderten Kriegsgeschehnissen: Ihm fiel die Aufgabe zu, die Erde zu bevölkern, nachdem die sonstige Ordnung geregelt war. Dies übernahm Prometheus auch gerne und schuf aus Erde und Wasser – und somit aus Ton – die Menschen. Ihre Kräfte und Gaben entlehnte er den Fähigkeiten der Tiere, zusätzlich gab die Göttin Athene noch Verstand und Vernunft hinzu. Auch im weiteren Verlauf war er Lehrmeister der Menschen. Den Göttern im Olymp dürstete nach Anbetung und Opfergaben durch diese Schöpfungen, Prometheus überlegte sich aber eine List zugunsten der Menschen: Er brachte Zeus zwei verhüllte Opfergaben zur Auswahl – einen größeren Haufen aus den Knochen, einen kleineren aus dem Fleisch eines Stieres. Obwohl Zeus als Göttervater der Schwindel bewusst gewesen sein musste, wählte er den größeren aus. Mutmaßlich mit dem Hintergedanken, sowohl Prometheus als auch die Menschen bei der Aufdeckung des Betrugs zu bestrafen. Als Strafe der Menschen verbot Zeus ihnen das Feuer, dies ließ Prometheus aber nicht zu: Er holte mit einem Stängel des Riesenfenchels Feuer von Helios Sonnenwagen und gab es den Menschen. Zeus sann wiederum auf Rache und bestrafte zunächst die Menschen, indem er ihnen durch die Büchse der Pandora alle Übel sandte – Fieberkrankheiten, Leiden und plötzlicher Tod sind seitdem auf der Erde zuhause.
Schließlich musste auch Prometheus für seine Taten büßen: Durch eine schwere Kette des Hephaistos an einen Felsen in der schlimmsten Einöde des Kaukasus gefesselt, musste er dort ohne Essen und Trinken sowie ohne Schlaf verweilen und außerdem von dem Adler Ethon seine Leber fressen lassen. Diese Tortur wurde täglich wiederholt, da Prometheus als Unsterblichem die gefressene Leber wieder nachwuchs. Dies dauerte an, bis geschätzte Jahrhunderte später der Held Herakles den Adler erschoss und Prometheus zurück zum Olymp brachte. Als ewiges Zeichen seiner Unterlegenheit gegenüber Zeus musste Prometheus auch weiterhin einen Ring mit einem Stein aus den Kaukasus tragen. Die Sage des Prometheus können Sie nicht nur den Schriften des Hesiod entnehmen, sondern auch bei Aischylos, dessen Werke Sie bei eBay entdecken können.

Prometheus als Sinnbild im Film

In dem Film „Prometheus – Dunkle Zeichen“ - im englischen Original „Prometheus“ - trägt das Raumschiff der Forschungsgruppe den Namen des Titanen aus der griechischen Mythologie. Hier macht sich diese Gruppe auf die Suche nach außerirdischen Ursprüngen des menschlichen Lebens, auf die sie Hinweise erhalten haben. Da Prometheus der Sage nach als Schöpfer der Menschen gesehen wird, und als Titan zudem nicht irdischen Ursprungs ist, kann dies als Referenz an die griechische Mythologie gesehen werden. Hierzu kommt auch seine Rolle als Kulturstifter. Auch weitere Bezüge zu außerirdischen Schöpfungsgöttern werden im Film hergestellt. Des Weiteren wird der Fortschritt der Weyland Corporation, die das Forschungsteam entsendet, mit dem Feuer des Prometheus verglichen, was das Bild des Feuers mit dem Funken eines entzündeten Gedankens in Verbindung bringt. Als zusätzliches Element aus dem Prometheus-Mythos kann die Ampulle mit Alien-DNA gesehen werden, die eine vergleichbare Wirkung wie Pandoras Büchse auf die Menschen haben soll. Zudem verweist schon die Eröffnungssequenz des Films mit der Opferbereitschaft des menschenähnliches Wesen auf Prometheus, der bereit war, sein Leben für das seiner Schöpfungen – der Menschen – zu geben und ewige Qualen für sie zu leiden. „Prometheus – Dunkle Zeichen“ können Sie als DVD oder Blu-Ray in 2D oder 3D bei eBay erwerben.

Der Prometheus-Bezug in anderen Filmen

Auch bei den genannten Raumschiffen aus den Serien „Stargate – Kommando SG-1“ und „Star Trek: Voyager“ respektive „ Star Trek: Deep Space Nine“ kann die Parallele zur Prometheus-Sage gezogen werden: Hier beschränkt sich der Bezug allerdings auf die Schöpfung nach außerirdischem Vorbild. Bei der Prometheus aus „Stargate – Kommando SG-1“ handelt es sich um das erste Raumschiff der Erde, das zugleich ein Schlachtkreuzer ist. Dies ist insofern mit der mythologischen Geschichte von Prometheus vergleichbar, als dass die Menschen den Göttern generell unterlegen waren und dies auch sein sollten, bis Prometheus ihnen das Feuer gab. Danach – nach der zweiten Strafe des Zeus – trennte sie wiederum die Sterblichkeit von den olympischen Göttern. Zunächst sind die Kampfraumschiffe der Erde den Außerirdischen weit unterlegen, bis sie in der finalen Folge außerirdische technische Unterstützung erhalten.

Der Film „Prometheus“ von Tony Harrison ist in seinen Bezugnahmen auf die Mythologie noch direkter: Auch wenn die Protagonisten sich im England des ausgehenden 20. Jahrhunderts befinden, so gibt es ausdrückliche Namensgebungen wie Prometheus, Zeus und Hermes sowie direkte Zitate aus der Tragödie des Aischylos über die Sage. So werden politische und soziale Belange, die in Verbindung zum Niedergang der Arbeiterklasse stehen, durch den Mythos des Prometheus als Sinnbild benutzt: Die Arbeiterklasse, also die Menschen, leiden unter den Unstimmigkeiten der Politik und dem zügellosen Kapitalismus, was dem Streit zwischen Prometheus und Zeus, sowie der Habgier der Götter entspricht.

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