Tischkicker

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Irgendwann kam meine Freundin auf die Idee, einen Tischkicker zu kaufen. Also wurden die Angebote durchgeschaut und auf einen Artikel geboten, der von einem Anbieter mit niederländischem Namen eingestellt war. Dessen Beschreibung las sich für einen Laien ganz gut. Das war schon der erste Fehler, denn wozu gibt es das Internet?
Dort findet man einschlägige Foren, in denen man genügend Informationen findet, worauf man beim Kauf achten sollte.....

Beim nächsten Tisch wissen wir es besser. ;o)

Wenige Tage nach der Bezahlung kamen 4 Pakete, die entweder schwer oder groß waren. Dennoch sind die 99 Euros Fracht sicher ein Teil der Gesamtkalkulation.
Nachdem alle Teile gesichtet waren, ging es an den Aufbau. Man sollte einen Akkuschrauber mit passendem Sechskantbit zur Hand haben, denn mit dem beiliegenden Winkelwerkzeug dreht man sich einen Wolf ;o)

Wenn man etwas technisches Verständnis hat und schon mal an einem fertigen Kicker gestanden hat, steht das Teil nach zwei Stunden auf seinen eigenen Beinen. Die Passform der Teile ist in Ordnung, (fast) alle Schraubenlöcher sind richtig vorgebohrt. Bei manchen Schrauben sollte man allerdings nicht warten, bis der Schrauber an seine Drehmomentgrenze kommt, denn die ist bei einem guten Gerät höher als die Bruchgrenze im Bereich des Torkastens. Hier liegen die MDF-Bretter hohl und brechen, wenn man zu heftig festzieht. Die Glashalter, die Querstangen der Beine und die Schraubteller der Füße bestehen aus verchromtem Kunststoff. Wie lange es dauert, bis die Versprödung einsetzt und die Teile bei normaler Belastung brechen, lässt sich nicht vorher sagen.

Außer beim Umdrehen des zusammengebauten Tisches ist keine zweite Person  notwendig. Wenn die Stangen eingeschoben und alle Figuren festgeschraubt sind, wird die wieder gerufen, denn nun ist Anstoß.

Wenn die ersten Spiele vorbei sind, beginnt man mit der genaueren Betrachtung des neuen Spielzeuges und bemerkt doch so einige Ärgernisse:
Die Stangen sind 5/8" und haben in den sehr klapprigen "Kugellagern" reichlich radiales Spiel - ca 2mm. Die Stangen werden trotzdem sehr bald schwergängig. Silikonöl aus dem Kfz-Bereich lassen sie aber wieder flutschen. Die Gummipuffer sind so dick, dass zwischen Bande und Figur recht viel Platz bleibt, so dass etwas kleineren Bälle locker durchpassen. Mangels Scheiben gibt es dort auch bald heftig Gummiabrieb (was das Problem auf unkonventionelle Art lösen dürfte). Die mitgelieferten Bälle sind extrem hart, laut und spielen sich nicht gut. Die Spielfeldecken sind durch aufgesetzte Kunststoff-Dreiecke "angehoben", dennoch gibt es relativ viele tote Bälle dort. Eine Bandenanhebung ist auch nicht vorhanden, Die Tore sind nur 17cm breit und somit fehlen zum Turniermaß 3 bzw. 3,5cm. Die Tischgröße hingegen ist richtig, allerdings droht später die Durchbiegung der Spielfläche, denn die ist in der Mitte nur mit zwei schmalen Leisten gestützt, die mit Gewindestangen verspannt sind.

Wirklich ärgerlich ist der zu geringe Abstand der Figuren zum Tisch - nur etwa 3mm statt 12. Deshalb kommt es unheimlich oft vor, dass ein Ball in hohem Bogen davon fliegt und durch die falsch konstruierten Einwurfschalen - der Ball bleibt oft darin liegen - wieder ins Feld gegeben werden muss. Der Aufbau der Ballfänger hinter den Toren ist auch nervig: Einfache Kunststoff-Formteile lassen viele scharf geschossene Bälle wieder aufs Spielfeld zurückprallen. Bleibt der Ball drin, hängt er oft im Übergang zwischen Wellschlauch und Ausgabeschale. Auch eine Nacharbeiten (Grat entfernen und Absatz mit dem Messer entfernen) brachte wenig Besserung.

Wenn man die Berichte aus den Foren durchliest, merkt man, dass sich mit reichlich Nacharbeit so mancher Schwachpunkt ausmerzen lässt:

-Tausch der klapprigen Kugellager gegen Gleitlager,
-Tausch der Gummis gegen dünnere und Einbau von Scheiben,
-tiefer setzen des Spielfeldes durch Einbau von Abstandsleisten zwischen Spielfeld und Rahmen,
-vorher noch Banden- und Eckenanhebung durch Fräseschlitze von unten und Aufdopplung des Spielfeldes mit evtl. Einbau eines Verstärkungsfachwerkes.

Machen kann man viel ......

Wer aber keine Befriedigung darin findet, sein Schnäppchen hinterher mit Geld, viel Arbeitszeit und Werkzeugeinsatz zu veredeln, sollte überlegen, ob er mit den genannten Schwachpunkten leben (spielen) will. Die Erfahrung zeigt, dass die Ansprüche meistens schnell steigen und man nicht mehr bereit ist, jeden Fehler zu tolerieren.

Alternativen gibt es genug - allerdings muss man sich vorher schlau machen!
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