Tipps und Tricks rund um den Schnellkochtopf

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Tipps zum Kauf von Schnellkochtöpfen: Welche Gerichte gelingen besonders gut im Drucktopf?

Wer gern kocht, braucht eine geräumige Küche mit den richtigen Arbeitsutensilien. Hierzu zählen nicht nur eine geräumige Arbeitsplatte, ein Kochfeld und ein Ofen. Auch Messer, Pfannen und Töpfen sind zur Zubereitung der meisten Gerichte notwendig. Damit es bei der Arbeit schnell und komfortabel zugeht, sind die meisten Köche früher oder später auf der Suche nach Möglichkeiten, ihren Arbeitsplatz zu optimieren. Ein Gerät, das sich hierbei seit den 50er Jahren steigender Beliebtheit erfreut, ist der Schnellkochtopf.

Köche schätzen ihn in erster Linie für seine hohe Kochleistung und die besondere Geschwindigkeit. Ein Kinderspielzeug bleibt er indes nicht. Um sicher zu kochen, gibt es bei seiner Verwendung einiges zu beachten.

Der besondere Aufbau eines Schnellkochtopfs

Im grundlegenden Aufbau unterscheidet sich ein Schnellkochtopf nicht von einem normalen Kochtopf. Wie dieser ist er dickwandig und zylinderförmig. Der Rand des Schnellkochtopfs ist nach außen gebogen. Die Besonderheit besteht in dem Bajonettverschluss. Dabei handelt es sich um einen Verschlussmechanismus, der ein einfaches Öffnen und Schließen des Topfs ermöglicht.

In die Aussparungen des Verschlusses werden die entsprechenden Gegenstücke des Topfdeckels eingelassen. Die Gummiringabdichtung auf den Rändern trägt zusätzlich dazu bei, dass kein Druck aus dem Kessel nach außen gelangen kann. Da der Kessel durch den sehr hohen Druck stets ein Gefahrenpotenzial birgt, befinden sich im Deckel Sicherheits- und Regelventile. Das Regelventil dient dazu, den Druck anzuzeigen. In seinem Innern befindet sich ein Stift, der bei Zunahme den entsprechenden Wert auf einer Anzeige markiert. Aus Sicherheitsgründen ist das Ventil bei modernen Töpfen mit der Anzeige verknüpft. Diese Einrichtung verhindert das Öffnen des Topfs, während sich noch Druck darauf befindet. Die Unfallgefahr wird hierdurch erheblich verringert.

Zum Garen von Speisen, die nicht mit dem kochenden Wasser in Berührung kommen sollen, gibt es bestimmte Einsätze mit Löchern. Die Lebensmittel legt man darauf. Das Garen erfolgt durch den aufsteigenden Dampf.

Kochen mit Überdruck – so funktioniert ein Schnellkochtopf

Beim Kochen mit einem Schnellkochtopf wird das zur Nahrungsaufnahme genutzte Gefäß wasser- und luftdicht verschlossen. Bei Erhitzung des Wassers steigt Wasserdampf auf. Da dieser jedoch nicht wie beim normalen Kochen entweichen kann, entsteht ein Überdruck. Diese Druckerhöhung hat den Effekt, dass eine höhere Temperatur zum Kochen genutzt werden kann. Die Garzeit verkürzt sich entsprechend. Die besondere Leistungsfähigkeit wird beim Vergleich mit einem normalen Kochtopf offenbar. Dort herrscht der Atmosphärendruck. Im Schnellkochtopf beträgt er 1,8 bar. Das entspricht einem Überdruck von 0,8 bar. Die Siedetemperatur des Wassers erhöht sich durch diese Druckveränderung auf 116°C.

Durch Verwendung eines Schnellkochtopfs können auch in höheren Lagen Gerichte gekocht werden, die eine Temperatur von 100°C erfordern. Dabei ist hervorzuheben, dass eine Temperaturveränderung von 10°C bereits genügt, um die beim Kochen stattfindenden Prozesse um das Doppelte bis Vierfache zu beschleunigen.

Bekannte Marken sind WMF, Fissler, Tefal und Silit.

Sicherheitsrelevante Aspekte bei Schnellkochtöpfen

Der hohe Druck im Innern eines Schnellkochtopfs muss stets mit Vorsicht bedacht werden. Würde es unter hohem Druck zu Öffnungen an undichten Stellen kommen, würde der gesamte Druck schlagartig entweichen. Durch die plötzliche Kraftfreisetzung können Metallteile mit hohen Geschwindigkeiten durch die Küche geschleudert werden. Für alle Anwesenden besteht akute Verletzungsgefahr.

Damit es zu einer solchen Gefährdung nicht kommen kann, müssen Schnellkochtöpfe verschiedene Prüfungen bestehen. Es gelten dabei dieselben Richtlinien, die auch für die Zulassung von unbefeuerten Druckbehältern und Rohrleitungen gelten. Das Auseinanderplatzen des Topfs bei zu hohem Druck wird durch zwei Ventile sichergestellt. Das Sicherheitsventil hat die Aufgabe, den Druck auch dann noch entweichen zu lassen, wenn der andere Auslass verklebt oder anderweitig funktionsuntüchtig ist. Über die Sicherheitseinrichtung kann der Druck portioniert und gefahrlos abgelassen werden.

Um keine unnötigen Risiken einzugehen, überprüfen Sie vor jedem Kochen die Funktionsweise beider Ventile. Es ist wichtig, dass sie frei öffnen und keine Verschmutzungen aufweisen. Die Gummidichtung ist ebenfalls regelmäßig zu prüfen. Wenn sie nicht richtig schließt, kann zwischen Deckel und Topf unkontrolliert Druck austreten. Da beim plötzlichen Verdampfen des Wassers hohe Temperaturen auftreten, können schwere Verbrühungen die Folge sein.

So benutzen Sie Ihren Schnellkochtopf

Stellen Sie den Topf als Erstes auf den Herd und schalten Sie ihn an. Anschließend geben Sie die zu kochenden Lebensmittel zusammen mit der richtigen Menge Wasser in den Topf. Wie weit er bei unterschiedlichen Gerichten mit Wasser zu füllen ist, entnehmen Sie der Bedienungsanleitung. Eine Besonderheit ist dabei stets zu beachten. Es dürfen immer nur Lebensmittel mit der gleichen Garzeit auf einmal in den Kochtopf gelegt werden.

Ist der Schnellkochtopf befüllt, setzen Sie den Deckel darauf und verschließen Sie den Bajonettverschluss. Stellen Sie im Anschluss daran den gewünschten Druck ein. Im Funktionsumfang der meisten Töpfe sind zwei Stufen vorhanden. In den meisten Fällen kommt die stärkere zweite Stufe zum Einsatz. Sie verkürzt die Garzeit der Lebensmittel um 50-70 Prozent. Die erste Stufe nutzen Sie vorzugsweise für Speisen, die empfindlich sind und schonend gegart werden müssen. Dauert dieser Vorgang auch länger, so bietet er doch immer noch einen Zeitvorteil gegenüber dem normalen Kochtopf.

Ein Aspekt, der stets im Auge behalten werden sollte, ist der Platz im Innern des Topfs. Füllen Sie ihn niemals randvoll. Es muss immer genügend Freiraum vorhanden sein, damit die Luft im Innern zirkulieren kann. Nur so wird jeder Bereich gleichmäßig erwärmt.

Ist die Kochzeit vorüber, muss der Druck aus dem Innern des Topfs gelassen werden. Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten. Die erste besteht in einer Schnellentlüftung. Hierfür öffnen Sie das Ventil und lassen den überschüssigen Dampf ausströmen. Die zweite Möglichkeit ist das langsame Abkühlen. Mit sinkender Temperatur sinkt auch der Druck. Welche dieser beiden Methoden sie anwenden, hängt von der Speise ab, die sie zubereitet haben. Die schnelle Entlüftung über das Druckventil eignet sich für feste Gerichte. Handelt es sich um flüssige Lebensmittel und Kartoffeln, muss der Topf abkühlen. Andernfalls verspritzen die Suppen oder die Kartoffeln zerplatzen.

Wissenswertes über die Reinigung des Topfes und der Ventile

Damit Sie lange Freude an Ihrem Topf haben, reinigen Sie ihn nach jedem Kochvorgang. Nutzen Sie hierfür heißes Wasser in Verbindung mit einem Spülmittel. Es darf sich dabei nicht um ein Scheuermittel handeln. Dieses würde die Oberfläche angreifen. Der Deckel und die Gummidichtung dürfen nicht in der Spülmaschine gereinigt werden. Es besteht die Gefahr, dass das empfindliche Material in Mitleidenschaft gezogen wird. Waschen Sie sie stattdessen ohne Spülmittel per Hand. Zum Trocknen bewahren Sie sie umgestülpt an einer Stelle mit ausreichend Luftzirkulation auf. Bewahren Sie den Topf nie mit aufgestülptem Deckel auf. Dies würde nach einer Weile zur Ermüdung des Materials und damit zu einer Einschränkung Ihrer Sicherheit führen.

Anleitung zur Ventilreinigung

Besonders bei häufiger Nutzung des Topfes ist die regelmäßige Reinigung der Ventile wichtig. Verschmutzungen treten besonders nach der Zubereitung von Gerichten mit Schaumbildung auf (Nudeln, Kompott, Milchreis). Gehen Sie für ideale Reinigungsergebnisse nach der empfohlenen Schrittfolge vor.

Lösen Sie hierzu zunächst das Sicherheitsventil vom Stiel des Deckels. Wichtig ist dabei, dass nicht nur die Schrauben, sondern die Muttern gelöst werden müssen. Sie befinden sich am Dampfabzugskanal des Ventils für Druckregelung. Lockern Sie sie vorsichtig. Haben Sie den Deckelstiel abgenommen, sehen Sie das Sicherheitsventil. Lösen Sie dessen Mutter und säubern Sie sorgfältig alle Teile.

Es folgt die Reinigung des Druckventils. Dieses besteht aus einem Dampfabzugskanal und einem Gewicht aus Metall. Der Kanal ist am Deckel und am Stiel des Deckels befestigt. Das Gewicht befindet sich im Innern des Druckregelungsventils. Sie lösen es genauso wie das Sicherheitsventil. Nach dem Deckelstiel entnehmen sie den Dampfabzugskanal und dann das Gewicht. Zur Säuberung des Kanals können Sie ein schmales Stäbchen aus Metall verwenden. Zur Reinigung des Ventils selbst lösen Sie die Klammern an den Seiten ein wenig, nehmen das Gewicht heraus und befreien sie von Rückständen. Je nach der Schwere der Beeinträchtigung können Sie sich bei Wartungsarbeiten auch an den Kundendienst des Herstellers wenden.

Die Lösung häufig auftretender Probleme

Wenn es dazu kommt, dass Dampf zwischen dem Kesselrand und dem Topf austritt, kann es dafür zwei Ursachen geben. Die erste ist eine defekte oder verunreinigte Gummidichtung. Im Fall einer Verschmutzung verwenden Sie die vorgeschlagenen Reinigungshinweise. Ist ein Defekt feststellbar, reduzieren Sie sofort die Temperatur und lassen den Topf abkühlen. Verwenden Sie ihn im Anschluss daran nicht mehr, bis sie einen Ersatz gefunden haben. Eine weitere Ursache für austretenden Dampf kann ein unvollständiger Verschluss des Deckels sein. Schließen Sie ihn in diesem Fall richtig und setzen Sie das Kochen fort.

Ein weiteres häufiges Problem sind Druckregelungsventile, die keinen Dampf auslassen. Tritt dieses Problem auf, ist vermutlich die Abdichtung des Topfs defekt. Unterlassen Sie in diesem Fall jedes weitere Kochen und lassen Sie den Topf überprüfen. Eine weitere Ursache kann eine Verschmutzung des Ventils sein. Der Dampf kann dann durch den verstopften Druckablasskanal nicht entweichen. Verwenden Sie in diesem Fall zunächst das Sicherheitsventil, um den Druck abzulassen. Vor dem nächsten Kochen sollten sie das Druckablassventil dann unbedingt reinigen. Eine einfachere Ursache für fehlenden Dampfaustritt kann auch ein zu geringer Wasserstand sein. Es kann sich in diesem Fall nicht genug Wasserdampf bilden.

Ein drittes häufig auftretendes Problem ist ein zu starker Dampfaustritt. Kommt es dazu, könnte der Herd zu heiß eingestellt sein. Regulieren Sie die Temperatur der Kochfläche in diesem Fall herunter.

Um Probleme wie die eben genannten zu vermeiden, setzen Sie sich vor dem Gebrauch intensiv mit der Gebrauchsanweisung auseinander. Überprüfen Sie vor und nach jedem Kochen die Dichtungen, den Verschluss und die Ventile.

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