Tipps und Tricks für die perfekte Bühnenbeleuchtung

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Tipps und Tricks für die perfekte Bühnenbeleuchtung

In der Praxis kommt es leider nur allzu oft vor, dass eine Theateraufführung oder der Auftritt einer Band zwar eigentlich gut gewesen wären, aber die Zuschauer aufgrund der mangelhaften Bühnenbeleuchtung kaum etwas davon mitbekommen haben. Die perfekte Bühnenbeleuchtung muss nicht nur die Hauptakteure einer Aufführung in Szene setzen, sondern auch die dazu passende Atmosphäre schaffen. Die Kontraste und die Helligkeit sollten im Optimalfall so gestaltet werden, dass die Zuschauer dem Geschehen auf der Bühne problemlos folgen können. Im Folgenden erfahren Sie, worauf Sie bei der perfekten Bühnenbeleuchtung achten sollten, und erhalten zudem nützliche Tipps und Tricks für den Aufbau Ihrer Lichttechnik.

Aufgaben der Beleuchtung: Wechseln Sie die Perspektive

Die grundsätzliche Aufgabe der Beleuchtung ist, dass sie das Bühnengeschehen sichtbar machen. Solange es keine Bühnenbeleuchtung und -effekte gibt, kommt beim Zuschauer wenig an. Die Darsteller sowie das Bühnenbild sollen gut erkennbar sein. Durch das gezielte Setzen bestimmter Akzente in der Beleuchtung ist es möglich, Räume zu erschaffen, dem Geschehen auf der Bühne Tiefe zu verleihen und Leben einzuhauchen. Indem Sie im richtigen Moment die Beleuchtung wechseln, können Sie Emotionen verstärken und unterstützen, die die Darsteller übermitteln möchten.

Wichtig ist, dass Sie sich bei der Planung Ihres Beleuchtungskonzepts stets in die Position Ihres Zuschauers versetzen. Eine Grundregel in der Veranstaltungstechnik lautet: „Wenn der Darsteller nicht geblendet wird, steht er falsch!“ Daraus lässt sich ableiten, dass die aus der Sicht des Zuschauers perfekte Beleuchtung gefunden ist, wenn der Darsteller gegen das Licht schauen muss. Sicherlich gibt es auch hier Alternativen, aber dennoch ist die Perspektive des Publikums immer die entscheidende Perspektive.

Wenn Sie nun denken, dass Sie für die richtige Ausleuchtung einer Bühne Unmengen von Scheinwerfern und anderen Lichtquellen benötigen, täuschen Sie sich. Wird die Beleuchtung korrekt geplant und umgesetzt, können sogar schon mit wenigen Scheinwerfern gute Ergebnisse erzielt werden. Allerdings vereinfacht sich die Arbeit, je mehr Lichtquellen zur Verfügung stehen, da Sie mehr mit dem Licht spielen können. Gleichen Sie jedoch niemals eine schlechte Positionierung der Lichtquellen durch mehr Scheinwerfer aus.

Die Lichtrichtung: Wirkung durch die Richtung der Lichteinstrahlung

Auch wenn dadurch zwar grundsätzlich das Ziel der Ausleuchtung erreicht wird, sollten Sie das Licht niemals nur aus einer einzigen Richtung wählen. Mit Licht aus nur einer Richtung können Sie der Bühne keine Tiefe verleihen. Das Geschehen wirkt unnatürlich und aufgesetzt. Zunächst sollten Sie wissen, wie die verschiedenen Lichtrichtungen wirken. Hierbei unterscheidet man die folgenden Richtungsarten:

Das Frontlicht: weiche Konturen, angenehme Atmosphäre

Beim Frontlicht werden die Scheinwerfer entweder direkt hinter den Zuschauern oder neben dem Publikum platziert, sodass sie über deren Köpfe hinweg strahlen. Das Licht fällt gewöhnlich in einem Winkel von 30 bis 45° auf die Bühne. Dadurch entsteht ein eher geringer Kontrast der Beleuchtung. Der Raum erhält kaum Tiefe, aber dennoch können die Zuschauer genau erkennen, was passiert. Dies wird jedoch absichtlich in Kauf genommen, um die Atmosphäre auf der Bühne zu erhalten. Von Winkeln, die kleiner als 30° sind, wird in der Beleuchtungstechnik abgeraten, da dadurch unangenehme Schatten auf der Bühne entstünden. Diese auszugleichen ist fast eine unlösbare Aufgabe.

Das Gegenlicht: das Gegenstück zum Frontlicht

Das Gegenlicht wird im Gegensatz zum Frontlicht hinter der Szene installiert und strahlt somit in die Richtung der Zuschauer. Auch die Wirkung ist gegensätzlich: Das Gegenlicht erzeugt eine sehr gute Tiefe und sorgt dafür, dass die Dramaturgie des Bühnengeschehens optimal unterstützt wird.

Das Seitenlicht: verbesserte räumliche Sichtweise durch seitlich platzierte Lichtquellen

Beim Seitenlicht werden die Scheinwerfer rechts und links vom Publikum platziert. Die Objekte und Darsteller auf der Bühne werden seitlich bestrahlt, wodurch ihre Räumlichkeit gut erkennbar wird. Dadurch wirken die Vorkommnisse auf der Bühne lebendiger und aktiver.

Das Fußrampenlicht: unnatürliche Übersteuerung aus dem Bereich der Beleuchtungstechnik

Das Fußrampenlicht ist ein eher selten eingesetztes Instrument, da es eine enorme Wirkung entfalten kann, die nicht immer gewünscht ist. Es wird am Fuße der Bühne platziert, sodass das Licht von unten kommt und leicht nach oben strahlt. Diese Art der Beleuchtung erzeugt beim Zuschauer den Eindruck, dass die Szene unrealistisch und unnatürlich ist. Daher wird das Fußrampenlicht gewöhnlich nur dann eingesetzt, wenn beabsichtigt ist, eine etwas surreale Vorstellung zu liefern.

Das Oberlicht: weiche Übergänge zwischen den anderen Lichtrichtungen

Das Oberlicht besteht aus Scheinwerfern, die über der Bühne angebracht sind. Sie strahlen auf die Bühne herab und gleichen die Übergänge zwischen dem Frontlicht, dem Fußrampenlicht und dem Seitenlicht an.

Direkte oder indirekte Lichteinstrahlung: eine Frage der gewünschten Wirkung

Indirektes Licht wird vom Auge grundsätzlich als angenehmer wahrgenommen als direktes Licht, da es dadurch nicht so schnell ermüdet. Daher wird auch auf der Bühne gerne indirektes Licht mit der direkten Beleuchtung kombiniert, um die positiven Eigenschaften beider Varianten zu nutzen. Wenn direktes Licht genutzt wird, können sogenannte Schlagschatten entstehen. Eine indirekte Beleuchtung kann diesen Effekt abmildern.

Die fünf goldenen Regeln für die perfekte Bühnenbeleuchtung

Denken Sie bei der Planung und Umsetzung Ihrer nächsten Bühnenbeleuchtung an die folgenden goldenen Regeln:

Regel Nr. 1: Sie sollten ein Ass im Ärmel haben

Wenn die Bühnenbeleuchtung auf verschiedenen Bühnen aufgebaut werden muss, könnten Sie früher oder später in die Bredouille kommen, dass Ihr sorgsam ausgearbeitetes Konzept vor Ort nicht aufgeht. Zudem müssen Sie auch immer damit rechnen, dass Sie einzelne Komponenten Ihrer Licht- & Effekt-Komplettsysteme nicht nutzen können. Legen Sie sich daher für diesen Fall immer ein alternatives Beleuchtungskonzept zurecht, das Sie stattdessen verwenden können.

Regel Nr. 2: Ermitteln Sie zunächst den tatsächlichen Bedarf 

Natürlich gibt es eine riesige Auswahl an Verstaltungs- und DJ-Equipment. Doch längst nicht alles eignet sich für denselben Einsatz. Für eher kleinere Events und Aufführungen eignet sich eine abgespeckte Anlage bestens, die lediglich aus wenigen Scheinwerfern besteht. Bedenken Sie, dass Sie die Geräte später auch transportieren müssen. Zudem ist es erforderlich, dass Sie die Scheinwerfer, Effektmaschinen sowie Lichtsteuerungen und Dimmer später auch bedienen können. Auch die Stromversorgung vor Ort spielt eine wichtige Rolle für die Auswahl Ihrer Beleuchtungsgeräte aus dem Bereich TV, Video & Audio.

Regel Nr. 3: Erreichen Sie mit einfachen Mitteln das Beste 

Grundsätzlich brauchen Sie keine extrem teuren Maschinen, um Licht-Effekte zu erzeugen. Mit Fluids & Duftstoffen können Sie beispielsweise unzählige Seifenblasen erzeugen oder einen mysteriösen Nebel über die Bühne wabern lassen. Mithilfe von Gels und Filtern können Sie Ihre PAR-Scheinwerfer nahezu in einer beliebigen Farbe einfärben und so Ihre Beleuchtung individuell steuern. Werden Sie kreativ, beschäftigen Sie sich mit den Beleuchtungskonzepten anderer Künstler und setzen Sie neue Ideen um.

Regel Nr. 4: Beachten Sie die Farbtemperatur

Viele machen bei Kauf von Scheinwerfern den Fehler, dass sie sich lediglich über deren Helligkeit informieren. Fast noch wichtiger ist jedoch die Farbtemperatur. Eine hohe Farbtemperatur erscheint bläulich und hinterlässt einen kalten Schimmer auf der Bühne. Ein „warmes“ Licht erzeugen Sie mit einer niedrigen Farbtemperatur, wie sie beispielsweise von Scheinwerfern mit Glühlampen produziert wird. Vergessen Sie nicht, Ersatzglühbirnen und -lampen zu kaufen, um Ihr Beleuchtungskonzept nicht schon durch den Defekt einer Lampe ins Wanken zu bringen. Scheinwerfer mit Glühlampen erzeugen ein Weißlicht, das eher gelb erscheint und als warm empfunden wird.

Tipp: Warme Farben sollten Sie verwenden, um Personen zu beleuchten. Bei dieser Art von Licht können Sie problemlos Farbfilter mit warmen Farbtönen wie Gelb oder Orange einsetzen. Kalte Farben werden hauptsächlich für Effekte verwendet.

Regel Nr. 5: Die Sicherheit geht vor

Bei der Bühnentechnik besteht eine hohe Unfallgefahr. Scheinwerfer weisen ein hohes Gewicht auf und können schwere Verletzungen nach sich ziehen, wenn sie von ihrer Aufhängung herunterfallen und einen Menschen treffen. Ebenso können herumliegende Kabel zu einer Stolperfalle werden. Daher sollten Sie auf die Sicherheit vor Ort großen Wert legen. Wann immer Sie sich fragen, ob eine Konstruktion wohl halten wird, besteht definitiv noch Handlungsbedarf. Nur wenn Sie sich absolut sicher sind, sollten Sie eine Konstruktion beibehalten.

Automatisierte Effekte mit Moving-Lights: das Leben ein Stückchen leichter machen

Die sogenannten Moving-Lights können die Arbeit des Bühnentechnikers um einiges einfacher gestalten. Es handelt sich dabei um Scheinwerfer, die so automatisiert werden, dass sie mithilfe einer Fernbedienung aus der Ferne eingeschaltet werden können. So lassen sich beispielsweise die Positionierung oder die Einfärbung eines Scheinwerfers verstellen. Besonders bieten sich solche speziellen Steuerungen natürlich dann an, wenn die Scheinwerfer in großer Höhe angebracht werden und die manuelle Beleuchtung ein schwieriges Unterfangen darstellt.

Die folgenden Arten von Moving-Lights sollten Sie kennen:

Washlights: Washlights sind Scheinwerfer, die oft genutzt werden, wenn große Flächen ausgeleuchtet werden sollen. Durch eine Fernsteuerung ist es möglich, die Bewegungen der Scheinwerfer zu beeinflussen. Auch der Abstrahlwinkel sowie die Einfärbung des Lichts können aus der Ferne verändert werden. Die meisten Washlights werden mit einem integrierten Farbmischsystem ausgeliefert. Dieses kann nahezu jede beliebige Farbe erzeugen.

Scanner: Der Scanner bedient sich eines Ablenkspiegels, um die Position des Lichtstrahls festzulegen. Der Scanner kann in unterschiedlichsten Situationen eingesetzt werden, vom kleinen Effektlicht bis hin zu Großprojekten.

Motorisierter Scheinwerfer: Beim motorisierten Scheinwerfer kann durch eine Fernbedienung die Richtung seiner Schwenk- und Kippbewegung individuell festgelegt werden. Durch einen Rollenfarbwechsel können neue Farben eingestellt werden.

Kopfbewegter Effektscheinwerfer: Dieser spezielle Scheinwerfer funktioniert grundsätzlich so wie der Scanner. Allerdings gibt es hier keinen Ablenkspiegel, sondern der Kopf des Scheinwerfers ist für die Einstellung des richtigen Winkels zuständig. Ein kopfbewegter Effektscheinwerfer kann in der Praxis flüssigere Bewegungen und einen erweiterten Schwenkbereich bewirken.

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