Teppich mal anders: Felle & Kunstfelle

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Teppich mal anders: Ratgeber zum Kauf von Fellen & Kunstfellen

Der Teppich ist eine Notwendigkeit, wenn es darum geht, die eigene Wohnung gemütlich zu machen. Sie umschmeicheln mit ihrem hohen Flor nicht nur die Füße. Sie speichern Wärme und tragen mit vielen Farben zur Schaffung eines komfortablen Ambientes bei. In vielen Fällen kann es sich anbieten, dieses um originelle Impulse zu erweitern. Ein Ausstattungsstück, das in zunehmendem Maße seinen Platz in die Wohnzimmer findet, ist das Tierfell. Hatte es zu früheren Zeiten den alleinigen Zweck der Wärmespeicherung, dient es heute im gleichen Maße als ästhetisches Accessoire und luxuriös-gemütliche Sonderausstattung. Wie Sie Ihr Wohn- und Schlafzimmer mit Fellen und Kunstfellen ausschmücken und wohnlicher machen können, lesen Sie in dieser kurzen Einführung.

Stilvolle Akzente mit Tierfellen

Im Winter hat man es in seiner Wohnung gern gemütlich. An nasskalten Herbsttagen möchte man das Haus am liebsten nicht verlassen. Damit das Zuhause möglichst behaglich wird, kann man vorsorgen und Böden, Sofas und Betten mit Fellen ausstatten. Bei der Vielzahl der erhältlichen Ausführungen, können Sie sich frei an der bestehenden Ausstattung Ihrer Wohnung oder Ihres Hauses orientieren. Als reines Naturprodukt kommen Felle in sehr vielen verschiedenen Musterungen und Färbungen vor. Dass einige von ihnen noch über ihr Brandzeichen verfügen, unterstreicht die Einzigartigkeit jeden Stücks.

Aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften haben sich bestimmte Tierarten für die Fellverarbeitung durchgesetzt. Dabei handelt es sich neben dem Rind um verschiedene Arten von Lämmern, Schafen und Rentieren. Je nachdem, wie Sie die Ausstattung verwenden wollen, können ein oder mehrere Felle notwendig werden. Die Ein-Fell-Variante eignet sich, wenn Sie einen Laminatboden mit einem optischen Akzent versehen wollen. Zur dekorativen Aufwertung einer Sofalehne kann ein einzelnes Fell ebenfalls bereits ausreichend sein. Wollen Sie ein komplettes Sofa beziehen, entscheiden Sie sich für mehrere zugeschnittene und aneinandergenähte Felle. Weitere Anwendungsmöglichkeiten sind Überdecken für das Bett oder Bezüge für Kissen.

Das richtige Fell für den richtigen Zweck

Haben Sie in Bekanntenkreisen bereits öfter Felle gesehen, kamen Sie sicher nicht umhin zu bemerken, dass es zwei verschiedene Arten gibt. Der erste Typ ist das Langhaarfell. Es ist besonders flauschig und zur Modifizierung von Sesseln, Betten und Sofas geeignet. Der zweite Typ ist das Kurzhaarfell. Man bedeckt damit Bodenbeläge wie Fliesen oder Laminat. Zur Verzierung von Wänden wird es ebenfalls genutzt.

Als kuschlige Langhaarvariante kommen die Felle von Schafen und Lämmern zur Anwendung. Das hohe Wollvlies kann auch als Unterlage für die Matratze verwendet werden. Im Winter geht damit weniger Wärme nach unten verloren. Als Bettvorleger verwendet man es aufgrund seiner angenehmen Fußqualität ebenfalls gern. Sie haben damit den Vorteil, dass Sie nach dem Aufstehen nicht mit den nackten Füßen auf den kalten Boden auftreten müssen.

Teppiche, Wandbehänge und Kissenbezüge

Teppiche, Wandbehänge und Kissenbezüge fertigt man eher aus Rinder- und Kuhfellen. Ihr kurzes kräftiges Haar ist sehr viel widerstandsfähiger gegen Abrieb als das weiche Schaf- und Lammfell. Zu stark ist es dennoch nicht zu beanspruchen. Bei häufigem Stühlerücken reißt auch das kräftigste Fell irgendwann ab oder verliert Haare. Ein weiterer hervorzuhebender Aspekt ist die Optik. Es gibt Patchwork-Felle, die mit harmonisch verteilten schwarzen, weißen und braunen Sprenkeln zur optischen Aufwertung Ihres Wohnraums beitragen. Der seidige Glanz verleiht der Verkleidung zudem eine Aura des Luxuriösen.

Bei der Auslegung von Fell in der Wohnung haben sich einige Richtlinien etabliert. Ein allgemeiner Gestaltungsgrundsatz besteht darin, die Stoffe sparsam und auf neutralen Untergründen aufzubringen. Bei der Bodenverlegung sollten Fliesen und neutrale Laminatböden bevorzugt bedeckt werden. Auf einem einfarbigen braunen Ledersofa macht sich ein weißes Lammfell besser als auf einer grünen Velours-Couch.

Wie tragen Sie zur dauerhaften Pflege Ihres Fells bei?

Ein wichtiger Grundsatz bei der Pflege von Naturfellen lautet: Weniger ist mehr. Eine Reinigung führt in jedem Fall zu einer sehr starken Beanspruchung. Von der Nutzung der Waschmaschine ist nur sehr vorsichtig Gebrauch zu machen. Einen Vorteil gibt es dennoch: Felle reinigen sich zu einem großen Teil selbst. Damit sie dies vollständig tun können, müssen sie lediglich der frischen Luft ausgesetzt werden. Achten Sie dementsprechend darauf, Ihr Fell regelmäßig zu lüften. Eine direkte Positionierung unter der einstrahlenden Sonne sollte dabei allerdings vermieden werden. Das UV-Licht wirkt sich schädlich auf die Farbgebung aus.

Zur Entfernung von Staub hängen Sie das Fell auf der Wäscheleine auf und klopfen den Staub mit einem Wäscheklopfer aus. Bei Fellen mit langen Haaren empfiehlt sich die zusätzliche Nutzung einer Fellbürste. Rückstände können damit verhältnismäßig einfach entfernt werden. Die Struktur der Haare wird zudem aufgelockert. Wenn Sie im Anschluss einen Staubsauger verwenden wollen, nuten Sie eine schwache Stufe und saugen Sie entgegen der Wuchsrichtung.

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit der Reinigung mit Wasser. Treten an Ihrem Schaffell stärkere Verschmutzungen auf, verwenden Sie ein mildes Schonwaschmittel für die Wollpflege. Nach dem Einfeuchten und Einseifen spülen Sie die Lösung wieder aus. Lassen Sie das Fell an der Luft trocknen. Wringen Sie es auf keinen Fall aus. Die Reinigung von Kuhfellen sollten Sie nicht selbst in Angriff nehmen. Beauftragen Sie einen Fachmann. Die Anzahl der notwendigen Reinigungen kann insgesamt minimiert werden. Legen Sie das Fell hierzu an einer Stelle aus, wo es nur selten oder gar nicht mit Menschen in Berührung kommt.

Beispiel für die Reinigung eines Lammfells in der Waschmaschine

Da Flecken auf den weißen Lammfellen durchaus zu sehen sind, kann eine Maschinenwäsche empfehlenswert sein. Wegen der Empfindlichkeit der Haare ist hierbei einiges zu beachten. Informieren Sie sich, ob das Fell überhaupt für die Wäsche geeignet ist. Je nach Anbieter kann es hier Unterschiede geben. Eine weitere Überlegung gilt der Wahl des Waschmittels. Verwenden Sie entweder ein Schonwaschmittel oder besser ein Spezialmittel für die Reinigung von Lammfellen.

Bei der Auswahl des Waschprogramms ist besondere Vorsicht geboten. Lammfelle werden ausschließlich im Schonwaschgang gewaschen. Die maximal zulässige Temperatur beträgt 30°C. Verzichten Sie in jedem Fall auf Weichspüler. Er kann den strukturellen Zusammenhalt der Lammhaare gefährden. Genauso schädlich wäre die Verwendung des Schleudergangs. Gerade feuchtes Fell ist gegen mechanische Beanspruchung sehr anfällig. Auf die Verwendung dieses Waschprogramms ist entsprechend zu verzichten.

Haben Sie das Fell aus der Maschine geholt, ist es Zeit zum Trocknen. Hierbei achten Sie auf die Temperatur. Es darf weder zu heiß, noch zu kalt sein. Ideal ist Zimmertemperatur. Lassen Sie es langsam trocknen. Die Verwendung eines Trockners verbietet sich. Er würde das Fell irreparabel schädigen. Eine Trocknung auf der Heizung und in der Sonne ist ebenfalls nicht zu empfehlen. Dies hängt damit zusammen, dass sich das Fell bei zu schneller Abtrocknung dauerhaft verformen würde. Ein unangenehmer Nebeneffekt davon wäre eine Verhärtung des Haarverbunds. Um Derartiges zu vermeiden, planen Sie für einen kompletten Trocknungsvorgang zwei Tage ein. Es empfiehlt sich, das Fell während dieser Zeit einmal am Tag in Form zu ziehen.

Lässt sich eine Reinigung auch vergleichsweise schonend durchführen, sollte dennoch nicht zu oft davon Gebrauch gemacht werden. Bei jedem Waschgang wird dem Fell ein Teil des natürlichen Fettanteils entzogen. Das führt über die Jahre zu einer sukzessiven Zerstörung. Reinigen Sie das Fell entsprechend selten und machen Sie lieber von der Bürste oder dem Staubklopfer Gebrauch. Die Verwendung eines feuchten Schwamms ist ebenfalls möglich.

Nachhaltigkeit ist ein nicht zu unterschätzendes Thema

Beim Kauf von Fellen sollten Sie diesen Aspekt unbedingt berücksichtigen. Nur auf diese Weise ist gewährleistet, dass verantwortlich mit den Tieren umgegangen wird. Auskunft hierüber erhalten Sie, indem Sie auf Siegel wie Demeter oder Bioland achten. Über eine mögliche Gerbung des Fells machen die Siegel keine Aussage. Dies hängt damit zusammen, dass sich die EG-Öko-Verordnung ausschließlich auf Milch und Fleisch bezieht. Die Verarbeitung von Fell und Leder ist nicht in gleichem Maße zertifiziert. Ist ein Fell als Biofell ausgezeichnet, kann es also dennoch gegerbt worden sein. Eine weitere Schwierigkeit besteht darin, dass die Kennzeichnung von Deutschland nicht verpflichtend ist. Wollen Sie sich dennoch informieren, wenden Sie sich an den Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft.

Künstliche Felle zur Wohnungsausstattung

Sprechen Gründe wie Allergien dagegen, dass Sie ein Naturfell kaufen, können Sie optional auf eine künstliche Variante zurückgreifen. Optisch und haptisch sind künstliche Felle oftmals nicht von den natürlichen zu unterscheiden. Bei der Auswahl gibt es keine Einschränkungen. Ebenso wie natürliche Felle finden Sie die künstlichen Varianten in allen Färbungen und Preisklassen. Ein großer Vorteil, den künstliche Felle bieten, besteht in der leichten Pflege. Sie halten einer Reinigung wesentlich leichter Stand als echte Felle. Auch nach vielen Waschgängen behalten sie ihre Weichheit.

Eine Alternative zum Fell – der Shaggy-Teppich

Können Sie sich aus persönlichen Gründen nicht damit anfreunden, Ihre Wohnung mit Fellen auszulegen, wollen aber auf das komfortable Ambiente nicht verzichten? Dann könnte der Shaggy-Teppich etwas für Sie sein. Es handelt sich dabei um einen besonders hochflorigen Teppich mit einer weichen und luftigen Oberflächencharakteristik. Da das Garn dieses Kunstfaserteppichs maschinell aufgeraut wurde, ist er ebenso weich wie ein Fell. Die gekräuselte Struktur lässt die Kunstfaser wie ein natürliches Erzeugnis wirken. Darüber hinaus unterstützt sie den Feuchtigkeitstransport, steigert das Volumen und begünstigt die Wärmedämmung. Über die funktionalen Aspekte hinaus hat die Struktur noch weitere Vorteile. Einer davon ist die Laufqualität. Shaggy-Teppiche lassen sich besonders angenehm barfuß durchqueren. Der hohe Flor umspielt die Füße. Für Kinder stellen Shaggy-Teppiche eine interessante Spielweise. Das weiche Garn schont auch beim Tragen von kurzen Hosen die Knie. Die Verletzungsgefahr ist ebenfalls gesenkt. Der Teppich dämpft jeden Aufprall.

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