Telefonieren bei der Autofahrt: Wissenswertes zur Verwendung von Freisprech-Headsets

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Telefonieren bei der Autofahrt: Wissenswertes zur Verwendung von Freisprech-Headsets

Wenn Sie während der Fahrt mit dem Handy in der Hand am Steuer Ihres Wagens angetroffen werden, müssen Sie tief in die Tasche greifen. Bußgelder können Sie vermeiden, indem Sie Freisprech-Headsets verwenden. Noch dazu verringert sich die Unfallgefahr, da Sie beide Hände frei haben, wenn Sie ein Headset benutzen.

Am Steuer: Finger weg vom Handy

In Deutschland ist es verboten, während der Fahrt ein Mobiltelefon zu benutzen. Dazu zählt nicht nur das Telefonieren. Selbst wenn Sie eine Nummer wählen oder das Handy ausgeschaltet ans Ohr halten, können Sie von der Polizei belangt werden. Sie dürfen als Fahrer nur dann legal telefonieren, wenn Ihr Auto steht und der Motor ausgeschaltet ist. Wenn Sie am Steuer trotzdem erreichbar sein möchten, ist der Kauf eines Freisprech-Headsets empfehlenswert. Die praktischen Geräte sind im Auto erlaubt, und Sie können telefonieren, so viel Ihr Herz begehrt.

Freisprech-Headsets

Bei den Produkten wird zwischen kabelgebundenen und Bluetooth-Headsets unterschieden. Kabelgebundene Produkte haben den Nachteil, dass Sie sich in dem Kabel verheddern können und es Sie beim Fahren stört. Sobald das Smartphone klingelt, möchten Sie den Anruf entgegennehmen. Doch jeder kennt das Problem schon von normalen Kopfhörern: Das Kabel ist ständig durcheinander. Wenn Sie es zunächst entwirren müssen, während Sie am Steuer sitzen, werden Sie vom Straßenverkehr abgelenkt, und die Unfallgefahr steigt. Daher sind Bluetooth-Headsets die bessere Alternative. Jedes moderne Handy ist bluetoothfähig. Aber es gibt Headsets, die nur mit bestimmten Modellen funktionieren. Beim Kauf sollten Sie darauf achten, dass die Produkte kompatibel sind. Wenn Sie unsicher sind, probieren Sie es einfach aus.

Was beim Kauf eines Freisprech-Headsets zu beachten ist

Wie erwähnt, machen Sie sich bereits strafbar, wenn Sie Ihr Handy in die Hand nehmen, um eine Nummer zu wählen. Um ein Headset optimal nutzen zu können, sollte Ihr Mobiltelefon über eine Sprachsteuerung verfügen. Mit Befehlen, die Sie über Ihre Stimme geben, können Sie so Gesprächspartner im Telefonbuch finden und deren Nummer wählen. Damit das Handy die Befehle versteht, sollte es möglichst fest installiert sein. Wenn Sie Ihr Smartphone auch als Navigationsgerät nutzen, können Sie eine Befestigung an der Windschutzscheibe anbringen, ansonsten genügt eine Autohalterung an der Mittelkonsole.

Freisprech-Headset-Modelle

Klassische Bluetooth-Headsets befestigen Sie mit einem Bügel am Ohr. Das erstmalige Anbringen kann etwas gewöhnungsbedürftig sein, mit der Zeit wird es aber immer leichter. Einige spezielle Modelle besitzen keinen Bügel, sie werden einfach in das Ohr gehängt. Die meisten Headsets arbeiten mono, aber auch Stereo-Lösungen sind bei eBay erhältlich. Einige Modelle besitzen einen Eingang, an den Sie bei Bedarf einen zweiten Hörer anschließen können. Die Lösung ist vor allem hilfreich, wenn Sie mit Ihrem Headset auch Musik hören möchten – allerdings müssen Sie dabei, gemäß Straßenverkehrsordnung, dafür Sorge tragen, dass Ihr Gehör nicht durch Geräte beeinträchtigt wird. Die meisten Headsets gibt es übrigens in den Farben schwarz und weiß.

Freisprechanlagen

Freisprechanlagen werden in Ihrem Pkw fest installiert. Bei einigen Fahrzeugmodellen sind sie bereits im Kaufpreis enthalten oder können jederzeit bei Bedarf nachgerüstet werden. Die sogenannten „Plug and Play“-Lösungen werden in den Zigarettenanzünder des Fahrzeugs gesteckt. Anschließend müssen sie mit Ihrem Mobiltelefon verbunden werden.

Bei allen Geräten handelt es sich um einen Lautsprecher und ein Mikrofon, die beide nicht zum Mund bzw. Ohr geführt werden müssen. Erhalten Sie einen Anruf, drücken Sie einen Knopf und können telefonieren. Die Bedienung kann über das Handy, über die Anlage selbst oder über Lenkradtasten erfolgen. Die Hände blieben bei Freisprecheinrichtungen stets frei.

Freisprechanlagen vs. Bluetooth-Headsets

Gegenüber Freisprecheinrichtungen punkten Bluetooth-Headsets im Bereich Klangqualität und Sprachverständlichkeit. Dies liegt daran, dass sich der Lautsprecher des Headsets direkt im Ohr befindet und nicht über einen Lautsprecher im Auto wiedergegeben wird. Ihr Gesprächspartner kann Sie besser verstehen, da sich das Mikrofon am Headset befindet, also direkt an Ihrem Mund. Untersuchungen zufolge muss ein Autofahrer fast doppelt so laut sprechen, wenn er statt eines Bluetooth-Headsets eine Freisprechanlage verwendet.

Einige Bluetooth-Headsets verfügen über eine Antischall-Funktion. Das heißt, Umgebungsgeräusche werden auf ein Minimum reduziert. Dies geschieht, indem im eingebauten Mikrofon die Umgebungsgeräusche gemessen werden. Um die Geräusche zu kompensieren, wird ein gegenpoliges Signal erzeugt. Am Trommelfell im Ohr treffen schließlich das Signal und die Geräusche (also der Schall) aufeinander. Auf diese Weise wird der Schalldruckpegel verringert.

Nicht nur im Straßenverkehr lohnt sich diese Funktion. Auch wenn Sie in der Fußgängerzone, in Restaurants, auf dem Spielplatz oder in anderen lauten Umgebungen telefonieren, steigert die Antischall-Technologie die Sprachverständlichkeit.

Bluetooth-Headsets und Freisprechanlagen in Einem

Bei eBay können Sie außerdem Kombinationen aus Bluetooth-Headsets und Freisprecheinrichtungen erwerben. Die Freisprechanlagen dienen als Dockingstation für das Headset und sind nur von geringer Größe. Daher lassen Sie sich zum Beispiel an der Sonnenblende Ihres Autos installieren. Das Headset lässt sich unabhängig von der Anlage benutzen und vergrößert den Empfangsradius der Freisprecheinrichtung.

Vorteile bei Bluetooth-Headsets

Ganz einfache Bluetooth-Headsets verfügen über wenige Bedienelemente. Doch die kleinen Knöpfe haben viele Vorteile. Über die Tasten können Sie Anrufe entgegennehmen oder beenden. Auch die Lautstärke lässt sich regeln. Häufig gibt es für die Lautstärkeregelung nur eine Taste. Von ganz leise müssen Sie mehrmals drücken, bis Sie bei der lautesten Wiedergabeeinstellung angekommen sind. Bei erneutem Drücken beginnt die Auswahl der Lautstärke wieder von vorne. Wenn Sie über Ihr Headset Musik hören, sollte es zusätzlich mit einer Play-/Pause-Taste ausgestattet sein. Es lohnt sich, die Funktionen Ihres Headsets direkt nach dem Kauf zu testen. So haben Sie noch die Möglichkeit, es eventuell zurückzugeben.

Nachteile von Bluetooth-Headsets

Gegenüber den vielen Vorteilen gibt es kaum Nachteile, die gegen Bluetooth-Headsets sprechen. Wenn Sie das Headset benutzen möchten, muss es aufgeladen sein, denn es verfügt über eine eigene Batterie. Nach mehreren Stunden Dauertelefonieren ist der Akku der meisten Geräte leer. Bei Langstrecken und extremem Einsatz des Headsets muss es also unter Umständen aufgeladen werden, bevor Sie weiter telefonieren können. Freisprechanlagen zapfen dagegen die Autobatterie an und können ohne Zeitlimit verwendet werden.

Auch gegenüber kabelgebundenen Headsets schwächeln die Bluetooth-Varianten im Bereich Laufzeit. Headsets mit Kabel werden über dieses mit Strom versorgt. Noch dazu ist die Tonqualität im Gegensatz zu kabelgebundenen Varianten bei Bluetooth-Headsets meistens ein wenig schlechter. Allerdings müssen Sie Ihr Mobiltelefon vor jeder Fahrt an das kabelgebundene Headset erst stöpseln.

Der größte Vorteil ist der Sicherheitsaspekt. Sie haben beim Fahren die Hände frei und können sich auf den Straßenverkehr konzentrieren – vorausgesetzt, Sie werden nicht zu sehr durch Ihr Gespräch abgelenkt. Ein weiterer Vorteil ist, dass viele Headsets auch bei einem Handywechsel weiter verwendet werden können. Einige Geräte sind mit vielen Modellen kompatibel und müssen daher nicht ausgetauscht werden.

Motorrad-Freisprecheinrichtungen

Gerade auf dem Motorrad ist das Telefonieren kaum möglich. Oder doch? Die Lösung sind Motorrad-Freisprecheinrichtungen. Die Produkte funktionieren ebenfalls über Bluetooth und lassen sich in den Helm integrieren. Wenn Sie Motorradfahrer sind und nicht auf das Telefonieren verzichten möchten, sind die Anlagen eine Möglichkeit, erreichbar zu sein. Sinnvoll ist es, eine Freisprecheinrichtung zu erwerben, die automatisch die Lautstärke dem Fahrgeräusch anpasst. Ansonsten wäre der Ton zum Beispiel beim Warten vor der Ampel viel zu laut, beim Fahren aber viel zu leise.

Qualität geht vor

Wenn Sie ein Headset erwerben möchten, sollten Sie nicht unbedingt auf Billig-Varianten setzen. Diese schwächeln häufig im Bereich der Tonqualität. Bei einer schlechten Sprachqualität wird das Telefonieren erschwert und letztendlich werden Sie dann doch direkt zum Mobiltelefon greifen. Auch das Pairing, also das Verknüpfen von Mobiltelefon und Headset via Bluetooth, funktioniert bei vielen hochwertigen Modellen reibungsloser.

Headsets erleichtern den Alltag

Headsets eignen sich nicht nur für den Straßenverkehr. Die moderne Arbeitswelt verlangt häufig, dass Sie ständig erreichbar sind. Wenn Sie gerade unterwegs sind und keine Hand frei haben, macht Sie ein Headset flexibler. Auch Notizen lassen sich so angenehmer erfassen, da Sie beide Hände benutzen können. Flexibilität und gleichzeitige Mobilität werden durch Headsets erst ermöglicht. Selbst Sportler setzen auf die kleinen Geräte. Beim Joggen oder im Fitnessstudio können Headsets bequem im Ohr getragen werden, und Sie bleiben ständig erreichbar. Ihr Mobiltelefon klemmen Sie einfach in spezielle Armhalterungen oder legen es – wenn Sie in einem Raum bleiben – in die Nähe. Über spezielle Stereo-Lösungen für Headsets können Sie auf diese Weise sogar beim Sport Musik hören – ganz ohne lästiges Kopfhörerkabel.

Fazit

Wenn Sie am Steuer erreichbar sein möchten, müssen Sie zwangsläufig in Freisprecheinrichtungen oder Headsets investieren. Denn in Deutschland ist es per Gesetz nur zulässig, wenn Sie eine Taste drücken, um ein Gespräch am Mobiltelefon anzunehmen. Das Handy in der Hand zu halten und zu telefonieren oder eine SMS zu verfassen, ist verboten. Da es keine rechtlichen Vorgaben für die technische Umsetzung Ihrer Freisprechanlage gibt, haben Sie die Qual der Wahl. Fest installierte Freisprecheinrichtungen sind nicht wirklich flexibel, und auch die Sprachqualität leidet bei diesen Modellen merklich. Besser ist in diesem Fall die Nutzung eines Headsets, wobei dieses möglichst nicht kabelgebunden sein sollte. So fällt das störende Kabel weg, und Sie können sich trotz des Telefonats auf den Straßenverkehr konzentrieren. Wenn es Ihnen schwerfällt, zwei Dinge gleichzeitig zu tun, sollten Sie als Fahrer auf das Telefonieren gänzlich verzichten. So bringen Sie sich und andere nicht unnötig in Gefahr. Schalten Sie Ihr Handy einfach auf lautlos und schauen Sie erst wieder auf das Display, wenn Sie den Motor ausgeschaltet haben.

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