TAMBUN - GUTES TUN IM SINNE DER BUDDHISTISCHEN LEHRE

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Thailand Reisende und Menschen die mit Thais in Berührung kommen hören immer wieder den Begriff "Tambun" wenn Essen, Sachen oder Geld gespendet werden oder wenn es um Amulette geht. Die wenigsten kennen jedoch den Sinn und die Regeln die sich hinter dem Begriff Tambun verstecken.

Tambun - Anerkennenswerte Verdienste durch gute Taten

Tambun machen oder auf Deutsch, gute Taten begehen um religiöse Verdienste zu erwerben, ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Religion und jedem Buddhisten eigen. Die Spende, die man Dhana nennt, wird nach den Regeln der Sutta vorbereitet und überreicht, sie muß gemäss dem buddhistischen Geboten rein sein, damit sie zum Erwerb von Verdiensten führt. Das bedeutet, dass die Spende ehrlich bzw. mit auf ehrlicher Weise verdienten Geld erworben sein muß. Das Geld darf nicht aus Handlungen stammen, die gegen die buddhistischen Gebote verstossen.

Es gibt viele Arten religiöse Verdienste zu erwerben, einige Menschen tun dies von berufswegen, hierzu gehören Krankenschwestern, AltenpfegerInnen, Ärzte und alle anderen Berufe deren Hauptaufgabe die Rettung, Heilung und Hilfe von Mensch und Tier ist.

Die Sutta unterscheidet zwischen 10 Spendenarten

Gemäss der Sutta sind 10 Arten der Spende anerkennenswert, diese sind:

Blumenspenden, Weihrauch, Duftstoffe, Essen, Kleider, Medikamente, Strom, Bodenabdeckungen (z.B. Matten), die zur Verfügung Stellung von Fahr- und Transportmöglichkeiten, Bereitstellung von Unterkünften. Ersatzweise kann hiefür auch Geld gespendet werden.

Neben diesen in der Sutta aufgeführten Spenden, gelten jedoch auch als besonders anerkennswert, Sach-, Arbeits- oder Geldspenden zum Bau eines Tempels oder einer anderen religiösen oder gemeinnützigen Einrichtung. Sowie Spenden die zur Bestattung von Mönchen und Menschen ohne Angehörigen dienen. Des weiteren gelten Land Schenkungen und Spenden in Form von Finanzierungen einzelner Bauelemente, Bauarbeiten oder Bauabschnitte eines Tempels als besonders Verdienstvoll.

Es gibt 3 Gruppen von möglichen Spendenempfängern

Als Spendenempfänger kommen drei Gruppen in Frage:

1. Mönche, Novizen und Tempel, 2. Menschen, 3. Tiere

Zu 1. Spenden an Mönche und Novizen werden gemäß der Vinaya (Disziplinregeln für Mönche), nach 4 Spendenarten unterschieden, sie werden Nisaya (die 4 Notwendigkeiten) genannt. Diese sind 1. Jivara - die Bekleidung (Mönchsgewand), 2. Pintapata - das Essen und die Getränke,  3. Senasana - Unterkunft und 4. Bhesajja - Medikamente, medizinische Versorgung und medizinische geräte bzw. Hilfsmittel. Bei der Spendengabe an Mönche müssen einige Regeln beachtet werden, deren Ausführung würde hier jedoch den Rahmen sprengen.

Zu 2. Spenden an Menschen, besonders verdienstvoll sind Spenden an Kindern, Waisen, Behinderte und Arme, sowie an all jene die Not leiden. Buddha lehrte uns, dass alle Menschen teilen sollen, was wir haben, sollen wir mit armen Menschen und anderen Lebewesen teilen.

Zu 3. Auch an Tiere kann man Spenden um anerkennenswerte Verdienste zu erwerben.

Voraussetzungen zum Erwerb von Verdiensten durch gute Taten:

Vorausgeschickt sei, dass nicht die Höhe, Menge oder der Wert einer Spende maßgeblich ist, sondern nur die gute Absicht, das gute Gefühl das man dabei hat und die guten Gedanken mit denen man die Spende darreicht.

Zum Erwerb von anerkennenswerten Verdiensten muss die Spende von ehrenvoll und moralisch unbedenklich verdienten Geld erworben werden, bzw. damit erfolgen. Das bedeutet, das die Spende (egal welcher Art sie ist) rein und moralisch unbedenklich sein muss. Geld oder Spendengüter die aus Lug und trug, sowie Diebstahl oder anderen moralisch verwerflichen Handlungen stammen, führen nicht zum Erwerb anerkenneswerter Verdienste.

Der Gedanke zählt!

Der Wille und die Absicht gutes zu tun und dadurch Verdienste zu erwerben sind wesentlich.

1. Die Vorabsicht, Bhuppa Chetana genannt, bedeutet, dass Sie nicht nur den Willen und die Absicht haben gutes zu tun, sondern auch das Sie darüber glücklich sind Verdienste erwerben zu können.

2. Die Zwischenabsicht, Muchana Chetana genannt, Sie bereiten sich darauf vor und freuen sich darüber die Spende übergeben zu dürfen, um dadurch Verdienste zu erwerben.

3. Die Nachabsicht, Aparapara Chetana genannt, nach dem Sie die Spende, in guten Gedanken und mit der Absicht gutes zu tun überreicht haben, sollen Sie sich immer glücklich fühlen und sich später mit einem Glücksgefühl daran erinnern.

Große Verdienste kann man nur dann erwerben, wenn man die Spende aus freien Willen, mit der Absicht gutes zu tun, macht!

Gute Taten nur ohne Gegenleistung!

In Thailand gibt es wedr eine Spendenquittung, noch eine steuerliche Absatzmöglichkeit für religiöse Spenden! Warum?

Dies würde dem Grundgedanken der "Guten Tat" wiedersprechen und den Spender in einem Gewissenskonflikt bringen, denn er möchte ja eine gute Tat tun, ohne dafür eine direkte Gegenleistung zu erhalten.

Der Gendanke, Spende gegen Quittung, oder anders ausgedrückt, Spende gegen Steuervorteile, lässt jedem Buddhisten die Haare zu Berge stehen, denn die Spende wird dann nicht allein aus dem Grund etwas gutes zu tun gegeben, sondern zumindest zum Teil auch mit dem Hintergedanke steuerliche Vergünstigungen zu erhalten.

Wofür nun Tambun machen?

Der Erwerb von religiösen Verdiensten wirkt sich sowohl auf das jetzige als auch auf die zukünftigen Leben aus. So können diese Verdienste dazu führen, dass man im nächsten Leben weniger leiden muß und ein leichteres Leben hat. Das bedeutet, ein armer Mensch wird vielleicht im nächsten Leben als wohlhabender Kaufmann wieder geboren.

Man kann jedoch auch Tambun mit dem Gedanken machen, dass die daraus resultierenden Verdienste einem geliebten oder gar verstorbenen Menschen zu gute kommen. Diese Absicht gilt wiederum auch als gute Tat, so dass beide Seiten Bun (Verdienste) erwerben.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen den Begriff Tambun und das was sich dahinter verbirgt nahe bringen. Vielleicht bringt es Ihnen Thailand und die Thais ein bischen näher.

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