Subwoofer Brüllwürfel oder Problemlöser

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Auch diese Überschrift wurde von mir bewusst überspitzt ,natürlich weiß ich das im Heimkinobereich ,eine Lautsprecher Konfiguration ohne aktiven Subwoofer nicht wirklich das Gelbe vom Ei ist .
Trotzdem gibt es auch in diesem Bereich himmelweite Unterschiede und bei den Käufern oft herbe
Enttäuschungen ,was die klanglichen Ergebnisse solcher Subwoofer anbetrifft .

Wenden wir uns deswegen erst einmal dem wirklichen Zweck von Subwoofern zu und woher diese überhaupt stammen .
Auch wenn der Eindruck heute entsteht ,Subwoofer haben ihren Ursprung nicht im Heimkinobereich und
auch nicht im häuslichen Sterobereich sondern in der professionellen Bühnentechnik .
Wer des öfteren mal Live Konzerte besucht ,dem wird es schon aufgefallen sein ,das auf Grund der
einzelnen Ansteuerung der Musikinstrumente getrennte Bass,Mittel und Hochton Einheiten dort eine
Selbstverständlichkeit sind ,jeder Bereich mit eigenen Endstufen ,Equalizern und mannigfaltigsten
Regelmöglichkeiten ausgestattet .

Aus diesen Konzeptionen entstanden dann im Heimbereich die ersten passiven und aktiven Subwoofer ,als dann die Zeiten des Heimkinos anbrachen ,wurde aus den anfänglichen Spezialisten für verrückte High End Fetischisten ein Teil des Lautsprechersystems ,was heute nicht mehr wegzudenken ist .

Der Hauptsächliche Sinn des Subwoofers ,besteht immer darin ,den Teil des Frequenzganges abzudecken ,den ein passiver Lautsprecher aufgrund seiner Grenzen im Frequenzgang nur sehr leise oder eben gar nicht
wiedergeben kann ,natürlich gibt es da für Leute mit Tanzsaal großen Hörräumen auch Ausnahmen in Form
von passiven Standlautsprechern mit der Größe einer Kühl-Gefrierkombination ,aber selbst diese doch etwas unhandlichen Klötze profitieren meist  immer noch von einer Unterstützung durch einen hochwertigen aktiven Subwoofer .

Der Subwoofer macht sich dabei eine Eigenart des menschlichen Gehörs zu nutze ,nämlich das wir Frequenzen unterhalb ca. 120 Hz zwar deutlich wahrnehmen aber räumlich nicht mehr orten können ,deswegen arbeitet unbemerkt vom menschlichen Gehör ,jeder Subwoofer in mono .

Nun gibt es mittlerweile die unterschiedlichsten Konstruktionen von Subwoofern ,grundlegend kann man  zwei Arten des Aufbaus unterscheiden .

1) Subwoofer mit Bassreflex Systemen
2) Geschlossene Subwoofer

Beide Arten haben erhebliche Vor und Nachteile ,wobei wenn es preislich egal ist ,die geschlossene
Variante mit digitaler Raumanpassung  derzeit das Nonplusultra darstellt .
Sie ist durch fehlende Gehäuseöffnungen sowohl gegen eventuelle Strömungsgeräusche bei höheren
Lautstärken gefeit als auch flexibler in der Aufstellung ,desweiteren bieten hochwertige Vertreter
dieser Gattung die mit Abstand präziseste und detaillierteste Basswiedergabe .
Erkauft werden diese Eigenschaften jedoch durch extrem aufwändige und leistungshungrige Endstufen ,
erstklassige Chassistechnik und aufwendige Gehäuse ,was sich dann auch im Preis niederschlägt .
Die Firma Velodyne ist hier derzeit einer der bekannteren Hersteller für solche Spitzenmodelle .

Die Masse der zur Zeit aber bezahlbaren Subwoofer arbeitet nach dem Bassreflex System ,ebenso
nur kurz angesprochen arbeiten heute nahezu alle Subwoofer aktiv mit eigener Endstufe ,passive Woofer findet man fast nur noch bei billigen DVD Komplett Anlagen .

Vorteil des Bassreflex Systems ist es ,auch mit günstigeren Chassis ,Endstufen und leider auch oft sehr
billig gefertigten Gehäusen einen guten Wirkungsgrad und vernünftigen Tiefbass zu erzeugen .

Sehr häufig trifft man dabei auch auf Woofer die nach dem so genannten Down.Fire Prinzip arbeiten ,das heißt konkret ,das Reflexöffnung oder Chassis oder sogar beides nach unten abstrahlen .

Zwei Usergruppen kann man von diesem Prinzip nur abraten ,einmal die Musikliebhaber ,welche Subwoofer vorwiegend dazu nutzen Raumprobleme zu relativieren und eher selten Heimkino Nutzung betreiben und allen Usern ,welche Mehrfamilienhäuser nicht gerade im Erdgeschoss bewohnen .
Die Industrie argumentiert hier leider mit der Behauptung ,das solche Woofer den Schall am besten verteilen
und den Raum am effektivsten anregen völlig an der Praxis vorbei .

Für die erste genannte Gruppe wird der Bass zur Qual ,weil solche Woofer es meist an Präzision und
Details in der Wiedergabe fehlen lassen und außerdem der Bassanteil durch die Umlenkung über den
Fußboden nicht zeitrichtig am Hörplatz eintrifft .
Für die Nachbarn unter der zweiten Gruppe wird das Leben zur Hölle ,weil es sich durch die Abstrahlung
zum Boden hin für sie anhört ,als ob über ihnen ein Presslufthammer arbeitet ,da ist der Ärger vorprogrammiert und das zu recht .

Für beide Gruppen ist daher die beste Lösung ,wenn Bassreflex dann bitte nach VORNE abgestrahlt ,das macht erstens keine Probleme bei der Aufstellung von wegen Wandnähe ,welche die Wiedergabe von nach
hinten ausgerichteten Reflexöffnungen bei wandnaher Aufstellung versaut und zweitens kommt der Bass präziser und zeitrichtig auch ohne Heimkino Receiver mit automatischer Raumeinmessung beim Hörer an .

Alles andere macht auf Dauer mehr Stress als Freude .

Was die Größe der Woofer angeht ,wird diese am besten von der Raumgröße und den dazu benutzen restlichen Lautsprechern bestimmt .
Sinn ist es den passenden Tiefbass in der Relation zur Raumgröße zu erzeugen und einen möglichst unhörbaren Übergang zu den restlichen Boxen zu realisieren .
Ein Woofer mit einer stabilen Endstufe mit 60-150 Watt Leistungsangabe und einem 25cm Basschassis reicht für Räume mit bis zu 30 qm in den allermeisten Fällen aus ,wobei im Heimkino oberhalb von 20 qm oft zwei kleinere Woofer ein besseres Ergebnis als ein größeres Modell erzielen ,da sie den Bass bei Filmen gleichmäßiger im Raum verteilen .
Solche Woofer erzielen teilweise Spitzenwerte von fast 120 Db ,das reicht auf jeden Fall aus !!!!
Viel wichtiger ist es nicht auf die zahlreichen Billig Angebote hier hereinzufallen ,ein Subwoofer für einen Neupreis von 89,95 Euro ,ist ohne Ausnahme eine Mogelnummer bei der an entscheidender Stelle gespart wurde .Meist beim Gehäuse ,aber auch bei Endstufen (Leistungsangabe  oft pure Spinnerei ) und Chassis .
Für solch einen Elektronikschrott ,der überwiegend unartikuliertes Gebrummel von sich gibt aber keinen
präzisen Bass ,ist auch dieser Preis zu viel .

In jedem Falle ist der Subwoofer immer der beste ,den man nicht als solchen wahrnimmt ,das ist der Sinn des ganzen Konzeptes ,er hat sich homogen in das Klangbild einzufügen und soll immer eine Bereicherung
des unteren Frequenzbereiches sein ,nie ein Ballermann ,der das restliche Klangbild förmlich erschlägt .

Sowas macht nur in den ersten Minuten Spass ,danach nervt es zusehends .

Fazit hier für Ebay :
1)Wählt Euren Subwoofer nach Eurem Raum und Euren vorhandenen Boxen aus ,nicht nach Werbegeschrei und gigantischen Leistungsangaben ,sowas führt nur zu Enttäuschungen .

2) Markenware wie Quadral ,Magnat ,B+W,Teufel ,Nubert und wie sie alle heißen garantiert
zwar keinen automatischen persönlichen Glücksgriff ,sehr wohl aber einen vernünftigen Qualitätsstandard.

3)Für Stereo Musikliebhaber und Mieter der oberen Stockwerke gilt,besser Finger weg von so genannten
Down-Fire Subwoofern ,ihr werdet weder qualitativ überzeugt werden ,noch werden es euch die Nachbarn danken ,dieses Konzept ist nur was für Eigenheimbesitzer mit Hörschwerpunkt Heimkino .

4) High Ender kommen um geschlossene Subwoofer derzeit nicht herum ,wenn sie wirklich das letzte
aus ihrer Anlage rausholen wollen ,was derartige Woofer an Details aus der Basswiedergabe rausholen ist selbst für jemanden wie mich ,der seit Jahrzehnten selber Boxen baut verblüffend ,nur ein kleiner Tipp dabei ,schaut nicht auf den Stromzähler ,derartigen Nebensächlichkeiten können einem den ganzen Spass verderben :-)))

Gruß Klaus2734
             

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