Stützräder für Traktor oder Anhänger - ein Einkaufsratgeber

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Stützräder für Traktor oder Anhänger - ein Einkaufsratgeber

Wichtige Anbauteile an vielen Anhängern und landwirtschaftlichen Arbeitsgeräten, die an Traktoren befestigt werden, sind die Stützräder für Anhänger. Je nach Einsatz soll es die Trailer und Landwirtschaftsgeräte außerhalb des regulären Fahrbetriebs stützen, bei einigen Agrargeräten übernehmen Stützräder sogar wichtige Aufgaben während des Arbeitseinsatzes. Dementsprechend große Unterschiede weisen Stützräder in Bauweise und Ausführung auf.

Stützräder können viele unterschiedliche Produkteigenschaften aufweisen

Bei herkömmlichen Anhängern kommen vom geschlossenen Planenhänger bis hin zum Wohnwagen nahezu identische Bauformen von Stützrädern zum Einsatz. Bei landwirtschaftlichen Anhängern hingegen müssen Stützräder wesentlich höhere Gewichte stützen können. Sowohl die technischen Ausstattungen als auch die Bereifung können daher bei den unterschiedlichen Anhängerbauformen stark variieren. Teilweise bieten sie einen höheren Komfort, während andere technische Besonderheiten die Sicherheit fokussieren. Ebenso gibt es im Agrarbereich Stützräder, die auch eine Stützfunktion während des Betriebs zu erfüllen haben. Schon vor dem Kauf eines Stützrades mit besonderen Eigenschaften sollte daher im Vorfeld klar sein, was die grundsätzlichen Attribute sind, die ein Stützrad mitbringen muss.

Der Aufbau von Stützrädern von Anhängern, Wohnwagen und landwirtschaftlichen Hängern

Stützräder für herkömmliche Arbeitsanhänger und Wohnwagen zeichnen sich durch einen nahezu identischen Grundaufbau aus. Der Stützradschaft ist zweitteilig - oben befindet sich eine Kurbel, in den Stützradhülsen die dazugehörige Spindel. Damit kann der Stützradschaft heraus- bzw. zusammengedreht werden. Oft befindet sich an der Deichsel, wo das Stützrad befestigt wird, auch der Handbremshebel. Stützradkurbeln können im rechten Winkel oder angeschrägt (45 Grad) gebogen sein. Letztgenannte Bauform verringert den Kurbelradius und erhöht die Position der Kurbel dabei. Nicht selten sind nämlich der Handbremshebel und die Aufnahme für das Stützrad so eng auf der Deichsel beieinander, dass Kurbeln, die im rechten Winkel gebogen sind, auch bei gelöster Handbremse mit dem Handbremsgriff kollidieren. Daneben ist beim Spindelwerk zwischen kugelgelagerten und nicht gelagerten Spindeln zu unterscheiden. Je höher die tatsächliche Stützlast wird, desto sinnvoller ist eine kugelgelagerte Spindel, da sich damit der Kraftaufwand beim Kurbeln verringert.

Ausstattungsmerkmale, die zwischen einzelnen Produkten voneinander abweichen können

Während einige Deichseln Klemmbügel besitzen, mit denen der Stützradschaft befestigt wird, ist auf anderen Gabeln eine Plattform mit einer runden Öffnung befestigt. Der Durchmesser dieser Öffnung als auch die Klemmen gestatten einen Stützradschaft mit einem Durchmesser von 47 bis maximal 50 mm. Der Standarddurchmesser gebräuchlicher Stützräder liegt bei 48 mm. Die bereits genannten, einfachen Stützräder können mit der Kurbel komplett auseinander gedreht werden. Das ist wichtig, damit sie durch die Bohrung in der eben erwähnten Plattform geschoben werden können. Einige Stützräder für den Einsatz mit Klemmbügeln besitzen zudem eine Vorrichtung, mit der Sie den kompletten Stützradschaft aus der Klemme lösen und zusätzlich zur Kurbelfunktion manuell hochziehen und ablassen können. Neben diesen Standardstützrädern gibt es noch solche, die eine integrierte Waage besitzen. Diese Bauform lässt sich nicht vollständig auseinanderdrehen. Hier muss darauf geachtet werden, ob das Rad selbst oder die Kurbel abgenommen werden kann, um das Stützrad bei dieser Bauweise mit Bohrung durch die Führung schieben zu können.

Stützräder mit integrierter Waage

Stützräder mit Waage helfen, das Stützlastgewicht zu ermitteln, damit sichergestellt ist, dass beim Anhängerbetrieb die zulässige Stützlast nicht überschritten wird. Bei Wohnanhängern ist es eine beliebte Stützradform, da viele Wohnwagenbesitzer ihren Anhänger nur selten benutzen und dadurch eine nicht optimal ausbalancierte Ladung schnell zu höheren Stützlasten führt. Aber auch bei Arbeitsanhängern, die schwer beladen werden, macht die Waage Sinn, um unzulässige Gewichtsüberschreitungen zu vermeiden. Beim Rangieren bieten die Stützräder mit Waage einen weiteren Vorteil: die Gewichtsermittlung erfolgt über eine im Schaft befindliche Feder. Wird der Wohnwagen oder Anhänger im Handbetrieb rangiert, absorbiert das Stützrad dank der Feder von der Waage harte Stöße, wie beispielsweise beim Überfahren von Bordsteinen, komfortabel ab. Viele Stützräder mit Waage besitzen allerdings auch einen kürzeren Kurbelweg. Das bedeutet, der Schaft kann nur begrenzt auseinandergekurbelt werden. Unter regulären Umständen ist das kein Problem, doch insbesondere Wohnwagenbesitzer verwenden oftmals eine fest unter dem Wohnwagen montierte Rangierhilfe. Es muss also unbedingt berücksichtigt werden, dass auch die Rangierhilfe noch genügend Abstand zum Boden hat.

Funktionsweise: automatische, halb automatische und einfache Stützräder

Im weiteren Aufbau unterscheiden sich herkömmliche von automatischen und halb automatischen Stützrädern. Bei der vollautomatischen Ausführung wird das Stützrad nicht nur einfach bis zum Anschlag am Schaft hochgekurbelt. Ist dieser Punkt erreicht, sorgt eine weitere, robuste Mechanik im Schaft des Stützrades dafür, dass dies nun auch noch seitlich hochgezogen wird, bis das Rad fest am Stützradschaft anliegt. Beim Fahren wird durch ein automatisches Stützrad ein umherschlagendes Stützrad vermieden. Das mindert nicht nur die Geräuschentwicklung im Fahrbetrieb. Daneben kann so weder Spindel noch Radführung im Lauf der Zeit durch die permanente mechanische Einwirkung ausschlagen und zu einem zu großen Spiel von Spindel, Achszapfen oder Schaftführung führen. Bei der Halbautomatik wird das Rad manuell hochgeklappt und befestigt, die Eigenschaften sind dieselben wie beim vollautomatischen Stützrad. Das einfache Stützrad ist in der Bauweise etwas unterschiedlich. Die Gabel für die Achsführung links und rechts des Rades kann nicht hochgeklappt werden. Dafür ist sie meist mit der unteren Schafthülse des zweiteiligen Schaftes im rechten Winkel dazu fest verschweißt. Die Mechanik der halb automatischen Stützräder ist so ausgelegt, dass die angegebenen Lasten keinen negativen Einfluss haben. Schweißnähte von einfachen Stützrädern hingegen stellen bei unbekannten Herstellern unter Umständen einen Materialschwachpunkt dar. Außerdem kann es bei sehr einfachen Ausführungen vorkommen, dass sich das Rad seitlich bewegt.

Räder und Reifen für Stützräder

Räder und Reifen für Stützräder gibt es ebenfalls in verschiedenen Ausführungen. Ausgewählt werden können Luftreifen, PU-Vollkunststoff- und Gummiräder sowie reine Metallräder. Letztgenannte können unter Umständen mit Gummi- oder anderen Kunststoffen beschichtet sein. Außerdem haben diese Räder keine gesonderte Felge. Durch die Radnabe wird zumeist eine einfache Steckachse geschoben, das Rad kann dadurch eine relativ lose Führung besitzen. Räder mit einer extra Felge können ebenfalls unterschiedlich aufgebaut sein, wobei es einteilige und zweiteilige Felgen gibt. Zweiteilige Felgen lassen sich auseinanderschrauben, sodass sowohl die linke als auch die rechte Felgenfassung jeweils ein Felgenteil bildet. Dadurch können Reifen einfach eingesetzt werden, im Anschluss ist einzig die Felge wieder ordnungsgemäß zu verschrauben. Die Felgennabe kann eine einfache Bohrung sein, der Achskörper wird nur durch die Nabe geschoben. Auch bei dieser Bauform ist die Radführung nicht sonderlich präzise. Aufgrund des Stützlastdrucks durch den Anhänger kann sich das Achs/Naben-Spiel sogar vergrößern. Dem gegenüber stehen Felgen mit eingepresstem Radlager. Es handelt sich meistens um präzise und hochwertige, an die Kraftverhältnisse angepasste Nadellager.

Das Reifenprofil richtet sich nach den Einsatzanforderungen

Ob nun ein Vollgummirad, Luftpneu oder reines Metallrad verwendet werden soll, ist auch vom Einsatzzweck abhängig. Allerdings sollte der Faktor Zeit ebenfalls berücksichtigt werden. So eignen sich Luftreifen hervorragend bei Wohnwagen oder Anhängern, die auch auf schwierigem Untergrund gut rangierfähig bleiben sollen. Dafür zeigen diese Reifen aber schneller Ermüdungserscheinungen bei Witterungseinflüssen wie Sonnenschein oder Streusalz. Nicht selten wird der Reifen selbst nach einigen Jahren porös oder verliert Luft. PU-Vollräder hingegen werden von diesen Faktoren weniger stark beeinflusst. Dafür können diese Reifen nur verwendet werden, wenn das Stützrad immer nur kurzfristig im Einsatz ist. Bei landwirtschaftlichen Anhängern gibt es Arbeitsgeräte, die es erforderlich machen, dass das Stützrad auch während des Betriebs Bodenkontakt hat.

Besondere Radeigenschaften bei Landwirtschaftsanhängern

Voll-PU-Räder erwärmen sich dann übermäßig und verändern ihre Form. Das erschwert den Einsatz. Kühlt der Reifen ab, nimmt er wieder seine ursprüngliche Form an. Die Laufräder von Stützrädern, die aus Metall bestehen und höchstens eine Kunststoff- oder Gummibeschichtung besitzen, sind sehr schwer auf groben Untergrund zu rangieren, dafür sind sie aber nahezu unzerstörbar. An einfachen Landwirtschaftshängern, bei denen sie nur im Stand über eine reine Stützfunktion verfügen müssen, sind einteilige Räder mit Metalllauffläche durch diese robuste Bauweise vorzuziehen. Selbst spitze Steine können dem Stützrad nichts anhaben. Bei Pflügen jedoch erfüllen Stützräder auch eine Schwimmfunktion im Betrieb. Daher muss unbedingt ein Stützrad wie vom Hersteller vorgegeben verwendet werden. Sämtliche Reifen können ebenso unterschiedlich ausgearbeitete Profile besitzen. Diese reichen von glatter Oberfläche bis hin zu Stollenprofilen für den Einsatz im offenen Gelände. Folglich ist auch die Profilwahl von den Einsatzanforderungen abhängig.

Materialien, aus denen Stützräder angefertigt werden

Aus welchem Material ein Stützrad angefertigt sein soll, hängt wieder vom Einsatz ab. Herkömmliche Anhänger für Pkws haben meist eine zulässige Stützlast zwischen 50 und 100 kg. Bei landwirtschaftlichen Hängern sind bis zu zwei Tonnen möglich. Dazu kommt, ob ein Stützrad neben dem reinen Stützen im Ruhezustand weiterführende Aufgaben - wie in der Landwirtschaft oft der Fall - erfüllen muss. Das Material, aus dem die Stützräder hergestellt werden, kann daher ebenfalls variieren. Die zweiteiligen Stützradschäfte für herkömmliche Anhänger und Wohnwagen sind oftmals aus Aluminium. Einteiliger Aluminiumguss ist ebenso häufig wie gewälztes Aluminium, das dann längs verschweißt wird. Aufgrund moderner Verarbeitungstechniken erreichen Kunststoffe inzwischen ebenfalls hohe Härtegrade. In der Folge können bei kleineren Anhängern auch Stützräder mit einem Kunststoffschaft verwendet werden. Bei vielen Traktorhängern wird jedoch vorzugsweise ein Stützrad mit einem Schaftkörper aus Stahl verwendet, um die hohen wirkenden Kräfte entsprechend zu absorbieren.

Verwendete Materialien und Produktqualität orientieren sich an den Anforderungen

Ist ein Anhänger oft im Einsatz, steigt damit natürlich auch das Risiko der Materialermüdung. Wohnwagen hingegen stehen die meiste Zeit des Jahres und vorzeitiger Verschleiß durch Arbeitseinflüsse ist eher ausgeschlossen. Dafür sollte das Stützrad für Ihren Wohnanhänger witterungsbeständig sein, denn meist stehen diese Anhänger im Freien. Auch nach langen Standzeiten sollte die Funktionstüchtigkeit daher nicht beeinflusst sein. Bei den Arbeits- und Lastanhängern entscheidet also vornehmlich hochwertige Verarbeitungsweise, die auch unter extremen Bedingungen standhält, während sich bei Wohnwagen durchaus Stützräder aus witterungsfestem Kunststoff eigenen.

Je größer die Anforderung nun an das Stützrad werden, desto wahrscheinlicher werden auch höhere Preise. Daher sollte besonders bei hochwertigen Stützrädern der Bezug über renommierte Hersteller erfolgen. Damit ist nicht nur eine hohe Herstellungsqualität gewährleistet. Darüber hinaus können Sie für hochwertige Stützräder einzelne Ersatzteile genauso wie Ersatzteile für Anhänger beziehen und so bei Schäden an der Mechanik, dem Rad oder dem Schaft auch auf eine über Jahre hervorragende Ersatzteilversorgung zählen. Damit entfällt die kostspielige Neuanschaffung eines kompletten Stützrads im Austausch.

Wählen Sie das passende Stützrad in Ruhe aus

Zusammenfassend festgehalten sollten Sie also grundsätzliche Eigenschaften bedenken, die den Einsatzanforderungen entsprechen. Dazu gehört neben der Bauweise des Stützrades der zulässige Stützlastbereich, Ausführung und Profil der Räder, für welche Halterungen die einzelnen Stützräder geeignet sind, ob die Kurbel nicht am Handbremshebel hängen bleiben kann und natürlich die Maße bei ausgekurbeltem und eingefahrenem Schaft. Sämtliche Anforderungen müssen wenigstens die Eigenschaften des ursprünglichen Stützrades erfüllen. Wollen Sie die Gelegenheit nutzen, ein Stützrad mit weiteren Funktionen oder anderen Eigenschaften (beispielsweise mit einer Waage oder aus Kunststoff) zu erwerben, achten Sie insbesondere darauf, ob das Stützrad zulässig ist und die Bauweise zu Ihrem Anhänger passt. Nehmen Sie sich also Zeit und vergleichen Sie die unterschiedlichen Angebote mit Ihren Anforderungen.

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