Strompreise - was tun ? - den Anbieter wechseln ?

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Die Energiepreise haben zum Jahresbeginn wieder einmal kräftig angezogen, mit Verweis auf die gesetzlich höheren Zwangsabgaben der erneuerbaren Energien, obwohl gerade die zu einer Erhöhung des Stromangebotes geführt haben und damit letztendlich zu mehr Wettbewerb und zu fallenden Preisen. Nur die Strom-Mafia gibt natürlich diesen Umstand nicht zu und steckt die Gelder lieber in die eigene Tasche.

ABER als Verbraucher muß man sich zum Glück nicht alles gefallen lassen - man kann durchaus den Anbieter wechseln. Man sollte allerdings den ungefähren Jahresverbrauch kennen und über einen Stromtarif-Rechner sich ein passendes Angebot heraus suchen. Unbedingt ist auf eine Preisgarantie von 12 Monaten zu achten; das kostet zwar einen kleinen Aufschlag, aber man ist dann vor Überraschungen sicher. Außerdem sind mindestens 2 Monate für den Anbieterwechsel einzuplanen, schneller geht so eine Umschreibung nicht. Auch wichtig, man sollte die Kündigungsfrist und Vertragslaufzeit beim derzeitigen Anbieter wissen, damit man fristgerecht mit dem Vorlauf von 2 Monaten die Sache in die Wege leiten kann. Einen Abschluß bei TELDAFAX ist abzuraten, der Laden steht kurz vor der Insolvenz.  Yellow-Strom ist zwar ein solventer Partner, findet sich aber eher im hinteren Drittel beim Preisvergleich wieder; also superbillig sind die nicht - will uns die Werbung aber weis machen.

Tarife, die einen hohen Neukunden-Bonus aufweisen, sind nicht so zu empfehlen, weil man den Bonus erst im zweiten Abrechnungsjahr vom Gesamtbetrag abgezogen bekommt. Das nennt man Kundenbindung und alle Energieversorger machen da mit ! Strom-Hopper, die jährlich den Anbieter wechseln und die attraktiven Neukunden-Boni mit nehmen wollen, bekommen so einen Strich durch die Rechnung. Also eher auf einen guten Preis achten ohne Bonus, das ist ehrlich und real und man kann ggfls. am Ende auch wieder wechseln, wenn zum Beispiel eine massive Erhöhung für das Folgejahr angekündigt wird. Im Schnitt kann man etwa 170.- bis 280,- EUR pro Jahr bei einem Anbieterwechsel sparen, also es lohnt sich ! Die letzte Erhöhung zum 1.1.2011 fängt man durch einen Wechsel locker ab und spart noch obendrein.  Ganz wichtig: Preise pro kWh sind nicht entscheidend, da kommen ja noch Grundgebühren und sonstige Zuschläge dazu. Entscheidend ist für mich, was kostet mich die Sache am Ende des Jahres unter dem Strich (ohne Bonus, denn im Folgejahr fällt der ja weg), dieser Wert ist für mich vergleichbar mit anderen Anbietern.

Hat man sich für einen neuen Anbieter entschieden und die Fristen eingehalten, sollte in aller Regel problemlos umgeschrieben werden. Die eigentliche Kündigung übernimmt der neue Anbieter, man braucht sich eigentlich um nichts zu kümmern, außer ums bezahlen. Was man spart, hat der Stromvergleich bereits ergeben. Nochmal richtig sparen kann man bei Tarifen mit Jahresvorrauszahlungen (einen Gesamt-Betrag zu Beginn der Laufzeit, Differenz-Zahlung am Jahresende), hat aber das Risiko, falls der Anbieter Konkurs geht, ist das restliche Geld futsch. Also sollte man sich da einen seriösen und solventen Anbieter raussuchen.  Da die Strom- und Vergleichsportale an den Abschlüssen eine Provision verdienen, sollte man vor Abschluß auf die Homepage des neuen Anbieters gehen, vielleicht ist es da noch ein bißchen billiger, weil da ja keine Provision fällig wird. Sich über den neuen Anbieter zu informieren, ist auch nicht die schlechteste Idee. Einfach mal googlen - in diversen Foren gibt es sicherlich die eine oder andere Kritik - so Themen wie Kundenservice, Freundlichkeit, Preisverhalten ect. geben Hinweise, ob man sich darauf einlassen möchte oder eher nicht. Aber bitte Einzelfälle nicht generell verallgemeinern, aber wenn da nur solche Einträge drin stehen, gibt einem das schon zu Denken.

An dem eigentlichen Strom ändert sich nichts. Hatte man in der Vergangenheit zuweilen mal Stromschwankungen, dann wird man die auch in Zukunft haben. Wir haben praktisch einen Strom-See, alle speisen dort ein, die Verbraucher nehmen den Strom ab, nicht benötigter Strom wird anderweitig verhökert oder verschenkt, Bedarfsspitzen werden durch Zukauf, beispielsweise Wasserkraft aus Österreich, abgedeckt. Was auch toll ist, bei allen Förderungen von erneuerbaren Energien, Atomstrom hat immer Vorfahrt. Besteht ein Überangebot an Windenergie, dann wird die Windenergie abgeschaltet, die Betreiber bekommen kein Geld für den Ausfall, Atomstrom darf immer liefern und bekommt das auch bezahlt - aber das ist ein ganz anderes Thema.

Eine andere Sache ist der Verbrauch als solches. Es lohnt sich die Hauptstrom-Fresser per Meßuhr fest zustellen und ggfls. zu ersetzen. Solche Meßzähler gibt es beispielsweise bei Electronic Conrad oder im Internet günstig zu kaufen. Man steckt diese Meßzähler in die Steckdose, das zu messende Gerät wird dann in die Steckdose des Meßzählers gesteckt und los geht es. Man kann den momentanen Verbrauch direkt ablesen, oder man schaltet um auf 24h Verbrauch. Man kann dann den Verbrauch pro Tag ablesen. Kanditaten sind: Wäschetrockner, Gefrierschränke, Kühlschränke. Beim Elektro-Herd ist darauf zu achten, das man das letzte Drittel der Kochzeit abschaltet, dicke Böden der Töpfe und die Heizspirale heizen genügend nach, so dass quasi ohne Stromverbrauch zu Ende gekocht werden kann. Auch Dampfkochtöpfe einsetzen, benötigen insgesamt weniger Kochzeit, ist gesünder und schmeckt besser. Fernseher und sonstige Geräte komplett ausschalten, kein Standby. So lassen sich übers Jahr schnell 100,- und mehr Euro zusätzlich einsparen !

Viel Spaß beim wechseln und sparen !

 

Tipp für Leute, die mit Strom heizen (E-Fußbodenheizung):

Wer mit Strom heizt ist gekniffen. Für diese Tarife gibt es leider keinen freien Markt, man ist an den örtlichen Anbieter fest gebunden. Der liefert auch nicht 24 Stunden den Strom, sondern darf bis zu 6 Stunden in Spitzenzeiten abschalten. Einer E-Fußbodenheizung macht das allerdings nichts aus, man wird es nahezu nicht merken. Nach meiner Einschätzung dürfte in der heutigen Zeit eine E-Heizung völlig unwirtschaftlich sein. Früher gab es den günstigen Nachtstrom zum heizen, diese Zeiten sind aber schon lange vorbei. Mit einem kleinen Trick kann man als gebeutelter E-Heizungs-Benutzer den E-Werken doch noch ein Schnippchen schlagen: Man läßt von einem Elektriker den zweiten Zähler für die E-Heizung abklemmen und legt die E-Heizung mit auf den Normal-Zähler mit drauf. Dann ergibt sich ein Gesamt-Jahresverbrauch (da ist dann alles drinn), und man kann sich einen Anbieter für diesen Gesamtverbrauch am freien Markt suchen. Und man hat Strom für die E-Heizung rund um die Uhr !!  Kosten für das Umklemmen ca. 150 bis unverschämte 300,- EUR (15 Minuten Arbeit, plus An-/Abfahrt), wenn die Zähler direkt neben- oder untereinander eingebaut sind.

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