Soundboard? - NEIN DANKE!

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Dieser Ratgeber beschäftigt sich mit der Sinnhaltigkeit von und der Gefährdung durch Soundboards, Heckablagen mit schweren Lautsprechern oder sogar "kompletten" Anlagen in der Hutablage.


Schonmal darüber nachgedacht, was wohl passiert, wenn man mit nem einige Kilo schweren Soundboard im Nacken gegen ein Hindernis fährt?

Lasst es euch durch den Kopf gehen, denn sonst geht euch irgendwann vielleicht einmal euer

Soundboard durch den Kopf.


Der Hintergrund zu dieser Feststellung, manche mögen es lediglich für eine Behauptung halten:

Die Massenträgheit und Ihre Folgen im Falle eines Unfalls.

Hierzu wurde bereits in diversen Internetforen gerechnet, ich erlaube mir, einige Beiträge zu zitieren:


"Jochi" schrieb zutreffend im Hifi-Forum*de


"Angenommen du betrachtest es sehr vereinfacht:
F=m.a
Masse Ablage inkl. Hifi: 20kg = ca. 200N
Angenommen du bremst stark ab, und deine Hutablage kommt nach vor: Vollbremsverzögerungen sind normalerweise bei 8m/s²

Dies würde bedeuten, die ablage kommt dir mit 200x8 = 1600N ca 160kg entgegen..."

und

"Rechnest du einen Frontalanprall ähnlich eines ncap Tests (und solche Unfälle passieren net selten), brauchst du die Formel v=wurzel(2.a.s) um und erhältst somit als Beschleunigung: a=v²/2s
Geschwindigkeit bei Euro NCAP beträgt 64km/h = 17,7m/s
Der Verformungsweg ist Fzg.abhängig, dieser sollte bei der A-säule spätestens abgeschlossen sein. Annahme: 1,2m von Stossstange bis A-Säule.
Somit erhälst du für die Beschleunigung, welche deine Hutablage erfährt ca. 110 m/s²

Auf einmal entsteht eine Kraft von F= 200x110= 22000N.

Dies entsprechen ca. 2,2T, bzw. 2200kg, welche (annähernd) ungebremst nach vorne zu dir rauschen.


Uwe hat im Original von verkehrsportal*de geschrieben:

Tatort: Egenrother Stock, ein Straßenstück auf der B260 zwischen Wiesbaden und Nassau, ganz in der Nähe meines Heimatdorfes.
Tatzeit: Pfingstmontag
4 Jugendliche sind auf dem Weg irgendwohin.
Der Fahrer: 2,5 Promille
Tatwaffe: VW Polo, ein dicker Subwoofer auf der Hutablage
Resultat: von den 4 jungen Leuten im Alter von 17 bis 19 Jahren lebt nur noch eine Person und ringt auf der Intensivstation um ihr Leben. Der Subwoofer ist durch den Innenraum geflogen."



Oftmals wird die Gefahr solcher herumfliegender und nicht wirksam zu sichernder Gegenstände, wie einer Hutablage, die oftmals bis zu 20 Kg an Gewicht erreichen kann, je nach Bestückung, absolut unterschätzt, meist nicht einmal überdacht.

Das folgende Bild verdeutlicht, wie es im Innenraum nach einem noch recht glimpflichen Frontalaufprall aussehen kann, wenn ein Soundboard und unbefestigte andere Anlagenteile vorhanden waren:



Was den hinteren Insassen passiert wäre, wenn dort jemand gesessen hätte, kann man sich wohl an 3 Fingern abzählen :(


Wichtig für vernünftiges Car-HiFi:


Gutes Frontsystem (möglichst Kompo-Systeme, da man da den Hochtöner exakt platzieren kann)

+ bei Bedarf einen Subwoofer

+ Gute Verstärker

+ Guter Einbau mit Dämmung und ordentlicher Verkabelung


sind in jedem Fall besser als Soundboards, die zudem die Fahrzeuginsassen ohne Weiteres bei Unfällen töten können.

Wem das allein nicht reicht, der kann in die hinteren Originalhalterungen noch ein sog. "Rearfill" bauen, also einfach ein paar (müssen nicht so tolle sein) Lautsprecher, wo es meist ausreicht, sie übers Radio mitlaufen zu lassen.

Wer schon einmal ein vernünftiges  Frontsystem gehört hat,  wird nicht darüber nachdenken, ein "Soundboard" einzubauen.

Mein ehemaliges Frontsystem hat hier bei eBay ca 40 Euro gekostet (ein Phonocar 2/827) und geht lauter als meine in Jugendzeiten sehr teuer gekauften Lautsprecher, die so groß dimensioniert waren, dass man sie nicht in die Türen einbauen konnte.

Dieses ordentliche Einsteigersystem geht an 100w RMS dermaßen laut, dass man sich:

  1. Vorn nicht mehr mit dem Beifahrer unterhalten kann, ohne wirklich zu schreien.
  2. auch ein lautes System im Heck nicht mehr wahrnehmen würde!
  3. man nach einiger Zeit die Lautstärke zurückdrehen muss, um Ohrenschmerzen und Hörschäden zu vermeiden.
Dazu muss ich sagen, dass es noch nicht einmal perfekt eingebaut ist, also noch etwas mehr gehen würde.

Statt über übertriebene Optik wundern eure "Hörer" sich eher, wenn aus nicht oder kaum sichtbaren Einbauten ein klasse Sound mit ebenfalls teils (je nachdem, was man verbaut hat) sehr starkem Pegel schallt!

Informiert euch in einschlägigen Foren über Qualität und Klang der Komponenten, die Ihr beabsichtigt zu kaufen, jeder Lautsprecher klingt an jedem Verstärker, in jedem Auto und bei jeder Musikart teils völlig anders.

Achtet auf ausreichende Dämmung, auch in den Türen.

Material hierzu findet man auch genügend bei eBay, Anleitungen und viel Hilfe in vielen Foren im Internet!


Schlechte oder keine Dämmung und labberiger Einbau ruiniert dem besten System den Klang!


Es sollte auch jedem der ein wenig darüber nachdenkt klar sein, dass diese Beschallung von hinten klanglich nichts gutes bringen kann, oder stellt man sich auf einem Live-Konzert mit dem Rücken zur Bühne? - Wohl nicht!

Ich hoffe, mit diesem Ratgeber manche zum Nachdenken, und hoffentlich alle die, die mit einem Soundboard geliebäugelt haben, zum umdenken angeregt zu haben.

Der Mehraufwand für einen ordentlichen und ungefährlichen Einbau eines brauchbaren Frontsystems wird in jedem Falle belohnt!

Zu oft sieht man meist junge Leute, die ihr Todesurteil bereits vermeintlich fest hinter sich montiert haben....


Über eine "hilfreich"-Einstufung freut sich der Author  - Danke!
 

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