So wählen Sie das richtige Fischfutter - 10 Tipps

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So wählen Sie das richtige Fischfutter - 10 Tipps

Wenn Sie einen Blick auf die Rubrik „Fischfutter“ bei eBay werfen, werden Sie feststellen, dass das Angebot außerordentlich umfangreich und vielfältig ist. Dieser Ratgeber soll Ihnen dabei helfen, einen Überblick über diese Vielfalt zu gewinnen und Sie in die Lage versetzen, das richtige Futter für Ihre Fische auszuwählen. Außerdem sollen Ihnen ein paar Ratschläge an die Hand gegeben werden, wie Sie Ihre schwimmenden Lieblinge am besten vollwertig ernähren, was es dabei zu beachten gibt und wie Sie bei der Fütterung am besten verfahren. Am Anfang stehen deshalb ein paar generelle Überlegungen und eine Charakterisierung der zahlreichen verschiedenen Futtermittel, die angeboten werden. Am Ende soll Ihnen in zehn konkreten Tipps ein kurz gefasster Leitfaden zur Verfügung stehen, der die wichtigsten Fragen rund ums Fischfutter beantwortet.

Was gilt es bei der Fischfutterauswahl zu beachten

Die zunehmende Popularität der Aquaristik und auch der Teichhaltung von Fischen hat dazu geführt, dass der Markt für Fischfutter heute mit einer unvorstellbaren Fülle aufwarten kann.

Ziel einer jeden Fütterung sollte es natürlich sein, eine artgerechte und vollwertige Ernährung zu gewährleisten. Das Futter muss also alle nötigen Nährstoffe enthalten, die unseren Schützlingen ein langes und gesundes Leben ermöglichen. Deshalb stellt ein gutes Futter ein ausgewogenes Verhältnis an Fett, Rohfasern, Eiweiß, Vitaminen und sonstigen Spurenelementen zur Verfügung.
Dazu kommen dann noch die unterschiedlichen Bedürfnisse der einzelnen Fischarten. Genauso wie bei allen anderen Tieren, gibt es auch unter den Fischen reine Fleischfresser, Allesfresser und Pflanzenfresser. Es liegt auf der Hand, dass man diese Bedürfnisse bei der Fütterung berücksichtigen muss. Einige Fische verweigern jegliches Trockenfutter und nehmen nur Lebendfutter. Manche holen sich ihre Ration direkt von der Wasseroberfläche, während andere wiederum nur im Wasser schwebendes Futter zu sich nehmen. Viele der beliebtesten Aquarienfische halten sich fast ausschließlich am Boden auf und suchen sich ihr Futter deshalb auch nur dort.

Wie und wie oft füttert man

Die heutigen industriell gefertigten Futtermittel bieten im Allgemeinen eine wohlabgestimmte Kombination aller wichtigen Nährstoffe. Der Nährwert und der Energiegehalt des heute am häufigsten verwendeten Flockenfutters bzw. der Futtertabletten sind sehr hoch und werden deshalb leider meist falsch eingeschätzt. Das führt dazu, dass oft zu viel gefüttert wird. Die Fische werden sich zwar selten überfressen (was aber auch vorkommen kann), das überflüssige Futter sinkt aber zu Boden und dient dort vor allem den Schnecken als Festschmaus, was wiederum zu einer regelrechten Schneckenplage führen kann. Das Resultat einer Überfütterung ist deshalb eine starke Belastung des Wassers entweder indirekt durch die Stoffwechselprodukte der zahlreichen Schnecken oder direkt durch Giftstoffe, die beim Verfaulen der Futterreste entstehen.
In weiterer Folge kann es dadurch zu einer Sauerstoffknappheit kommen, was wiederum das „Umkippen“ des Aquarienwassers verursacht und den Tod der Fische zur Folge hat. Deshalb sollte man bei der Fütterung mit Flockenfutter große Sorgfalt walten lassen – besser etwas zu wenig Futter als zu viel. Wenn die Fische die gesamte Futterration binnen zwei Minuten restlos auffressen, hat man die richtige Dosierung gefunden. Wenn man eine solche Ration ein- bis maximal zweimal am Tag verabreicht ist das normalerweise völlig ausreichend. Für die Gesundheit der Fische ist es auch durchaus zuträglich, wenn man an einem oder zwei Tagen pro Woche nicht füttert. Die Fische leiden deshalb nicht unter Hunger, bleiben aber gesund und agil.

Was Sie beim Futterkauf beachten sollten

Hier sei noch eine Bemerkung zum Futterkauf erlaubt: Es mag zwar oft recht verführerisch sein, die teilweise sehr günstigen Angebote für Großgebinde von Fischfutter wahrzunehmen, man sollte aber bedenken, dass auch trockenes Fischfutter nicht unbegrenzt haltbar ist. Selbst bei optimaler Lagerung (kühl und trocken) hat es meist nach einem Jahr schon den Großteil an Vitaminen verloren und es empfiehlt sich, eine frische Dose zu öffnen. Zudem sollte man seinen Fischen auch eine gewisse Vielfalt in der Ernährung gönnen, indem man ihnen mehrere verschiedene Futtersorten von verschiedenen Herstellern anbietet. Sofern man also keinen riesigen Gartenteich mit fünfzig Koi-Karpfen zu versorgen hat, tut man gut daran, öfters frisches Futter in kleineren Verpackungseinheiten zu kaufen. Wenn Sie sich ausführlicher über dieses komplexe Thema informieren wollen, sind Sie mit der einschlägigen Fachliteratur, sicher gut bedient.

Die Fischfutterarten im Überblick

Es gibt zahlreiche Firmen, die sich der Herstellung von Fischfutter in all seinen Varianten widmen. Im Folgenden finden Sie einen Überblick über die verschiedenen Fischfuttertypen.

Trockenfutter (Flockenfutter, Granulat, Tablettenfutter)

Dieses Futter ist wohl das „Grundnahrungsmittel“ der meisten Aquarien- und Teichfische. Es ist in sehr vielen unterschiedlichen Zusammensetzungen und Qualitäten erhältlich und kann damit viele unterschiedliche Bedürfnisse abdecken. Es stellt für die meisten Fische ein vollwertiges Alleinfuttermittel dar, ist jedoch auch als Variante für manche Futterspezialisten wie zum Beispiel reine Pflanzenfresser erhältlich. Man sollte aber wenigstens ab und zu auch andere Futtersorten reichen bzw. nicht die gesamte Ernährung seiner Fische aus einer Dose bestreiten, da auch Fische die Abwechslung zu schätzen wissen. Das Flockenfutter hat den Vorteil, dass es länger auf der Wasseroberfläche liegen bleibt und dann erst langsam absinkt, während Granulatfutter sofort, mehr oder weniger langsam zu Boden sinkt. Die Futtertabletten sind speziell für bodenbewohnende Fische gedacht und bleiben deshalb länger auf dem Grund liegen, bis sie von den Fischen gefunden und gefressen werden.

Gefriergetrocknetes Futter

Bei sorgfältiger Herstellung ist gefriergetrocknetes Futter sehr hochwertig und kann durchaus dem Lebendfutter gleichgestellt werden. Für Aquarienfische stehen hier vor allem Wasserflöhe (Daphnien) und Mückenlarven (rot bzw. schwarz) zur Verfügung. Für größere Fische bzw. Teichfische dürfen es auch Flohkrebse, Seidenraupen oder Mehlwürmer sein.

Tiefgefrorenes Futter

Ähnlich wie das gefriergetrocknete Futter können auch tiefgefrorene Mückenlarven, Wasserflöhe, etc. in Hinsicht auf den Nährwert durchaus mit Lebendfutter verglichen werden. Es ist meist praktisch in Portionswürfel gepresst und lässt sich einfach verfüttern. Man sollte allerdings die Würfel zuerst auftauen und nicht im gefrorenen Zustand ins Aquarium geben.

Selbst gefangenes Lebendfutter

So gut wie alle Fische nehmen frisch gefangenes Lebendfutter dankbar an. Auch für den Betrachter ist es immer wieder ein interessantes Schauspiel, die Fische ab und zu bei ihrem natürlichen Jagdverhalten zu beobachten. Als Futtertiere kommen z. B. Mückenlarven (rote und schwarze), Wasserflöhe und Flohkrebse infrage, die man in der warmen Jahreszeit relativ einfach mithilfe weniger Utensilien (Kescher, Transportbox) in Bächen, Teichen oder der eigenen Regentonne fangen kann.

Gekauftes Lebendfutter

In vielen Zoohandlungen mit Aquarienabteilung kann man eine kleine Auswahl an lebenden Futtertieren kaufen. Oft stehen jedoch der Aufwand und der Preis nicht im Verhältnis zum Vorteil des Lebendfutters.

Selbst gezüchtetes Lebendfutter

Echte Spezialisten unter den Aquarianern züchten sich ihr Lebendfutter selbst. Meist handelt es sich dabei um kleine Artemia-Krebse, die sich relativ schnell aus den gekauften Eiern entwickeln. Zur Artemia-Anzucht gibt es sogar spezielle Gefäße, die eine effiziente und problemlose Zucht ermöglichen. Frisch geschlüpfte Artemia-Larven eignen sich auch besonders gut als Aufzuchtfutter.

Pflanzliches Frischfutter

Es sollte nicht vergessen werden, dass viele Fische und andere Aquarienbewohner (z. B. Garnelen) teils ausschließlich und teilweise nur als Zusatzkost gerne pflanzliche Nahrung zu sich nehmen. Zwar gibt es auch Trockenfutter auf rein pflanzlicher Basis, es spricht aber nichts dagegen, den Pflanzenfressern immer wieder auch frische pflanzliche Kost zu gönnen. Dies können zum Beispiel eine Gurkenscheibe (gut gewaschen) oder einige trockene Blätter (Seemandelbaum, Eiche, Buche) sein, die man mit einem Stein beschwert auf den Aquarienboden legt. Man sollte nur nicht vergessen, eine eventuelle Gurkenscheibe, sofern sie nicht vollständig aufgefressen wurde, nach ca. zwei Stunden wieder zu entfernen, da sich sonst ein Fäulnisherd daraus entwickeln könnte.

Aufzuchtfutter als besondere Futterart

Aufzuchtfutter eignet sich in seltenen Fällen ebenfalls. Für die Aufzucht von Jungfischen gibt es eigenes Futter, das einerseits die speziellen Nährstoffbedürfnisse der Jungfische berücksichtigt und andererseits so fein zerkleinert ist, dass es von den teils winzigen Fischen problemlos gefressen wird. Außerdem gelten die weiter oben schon erwähnten frisch geschlüpften Artemia-Larven als ausgezeichnetes Aufzuchtfutter.

Zehn Tipps zum Thema richtiges Futter und richtiges Füttern

Zum Abschluss und als Zusammenfassung noch einmal die zehn wichtigsten Tipps, wie Sie Ihre Fische optimal ernähren können.

Abwechslungsreich füttern

Auch Fische lieben die Abwechslung in der Ernährung. Durch eine abwechslungsreiche Ernährung geht man auch der Gefahr von Mangelerscheinungen aus dem Weg.

Futtervorlieben der einzelnen Fische berücksichtigen

Berücksichtigen Sie, dass verschiedene Fische unterschiedliche Fressgewohnheiten und Futtervorlieben haben. Entsprechend sollte auch für alle Fische in einem Gesellschaftsaquarium Futter angeboten werden.

Nicht zu viel füttern

Sie sollten Ihren Fischen nur so viel Futter geben, wie diese in ca. zwei Minuten auch restlos fressen können, da übrig gebliebenes Futter das Aquarienwasser belasten würde. Ein oder zwei Futtergaben am Tag sind für die meisten Fische ausreichend.

Ab und zu auch Lebendfutter oder frisches pflanzliches Futter geben

Hin und wieder sollten Sie Ihren Fischen auch Lebendfutter geben (einmal pro Woche oder öfter). Die Fische werden es Ihnen durch eine gesteigerte Vitalität danken. Für pflanzenfressende Fische (und Garnelen) sollten es ab und zu z. B. frische Gurkenscheiben oder Laubblätter sein.

Kein zu altes Futter verfüttern

Fischfutter (auch Trockenfutter) ist nicht unbegrenzt haltbar. Sie sollten deshalb nach Ablauf von ca. einem Jahr das Futter nicht mehr oder evtl. nur noch unter Zugabe von Vitaminpräparaten verwenden.

Nicht vor dem Ausschalten der Beleuchtung füttern

Die Futterzeiten wählt man am besten so, dass den Fischen auch danach noch genügend Zeit bleibt, restliches Futter aufzustöbern (das betrifft vor allem Bodenfische.) Das heißt, die letzte Fütterung findet spätestens eine halbe Stunde vor dem Ausschalten der Aquarienbeleuchtung statt.

Ein bis zwei Fastentage pro Woche

Es ist der Gesundheit Ihrer Fische förderlich, wenn man ein bis zwei Fastentage pro Woche einlegt. Das Nahrungsangebot im natürlichen Lebensraum ist auch nicht so ausgeglichen, sodass die Fische darauf eingestellt sind, nicht jeden Tag Nahrung zu sich zu nehmen.

Darauf achten, ob alle Fische zur Fütterung kommen

Nehmen Sie die Gelegenheit der Fütterung wahr und beobachten Sie Ihre Fische – kontrollieren Sie, ob alle zur Fütterung erscheinen und ob sie gesund wirken.

Was tun, wenn man verreist

Eine Abwesenheit von bis zu drei Tagen mit ausbleibender Fütterung ist für die Fische kein Problem. Erst bei einer längeren Dauer der Abwesenheit sollten Sie auf Hilfe oder auf Futterautomaten zurückgreifen.

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