So tauschen Sie fachgerecht die Fixiereinheit Ihres Laserdruckers

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So tauschen Sie fachgerecht die Fixiereinheit Ihres Laserdruckers

Neben den Tonerkartuschen für einen Laserdrucker gehört auch die Fixiereinheit zu den Verbrauchsmaterialien, die hin und wieder ausgewechselt werden müssen. Allerdings ist hier der Wechselrhythmus über eine deutlich größere Zeitspanne angelegt.

Bei einer Fixiereinheit handelt es sich um ein technisches Bauteil, das sich in jedem Laserdrucker und teilweise auch in Fotokopierern findet. Die Aufgabe dieses Bauteils ist es, das von der Trommel oder Entwicklungseinheit auf das Papier aufgetragene Tonerpulver zu fixieren.

Ein paar wichtige Informationen zur Laserdrucktechnik

Beim Laserdruck wird das sogenannte Elektrofotografie-Verfahren (Xerox-Verfahren) angewendet. Deshalb benötigt jeder Laserdrucker einen Fotoleiter, der sich innerhalb einer beschichteten Bildtrommel befindet. Diese Beschichtung wird mit einer elektrostatisch negativen Ladung versehen. Dadurch entsteht Ozon, welches den etwas eigentümlichen Geruch verursacht, den die meisten Laserdrucker beim Druckvorgang abgeben. Der eigentliche Laser belichtet nun die Stellen, an denen später der Toner aufgetragen wird, und löscht dadurch die negative Ladung. Der Laserstrahl wird dazu über einen rotierenden Spiegel, auch als Laserscanner bezeichnet, rasterartig an- und ausgeschaltet und über die Trommel geführt. Unterschiedliche Graustufen können dabei durch eine sogenannte Halbtonrasterung herbeigeführt werden. Ähnlich funktioniert das auch bei einem Farblaserdrucker, der so unterschiedlich starke Farbtöne erzeugen kann.

Ist der Belichtungsvorgang abgeschlossen, dreht sich der Fotoleiter weiter bis zur Entwicklungseinheit, die sich in unmittelbarer Nähe der Tonerkartuschen befindet. Der Toner ist ebenfalls negativ aufgeladen und kann deshalb auch nur an den belichteten Stellen des Papiers, also an den Stellen ohne Ladung, haften bleiben. Manche Laserdrucker bringen den Toner unmittelbar auf das Papier, bei anderen Modellen erfolgt das über eine Transferwalze.

Übrigens: Bei modernen Farblaserdruckern gibt es für jede Farbe ein einzelnes Druckwerk. Das Papier durchläuft für Farbausdrucke jedes dieser vier Druckwerke nacheinander. Diese technische Weiterentwicklung ermöglicht es, dass im ersten Druckwerk bereits weitergedruckt werden kann, während sich das erste Blatt Papier in einem der anderen Druckwerke befindet. Das spart viel Zeit.

Damit das Tonerpulver tatsächlich auf das Papier gelangt, verwenden Laserdrucker eine Transferrolle, die über eine starke positive elektrische Ladung verfügt. Durch diese gegensätzlichen Ladungen wird der Toner also an die richtigen Stellen transportiert. Am Ende des Druckvorgangs steht dann die eigentliche Fixiereinheit. Die beiden Walzen sind in der Regel entweder mit Teflon oder mit Silikongummi beschichtet. Das verhindert, dass überschüssiges Tonerpulver an den Walzen haften bleibt und den Drucker verschmutzt.

Aufbau und Funktionsweise einer Fixiereinheit

Innerhalb einer kompletten Fixiereinheit findet man in der Regel drei verschiedene Einzelelemente:

Das Heizungselement kann zum Beispiel aus einer Halogenlampe bestehen. So beheizte Fixiereinheiten sind preiswerter, haben aber auch eine deutlich geringere Lebensdauer. Üblich sind Heizungen, die aus Keramik bestehen. Sie haben den Vorteil, sehr schnell die notwendige Betriebstemperatur zu erreichen. Sie müssen wesentlich seltener gewechselt werden, sodass sich der höhere Preis für die Anschaffung eines Austauschelements durchaus rechnet. Das Heizelement wird von elektrischem Strom durchflossen und heizt so die Fixierwalze auf. Die durchschnittliche Betriebstemperatur liegt bei etwa 180 Grad Celsius. Das ist auch die Temperatur, die das Tonerpulver zum Schmelzen bringt. Um nun den Toner auf das Papier zu bekommen, drückt die Anpresswalze die einzelnen Blätter gegen die Fixierwalze. Hier schmilzt das Tonerpulver und verbindet sich fest mit dem Druckerpapier.

Laserdrucke sind übrigens wesentlich länger haltbar als zum Beispiel Ausdrucke mit einem Tintenstrahldrucker. Allerdings eignen sich aufgrund der hohen Betriebstemperatur nicht alle Papier- oder Foliensorten auch für einen Laserdrucker. Achten Sie also beim Kauf von Verbrauchsmaterial darauf, dass es unbedingt für Laserdrucker geeignet ist.

Darauf muss beim Wechseln der Fixiereinheit geachtet werden

Grundsätzlich unterscheiden sich Laserdrucker verschiedener Hersteller von ihrem technischen Aufbau her voneinander. Deshalb ist es unbedingt notwendig, vor dem Wechsel der Fixiereinheit einen Blick in die Bedienungsanleitung zu werfen. In der Regel sind hier alle notwendigen Schritte ausführlich erklärt. Anleitungen zum Wechseln von Verbrauchsmaterialien befinden sich meist auch auf den Verpackungen oder in der Verpackungsbeilage. Ein Besuch der Homepage des Herstellers kann auch hilfreich sein, um eine detaillierte Anleitung zu finden. Gut ausgestattete Laserdrucker verfügen über ein Display, auf dem angezeigt wird, wenn die Lebensdauer der Fixiereinheit sich ihrem Ende nähert. Spätestens dann sollte man sich um passenden Ersatz kümmern.

Achtung: Die Fixiereinheit wird während des Druckens sehr heiß (bis zu 180 Grad Celsius). Wenn Sie die Einheit auswechseln wollen, besteht also Verbrennungsgefahr. Benutzen Sie also ausschließlich den Griff des Bauteils, um es aus dem Drucker zu entfernen. Besser noch ist es, solche Auswechselungen dann vorzunehmen, wenn der Drucker über mehrere Stunden hinweg gar nicht im Gebrauch war. Das schränkt das Risiko von Verletzungen deutlich ein.

So wird die alte Fixiereinheit ausgebaut

Der Drucker muss grundsätzlich ausgeschaltet sein. Nur dann darf der Deckel geöffnet werden. Jetzt gilt es, den Griff auf der Oberseite der Fixiereinheit zu finden. In der Regel befinden sich an beiden Seiten kleine Feststellhebel, die geöffnet werden müssen.

Achtung: Viele Fixiereinheiten haben darüber hinaus noch einen zusätzlichen, deutlich größeren Hebel. Dieser dient ausschließlich dazu, Papierstaus zu beseitigen, und nicht zum Wechsel der Einheit.

Mit dem Griff kann man nach dem Lösen der Feststellhebel die Fixiereinheit gerade nach oben aus dem Drucker herausheben.

Achtung: Sollte die Fixiereinheit noch heiß sein, achten Sie darauf, sie auf einer Fläche abzulegen, die Hitze verträgt.

Der Einbau einer neuen Fixiereinheit

Die Fixiereinheit befindet sich in einer geschlossenen Verpackung und ist durch zusätzliches Schutzmaterial gesichert. Entfernen Sie also alle Verpackungsteile einschließlich der besonders gekennzeichneten Schutzmechanismen. Dieser Vorgang ist in der Regel auch anhand von bebilderten Anleitungen entweder auf der Verpackung oder auf einem Beipackzettel dargestellt. Auch zum Einlegen der neuen Fixiereinheit wird wieder der Griff auf der Oberseite verwendet. Es muss natürlich darauf geachtet werden, dass die Einheit in der korrekten Richtung in den Drucker eingelegt wird. Befindet sie sich in der richtigen Position, werden die beiden Verriegelungen wieder geschlossen. So steckt die Fixiereinheit dank der arretierten Feststellhebel fest im Drucker. Nun muss nur noch überprüft werden, ob die neue Fixiereinheit am farbigen Federhebel auf der Oberseite ein Halteband hat. Ist das der Fall, muss dieses vor dem Schließen des Deckels auf jeden Fall entfernt werden. Ist der Deckel geschlossen, kann der Drucker eingeschaltet und mit der neuen Fixiereinheit wie gewohnt verwendet werden.

Achtung: Auf der alten Fixiereinheit können sich Tonerreste befinden. Damit gehört die gesamte Einheit in den Bereich Sondermüll und darf nicht im Haushaltsmüll entsorgt werden. Die meisten Hersteller bieten inzwischen einen Rücknahmeservice an. Das gilt übrigens auch für andere Verbrauchsmaterialien des Laserdruckers wie zum Beispiel leere Tonerkartuschen oder volle Resttonerbehälter.

So beeinflusst man die Lebensdauer der Fixiereinheit

Je nach Hochwertigkeit des Laserdruckers kann die Fixiereinheit zwischen 40.000 und 400.000 Druckseiten bewältigen. Aber irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, zu dem unschöne Streifen auf den Ausdrucken anzeigen, dass die Haltbarkeit der Fixiereinheit nachlässt. Ein weiteres Indiz dafür sind übrigens beim Schwarz-Weiß-Druck Geisterbilder, die sich an den Rändern des Papiers zeigen. Fixiereinheiten sind relativ teuer. Aus diesem Grund lohnt es sich, ein paar Gedanken darauf zu verschwenden, wie man die Lebensdauer ein wenig erweitern kann. Häufig zeigen sich die Störmuster in einem Abstand, der exakt dem Umfang der beheizten Teflonrolle innerhalb der Fixiereinheit entspricht.

Wenn der Deckel des Druckers geöffnet ist, kann man die entsprechenden Muster bei genauer Betrachtung auch auf dieser Rolle erkennen, weil sich hier Tonerpulver ablagert, das nicht mehr automatisch in den Resttonerbehälter abgeleitet wird. Eine Möglichkeit wäre nun, nur das Heizelement auszutauschen. Das ist aber relativ aufwendig und dazu gehören auch einige technische Kenntnisse, die nicht bei jedem Anwender vorhanden sind. Allerdings kann man mit ein wenig Geschick die Beschichtung des Heizelementes säubern. Dazu empfiehlt es sich, Universal-Öl zu verwenden. Dieses meist aus reinem Vasilineöl bestehende Reinigungsöl hinterlässt in der Regel keine Rückstände. Da auch Haushaltsgegenstände aus Teflon mithilfe von Öl gepflegt werden, ist diese Methode schlüssig.

Für die Reinigung muss die Fixiereinheit nicht ausgebaut werden. Am Ausgabefach für das Papier gibt es einen kleinen Schlitz. Mithilfe eines in Öl getränkten Wattestäbchens lassen sich sichtbare Tonerspuren gut entfernen. Danach muss die Rolle weitergedreht werden. Dazu gibt es die folgenden Möglichkeiten:

  • Sie schalten den Drucker einige Male an und wieder aus.
  • Sie öffnen die Abdeckung und schließen sie wieder.

Beide Methoden zeigen das gleiche Ergebnis: Die Rolle in der Fixiereinheit dreht sich weiter. So kann nach und nach die gesamte Rollenoberfläche gereinigt werden.

Achtung: Bei den ersten Probedrucken können Ölspuren auf dem Papier sichtbar sein. Öliges Papier kann unter Umständen auch einen Papierstau verursachen. Außerdem zeigt der Drucker bei den ersten Seiten möglicherweise eine kleine Rauchentwicklung, wenn das Öl auf der Heizrolle erhitzt wird. Brandgefahr besteht jedoch nicht. Trotzdem solle man das Öl sehr vorsichtig dosieren und auf jeden Fall vermeiden, dass Öl in den Drucker tropfen kann.

Diese Reinigungsarbeiten sind relativ zeitaufwendig. Sie sind auch nur dazu geeignet, vorübergehend wieder saubere Ausdrucke zu bekommen. Auf jeden Fall aber muss die gesamte Fixiereinheit in absehbarer Zeit trotzdem ausgetauscht werden. Wenn Ihr Drucker anzeigt, dass die Fixiereinheit getauscht werden sollte oder wenn eine schlechte Ausdrucksqualität darauf hinweist, sollten Sie auf jeden Fall möglichst rasch reagieren. Trifft sie ein solcher Vorgang zum Beispiel am Wochenende, wenn Sie keine Möglichkeit haben, die Fixiereinheit zu tauschen, kann eine Reinigung der Walze des Heizelements mit Universal-Öl den Drucker noch für einige Tage betriebsbereit erhalten.

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