So reparieren Sie Ihren  MD-Player & -Recorder

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So reparieren Sie Ihren  MD-Player & -Recorder

Besitzen Sie noch einen MiniDisc-Recorder oder einen MiniDisc-Player? Wenn ja, haben Sie ihn wahrscheinlich schon sehr lange. Das heißt auch, dass Sie ihn immer gut gepflegt und behandelt haben. Doch auch bei optimaler Handhabung und Pflege von Hi-Fi-Geräten können Defekte und Störungen auftreten.

Das ist bei einem MiniDisc-Gerät nicht anders. Dieser Ratgeber möchte Ihnen einige Tipps und Hinweise liefern, was zu tun ist, wenn Ihr MD-Player den Dienst versagt. Dabei lenkt der Ratgeber sein besonderes Augenmerk auf diejenigen Reparaturmaßnahmen, die Sie selbst als Laie durchführen können.

In einem zweiten Teil sollen jedoch auch einige Reparaturhinweise gegeben werden, die nicht unbedingt von jedem durchgeführt werden können. Der Gang zum Fachmann ist hierbei in jeder Hinsicht zu empfehlen. Der Ratgeber erhebt bei diesem Thema keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Störquellen und Defekte gibt es an MD-Playern aus den verschiedensten Gründen. Alle können hier nicht besprochen werden.

Ein kurzer Blick zurück: Wo kommt die MD her?

Die 90er Jahre des letzten Jahrhunderts waren eine aufgeregte Zeit, auch im Bereich der Tonträger. Hier verlor die Musikkassette endgültig ihre Vorreiterschaft und die CD wurde zu dem Standard in den heimischen Hi-Fi-Anlagen. Als digitales und optisches Medium versprach sie die bis dahin beste Klangqualität. Diesen Anspruch hat sie bis heute erfüllt.

Die MiniDisc wiederum tauchte als Tonträger zu Beginn der 1990er Jahre auf. Offiziell wurde sie von Sony als Nachfolgerin der Compact Cassette am Markt etabliert. Diese Aufgabe hatte allerdings schon die CD übernommen. Deswegen erhoffte man sich von der MiniDisc die Ablösung der DAT-Kassette im Privatbereich, da der Erfolg in dem Bereich ausgeblieben war.

Die MD wurde 1991 vorgestellt, ca. ein Jahr später folgten die ersten Aufnahme- und Wiedergabegeräte. Allerdings konnte sich der Tonträger – mit Ausnahme von Japan – zwar nicht dauerhaft durchsetzen, besaß aber eine gewisse Verbreitung. Das hatte mehrere Gründe. Zum einen war die CD mittlerweile am Markt etabliert. Zum anderen entstand mit der allmählichen Herausbildung und Verbreitung des World Wide Web ein neues digitales Musikformat: die MP3.

Zwar entwickelte Sony seine MiniDisc stetig weiter, besonders was die Kompressionstechnik angeht. Gegen die seit Anfang der 2000er Jahre beliebten MP3-Player und iPods hatte die MiniDisc jedoch keine Chance. Selbst mit der Entwicklung der Hi-MD mit größerem Speicherplatz, neuen Bitraten und Wechseldatenträgerunterstützung konnte Sony 2004 nicht den Ausschlag geben.

Alle lizenznehmenden Hersteller verabschiedeten sich nach und nach von der Produktion neuer Geräte. Als Letztes gab Sony selbst im September 2011 die Produktion von Wiedergabe- und Aufnahmegeräten bekannt. Der Tonträger wird hingegen immer noch hergestellt.

Was bei Reparaturen von gebrauchten Mini-Disc-Playern & -Recordern zu beachten ist

Elektrogeräte sind heute kaum noch selbst zu reparieren. Zum einen ist die Technologie soweit entwickelt, das Bauteile und Elektronik so miniaturisiert sind, dass an eine Reparatur nicht mehr zu denken ist. Schaltkreise liegen im mikroskopischen Bereich. Auf der anderen Seite tun Hersteller oft sehr viel dafür, dass der Endverbraucher erst gar nicht so weit kommt, das Gerät zu öffnen, um etwa Bauteile auszutauschen.

Das Öffnen eines Gerätegehäuses geht dann auch oft mit dem Verlust einer eventuell vorhandenen Garantieleistung einher. Das ist auch gleichzeitig das Erste, was Sie prüfen sollten: Besitzt das Gerät noch eine Herstellergarantie oder ist diese bereits abgelaufen? Im Falle Ihres MD-Players wird Letzteres wahrscheinlich der Fall sein.

Einige Regeln sind vor dem Öffnen des Gehäuses zu beachten. Sie betreffen vor allen dingen die Versorgung des Gerätes mit elektrischer Spannung. Hierbei geht es um drei grundlegende Gebote:

  • Freischalten des MD-Players
  • Den MD-Player gegen Wiedereinschalten sichern
  • Spannungsfreiheit feststellen

1.  Es ist zwar fast schon banal und sollte jeder wissen, es wird aber immer wieder vergessen. Bevor eine Öffnung und Reparaturtätigkeit an elektronischen Geräten vorgenommen werden kann, müssen diese komplett vom Stromnetz getrennt sein. Das erreicht man, indem man den Netzstecker zieht. Das Gerät schlicht ausschalten, allerdings am Netz belassen, reicht nicht aus.

2.  Für die Zeit während der Reparatur sollten Sie darauf achten, dass es nicht möglich ist, dass das Gerät versehentlich wieder eingeschaltet werden kann. Auch hierfür ist die beste Methode das komplette Freischalten vom Netz, sprich: Netzstecker ziehen.

3.  Wenn Sie ganz auf Nummer sicher gehen wollen, sollten Sie testen, ob das Gerät noch unter Spannung steht. Dies können Sie mithilfe eines zweipoligen Spannungsmessers erledigen. Dabei muss die Spannungsfreiheit allpolig festgestellt werden.

Einfache Reparaturmaßnahmen für Ihren MD-Player/Recorder: Laser und Gehäuse

Die oben genannten Vorsichtsmaßnahmen sind sehr wichtig. Bitte beachten Sie diese uneingeschränkt. Im Folgenden soll es um die häufigsten Reparaturmaßnahmen gehen, die von jedem durchführbar sind. Dabei handelt es sich im Speziellen um Reinigungsmaßnahmen für bestimmte Innenteile des MD-Players/Recorders.

Die Ursachen für einen Defekt beim MD-Player können sehr vielseitig sein. Meistens äußert sich ein Problem dadurch, dass die MD nicht abgespielt wird und unterschiedliche Fehlermeldungen angezeigt werden. Der Test mit weiteren MiniDiscs bei gleichen Symptomen schließt dabei einen Defekt aufseiten des Tonträgers aus.

Weitere Symptome sind: Die MD wird kurz angespielt - man hört das Laufwerk – und danach passiert nichts. Die MD wird abgespielt, „holpert“ und „springt“ an verschiedenen, unregelmäßigen Stellen. Die ersten Titel werden korrekt abgespielt, die „hinteren“ Titel werden nicht oder nur teilweise gespielt. Diese Liste ließe sich weiter fortsetzen.

Dies kann – wie gesagt – unterschiedliche Gründe haben. Möglich sind beispielsweise Schäden an der Leiterplatte. Diese können etwa durch Kurzschlüsse verursacht worden sein, die durch eindringenden Staub, durch Flüssigkeiten und anderen Gegenstände hervorgerufen worden sind.

Des Weiteren könnten die Motoren betroffen sein. In diesen können bereits durch einen leichten Stoß Lager verklemmen. Auch kann sie hier die Achse verbogen haben. Da das Drehmoment sehr klein ist, könnte der Motor nicht mehr loslaufen. Überprüfen Sie, nach dem Sie das Gehäuse abgeschraubt haben, ob sich gelöste Drähte bzw. Kabel finden lassen.

Die Linse des Lasers

Viele der genannten Problematiken lassen sich auch auf einen weiteren „Defekt“ zurückführen: das Nichtfunktionieren des Lasers. Dies kann, abgesehen von groben Einflüssen, damit zu tun haben, dass die Linse des Lasers durch die Jahre verstaubt bzw. verdreckt wurde. Dies kann durch Feinstaub, Hausstaub oder etwa auch Nikotin verursacht worden sein.

Ein probates Mittel ist die manuelle Reinigung des MD-Laufwerkes. Alternativ können Sie es zunächst auch mit einer Reinigungs-MD probieren. Diese besitzt auf der Datenscheibe eine kleine, weiche Bürste, die bei Rotation der MD immer wieder über die Linse fährt.

Sollte diese Maßnahme nicht erfolgreich sein, kann es sein, dass die Linse sehr stark verdreckt bzw. verstaubt ist. Hier hilft nur eine manuelle Reinigung. Wenn Sie das Gerät geöffnet haben, sollten Sie direkte Sicht auf die Lasereinheit haben. In manchen Fällen müssen Sie noch eine kleine Abdeckung entfernen. Zur Reinigung können Sie Reinigungsstäbchen, sogenannte Q-Tips oder Wattestäbchen, verwenden. Ein feiner Pinsel geht auch.

Außerdem sollten Sie die Reinigung mit einem unverdünnten Alkohol vornehmen. Geben Sie etwas Alkohol (Isopropyl) – alternativ: Brennspiritus – auf den Wattebausch und lassen Sie diesen mit sanftem Druck über die Linse gleiten. Wiederholen Sie den Vorgang einige Male. Anschließend trocknen Sie die Linse in der gleichen Vorgehensweise ohne Alkohol.

Hinweis: Wenn es notwendig ist, Kabel, Abdeckungen oder andere Teile auszubauen, notieren Sie sich deren Position. Am sichersten ist die Aufnahme eines Fotos als Erinnerungsstütze.

Bauteile innerhalb des Gehäuses

Wenn Sie schon einmal das Gehäuse geöffnet haben, können Sie auch gleich nach anderen Bauteilen schauen. Der ärgste Feind des MD-Players/Recorders ist Staub. Er legt sich auf die Platinen und beeinträchtigt Bauteile in ihrer Leitfähigkeit. Außerdem kann er eventuell vorhandene Lüfter verstopfen und damit einen Hitzestau verursachen, der das Gerät zerstören könnte.

Staub reinigen Sie am besten mit einem Staubwedel. Alternativ können Sie auch ein Mikrofasertuch verwenden. Vorsicht bei der Anwendung ist bei Druckluftspray anzumerken. Zwar hilft dies gut gegen besonders hartnäckige und verkrustete Stellen, kann jedoch auch empfindliche Bauteile beschädigen.

Weiterhin ist es sinnvoll die Achsen zu reinigen, auf denen die Lasereinheit hin und herfahren kann – der Laserschlitten. Hier kann auch eine Schmierung der Bauteile erforderlich sein.

Weitere Maßnahmen zur Reparatur des MD-Players

Es existieren natürlich noch weitere Maßnahmen zur Reparatur bzw. zur richtigen Justierung ihres MD-Players. Sie haben zum Beispiel die Möglichkeit, die auf der Platine verteilten Potenziometer fein zujustieren. Diese Maßnahmen sollten Sie allerdings nur ergreifen, wenn die Reinigung des Gehäuses, der Bauteile und des Lasers nichts gebracht haben.

Diese Potenziometer definieren unterschiedliche Eigenschaften Ihres MD-Players. Sie sollten in jedem Fall die vorherigen Einstellungen notieren (Foto), bevor Sie an den Potenziometern drehen. Hier ist allerdings ein größeres Erfahrungswissen notwendig. Wenn Sie meinen, Sie hätten eh nichts zu verlieren, dann können Sie hier gerne tätig werden. In allen anderen Fällen sollten Sie jedoch in Erwägung ziehen, das Gerät zu einem Fachmann zu geben.

Reparatur beim Fachmann

Den defekten MD-Player zum Elektrofachmann in die Reparatur zu geben kann natürlich teuer werden. Hier müssen Sie selbst abschätzen, ob Sie bereit sind, einen unter Umständen hohen Preis für die Reparatur eines Gerätes zu investieren, dessen Wert bereits weit unter dem Reparaturpreis liegt. Lassen Sie sich in jedem Fall einen Kostenvoranschlag machen und entscheiden sie sich dann.

Anders als bei älteren analogen Geräten lassen sich Ersatzteile für MD-Player leicht besorgen. Sollten Sie eine größere MD-Sammlung ihr eigen nennen – Sie sind also auf den MD-Player angewiesen – kann die Reparatur Sinn ergeben. Dadurch haben Sie auch die Chance, qualitativ höherwertige Teile verbauen zu lassen und damit die Lebensspanne Ihres MD-Players zu verlängern.

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