So reparieren Sie Ihre MiniDisc- & CD-Recorder-Kombination

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So reparieren Sie Ihre MiniDisc- & CD-Recorder-Kombination

Gehören Sie noch zu der Generation, die mit dem Kassettenrecorder das Radioprogramm aufgenommen hat? Oder sind Sie bereits mit CDs und MP3s aufgewachsen? Wissen Sie noch, was eine Schallplatte ist und wie Sie diese abspielen können? Horten Sie noch CDs und andere Tonträger in Ihrem Wohnzimmerregal? Oder sind Sie bereits auf den digitalen Streaming-Dienst umgestiegen?

Die Ära der Schallplatten, Audiokassetten und CDs

Wie auch immer Ihr persönlicher Musikkonsum gestaltet ist, wenn Sie die neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts kennengelernt haben, wissen Sie, woher die meisten der oben genannten Tonträger stammen. Die 1990er Jahre waren eine Art Eldorado für Tonträger. In den ersten Jahren waren Schallplatten und Audiokassetten immer noch gut vertreten. Die CD wurde immer populärer und zwischen drin tauchte eine weitere Datenscheibe auf: die MiniDisc.

Insgesamt konnte man damals schon prognostizieren, wohin die Reise ging: weg von den alten analogen Medien wie Schallplatte und magnetischem Tonband, hin zu digitalen Medien wie der Compact Disc. Die MiniDisc war von Sony zu Beginn der 1990er Jahre vorgestellt worden und sollte sowohl das DAT als auch die Audiokassette vom Markt verdrängen.

Die MiniDisc gelangte zwar zu einer relativ weiten Verbreitung, sie scheiterte jedoch am Ende und konnte sich nicht am Markt etablieren. Das hatte mehrere Gründe. Der Wichtigste bestand jedoch in der zunehmenden Verwendung und der Etablierung von MP3s. Zwar setzte Sony auch auf ein ähnliches Verfahren der Datenkompression bei seiner MiniDisc. Die MP3 war jedoch viel flexibler und konnte auf unterschiedliche Geräte geladen werden.

Für viele noch wichtig: der MD/CD-Recorder

In dieser spannenden Zeit der Tondatenträger entstanden ebenfalls viele Abspiel- und Aufnahmegeräte, die aus einer Kombination mehrerer verschiedener Tonträgerlaufwerke bestanden. Eins dieser Geräte war der MD/CD-Recorder. Dieser wird heute nicht mehr hergestellt. Wer jedoch noch eine große Sammlung an CDs und MDs sein Eigen nennt, dürfte an einem solchen Gerät interessiert sein.

Dass Elektrogeräte Defekte aufweisen können, ist eine banale Wahrheit. Davon ist auch der MD/CD-Recorder nicht ausgeschlossen. Aufgrund fehlender neuer Geräte ist hier umso mehr eine Reparatur gefragt. Auch als Laie kann man auf diesem Gebiet schon einiges versuchen. Der Ratgeber möchte Ihnen diese einfachen Reparaturmöglichkeiten aufzeigen. Daneben wird er Ihnen aber auch einen Einblick in etwas kompliziertere Reparaturverfahren bieten. Diese sollten Sie allerdings nur dann in Angriff nehmen, wenn Sie ein hohes Maß an elektrotechnischem Wissen besitzen.

Vorsichtsmaßnahmen für die Reparatur von MD/CD-Recorders

Wenn Sie sich heute daran machen wollen, ein elektronisches Gerät zu reparieren, müssen Sie viele Hindernisse überwinden. Das erste Hindernis ist die Elektronik selbst. Konnte man früher mit etwas Fachwissen und den richtigen Werkzeugen durchaus Elektronikbauteile austauschen, ist dies heute kaum noch möglich. Der Grund ist die immer noch zunehmende Miniaturisierung und Integrierung von Schaltkreisen im mikroskopischen Bereich. Auf dieser Ebene versagt jeder Lötkolben.

Auf der anderen Seite wird man bereits vom Hersteller in vielen Fällen daran gehindert, nur das Gehäuse zu öffnen. Zumeist droht hier der Verlust der Gerätegarantie. Über diese Entmündigung des Verbrauchers brauchen Sie sich jedoch keine Sorgen zu machen. Ihr MD/CD-Recorder hat bereits einige Jahre hinter sich. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, prüfen Sie, ob noch eine Gewährleistungsgarantie besteht.

Ansonsten: Haben Sie keine Scheu, das Gerät zu öffnen. Doch bevor Sie zum Schraubendreher greifen, sollten Sie in jedem Fall das Folgende beachten:

Regeln für Ihre Sicherheit im Umgang mit dem elektrischen Gerät 

  1. Schalten Sie das Gerät vor dem Öffnen aus und trennen Sie es vom Netz! Das bedeutet, dass Sie den Netzstecker des Recorders aus der Steckdose ziehen. Sie denken jetzt vielleicht „Na, das ist doch logisch“. Diese Vorsichtsmaßnahme wird jedoch häufig vergessen, was zum Teil lebensbedrohlichen Folgen hat.
  2. Sichern Sie den Recorder gegen Wiedereinschalten! Während Sie das Gerät geöffnet haben und reparieren, sollten Sie sicherstellen, dass es keine Möglichkeit gibt, das Gerät unter Spannung zu setzten. So etwas passiert zumeist versehentlich. Die beste Methode haben wir bereits oben genannt: Ziehen Sie den Netzstecker!
  3. Stellen Sie fest, ob bestimmte Bauteile noch unter Spannung stehen! Wenn Sie den Netzstecker gezogen haben, bedeutet das nicht, dass kein Strom mehr vorhanden ist. Bestimmte Bauteile – Kondensatoren etwa – speichern elektrische Spannung und entladen sich erst langsam. Um festzustellen, ob noch Spannung im Gerät vorhanden ist, benutzen Sie einen zweipoligen Spannungsmesser.

Einfache Reparaturen, die jeder selbst erledigen kann

Bevor es um die einfacheren Reparaturverfahren geht, zunächst noch ein Tipp: Legen Sie sich vor der Reparatur (falls vorhanden) einen Schaltplan des Gerätes und einen Fotoapparat zurecht. Der Schaltplan kann Ihnen auch bei kleineren Reparaturen helfen. Der Fotoapparat ist für die Dokumentation Ihrer Reparatur gedacht. Bevor Sie etwas verändern, machen Sie ein Foto davon, um notfalls zur Ausgangskonfiguration zurückkehren zu können.

Dass der MD/CD-Recorder defekt ist, merkt man an unterschiedlichen „Verhaltensauffälligkeiten“. Entweder es werden gar keine CDs bzw. MDs mehr abgespielt und/oder das Gerät gibt verschiedene Fehlermeldungen aus. Als Erstes ist hier das Ausschließen externer Ursachen geboten. Liegt es vielleicht nicht am Gerät selbst, sondern beispielsweise an der eingelegten CD bzw. MD?

Weitere Symptome sind denkbar. Die Tonträger werden nur kurz angespielt, die Laufwerke geben ungewohnte Geräusche von sich, die Wiedergabe „springt“ usw. Je nach dem, welche Symptome Ihr MD/CD-Recorder zeigt, gibt es unterschiedliche Ursachen, die zu Defekten und Störungen führen können. Eine der ersten Maßnahmen, die Sie ergreifen können, ist es, nach Öffnung des Gehäuses nach losen Teilen zu suchen. Dies können beispielsweise auch gelöste Kabel und Drähte sein. Nutzen Sie den Schaltplan, um diese zu identifizieren und eventuell gelöste Kabel wieder richtig zu verbinden.

Möglich sind weiterhin auch Defekte an den Leiterplatinen. Diese Defekte können durch Kurzschlüsse verursacht worden sein. Kurzschlüsse bei Hi-Fi-Geräten werden nicht selten durch eindringenden Staub, Flüssigkeiten und weitere Gegenstände hervorgerufen. Auch die Motoren sind eine nicht seltene Fehlerquelle. Hier genügen oft schon kleine Stöße, dass sich Lager verklemmen, oder Achsen verbiegen. Motoren in solchen Geräten besitzen ein sehr geringes Drehmoment und können dann nicht mehr anlaufen.

Häufige Fehlerquelle: die Linse des Lasers

Die oben genannten Symptome können sich auch auf eine Ursache zurückführen lassen, die nicht sehr selten vorkommt: ein nicht richtig funktionierender Laser. Dies kann unter anderem mit einer verstaubten Linse zu tun haben. Feinstaub bzw. Hausstaub und auch Nikotin sind ausgesprochene Feinde der Laserlinse. Hier gibt es die Möglichkeit, Reinigungs-CDs und Reinigungs-MDs zu verwenden.

Sollten diese nicht ausreichen, können Sie die entsprechende Linse auch manuell reinigen. Nehmen Sie sich hierfür ein Reinigungsstäbchen (Q-Tip) und etwas unverdünnten Alkohol. Am besten ist Isopropyl-Alkohol, alternativ können Sie auch Brennspiritus verwenden. Benetzen Sie den Wattebausch mit etwas Alkohol und fahren Sie diesen mehrmals ohne großen Druck über die Linse. Wiederholen Sie dies am Ende mit einem trockenen Reinigungsstäbchen/Wattebausch.

Reinigung des Gehäuseinneren und der Bauelemente

Wenn Sie das Gerät schon einmal geöffnet haben, ist es sehr sinnvoll, Gehäuse und Bauteile zu reinigen. Wie bereits erwähnt, ist Staub ein gefährlicher Gegner. Er legt sich auf Platinen, Kondensatoren und Widerstände und beeinflusst deren elektrische Leitfähigkeit. Die Folge können Kurzschlüsse sein. Bei einer vorhandenen aktiven Belüftung (mit Ventilator) sollte der Staubfilter gereinigt oder ausgetauscht werden. Verstopfte Staubfilter sorgen für eine Überhitzung des Gerätes.

Zur Reinigung bieten sich im Übrigen handelsübliche Werkzeuge an. Benutzen Sie beispielsweise einen Staubwedel oder ein Mikrofasertuch. Hartnäckige Stellen können mit Druckluftspray bearbeitet werden. Hier ist jedoch Vorsicht geboten. Achten Sie hierbei auf besonders empfindliche Bauteile. Sie können auch die Achsen reinigen, auf die der Laser des Laufwerks entlangfährt.

Komplexere Reparaturen überlässt man lieber dem Fachmann

Wie Sie gesehen haben, kann man die Reparaturmaßnahmen, die man als Laie selbst erledigen kann, an einer Hand abzählen. Defekte, die mit der Elektronik zusammenhängen, sind ohne ein hohes Fachwissen und speziellen Profiwerkzeugen nicht zu beheben. Am ehesten können Sie versuchen, die auf der Platine befindlichen Potenziometer zu justieren. Diese steuern unterschiedlichste Eigenschaften Ihres MD/CD-Recorders.

Hier empfiehlt sich jedoch die schon oben erwähnte Methode: Machen Sie vor der Veränderung des Potenziometers ein Foto von seinem Ausgangszustand. Dennoch ist hier ebenfalls ein größeres Fachwissen notwendig. Wenn Sie sich denken, Sie hätten nichts zu verlieren, weil das Gerät eh schon defekt ist, dann legen Sie einfach los.

Wenn Sie jedoch etwas vorsichtiger sind, weil Sie das Gerät nicht noch weiter beschädigen wollen, könnte sich ein Gang zum Fachmann lohnen. Hier steht natürlich die Frage im Vordergrund: Wie viel soll es kosten? Ein Kostenvoranschlag beantwortet Ihnen diese Frage. Man kann sie nicht pauschal beantworten. In den meisten Fällen wird die Reparatur jedoch den Wert des Gerätes um ein Vielfaches übersteigen.

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