So nutzen Sie eine mobile Bluetooth Freisprecheinrichtung in mehreren Autos

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So nutzen Sie eine mobile Bluetooth Freisprecheinrichtung in mehreren Autos

Telefonieren am Steuer ist verboten. Seit dem 1. April 2004 gilt ein Gesetz, das das Telefonieren während der Fahrt nicht erlaubt. Bei Verstößen müssen Sie mit einem Bußgeld und einem Punkt in Flensburg rechnen. Im Wortlaut besagt der Absatz 1a der § 23 StVO:

„Dem Fahrzeugführer ist die Benutzung eines Mobil- oder Autotelefons untersagt, wenn er hierfür das Mobiltelefon oder den Hörer des Autotelefons aufnimmt oder hält. Dies gilt nicht, wenn das Fahrzeug steht und bei Kraftfahrzeugen der Motor ausgeschaltet ist."

Der Paragraf bezieht sich also nicht nur auf das Telefonieren, sondern auf die Nutzung eines Telefons allgemein. Sobald Sie der Führer eines Kraftfahrzeugs sind und am Steuer mit einem Mobiltelefon hantieren, machen Sie sich strafbar. Eine SMS schreiben, eine Rufnummer auslesen, das Smartphone als Diktiergerät verwenden oder selbst die Uhrzeit ablesen wurde von verschiedenen Gerichten in Deutschland als verboten eingestuft. Prinzipiell dürfen Sie Ihr Smartphone während der Fahrt also gar nicht benutzen – es sei denn, Sie verwenden eine Freisprecheinrichtung.

Die Vorgabe gilt für alle Fahrzeugführer – Radfahrer müssen sich also ebenfalls an diese gesetzlichen Bestimmungen halten.

Freisprecheinrichtungen sind im Auto erlaubt

Von dem Verbot nicht erfasst wird das Telefonieren während der Fahrt unter Einsatz einer Freisprecheinrichtung. Beide Hände müssen während des Vorgangs für die Bedienung des Fahrzeugs frei bleiben. Das Bedienen des Mobiltelefons muss mit einer Hand erfolgen können, ohne dass das Telefon in der Hand gehalten werden muss. Daher muss das Telefon fest installiert sein. Wenn eine feste Installation gegeben ist, ist das Telefonieren mittels Headset ebenfalls zulässig.

Was ist eine Freisprechanlage?

Eine Freisprecheinrichtung besteht aus einer Kombination aus Lautsprecher und Mikrofon. Die Geräte werden im Fahrzeug installiert und können während des Fahrens verwendet werden. Der Name des Produkts ist Programm, denn beim Telefonieren mit einer Freisprecheinrichtung bleiben die Hände frei.

Es gibt verschiedene Arten von Freisprecheinrichtungen, und fast jeder Smartphone-Besitzer kann auf eine Variante zugreifen, denn in den meisten Telefonen befindet sich eine solche Anlage. Ihr Mobiltelefon muss zu diesem Zweck auf „Freisprechen" gestellt werden. Allerdings ist die Benutzung im Auto weniger sinnvoll, denn das Mikrofon und der Lautsprecher sind für die Geräuschkulisse im Fahrzeug nur wenig geeignet. Daher sollten Sie spezielle Freisprecheinrichtungen für Fahrzeuge verwenden.

Festeinbauten vs. „Plug and Play"-Lösungen

In einigen Fahrzeugen sind serienmäßig Freisprechanlagen installiert. Viele Kfz können auch mit entsprechenden Produkten nachgerüstet werden. Festeinbaulösungen können über das Mobiltelefon, die Anlage selbst und häufig auch über Lenkradtasten bedient werden.

„Plug and Play"-Lösungen sind mobile Freisprecheinrichtungen. Sie werden zum Beispiel in den Zigarettenanzünder des Fahrzeugs gesteckt und so mit Strom versorgt. In dem Gerät sind Mikrofon und Lautsprecher integriert.

Kommunikation via Bluetooth

Damit die Bluetooth-Freisprechanlage zusammen mit Ihrem Mobiltelefon funktioniert, müssen die Produkte gekoppelt werden. Bluetooth stellt die beste und einfachste Möglichkeit dar, eine Verbindung zwischen elektronischen Geräten aufzubauen. So entfallen lästige Kabel, die Sie beim Fahren behindern könnten, und noch dazu kann sich das Handy nahezu überall im Auto befinden, da die Reichweite von Bluetooth zwischen zehn und 100 Metern liegt.

Bluetooth ist eine international standardisierte Datenschnittstelle per Funk, die eine schnurlose Verbindung zwischen verschiedenen Kommunikationsgeräten ermöglicht. Über diese Verbindung können dann digitale Daten transportiert werden.

In fast allen modernen Elektronikgeräten steckt mittlerweile ein Bluetooth-Chip. Der Vorgang der Kopplung zwischen zwei Geräten wird auch als Pairing bezeichnet. Je nach Produkt müssen Sie Bluetooth zunächst aktivieren, um eine Verbindung herstellen zu können. Zur Autorisierung des Verbindungsaufbaues muss in einigen Fällen ein Zahlencode im Gerät eingegeben werden, bei Freisprecheinrichtungen ist dies meistens nicht der Fall.

Bluetooth: Ein Wikingerkönig stand Pate

Der Name „Bluetooth" ist keine Erfindung, sondern eine Hommage an den dänischen Wikingerkönig Harald Blauzahn, der ein sehr kommunikativer Mensch gewesen sein soll. Im 10. Jahrhundert gelang es ihm, Dänemark weitgehend zu vereinen und zu christianisieren. Dass ein Skandinavier dem Funkstandard seinen Namen verleiht, ist kein Zufall, denn die Beteiligung an der Bluetooth-Entwicklung der skandinavischen Firmen Ericsson und Nokia war sehr hoch.

Die Entwickler des Funkstandards verwendeten „Bluetooth" zunächst als Codenamen. Mangels Alternativen entwickelt sich schließlich aus dem Codenamen der Markenname.

Mobile Freisprecheinrichtungen nutzen

Das Nutzen von mobilen Freisprecheinrichtungen ist in vielerlei Hinsicht sinnvoll. Zunächst einmal können Sie legal während des Fahrens telefonieren und müssen nicht mit einem Bußgeld rechnen.

Mobile Geräte sind besonders praktisch, da sie in mehreren Fahrzeugen eingesetzt werden können. Zu diesem Zweck sollten Sie auf Geräte setzen, die leicht installiert und deinstalliert werden können. Ein Wechsel von einem Auto ins andere sollte möglichst einfach vonstattengehen. Wenn Sie mehrere Fahrzeuge Ihr Eigen nennen oder häufig in Leihwagen unterwegs sind, sollte das mobile Gerät möglichst einfach zu wechseln und zu transportieren sein. In diesem Ratgeber stellen wir Ihnen mögliche Produkte vor.

Mobile Geräte für die Sonnenblende

Einige mobile Bluetooth-Freisprecheinrichtungen wie das Parrot Minikit können an der Sonnenblende eines Fahrzeugs angebracht werden. Die Modelle werden nicht fest verbaut, sondern mit der Hilfe eines Clips an der Blende befestigt. Der Clip besteht aus dünnem Draht, der bei Nichtbenutzung eng am Gerät anliegt. Er geht weit genug auf, um über die meisten Sonnenblenden geschoben zu werden.

In einigen Fällen sind die Blenden allerdings zu dick, um die Freisprecheinrichtung daran zu befestigen. Trotzdem müssen Sie nicht auf die mobilen Modelle verzichten. Ein elastisches Band verspricht Abhilfe, in der das Gerät befestigt werden kann. Bei vielen Freisprecheinrichtungen für Sonnenblenden gehört dieses Band zum Lieferumfang.

Stromversorgung als Manko

Einziges Manko dieser Modelle ist die Stromversorgung. Mittels eines Kfz-Adapters mit USB-Anschluss können Sie das Gerät mit dem Zigarettenanzünder verbinden. Ein Kabel vom Zigarettenanzünder zur Sonnenblende würde allerdings nicht nur die Sicht, sondern auch ihren Bewegungsradius unzulässig einschränken. Daher sollten die Produkte nur geladen werden, wenn sie nicht in Benutzung sind. Bei Gesprächszeiten von mehreren Stunden dürfte das allerdings kein Problem darstellen. Jedoch dürfen Sie nicht vergessen, den Akku rechtzeitig zu laden, damit die Freisprecheinrichtung auch während der nächsten Fahrt benutzt werden kann.

Bluetooth-Einrichtungen für das Lenkrad

Andere Modelle lassen sich am Lenkrad des Fahrzeugs anbringen. Diese Variante ist nützlich, da sich das Gerät direkt in Reichweite befindet und Sie es schnell bedienen können. Ein beleuchtetes Display lohnt sich bei diesen Modellen, da Sie so Nummern und Namen schnell ablesen können.

Diese Art der Freisprecheinrichtungen lässt sich an fast jedem Lenkrad montieren. Über ein Kabel können Sie die Einrichtung mit dem Zigarettenanzünder verbinden und den Akku auf diese Weise laden. Das Aufladen sollte auch bei diesen Modellen nur erfolgen, wenn die Anlage nicht am Lenkrad angebracht ist, damit Sie sich nicht in dem Kabel verheddern können.

Solar-Freisprecheinrichtungen

Solar-Freisprecheinrichtungen versprechen Mobilität ganz ohne Kabel. Die Solar-Modelle müssen so angebracht werden, dass sie möglichst viel Licht bekommen. Je besser ihre Platzierung, desto besser wird der Akku geladen. Einige Produkte werden daher mit Saugnäpfen an der Windschutzscheibe angebracht, andere werden direkt neben den Lüftungsschächten des Fahrzeugs montiert. Die Solarzellen zeigen dabei immer Richtung Himmel.

Ob der Akku der Geräte allerdings vollständig nur durch Sonnenenergie aufgeladen werden kann, ist fraglich. Einige Hersteller der Produkte sprechen daher nur von einer „verlängerten Nutzungsdauer". Wie lange die Kraft der Sonne die Gesprächszeit verlängern kann, ist unklar.

Wenn Sie sich für eine Solar-Freisprecheinrichtung entscheiden, sollten Sie daher auch passende Kabel und einen Adapter für den Zigarettenanschluss erwerben. Denn in der kalten Jahreszeit oder an regnerischen Tagen werden die Solarzellen kaum Sonnenlicht in Energie umwandeln können, und eine zusätzliche Stromversorgung wird unerlässlich.

Befestigungen für die Windschutzscheibe

Freisprechanlagen für die Windschutzscheibe werden in ähnlicher Weise wie Navigationsgeräte befestigt. Sie sollten so angebracht werden, dass sie Ihr Sichtfeld nur minimal beeinträchtigen. Damit die Freisprechanlage, die in der Regel mittels eines Saugnapfes an der Windschutzscheibe angebracht wird, gut und sicher hält, sollte das Glas fettfrei und sauber sein.

Die Stromversorgung der Produkte funktioniert wie bei Navigationsgeräten problemlos, da das Kabel von der Scheibe bis zur Mittelkonsole geführt werden kann und beim Bedienen des Fahrzeugs nicht im Weg ist.

Lüftungsgitter zur Befestigung nutzen

Auch an Lüftungsgittern können Freisprecheinrichtungen angebracht werden. Die Modelle sind mit einem oder mehreren Clips ausgestattet, die in ein Gitter gehängt werden können. Damit Sie die Lüftungsgitter Ihres Fahrzeugs nicht beschädigen, sollte die Freisprecheinrichtung möglichst leicht sein.

Freisprecheinrichtungen mit mehreren Telefonen benutzen

Wenn Sie Ihre mobile Anlage nicht nur in verschiedenen Fahrzeugen, sondern auch mit unterschiedlichen Mobiltelefonen nutzen möchten, sollten sie auf eine Erinnerungsfunktion achten. Einige Geräte sind in der Lage, sich die letzten verbundenen Telefone zu merken oder sich sogar gleichzeitig mit zwei von ihnen zu paaren. Zwar können Sie dann nicht gleichzeitig Gespräche führen, aber häufig erhalten die verschiedenen Telefone unterschiedliche Klingeltöne. Bei langen Autofahrten mit Beifahrer ist dies eine interessante und nützliche Möglichkeit.

Bluetooth-Headsets als Alternative

Eine Alternative zu Freisprecheinrichtungen sind Bluetooth-Headsets. Sie werden ebenfalls mit Ihrem Mobiltelefon gekoppelt und mit einem Bügel an Ihrem Ohr befestigt. Moderne Headsets zeichnen sich dadurch aus, dass sie nur an einem Ohr angebracht werden, während das andere frei bleibt. Auf diese Weise können Sie telefonieren, nehmen Umgebungsgeräusche aber trotzdem noch wahr – was beim Autofahren wichtig ist.

Wenn Ihr Telefon klingelt, können Sie das Gespräch über einen Knopf am Headset annehmen und beenden. Einige Produkte bieten weitere Features wie Wahlwiederholung auf Knopfdruck, das „Wegdrücken" eines Anrufers oder die Aktivierung der automatischen Spracherkennung am Mobiltelefon.

Bluetooth-Headsets sind kabellos und schränken Sie in Ihrer Bewegungsfreiheit nicht ein. Mit der Hilfe von Adaptern können Sie an den Zigarettenanzünder im Auto angeschlossen und geladen werden.

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