So funktioniert's: Erklärung der wichtigsten Funktionen Ihrer TV-Fernbedienung

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So funktioniert's: Erklärung der wichtigsten Funktionen Ihrer TV-Fernbedienung

Stellen Sie sich vor, Sie müssten jedes Mal zum Fernsehgerät gehen, um die Sender oder die Lautstärke zu verstellen. Ein grausiges Szenario, oder? Wir haben uns so sehr an die Fernbedienung in unserer Hand gewöhnt, dass wir erst bemerken, wie sehr wir auf sie angewiesen sind, wenn sie kaputt geht oder nicht auffindbar ist. Neben der Möglichkeit die Sender zu wechseln, bieten die raffinierten Steuerungselemente viele zusätzliche Funktionen, mit denen sich Anwender nur in den seltensten Fällen beschäftigen. Es ist jedoch wirklich von Vorteil, sich die vielen Tasten etwas näher anzuschauen, denn sie dienen nicht nur der reinen Zierde. Die „gewöhnliche" Fernsteuerung birgt nämlich diverse raffinierte Fähigkeiten unter ihrer Plastikschale.

Je nach Alter und Bauweise unterschieden sich die jeweiligen Modelle in der Vielzahl und der Ausprägung ihrer Funktionen, doch einige davon haben alle Exemplare gemeinsam. Diese sollen nachfolgend erläutert werden und Ihnen vielleicht eine völlig neue Welt des Fernsehens eröffnen.

Die Anfänge der Fernbedienungen

Von der heimischen Couch aus bequem zwischen Sendern schalten zu können, war nicht immer selbstverständlich. Die allererste Fernsehfernbedienung wurde Ende der 1940er-Jahre in den USA entwickelt. Sie war damals durch ein Kabel mit dem TV-Gerät verbunden. Ihre einzige Funktion bestand darin, das Bild kleiner oder größer zu machen. 1950 folgte ein weiter entwickeltes Modell, mit dem sich die Programme umschalten ließen – eine Kabelverbindung brauchte es jedoch immer noch. Fünf Jahre später revolutionierte die „Flash-Matic" die damaligen Fernsehgewohnheiten. Sie funktionierte mittels eines sichtbaren Lichtstrahls, der auf einen bestimmten Bereich am TV-Gerät gerichtet werden musste. Kurze Zeit später ersetzte die Ultraschalltechnik die bisherige Methode. Dabei schlug ein kleiner Hammer gegen einen Stab, der daraufhin Ultraschallwellen erzeugte.

Die damalige Technik war mitunter sehr anfällig und von vielen begünstigenden Faktoren abhängig. Die heutigen Bediengeräte sind meistens mit Infrarot ausgestattet. Diese Methode hat einige Vorteile gegenüber den Vorgängern. Zum einen ist sie so gut wie überhaupt nicht anfällig gegen Störwellen und zum anderen muss der Sender nicht unbedingt auf den Fernseher gerichtet sein, da Infrarot-Signale von vielen Flächen reflektiert werden. Außerdem ist Infrarot besonders energiesparend. Neuere Modelle verwenden inzwischen verstärkt Bluetooth- oder WLAN-Technologie. Es ist inzwischen sogar möglich, TV-Geräte per Mobiltelefon oder Computer zu steuern.

Die Universalfernbedienung – eine für Alle

Wenn früher eine Fernbedienung kaputt gegangen ist, musste sie durch ein neues Exemplar ersetzt werden, das genau für das jeweilige Gerät entwickelt wurde. Mit der Erfindung der Allrounder in Sachen Fernsteuerung konnte von da an jeder herstellerunabhängige Modelle erwerben, die auch noch für unterschiedliche Arten von Elektrogeräten einsetzbar sind. Zusammen mit der Anleitung einer Universalfernbedienung wird stets eine Liste mitgeliefert, die eine Reihe von drei- bis vierstelligen Zahlencodes enthält. Diese sind dazu da, die Steuerung auf das jeweilige Gerät zu programmieren. Für jeden Hersteller und jedes Gerät existiert eine spezifische Zuordnung, die der Fernbedienung zunächst mitgeteilt werden muss.

Diese vielseitigen Bedienelemente haben zudem einen häufig unterschätzten und doch unersetzlichen Vorteil. Sie beseitigen das Bediengeräte-Chaos, das auf vielen Wohnzimmertischen herrscht, denn sie können für fast jedes elektronische Gerät im Bereich des Home-Entertainments eingesetzt werden. Was sie häufig nicht können, sind gerätespezifische Extras und Sonderfunktionen. Dafür gibt es einen einfachen Grund: Um alle Tasten beherbergen zu können, die ein DVD-Player, eine Stereoanlage und ein TV-Gerät brauchen, müsste die Fernbedienung riesig sein, was zulasten der Handlichkeit und der Benutzerfreundlichkeit gehen würde.

Sendersuchlauf und Programmplatzierungen auf dem Fernseher

Bevor Sie Ihr Fernsehgerät in Betrieb nehmen, müssen Sie die unterschiedlichen Sender zunächst den Kanälen des TV-Geräts zuweisen. Aktivieren Sie die Senderdurchlauf-Funktion auf Ihrem Fernseher. Entweder findet sich auf Ihrer Fernsteuerung eine entsprechende Taste oder Sie müssen zunächst durch die Menü-Navigation dorthin gelangen. Wenn der Durchlauf gestartet ist, tauchen in unregelmäßigen Abständen verschiedene Sender aus dem Rauschen auf und Sie werden gefragt, an welcher Stelle dieser gespeichert werden soll. So können Sie sich nach Belieben die Reihenfolge zusammenstellen und können selten geschaute Sender weiter hinten platzieren oder gar nicht erst behalten. Bei einem automatischen Durchlauf übernimmt das Fernsehgerät und platziert sie in der Reihenfolge, in der sie auftauchen. Manchmal ändern sich die Frequenzen der kleineren Programmanbieter oder sie werden gänzlich durch andere ersetzt. Aus diesem Grund müssen Sie von Zeit zu Zeit „aufräumen" und den Senderdurchlauf erneut ausführen.

Hauptfunktionen der Fernbedienung

Die klassischen Bedienelemente einer Fernsteuerung sind sicherlich jedem bekannt. Die Taste für das Ein- und Ausschalten des Fernsehgeräts ist in der Regel farblich hervorgehoben und unverkennbar. Wenn Sie die Taste drücken, gelangt das TV-Gerät jedoch lediglich in den Stand-by-Modus, der in der Regel an dem roten Lämpchen erkennbar ist, das im unteren Bereich aufleuchtet. Dieser Zustand bedeutet, dass ein Teil der Elektronik noch aktiv ist und beispielsweise auf einen Timer oder die Fernbedienung reagieren kann. Stand-by verbraucht fortwährend Energie, und auch wenn es sich um sehr geringe Mengen handelt, ist das konsequente Ziehen des Steckers auf Dauer durchaus lohnenswert.

Je nach Modell befinden sich die Regler für die Programme und die Lautstärke an unterschiedlichen Bereichen der Bedieneinheit, doch sind sie nicht mit anderen zu verwechseln, da sie mit einem Plus und einem Minus gekennzeichnet sind sowie dem dazugehörigen Erkennungssymbol. Die einzelnen Kanäle des Fernsehers können Sie ebenfalls mittels Zahlentasten steuern - so müssen Sie nicht endlos eine Taste drücken, wenn sich der gesuchte Sender in zweistelligen Zahlenbereichen befindet. Es gibt Modelle, die über eine zusätzliche Funktion verfügen, die es ermöglicht, mit einem Tastendruck zwischen zwei Kanälen hin- und herzuwechseln, die in der Reihe weit auseinander liegen, sodass Sie möglichst viel von jeder Ihrer beiden Lieblingssendungen mitbekommen.

So ändern Sie die Bildqualität mittels Fernbedienung

Sie können für Ihren Fernseher eine Vielzahl von Feinjustierungen vornehmen, die das Bild beeinflussen. Jedes TV-Gerät hat diesbezüglich festgelegte Einstellungen, die es bei der Herstellung bekommt. Es handelt sich dabei um Mittelwerte, die Sie nach Belieben verändern können. Da wären zum Beispiel die Kontrasteinstellungen. Diese definieren den Unterschied zwischen Schwarz und Weiß. Je höher der Wert der Kontraste ist, desto intensiver und „lebendiger" wirkt dabei das Bild. Zu viel ist jedoch auch nicht optimal, da in diesem Fall zu viele Schwarztöne beigemischt werden und Sie die einzelnen Details der Darstellung nicht mehr erkennen. Zu viel Weiß hingegen äußert sich in verblassten Farben und vielen Grauschattierungen.

Ebenso lassen sich die Farbintensität und die Farbtemperatur regulieren. So erhalten Sie besonders warme oder besonders kalte Töne. Auch hier sollten Sie nicht zu sehr in das eine oder das andere Extrem gehen, wenn sie eine originalgetreue Darstellung erhalten möchten. Manche Fernsehgeräte ermöglichen ebenfalls Einstellungen im Bereich der Konturenschärfe, sodass Sie kristallklare Bewegtbilder bestaunen können.

So nehmen Sie Formatänderungen an Ihrem TV-Gerät vor

Sie kennen sie sicherlich auch: Schwarze Balken, die gefühlt die Hälfte des Bildschirms einnehmen. Das kann unter Umständen daran liegen, dass Sie das falsche Format gewählt haben. Am weitesten verbreitet ist das 16:9-Bildformat, aber auch mit einem Gerät, das speziell auf dieses ausgelegt ist, sind Sie nicht immer auf der sicheren Seite. Bei Fernsehsendungen ist es grundsätzlich kein Problem, doch bei Kinofilmen ist ein anderes Format üblich – eines, das viel breiter als 16:9 ist. Wird ein solcher Kinofilm im Fernsehen gezeigt, erscheinen oben und unten die berüchtigten Balken. Hier kommen die Variationsmöglichkeiten zum Tragen. Wechseln sie so lange zwischen Formaten, bis Sie die angenehmste Darstellung gefunden haben. Eine optimale Lösung existiert hierbei jedoch leider nicht.

Der Teletext Ihres Fernsehers – umfangreicher als Sie denken

Mit einem Klick auf die Fernbedienung eröffnet sich Ihnen eine Welt voller Informationen und neuester Nachrichten. Der Teletext ist wohl eine der nützlichsten Applikationen, die es für Fernsehgeräte jemals gab. Sie können sich den aktuellen Wetterbericht ansehen, sich über die aktuellen Fußballergebnisse informieren oder die spannendsten politischen Entwicklungen mitverfolgen. Eine Programmzeitschrift ist ebenfalls überflüssig, da das aktuelle Tagesprogramm jedes Senders vorliegt. Zusätzlich erwarten Sie zahlreiche Gewinnspiele, soziale Netze und natürlich Werbung.

Die Informationen sind in Seiten unterteilt, die Sie im Teletext-Modus mit den Programmtasten sowie den Zifferntasten steuern können. Wenn Sie wollen, können Sie den Videotext-Bildschirm halb durchsichtig machen und schnell das Tor Ihrer Lieblingsmannschaft mitbekommen. Einige Sender bieten in der unteren Bildschirmhälfte häufig verkleinerte Ansichten, sodass Sie nichts von Ihrem Lieblingsfilm verpassen und gleichzeitig die Sportergebnisse im Liveticker mitverfolgen können.

Die Menü-Funktion von Fernbedienungen

Was sich hinter der Menü-Taste verbirgt, hängt vorwiegend von den spezifischen technischen Möglichkeiten des jeweiligen Fernsehgeräts ab. Meistens wird eine Programmliste eingeblendet, sodass Sie schnell und unkompliziert eines davon auswählen können. Wenn Sie über ein Exemplar mit Festplatte verfügen, können Sie im Menü Aufnahmen bestimmter Sendungen festlegen oder aufgenommene Programme abspielen. Bei einigen Modellen befinden sich beispielsweise auch die Einstellungen für Helligkeit, Kontrast im Menü-Bereich und es existieren keine separaten Tasten dafür. Die Menütaste dient gleichzeitig der Bestätigung gewählter Eingaben. Um diese herum befinden sich kreuzförmig angeordnete Pfeiltasten, die der Navigation dienen. Einige Fernsehermodelle verfügen über einen strukturierten und benutzerfreundlichen Menübereich, wobei andere dagegen für Verwirrung und Unmut unter Anwendern sorgen.

Die AV-Funktion des Fernsehers

AV steht für Audio/Video, und wenn Sie die entsprechende Taste auf Ihrer Fernbedienung drücken, erscheint ein schwarzer Bildschirm. Dieser hat eine bestimmte Funktion. Im AV-Modus werden nämlich Filme abgespielt, die Sie über Ihrer DVD-Player oder Ähnlichen wiedergeben. Selbiges gilt für Spiele diverser Konsolen. Dafür müssen die Wiedergabegeräte meistens über einen SCART-Anschluss mit dem Fernseher verbunden werden. Es gibt mehrere AV-Kanäle, die zu den jeweiligen Anschlüssen des TV-Geräts passen.

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