So funktionieren Reflektorbirnen für einen Fernseher mit Rückprojektion

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So funktionieren Reflektorbirnen für einen Fernseher mit Rückprojektion

Das Fernsehen ist ein beliebter Zeitvertreib. Was gibt es Schöneres, als nach getaner Arbeit zu Hause gemütlich die Beine hochzulegen und einen Film oder eine Serie auf dem Fernseher zu genießen? Während viele Jahre lang der klassische Röhrenfernseher weit verbreitet war, greifen viele Anwender mittlerweile zu einem modernen Flachbildfernseher. Dieser hat vor allem den Vorteil einer flachen Bauweise, sodass ein solches Gerät nah an einer Wand und damit platzsparend aufgestellt werden kann.

Doch wenn Sie Wert auf eine besonders große Darstellung des Bildes legen, wird die Anschaffung eines Flachbildfernsehers schnell eine teure Angelegenheit. Für Geräte jenseits der 50 Zoll zahlen Sie häufig einen vierstelligen Euro-Betrag, zumindest dann, wenn Ihnen eine hohe Auflösung wichtig ist. Eine Alternative wäre hier sicherlich der klassische Projektor, auch Beamer genannt, mit dem Sie eine große Bilddarstellung zu einem vergleichsweise geringen Preis realisieren können. Doch nicht jeder Anwender hat die räumlichen Möglichkeiten, einen Beamer zu installieren. 

Falls Sie nicht auf eine große Bilddarstellung verzichten möchten, einen Beamer jedoch ablehnen, sollten Sie sich einmal Fernseher mit Rückprojektion näher ansehen. Diese sind in der Regel in Bezug auf die Darstellungsfläche deutlich günstiger als Flachbildfernseher. Wie genau ein Fernseher mit Rückprojektion funktioniert, sagt Ihnen dieser Ratgeber. Zudem erfahren Sie, was die Vor- und Nachteile dieser Technologie sind und worauf Sie beim Kauf eines Fernsehers mit Rückprojektion achten sollten.

Wie funktioniert ein Fernseher mit Rückprojektion?

Gerade im Heimkinobereich sind Rückprojektionsfernseher sehr populär. Doch wie genau funktionieren diese Geräte eigentlich? Ein solcher Fernseher ist mit einem lichtdichten Gehäuse ausgestattet, in das ein klassischer Videoprojektor eingebaut ist. In diesem Videoprojektor befinden sich Reflektorbirnen, die das Licht zur Bilddarstellung erzeugen. Dieses erzeugte Licht wird über spezielle Umlenkspiegel von hinten auf eine mehrschichtige und lichtdurchlässige Projektionsscheibe projiziert, die das Bild in Richtung des Betrachters ausgibt.

Damit das Licht gleichmäßig auf der Projektionsfläche auftrifft, verfügt die Projektionsscheibe über eine Fresnellinse. Die nach dem Erfinder Augustin Jean Fresnel benannte Linse wurde ursprünglich für Leuchttürme entwickelt und ermöglicht große Linsen mit kurzer Brennweite, die trotz ihrer Leistungsfähigkeit klein und kompakt ausfallen und damit bestens für den Einsatz in einem Rückprojektionsfernseher geeignet sind. Die Fresnellinse in einem Rückprojektionsfernseher bündelt das auf ihr auftreffende Licht und verteilt dieses gleichmäßig auf der Projektionsfläche. Eine spezielle Kontrastschicht verstärkt dabei den Kontrast des Bildes. Im Prinzip ähnelt die Funktionsweise eines Rückprojektionsfernsehers also der eines klassischen Projektors, wobei das Bild nicht auf eine externe Projektionsfläche, sondern auf die Projektionsfläche im Fernseher projiziert wird.

Die Vorteile eines Fernsehers mit Rückprojektion

Die Verwendung eines Rückprojektionsfernsehers bietet Ihnen einige Vorteile, die einen näheren Blick wert sind. Dazu gehört zunächst eine geringe Geräuschentwicklung. Gerade bei einer Frontprojektion, also der Projektion des Bildes per Videoprojektor auf eine Leinwand, entstehen durch die Lüfter des Projektors häufig Geräusche, die Ihren Videogenuss trüben können. Da der Projektor bei einem Rückprojektionsfernseher mitsamt seiner Lüfter bereits im Gehäuse eingebaut ist, sind die Geräusche der Kühlung deutlich weniger zu hören.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass Sie den Raum, in dem Sie den Rückprojektionsfernseher betreiben möchten, nicht abdunkeln müssen. Da die Bilddarstellung direkt auf der Projektionsfläche des Fernsehers und nicht auf einer Leinwand stattfindet, können Sie den Fernseher auch in hellen Räumlichkeiten aufstellen. Zudem reflektiert die Bildfläche deutlich weniger als die eines klassischen TV-Gerätes.

Sind Sie auf der Suche nach einem Gerät, das auch in kleinen Räumen aufgestellt werden kann, ist der Rückprojektionsfernseher ebenfalls eine gute Wahl. Je nach Modell weisen solche Geräte eine im Vergleich zum klassischen Röhrenfernseher deutlich geringere Bautiefe auf. Teilweise sind die Geräte nur 18 cm tief und können so besonders nah an einer Wand aufgestellt werden. Auf den TV-Komfort eines klassischen Röhrenfernsehers müssen Sie dennoch nicht verzichten, diesem steht ein Rückprojektionsfernseher in nichts nach.

Auch preislich kann sich die Anschaffung eines Rückprojektionsfernsehers lohnen. Vor allem im Vergleich zum Beamer, bei dem Sie für eine besonders große Bildprojektion entsprechend tief in die Tasche greifen müssen, ist der Rückprojektionsfernseher eine preiswerte Alternative. Zudem gelten diese Fernseher als besonders langlebig, sind also bestens für den Dauereinsatz geeignet. Allerdings ist die Lebensdauer des Projektors und der Reflektorbirnen begrenzt. Vor allem die Reflektorbirnen können Sie, beispielsweise auf eBay, jedoch als preiswertes Ersatzteil erwerben und so ohne großen Aufwand austauschen.

Die Nachteile eines Rückprojektionsfernsehers

Die Nachteile bei der Verwendung eines Rückprojektionsfernsehers sollen an dieser Stelle nicht verschwiegen werden.

Hier wäre zunächst die ungleichmäßige Ausleuchtung des Bildschirms zu nennen, denn bei einem Fernseher mit Rückprojektion ist dieser nie völlig gleichmäßig ausgeleuchtet. So ist die Mitte des Bildes meist heller als der Rand. Zudem erreicht ein Rückprojektionsfernseher nicht ganz die Kontrastwerte und die Helligkeit eines klassischen Röhrenfernsehers. Den größten Nachteil stellt wohl die Auflösung dar: Aus der Nähe betrachtet wirkt das Fernsehbild in der Regel etwas unscharf.

Worauf Sie beim Kauf eines Rückprojektionsfernsehers achten sollten

Erfahren Sie nun, auf welche Produktmerkmale Sie beim Kauf eines Fernsehers mit Rückprojektion achten sollten, um das für Sie passende Gerät zu finden.

Die Abmessungen

Wie bei dem Kauf eines jeden Fernsehers spielen die Abmessungen auch beim Kauf eines Rückprojektionsfernsehers eine wichtige Rolle. Beachten Sie dabei, dass diese Geräte zwar meist mit einer flachen Bauweise glänzen können, aufgrund der verbauten Technik jedoch häufig relativ schwer sind. Gewichte von bis zu 100 Kilogramm sind bei Rückprojektionsfernsehern keine Seltenheit. Stellen Sie also zunächst sicher, dass Sie über einen passenden TV-Tisch verfügen, der ein solches Gewicht tragen kann.

Bei der Auswahl der Bildgröße sollten Sie die Raumverhältnisse und Ihren Sitzabstand zum Gerät berücksichtigen. Je größer die Bilddiagonale ausfällt, desto weiter sollten Sie vom Fernseher entfernt sitzen, damit das Bild nicht zu grobpixelig wirkt. Entscheiden Sie sich beispielsweise für einen Rückprojektionsfernseher, der eine Bildgröße von 42 Zoll aufweist, beträgt der optimale Sitzabstand bei SD-Material ca. 3 Meter. Sehen Sie sich ausschließlich Material in einer Full-HD-Auflösung an, so können Sie bis auf 2 Meter an den Fernseher heranrücken. Bei einer Bildgröße von 52 Zoll liegt der empfohlene Sitzabstand beim Ansehen von Full-HD-Material bei ca. 2,50 Meter, sehen Sie sich SD-Material an, so sollten Sie sich mindestens 3,70 Meter vom Fernseher entfernt befinden.

Tipp: Achten Sie bei Geräten mit einer besonders großen Bilddiagonale auf die 100-Hz-Technik. Diese reduziert das sichtbare Flächenflimmern des Bildes.

Die Lichtquelle

Wie bereits erwähnt, kommt bei einem Rückprojektionsfernseher ein integrierter Projektor zum Einsatz, der das für die Bilddarstellung notwendige Licht erzeugt. Hier werden jedoch verschiedene Technologien eingesetzt, die jeweils ihre spezifischen Vor- und Nachteile haben.

Röhrengeräte liefern in der Regel besonders kräftige Farben, sind dafür jedoch nicht besonders gleichmäßig ausgeleuchtet. Geräte, die mit einem DLP-Projektor ausgestattet sind, fallen in der Regel etwas kompakter und preiswerter aus, liefern ebenfalls eine gute Bildqualität und gute Schwarzwerte. Rückprojektionsfernseher, die mit einem LCD-Projektor arbeiten, können teilweise den Nachteil haben, dass Pixelfehler Ihr Sehvergnügen trüben. Sowohl DLP- als auch LCD-Geräte haben den weiteren Nachteil, dass die Reflektorbirnen nur eine begrenzte Lebensdauer aufweisen. Diese Folgekosten müssen Sie beim Kauf des Fernsehers berücksichtigen. Grundsätzlich gilt: Lassen Sie sich bei der Wahl der Lichtquelle von Ihrem persönlichen Eindruck und Geschmack leiten.

Bildformat und -qualität

Da Fernseher mit Rückprojektion für den Einsatz im Heimkinobereich konzipiert wurden, sollten Sie sich für ein Gerät mit Breitbildformat 16:9 entscheiden. Achten Sie darauf, dass die Bilddarstellung in einer möglichst hohen Auflösung erfolgt. Geräte mit einer HDTV-tauglichen Auflösung von mindestens 720 Bildzeilen, die Sie an der Bezeichnung 720p erkennen, bieten Ihnen ein knackig scharfes Bild. Geräte, die mit dem Siegel „HD ready" gekennzeichnet sind, erfüllen bezüglich der Auflösung und Anschlüsse besondere Anforderungen und gelten im Allgemeinen als zukunftssicher.

Zusätzliche Technologien

Viele Rückprojektionsfernseher sind mit zusätzlichen Technologien ausgestattet, die mithilfe aufwendiger Berechnungsverfahren die Bildqualität sichtbar verbessern. Dazu gehören unter anderem die Funktionen Pixel Plus, die bei Philips-Geräten zu finden ist, oder die DCR-Technologie aus dem Hause Sony. Eine solche Technologie erhöht die Detailtreue des Bildes und sorgt zudem für eine besonders hohe Schärfe.

Die mehrstufige Feinkorrektur

Bei Rückprojektionsfernsehern, die mit einem Röhrenprojektor arbeiten, sollten Sie auf das Vorhandensein einer mehrstufigen manuellen Feinkorrektur achten. Diese kompensiert die Erschütterungen aus dem Transport. Einige Geräte verfügen sogar über eine automatische Konvergenzeinstellung, sodass die Ausrichtung des Bildes vollautomatisch erfolgt.

Die Anschlüsse

Natürlich spielt das Anschlussportfolio beim Kauf eines Rückprojektionsfernsehers ebenfalls eine wichtige Rolle. Vorhanden sein sollte auf jeden Fall ein HDMI-Anschluss, denn an diesen schließen Sie einen TV-Receiver oder eine Spielkonsole an. Auch DVD- und Blu-Ray-Player werden häufig per HDMI verbunden. Haben Sie Ihre Film- oder Foto-Sammlung auf einem externen Datenträger – beispielsweise einer Festplatte oder einem USB-Stick – gespeichert, sollten Sie zu einem Rückprojektionsfernseher mit USB-Anschluss greifen. Hier können Sie den Datenträger anschließen und als Wiedergabequelle für Ihre Fotos und Videos verwenden. Eine separate Installation des Datenträgers ist in aller Regel nicht nötig. Möchten Sie Ihren Fernseher an einen Desktop-PC oder ein Notebook anschließen, das einen DVI-Ausgang aufweist, so sollten Sie beim Kauf des Fernsehers darauf achten, dass dieser mit einem entsprechenden DVI-Eingang ausgestattet ist.

Insgesamt sind Fernseher mit Rückprojektion eine leistungsstarke und sinnvolle Alternative zu klassischen TV-Geräten. Sie können mit einem verhältnismäßig geringen Aufwand eine große Bilddarstellung realisieren, die in Ihrem Heimkino für ein eindrucksvolles Filmvergnügen sorgen wird.

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