So finden Sie ein passendes Hunde-Geschirr

Aufrufe 2 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
So finden Sie ein passendes Hunde-Geschirr

Die Entscheidung für ein Hunde-Geschirr

Als Besitzer eines Hundes haben Sie sich bestimmt schon einmal Gedanken gemacht, ob Sie Ihrem Hund besser ein Brustgeschirr oder ein Halsband anlegen. Der Hund fühlt sich durch das Tragen einer Leine in seiner Bewegungsfreiheit enorm eingeschränkt und versucht deshalb durch Ziehen dorthin zu kommen, wohin er möchte. Für viele Hundebesitzer ist ein entspannter Spaziergang mit einem Hund, der ständig an der Leine zieht und zerrt, schier unmöglich. Während des Spaziergangs wird der Arm des Hundebesitzers immer länger und der Hund röchelt, würgt und hustet. Die Folge ist, dass Sie und Ihr Hund immer gestresster werden und der Spaziergang für beide nicht gerade zu einem positiven Erlebnis wird.

Brustgeschirr - die sanfte Alternative

Die Verwendung eines Brustgeschirrs kann hier eine positive Veränderung bewirken. Bei der Überlegung zur Anschaffung eines Brustgeschirrs sollten Sie vor allem die gesundheitlichen Vorteile zum Wohl Ihres Vierbeiners berücksichtigen. Viele Hunde, die auf das Geschirr umgestellt werden, laufen direkt sehr viel entspannter, sodass Sie auf diese Weise einen guten Trainingseinstieg für die Perfektionierung des Gehens an der lockeren Leine haben.

Wie Sie ihren Hund an das Brustgeschirr gewöhnen

Trainieren Sie mit Ihrem Vierbeiner als Team individuell, denn zum Umlernen benötigen sowohl Sie als auch Ihr Hund Geduld, Zeit und gegenseitigen Respekt. Nehmen Sie sich Zeit für den Spaziergang und lassen Sie Ihrem Hund Zeit, seinen hündischen Interessen nachzugehen. Wenn Sie während des Spaziergangs mit Ihrem Hund gestresst und nervös sind, spürt Ihr Hund dies und ist häufig ebenfalls hektisch. Brustgeschirre sind ein Aspekt der artgerechten Hundehaltung und für Hunde jeder Größe und Rasse geeignet. Auch ein Hund, der nicht an der Leine zieht, kann Verletzungen am Hals davontragen, wenn es durch Erschrecken oder abruptes Stehenbleiben zu einem unbeabsichtigten Ruck kommt.

Weitere Vorteile eines Hunde-Geschirrs

Bei Verwendung eines Geschirrs ergeben sich für Sie weitere Vorteile. In einer Gefahrensituation können Sie Ihren Hund besser festhalten, indem Sie den Rückensteg des Brustgeschirrs greifen, ohne dass sich der Hund bedroht fühlt oder Sie ihm den Hals zuhalten. Sie haben die Möglichkeit, beispielsweise den Sprung Ihres Hundes aus dem Kofferraum durch das Festhalten am Rückensteg abzufedern. Sie können ein Brustgeschirr mit jeder beliebigen Hundeleine kombinieren egal, ob Sie eine kurze Führleine, eine Flexi-Abrollleine, eine Hofleine oder eine Such- und Schleppleine verwenden möchten.

Wie Sie das richtige Hunde-Geschirr finden

Damit Ihr Hund einen großen Nutzen durch das Tragen eines Brustgeschirrs hat, ist es sehr wichtig, dass dieses auch optimal sitzt und bequem ist. Brustgeschirre gibt es für jede Hunderasse, angefangen bei einer Größe passend für einen Chihuahua bis hin zur Größe für einen Neufundländer. Um die für Ihren Hund benötigte Größe zu ermitteln, messen Sie den Brust/Bauchumfang circa fünf bis zehn Zentimeter hinter den Vorderläufen und addieren Sie zehn Prozent hinzu, denn das Geschirr soll einen guten Tragekomfort für Ihren Hund bieten.

Worauf ist bei der Auswahl zu achten?

Achten Sie beim Kauf darauf, dass das Brustbein durch keinerlei Druck belastet ist und die Achseln frei sind, damit nichts Scheuern kann. Hat das Brustgeschirr einen Ring, so sollte dieser ober- oder unterhalb des Brustbeins sitzen. Bei den meisten Modellen lässt sich der Bruststeg variabel auf das richtige Maß für Ihren Hund einstellen. Erkundigen Sie sich, für welchen Zweck das Brustgeschirr Ihrer Wahl konzipiert wurde, damit es den Anforderungen Ihres Hundes entspricht. Der Kopf Ihres Hundes sollte leicht durch die Öffnung passen und der Verschluss einfach zu bedienen sein.

Welche Modelle gibt es?

Es gibt Geschirre von vielen Herstellern in diversen Größen für die verschiedenen Hunderassen. Diese sind wahlweise aus weichem Leder oder flexiblem Nylon gefertigt. Eine sehr große Produktauswahl, die für jeden Geschmack und jedes Budget das passende Modell bietet. Es gibt sogar Unternehmen, die sich auf die Maßanfertigung von Brustgeschirren spezialisiert haben. Hier werden besonders die anatomischen Besonderheiten von Hunderassen wie Möpsen, Bulldoggen oder ähnlichen Rassen berücksichtigt.
Ein bequemes Brustgeschirr mit hohem Tragekomfort zahlt sich für Sie und Ihren Hund aus, denn Sie werden es gerne benutzen und Ihr Hund wird es gerne tragen.

Worauf Sie unbedingt beim Kauf eines Hunde-Geschirrs achten sollten

Achten Sie darauf, dass sich das Brustgeschirr leicht anziehen lässt. Wenn diese Prozedur kompliziert und extrem zeitaufwendig ist, werden weder Sie noch Ihr Hund auf lange Sicht Freude an dem Geschirr haben. Ein schlecht sitzendes Geschirr kann Ihrem Hund Schaden zufügen. Liegt die Befestigungsöse aus Metall beispielsweise auf der Wirbelsäule des Hundes auf, kann sie dem Hund schon beim normalen Laufen Schmerzen zufügen, da sie permanent auf die Dornfortsätze der Wirbel schlägt. Ein schlecht sitzendes Geschirr scheuert in den Achselhöhlen und das Fell bricht ab, sodass es zu kahlen Stellen kommt. Das Geschirr sollte nicht aus hartem minderwertigem Nylon-Material bestehen, was häufig sehr feste Kanten aufweist und für Ihren Hund schnell sehr unbequem ist.

Wie Sie Ihren Welpen an ein Hunde-Geschirr gewöhnen

Häufig leisten Hundezüchter schon gute Vorarbeit und gewöhnen den Hundewelpen an das Tragen eines Halsbandes. Dies erleichtert Ihnen die Umstellung auf das Brustgeschirr natürlich ungemein. Hundekinder ziehen oft wild an der Leine oder springen unkontrolliert herum. Um Schäden an Wirbelsäule und Hals zu vermeiden, ist die Verwendung eines Geschirrs von Anfang an ratsam.

Nehmen Sie sich Zeit

Das Üben mit Geschirr und Leine erfordert Geduld. Drängen Sie das Hundekind zu nichts, sonst hat es bald keine Lust mehr auf diese Prozedur. Sie sollten bei der Auswahl und dem Kauf des Brustgeschirrs darauf achten, dass es leicht ist und keine großen Schnallen hat. Ein leichtes Umlegen sollte ein weiteres Augenmerk bei der Kaufentscheidung sein. Je einfacher und angenehmer das Anziehen des Geschirrs ist, desto weniger unwohl fühlt sich Ihr kleiner Vierbeiner bei diesem Ritual. Die Öffnung für den Kopf sollte groß sein, sodass dieser problemlos hindurchpasst. Optimal ist ein seitlicher Verschluss mit nur einer Schnalle.

Spiele und Leckerlis fördern die Gewöhnung

Das erste Anlegen des Brustgeschirrs können Sie Ihrem Welpen mit einem Leckerli schmackhaft machen, indem Sie ihn mit dem Leckerchen durch den Eingang des Geschirrs locken. Jetzt liegt es an Ihnen, ob er das Tragen des Geschirrs künftig als etwas Angenehmes und Normales empfindet. Während er das Geschirr trägt, spielen und toben Sie mit ihm und belohnen Sie ihn zwischendurch mit Leckerlis.
Nach einer kurzen Tragezeit nehmen Sie das Brustgeschirr wieder ab. Steigern Sie die Tragedauer nun stetig in den nächsten Tagen. Lassen Sie ihn das Geschirr auch während des Fressens tragen und entfernen Sie es dann wieder. Er sollte das Tragen des Geschirrs immer mit etwas Positivem und einem Spiel verbinden. Befestigen Sie die Leine mit dem Brustgeschirr und lassen Sie ihn die Leine hinter sich herziehen. Üben Sie mit Ihrem Welpen nun das Gehen an der Leine und verwenden Sie hierfür eine lange Leine, damit er viel Bewegungsfreiraum hat. Bauen Sie spannende Spiele in die Übungen ein und vergessen Sie nicht die Belohnung mit einem Leckerli.

Hunde-Geschirre für den speziellen Einsatz

Hunde-Geschirre für besondere Einsatzzwecke

Es gibt spezielle Hunde-Trage-Geschirre, die für den Transport von kranken und alten Hunden eingesetzt werden. Diese Geschirre können nicht ständig vom Hund getragen werden und eignen sich zum Beispiel für Hunde, die aufgrund ihres Alters nicht mehr gut laufen und Treppen gehen können oder Probleme mit Hüfte, Beinen oder Pfoten haben und deshalb Treppen hoch- und heruntergetragen werden müssen. Hierzu wird der Hund mit allen vier Pfoten in das Tragegeschirr gesetzt.
Erhältlich sind diese Geschirre für mittelgroße Hunde mit einem Gewicht zwischen 18 und 24 Kilo, wie zum Beispiel Cocker Spaniel oder Border Collie sowie für große Hunde mit einem Gewicht zwischen 35 und 40 Kilo, beispielsweise Berner Sennenhund oder Schäferhund. Ein solches Tragegeschirr besteht aus versteiftem, stabilem und gepolstertem Nylongewebe mit Nylon-Gurtung und Metallverschlüssen. Für das Tragen eines Hundes mit einem Gewicht über 35 Kilo benötigt man zwei Personen, um den Hund sicher eine Treppe hoch- oder runterzutragen. Weitere Einsatzgebiete für diese Spezialgeschirre sind bei Rettungshundestaffeln, als Hilfsmittel in Tierarztpraxen sowie nach Operationen von Hunden.

Hunde-Tragehilfen zur Unterstützung des Hundes

Ein weiteres Produkt sind sogenannte Hunde-Tragehilfen, mit der der Hund nur unterstützt wird. Diese werden wie ein Gurt unter dem Brust- und Bauchbereich des Hundes angelegt und dienen dazu, den Hund beim Treppenaufgang und -abgang zu sichern und ihm hierbei einen Teil der Last seines Körpergewichts zu nehmen. Diese Geschirre sind aus weichem stabilem Schaumstoff gefertigt und Scheuern und Drücken den Hund in keiner Weise. Ein Gehhilfe-Geschirr wird im Bereich der Hinterläufe positioniert und dient zur Entlastung bei Beschwerden des hinteren Bewegungsapparates bei verletzten, kranken und alten Hunden. Dieses Geschirr kann der Hund permanent tragen. Somit kann der Hundehalter ihn stets bei Bedarf schnell unterstützen.

Bedenkliche Hilfsmittel

Viele Hundebesitzer versuchen mit Halti, Stachel- oder Würgehalsbänder  den Hund an die lockeren Leine zu gewöhnen. Meist ist die Enttäuschung des Hundehalters jedoch sehr groß, wenn sich trotz dieser Maßnahmen keine Besserung des Hunde-Verhaltens beim Spazierengehen einstellt. Außerdem birgt der Einsatz dieser Hilfsmittel die Gefahr von Verletzungen für den Hund. Das können Husten, chronisches Röcheln, Halswirbel- und Rückenerkrankungen, Bandscheibenvorfälle, Erkrankungen des Bewegungsapparates oder Kehlkopfentzündungen sein. Der Hund empfindet die negativen Einschränkungen, die für ihn mit dem Gehen an der Leine verbunden sind, als lästig, und zieht dann noch mehr an der Leine.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden