So finden Sie die beste Analogkamera für Ihre Projekte

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So finden Sie die beste Analogkamera für Ihre Projekte

Digitalkameras sind eine unglaublich praktische Erfindung. Kamera auf das Objekt richten, den Auslöser drücken, fertig. Ständig wachsende Speicherkartenchips halten genügend Speicherkapazität vor, um auch für jedes, manchmal sogar überflüssige, Foto Platz zu bieten. Misslungene Fotos werden einfach gelöscht. Auch für kreative Fotografen sind digitale Spiegelreflexkameras ein großartiges Gerät, um die fotografischen Grundlagen wie Blende und Verschlusszeit praktisch anzuwenden. Wenn es mal nicht exakt so geworden ist, wie man es sich vorgestellt hat, gibt es ja noch Bearbeitungsprogramme, mit denen sich fast jedes Bild retten lässt. Und da wirklich immer genug Speicherplatz vorhanden ist, kann man die Spiegelreflexkamera sogar noch als Hochleistungs-Videokamera nutzen.

In der Tat hat die Digitaltechnik die Fotografie revolutioniert. Nicht ohne Grund wurde die Analoge Fotografie schon des Öfteren totgesagt. Wer sollte sich auch weiterhin mit einer Technologie auseinandersetzen wollen, die zu der Speicherung von Bildern fotografischen Film verwendet - ein Medium, das im Normalfall gerade 36 Bildern Platz bietet. Noch dazu soll man sich entscheiden, ob die nächsten 36 Bilder in Farbe oder Schwarzweiß, als Negativ oder Diapositiv, in ISO 100 oder ISO 400 geschossen werden sollen. Und wenn man etwas nicht ausschließen kann, muss man entweder einen teilbelichteten Film wechseln oder aber mehrere Kameras mit sich herumtragen - alle Nachteile scheinen sich auf der analogen Seite der Waage zu versammeln.

Wer noch nie das Kribbeln gespürt hat, wenn frisch entwickelte Bilder zur Abholung bereit waren oder gar selbst im roten Licht der Dunkelkammerbeleuchtung gesessen und beobachtet hat, wie sich auf dem belichteten Fotopapier im Entwicklerbad geisterhaft die ersten Konturen der Fotografie dem menschlichen Auge sichtbar machen, wird vielleicht nicht verstehen, welche Faszination von analoger Fotografie ausgehen kann. Gerade die Tatsache, dass ein normaler Kleinbildfilm nur 36 Aufnahmen fasst, macht jede Fotografie umso bedeutender. Der Vorgang der Fotografie wird bewusster erlebt und es wird viel weniger gedankenlos auf den Auslöser gedrückt.

Und was Fotografie-Puristen und Ästheten schon lange wussten, spüren nach und nach immer mehr Fotografen: Wer sich mit seinen Bildern von der Masse an digital bearbeiteten Fotos abheben will, fotografiert auf Film.

Analoge Kameraarten

Der Boom, den der Markt für Digitalkameras durchlebt, hat einen unbestrittenen Vorteil: die Preise für hochwertige analoge Kameras sind so niedrig wie nie - womit sich ein Blick auf den Markt lohnt.

Kompaktkameras

Kompaktkameras sind die Vorgänger der digitalen Kompaktkameras, die zwar nicht in jede Hosentasche, aber doch immerhin in jede Handtasche passen. Es handelt sich dabei um Modelle mit Belichtungsautomatik, eventuell mit integrierter Zoomfunktion, mit denen der Gelegenheits- und Urlaubsfotograf seine Schnappschüsse ohne Kenntnisse der Fotografie unkompliziert ablichten kann. Möglichkeiten der kreativen Einflussnahme durch den Fotografen sind, abgesehen von der Wahl und der Gestaltung des Motivs, sehr eingeschränkt. Für ambitionierte Fotografen sind diese Kameras deshalb von geringem Interesse.

Spiegelreflexkameras im Kleinbildformat

Die Kameras mit dem günstigsten Kosten-/Nutzen-Verhältnis für den Hobbyfotografen sind Kleinbild-Spiegelreflexkameras. Zwar haben viele Kamerahersteller diese Modelle aus ihrem Sortiment gestrichen oder in eine Nische verbannt, aber seit viele Hobbyfotografen von analog auf digital umsatteln, ist der Markt für gebrauchte Kameras überschwemmt mit Geräten in allen Preis- und Qualitätsklassen.

Was unterscheidet aber nun eine Spiegelreflexkamera (SLR) von einer Kompaktkamera?

Hier lohnt es sich, einen kurzen Blick auf die technischen Vorgänge zu werfen, die beim Ablichten eines Fotos vor sich gehen.

Das Licht fällt vom Motiv durch das Objektiv in das Kamerainnere. An der Kamerarückwand befindet sich der Film, den es zu belichten gilt. Direkt vor dem Film ist im Winkel von 45° ein Spiegel positioniert, der das Licht vom Film abschirmt und senkrecht nach oben reflektiert. Manche Kameras haben an der Kameraoberseite einen Deckel, der sich öffnen lässt und den Blick auf den Spiegel frei gibt. Dort kann der Fotograf das Motiv spiegelverkehrt erkennen. Die meisten SLRs haben aber statt des Sucherschachts ein Prisma montiert, durch das das vom Spiegel reflektierte Bild nochmals reflektiert wird und nun im Sucher an der Kamerarückseite wieder richtig herum wahrgenommen werden kann. Der Fotograf sieht im Sucher einer SLR also immer das, was bei einer Aufnahme auch auf dem Film abgebildet werden würde. Eine Kompaktkamera hat immer einen separaten Sucher, der ein minimal abweichendes Bild anzeigt. In den meisten Fällen ist der Winkel zwischen Sucher und Objektiv einer Kompaktkamera zu vernachlässigen, aber z.B. bei Makroaufnahmen kann es tatsächlich schon auffallen. Und Finger oder Kamerariemen vor der Linse - ein Phänomen, das bei analogen Kompaktkameras häufig auftritt - sind bei einer SLR fast undenkbar, weil der Fotograf es sofort bemerken würde.

Wird der Auslöser der Kamera leicht gedrückt, beginnt eine modernere Kamera bereits zu arbeiten. Befindet sie sich im Automatikmodus, treten verschiedene Sensoren in Aktion, messen Entfernung und Licht, stellen Blendenwert und Belichtungsdauer ein und richten den Autofokus aus. Wird der Auslöser durchgedrückt, verschließt sich der Verschluss, während der Spiegel weg klappt, um den Weg freizugeben auf den Film dahinter. Der Verschluss öffnet sich für exakt die Zeitspanne, die durch die Automatik berechnet bzw. durch den Fotografen festgelegt wurde. Auch die Öffnungsweite der Blende wurde zuvor automatisch berechnet oder eingestellt. In diesem Moment sieht der Fotograf nichts im Sucher. Erst, wenn der Spiegel wieder in seine Ruheposition zurück klappt, erscheint ein Bild im Sucher. Bei neueren Kameras mit Motor wird in der Zwischenzeit der Film weitertransportiert. Bei Kameras ohne Motor oder Winder erfolgt der Filmtransport manuell über einen Hebel an der rechten Kamerarückseite. Bei einer alten Kamera ohne Automatik und Autofokus passiert hingegen gar nichts.

Für den Fotografen ergeben sich mit einer SLR verschiedene handfeste Vorzüge. Er hat durch den Sucher immer die Kontrolle über das Motiv. Er kann Einfluss nehmen auf fotografische Effekte wie Tiefenschärfe oder Bewegungsunschärfe, was nur möglich ist, wenn er Blende sowie Belichtungsdauer selbst bestimmen kann - was bei einer Kompaktkamera in den seltensten Fällen der Fall ist. Auch extrem lange Belichtungszeiten für Nachtaufnahmen oder gar Astrofotografie, also für Fotos mit Hilfe eines Teleskops, sind mit der SLR kein Problem.

Einer der größten und wichtigsten Pluspunkte einer SLR aber ist die Möglichkeit, Objektive zu wechseln. Das macht die Kamera erst zu einem Alleskönner. Über Bajonettverschluss lassen sich vom Super-Teleobjektiv für weit entfernte Motive bis zum Weitwinkelobjektiv für Bilder mit Panoramawirkung alle möglichen Objektive auf die Spiegelreflexkamera aufsetzen. Dazwischen gibt es noch eine Menge anderer Objektive mit unterschiedlichen Lichtstärken, Ausstattungen, Steuerungsmodi und natürlich Preisklassen. Die Auswahl an Objektiven ist schier unüberschaubar. Leider sind die Objektive der verschiedenen Hersteller meist nicht untereinander kompatibel. Lediglich unter Zuhilfenahme entsprechender Adapterringe ist es notfalls möglich, markenfremde Objektive an der Kamera anzubringen. Allerdings sind die optischen Eigenschaften dann nicht hundertprozentig vergleichbar, weil der Adapterring einige Millimeter Aufmaß zum Objektiv hinzufügt.

Mittelformatkameras und Großformatkameras

In den Zeiten vor dem Digitalboom waren Kameras im Mittel- oder Großformat den Profis vorbehalten. Allein die Anschaffungskosten von Kameras und Objektiven in diesen Größenordnungen sprengten den finanziellen Rahmen, den viele Hobbyfotografen sich setzen konnten. Der Preisverfall im analogen Sektor macht aber auch vor diesen Kameras nicht halt. Mit größerem Filmmaterial als Kleinbildfilm zu experimentieren, liegt nun endlich nicht mehr außerhalb der finanziellen Reichweite der meisten Hobbyfotografen. Rollfilm für die Mittelformatkamera oder gar Planfilm für das Großformat - die gestalterischen Möglichkeiten, die diese Filmformate bieten, liegen weit jenseits des 35mm-Kleinbildfilms. Und solange man sich auf Schwarz-Weiß-Material beschränkt, ist auch eine Entwicklung im eigenen Fotolabor ohne große Probleme durchführbar.

Polaroid

Von der Technik her zwar ein vollkommen anderes Produkt als Kameras, die herkömmliches Filmmaterial belichten, sind Polaroid-Kameras dennoch Teil der analogen Fototechnik und dürfen deshalb hier nicht unerwähnt bleiben. Statt eines Negativfilms, von dem später Positivabzüge in beliebiger Anzahl hergestellt werden können, oder eines Diapositivfilms werden hier Polaroid-Filme belichtet, die auch gleichzeitig Positive sind, d. h. von jedem Polaroid-Foto gibt es immer nur ein Exemplar, das direkt nach der Belichtung entwickelt und von der Kamera ausgeworfen wird.

Fazit

Die analoge Fotografie ist noch immer sehr lebendig und hat viele Liebhaber. Fotografen, die es vorziehen, Fotografie hautnah zu spüren, werden auch in Zukunft eher Filme belichten wollen als Speicherkartenchips mit digitalem Bildmaterial zu füllen. Ob hochwertige SLR oder gar Mittelformat- oder Großformatkamera - die Preise für gebrauchte hochwertige analoge Fototechnik waren noch nie so niedrig. Nutzen Sie die Gelegenheit und finden Sie Ihre Traumkamera heute noch bei eBay.

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