So entfernt der Staubsauger beutellos auch grobe Verschmutzung: Wissenswertes über Zyklontechnik

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So entfernt der Staubsauger beutellos auch grobe Verschmutzung: Wissenswertes über Zyklontechnik

Der Staubsauger im Wandel der Zeit

Staubsauger sind auch unserem täglichen Leben kaum mehr weg zu denken. Seit mehr als 150 Jahren erleichtern sie uns die Hausarbeit bereits. Erfunden wurde der erste Staubsauger bereits Ende des 19. Jahrhunderts. Die ersten Haushaltsgeräte zum Aufsaugen von Schmutz sollen in den USA zwischen 1860 und 1876 von Daniel Hess erfunden worden sein und basierten auf einer Handpumpe. 1876 wurde das erste Patent auf einen Staubsauger für Teppiche an Melville Bissel vergeben. An unsere heutigen Staubsauger erinnern die ersten Geräte aber kaum. Vielmehr handelte es sich wohl um Maschinen, die auf einem Pferdewagen montiert waren und deren Pumpe immer noch von Hand betrieben wurde. Der Schmutz wurde dabei von außen über einen Schlauch, der bis ins Innere der Hauses ragte, gesogen. Im Haus konnten diese Geräte noch nicht verwendet werden und auch nicht von einer Person alleine.

Handlicher wurden die Geräte erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. So bastelte James Murray, ein Hausmeister aus Ohio, 1906 einen handlicheren Staubsauger aus einem Ventilator, einem Kissen und einem Kasten. Dieses Gerät sog nicht nur den Schmutz ein, sondern besaß auch eine rotierende Bürste, die den Schmutz aus dem Teppich oder auch von anderen Oberflächen löste. Mit dem Verkauf seines Patents an die Firma Hoover legte er den Grundstein für den modernen Staubsauger.

Den deutschen Markt erreichte der Staubsauer 1912 mit dem Modell Lux I. Doch jeden Haushalt erreichte der Staubsauger lange nicht. Wie der Fernseher war auch er lange ein Luxusgut, das der reichen Oberschicht vorbehalten war. In wohlhabenden Haushalten gab es vereinzelt Staubsauger, doch handelte es sich dabei nicht um mobile Geräte, wie Sie sie heute auch bei eBay finden, sondern um sogenannte Hausanschlüsse. Bei solchen Installationen ist der Staubsauger quasi in das Haus integriert und in jedem Raum gibt es einen Anschluss für den Schlauch.

Funktion und Technik des Staubsaugers

Die meisten herkömmlichen Staubsauger basieren auf dem gleichen Prinzip. Das Gerät besteht aus einem Korpus, in dem der Motor für das Gebläse untergebracht ist. Dieser erzeugt einen Unterdruck, der den Schmutz einsaugt. Das Gebläse besteht aus einem ein- oder auch zweistufigen Radialverdichter. Der Luftstrom, den das Gebläse erzeugt, saugt Schmutz und Staub über das Saugrohr in das Innere des Gehäuses, wo die Luft entweder durch den Beutel oder auch die Zyklonentechnologie gereinigt wird. Hierbei unterscheidet man heute drei Staubsaugertypen: Beutellose Staubsauger mit dem Multizyklonenprinzip, Beutellose Sauger mit Einfachzyklon und Zentralfilter sowie Beutelstaubsauger.

Beutelstaubsauger

Lange Jahre waren die Beutelstaubsauger das Nonplusultra am Markt. Bei dieser Technologie wird der Luftstrom direkt in den luftdurchlässigen Staubsaugerbeutel geleitet. Dieser sammelte nicht nur den Schmutz, sondern filterte auch die Luft, damit der Motor gekühlt wurde. Oft sitzt bei diesen Modellen hinter dem Beutel noch ein Grobfilter. Dieser hat die Aufgabe, den Motor und das Gehäuse zu schützen, falls der Beutel reißen sollte. Scharfe Teile können so nicht in den Motor gelangen und ihn beschädigen. Die Beutel müssen bei diesen Modellen in regelmäßigen Abständen gewechselt und durch neue Beutel ersetzt werden.

Beutellose Sauger als Einfachzyklonensauger mit Zentralfilter

Eine Weiterentwicklung des Beutelsaugers sind die beutellosen Sauger mit Einfachzyklonentechnologie. Zyklonsauger zeichnen sich dadurch aus, dass der in den Sauger geführte Luftstrom in einen Auffangbottich geleitet wird und sich dort durch eine entsprechende Luftführung zu einem Wirbel, den Zyklon, formiert. Die Schmutzteile werden dank der Fliehkraft nach außen gewirbelt und fallen so in einen Auffangbehälter. Bei größeren Schmutzteilen funktioniert diese Technik recht gut, hat aber ihre Schwächen bei kleineren Teilchen und auch Feinstäuben. Denn diese müssen meist noch durch einen Papierzentralfilter aufgefangen werden. Leider setzt sich der Zentralfilter relativ oft zu, was zu einer deutlichen Verminderung der Saugleistung führt. Hier hilft nur eine häufige Reinigung des Filters, möglichst unter fließendem Wasser. Der Filter kann nur wieder verwendet werden, wenn er vollständig trocken ist, denn nur dann gibt das durch Feuchtigkeit aufgequollene Papier seine Poren frei und ist wieder durchlässig. Besitzen Sie keinen zweiten Filter, können Sie den Sauger einige Zeit nicht benutzen.

Beutellose Sauger mit Multizyklonentechnik

Bei der Multizyklonentechnik handelt es sich um eine Weiterentwicklung der Einfachzyklonentechnik. Auch diese Technologie basiert auf der Zentrifugalkraft. Diese Fliehkraft ist eine Trägheitskraft, die von der Rotationsachse nach außen gerichtet ist. Verursacht wird sie durch die Trägheit eines Körpers. Das Prinzip kann man sich leicht anhand eines Kettenkarussells verdeutlichen. Dreht sich das Karussell schnell genug, werden die Sitze nach außen gedrängt. Ein weiteres Beispiel ist auch der Wäschetrockner, bei dem die Wäsche an die Außenseite der Trommel gedrängt wird, sobald sich der Trockner schnell genug dreht. Zunächst wird bei einem Staubsauger mit Multizyklonentechnologie wie bei der Einfachzyklonentechnik der eingesogene Luftstrom in Rotation gebracht, damit die größeren und gröberen Schmutzteile herausgefiltert werden. Wie im Kettenkarussell die Sitze, werden hier im ersten Schritt die größeren Schmutzteile nach außen gedrängt und fallen so in einen Auffangbehälter.
Anschließend wird die Luft aber nicht durch einen Zentralfilter geführt. Stattdessen wird die Luft in eine zweite Reinigungsstufe mit mehreren kleinen Zyklonen geleitet. Da diese einen geringeren Durchmesser haben, wird der Luftstrom in eine wesentlich höhere Rotationsgeschwindigkeit versetzt. Hierdurch können auch kleinere und feinere Schmutzteilchen abgeschieden werden und fallen in den Auffangbehälter. Ein weiterer Zentralfilter wird bei den Multizyklonsaugern nicht benötigt. Mit dieser Multizyklonentechnologie entfallen somit auch die Reinigung des Zentralfilters und der Saugkraftverlust durch ein Verstopfen des Filters. Die ersten relativ teuren Staubsauger mit dieser Technologie wurden bereits in den achtziger Jahren von der Firma Dyson auf den Markt gebracht. Seit wenigen Jahren sind aber auch günstigere Modelle im Handel erhältlich. Dyson bietet mittlerweile bereits auch Staubsauger mit drei Zyklonenstufen an, die eine noch bessere Saugleistung bieten sollen. Jedoch ist auch bei diesen Modellen zur Filterung von Feinstäuben noch ein Schwebstofffilter notwendig.

Kaufkriterien für die Auswahl eines Zyklonenstaubsaugers

Der deutliche Vorteil eines Staubsaugers mit Zyklonentechnologie besteht in einer höheren Saugleistung ohne Saugkraftverlust und auch darin, keine Beutel mehr benutzen zu müssen. Leider hat die Technologie auch Nachteile, denn die Reinigung der Box ist oft unangenehm, da der Staub wieder aus dem Auffangbehälter fliegen kann und dann erneut aufgesaugt oder sogar von Möbel abgewischt werden muss. Auch sind günstigere Modell oft recht laut und schwer.

Bei der Auswahl eines Zyklonenstaubsaugers sollten Sie daher auf einige Kriterien achten. Die angegebene Motorleistung des Staubsaugers sagt leider gar nichts über die Saugleistung aus, sondern gibt nur an, wie viel Strom der Sauger aus der Steckdose zieht. Die Saugleistung können Sie nur selber an der Bodendüse überprüfen, sie liegt meistens deutlich unter der Motorleistung. Ein Sauger mit 2000 Watt Motorleistung bringt oft nicht mehr als 250 Watt an Saugleistung. Nicht immer ist daher der Sauger mit der höchsten Motorleistung die beste Wahl.

Geräuschentwicklung und leichte Bedienbarkeit

Sind Sie geräuschempfindlich, sollten Sie nach einem Modell suchen, das besonders leise ist. Die Technik der Zyklonensauger wurde in den letzten Jahren immer weiterentwickelt und daher sind auch hier neuere Geräte eher leiser im Betrieb.

Besonders bei der Hausarbeit ist es auch wichtig, dass der neue Sauger leicht zu bedienen und zu führen ist. Hier sollten Sie im Vorfeld überlegen, ob Sie einen Bürststaubsauger, einen Handstaubsauger, einen Bodenstaubsauger oder einen Akkusauger benötigen. Kleine handliche Akkusauger sind auch heute schon mit Zyklonentechnologie erhältlich und eignen sich besonders für die Reinigung von kleineren Flächen und auch Polstermöbeln.

Wenn Sie in Ihrem Haushalt über viele Teppichböden verfügen, sollte Ihre Entscheidung auf einen Bürstsauger fallen, der leicht über den Teppichboden zu führen ist, kein lästiges Hinterherziehen eines Schlittens erfordert und dank der beutellosen Technologie auch nach Jahren noch volle Leistung erbringt. In einem Haushalt mit verschiedenen Bodenbelägen eignen sich Boden- und auch Handstaubsauger. Bodenstaubsauger sind recht beliebt, da sie nicht nur Teppiche, sondern auch Laminat oder Fliesen einwandfrei saugen. Dank neuer Technologien, beispielsweise dem Dyson-Ball, sind sie auch nicht mehr unhandlich, sondern leicht zu wenden und so auch in verwinkelten Räumen einwandfrei zu nutzen.

Wer über ein großes Haus oder allgemein über viel Fläche verfügt, sollte vielleicht sogar über die Anschaffung von zwei Staubsaugern nachdenken.

Letztendlich entscheidet der persönliche Geschmack

Für welches Modell Sie sich schlussendlich entscheiden, liegt neben den Gegebenheiten auch an Ihrem eigenen Geschmack. Die meisten gängigen Zyklonensauger eignen sich für die tägliche Hausarbeit, verfügen aber oft nur über eine Zyklonenstufe. Das bedeutet zwar, dass Sie keine Beutel mehr tauschen müssen, aber um die Säuberung des Filters trotzdem nicht herumkommen. Meist bedeutet das auch, dass Sie den Sauger solange nicht benutzen können, bis der Filter vollständig getrocknet ist, außer Sie besitzen einen Ersatzfilter oder sogar einen zweiten Sauger. Für ein Modell mit nur einer Zyklonenstufe spricht eindeutig der Preis, denn diese sind auch bei eBay heute schon recht günstig zu haben. Lässt Ihr Geldbeutel es zu oder entschließen Sie sich in neuere Technologie zu investieren, sollten Sie zu einem Modell mit zwei oder drei Zyklonenstufen greifen. Hier entfällt die Reinigung des Filters vollständig und auch sonst ist ein solcher Sauger relativ wartungsfrei. Zudem ist die Saugleistung recht hoch und auch ein Saugkraftverlust ist nicht zu erwarten.

Bevor Sie sich endgültig entscheiden, sollten Sie sich über die verschiedenen Modelle ausführlich informieren. Besonders im hochpreisigen Segment sollten Sie nicht übereilt entscheiden, damit Sie lange Freude an Ihrem neuen Staubsauger mit Zyklonentechnologie haben.

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