Sigma ART f/1.4 50mm DG HSM

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Wozu ein 50mm-Objektiv?

Nicht zu Unrecht bezeichnet man Objektive mit einer Brennweite von 50mm als "Normalobjektiv" oder auch als "Standartobjektiv". Auf einer Kleinbildkamera haben solche Objektive einen Bildwinkel von etwa 45° und entsprechen somit dem Bildwinkel des menschlichen Auges. Die Bilder wirken natürlich, der Hintergrund ist nicht "verdichtet", kein Bildelement wird, wie bei Weitwinkelobjektiven üblich, verzerrt dargestellt. Auf Kameras mit kleinerem Format (APS-C) wird ein kleinerer Bildwinkel abgebildet (ungefähr x1,6), so dass ein Bildwinkel entsteht, der ähnlich eines 85mm-Objektivs ist, man spricht umgangsprachlich auch vom "kurzen Tele". Solche Objektive eignen sich in Kombination mit einer hohen Lichtstärke für Porträts, das sogenannte Freistellungspotential gilt als hoch. 
Wer also ein Objektiv sucht, dass eine natürliche und harmonische Bildwirkung hat, wird an einem 50mm-Objektiv nicht vorbeikommen!


Wiese genau das Sigma ART 50mm?

Viele Fotografen haben eine ausgeprägte Abneigung gegenüber Objektiven aus dem Hause Sigma. Für diesen Umstand ist der Hersteller selbst verantwortlich, man spricht nicht umsonst von "Sigma-Lotterie"; viele Objektive weisen eine Dejustierung auf (der nur bei SLR vorkommen kann) auf, was für die Käufer besonders ärgerlich ist, da insbesondere Objektive mit geringer Schärfentiefe (lichtstarke Objektive, Teleobjektive, Makroobjektive etc.) eine präzise Scharfstellung verlangen. So kann man Kunden verprellen. Im Jahr 2013 brachte Sigma drei neue Produktlinien auf den Markt, darunter die ART-Reihe. Sie steht für kompromisslose Bildqualität, für hochwertige Materialien und für den Anspruch, das Beste zu sein.
Ich kaufte mir Oktober 2014 das besagte Sigma ART 50mm, die Testergebnisse und Meinungen vieler Besitzer haben mich überzeugt. Fotografen mit einer Canon- oder Nikon-Kamera haben eine sehr dürftige Auswahl: Sowohl Canon als auch Nikon bieten verschiedene 50mm-Objektive an, von der günstigen f/1,8er-Variante über die etwa 350€ teuren f/1,4-Objektive und darüber hinaus gibt es noch die unbezahlbaren Objektive: Bei Canon ist das das EF Canon f/1.2 50mm USM L, bei Nikon ist es das recht neue AF-S Nikkor f/1.4 58mm G. 
Für viele ist das f/1,8er zu billig (vor allem wegen der Verarbeitung), das f/1,4er ist zu mäßig und die teuersten 50mm-Objektive schlicht zu teuer. Wer möchte denn über 1.200€ für ein "olles 50er" ausgeben?
Aufgrund dieser Überlegungen sollte man das Sigma ART 50mm in Betracht ziehen!


Das Auspacken

Ein schlichter Karton steht vor mir, für seine Größe etwas schwer. Ich öffne diesen Karton, entferne Luftpolster und Plastikfolie; das Objektiv ist in einer schwarzen Tasche samt Streulichtblende (da können sich Canon und Nikon eine Scheibe davon abschneiden!) eingepackt. Das Objektiv wirkt durch das Grau sehr edel, fast wie ein Zeiss-Objektiv, es ist so schwer! Ich schließe das Objektiv vorsichtig an meine Kamera an und fokussiere. Der AF ist, wie eben bei Ring-USM üblich, flüsterleise und schnell. Vor allem treffsicher ist er!
Das Auspacken verheißt auf jeden Fall etwas Gutes!

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Bildqualität?

Für die ganz Eilligen: EINFACH UNFASSBAR GUT!
Das Objektiv ist verdammt scharf, ich bin von Canon und Nikon anderes gewohnt. Ich fotografiere bei f/1.4 und erhalte kontrastreiche, hoch aufgelöste und scharfe Bilder. Das Objektiv lässt einfach alles alt aussehen. Das Objektiv hat so gut wie keine Verzeichnung, der Kontrast ist derart hoch, dass ich Landschaften oft und gerne bei Offenblende fotografiere und die Schärfe ist einfach genial: Ich bin Peoplefotograf und noch nie habe ich die Iris einer fotografierten Person so derart detailreich gesehen, ohne übertreiben zu wollen. Chromatische Aberrationen kommen so gut wie nie vor und dass Objektiv ist derart resistent gegen Streulicht, dass man es nicht schafft, Lens-Flares zu produzieren. Die Vignettierung ist, wie bei lichtstarken Objektiven üblich, mit einer Blende stärker. 
Das Bokeh ist cremig wie gutes Mousse - selbst das Blattwerk von Bäumen erscheint nicht in unangenehm vielen Kreisen, es schlägt das 58er von Nikon und das f/1.2 50mm von Canon.
Nur das Zeiss Otus, welches ich auf der Photokina getestet habe, legt da noch eine Schippe drauf.
Für knapp 900€ bekommt man das beste 50mm-Objektiv mit AF. Was will man mehr?

Nachteile?

Die Größe und das Gewicht. Für ein 50mm-Objektiv ist es ziemlich groß, keine Ahnung, wieso man 13 Linsen braucht... Und mit über 800g ist es schwer, wenn man den ganzen Tag die Kamera mit dem besagten Objektiv in der Hand hält, dann merkt man das irgendwann.
Für 900€ hätte man durchaus ein wetterfestes Objektiv erwarten können. Ein paar Abdichtungen aus Gummi würden bei 800g Gewicht und einem Preis von 900€ nicht ins Gewicht fallen.
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