Sicherheitstipps fürs Auto-Tuning

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Sicherheitstipps fürs Auto-Tuning

Von Fahrzeug- oder Auto-Tuning spricht man immer dann, wenn die Standardausstattung eines Fahrzeugs verändert und aufgewertet werden soll. Dies bezieht sich auf die Leistung ebenso wie auf technisches Equipment, Akustik oder Optik. Das Tuning kann sich auf ganz verschiedene Bereiche des Fahrzeugs beziehen, so zum Beispiel auf den Motor zur Leistungssteigerung, ebenso auf das Fahrwerk, die Karosserie oder die Innenausstattung. Das Auto-Tuning kann man von professionellen Firmen durchführen lassen oder selbst in die Hand nehmen. Vor allem im zweiten Fall ist es wichtig, darauf zu achten, dass bei jeder Fahrzeugveränderung die Sicherheit im Straßenverkehr gewährleistet wird. Ebenso müssen die rechtlichen Vorschriften beachtet werden.

Wichtige Grundregeln, die beim Auto-Tuning beachtet werden müssen

An erster Stelle sei erwähnt, dass Änderungen am Fahrzeug zum Erlöschen der Betriebserlaubnis führen können. Dies ist immer dann der Fall, wenn nach dem Umbau eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer zu erwarten ist, sich die Abgas- oder Geräuschentwicklung verschlechtert oder wenn die Fahrzeugart geändert wird. Deshalb sollten Sie sich bereits vor dem Beginn des Tunings gründlich informieren, welche Gutachten und Unterlagen erforderlich sind. Die folgenden Punkte müssen unbedingt beachtet werden:

  •  Achten Sie beim Auto-Tuning auf Qualität sowohl was die Einbauteile selbst als auch den Einbau angeht.
  • Veränderungen am Fahrzeug können weitere Änderungen nötig machen. So ist bei einer Erhöhung der Motorleistung durch ein Chiptuning unter Umständen auch eine Verstärkung der Bremsen und des Fahrwerks nötig.
  • Achten Sie darauf, dass im Lieferumfang der Tuningteile ein Gutachten enthalten ist. Dort ist zu ersehen, ob der Einbau abgenommen werden muss und welche Punkte sonst noch zu beachten sind.
  • Wird das geänderte Fahrzeug zur Abnahme vorgeführt, muss die Zulassungsbescheinigung (Teil I und Teil II), bzw. Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief vorgelegt werden. Auch die Gutachten und andere zu den Tuningteilen mitgelieferte Papiere müssen zur Abnahme mitgebracht werden.

Halten Sie sich an die Gesetze

Nicht alle Änderungen dürfen im Rahmen eines Fahrzeug-Tunings so ohne Weiteres umgesetzt werden. Im §19 der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung (StVZO) können Sie diese Grenzen nachlesen. Bleiben die Regelungen unbeachtet, kann das hohe Strafen nach sich ziehen. Besonders kritisch wird es, wenn durch die Änderung die Betriebserlaubnis erlischt. Diese Konsequenz lässt sich umgehen, wenn die Teile, die nachträglich montiert werden, ein Zertifikat besitzen. Der TÜV oder eine andere autorisierte Prüforganisation entscheidet, ob nach dem Einbau eine Abnahme erfolgen muss.

Für die Fahrt zur Abnahme benötigen Sie entsprechende Kurzzeitkennzeichen, die bei der Zulassungsstelle erhältlich sind. Erst nach der Abnahme und dem erstellten Gutachten kann das Fahrzeug zugelassen werden.

Anerkannte Prüfzertifikate sind Pflicht, damit die Betriebserlaubnis beim Auto-Tuning nicht erlischt

Damit das Zertifikat vor den Augen des TÜV besteht und der StVZO entspricht, muss es bestimmten Kriterien entsprechen. Zugelassen sind:

  • Die „Bauartgenehmigung für Fahrzeugteile“ laut §22a, StVZO. Diese Genehmigung wird in der Regel für Leuchten, Anhängerkupplungen, Reifen und kraftstoffbetriebene Standheizungen gefordert.
  • Die „Allgemeine Betriebserlaubnis für Fahrzeugteile“ laut §22, StVZO müssen zum Beispiel Hecktragesysteme, Spoiler oder Sportlenkräder vorweisen.
  • Ebenfalls zugelassen sind Genehmigungen auf Basis der europäischen Rechtsvorschriften, also von EG-Richtlinien und ECE-Regelungen.

Ob es sich um amtliche Zertifikate handelt, lässt sich an verschiedenen Prüfzeichen erkennen. Ein großes „E“ in einem Kreis, kombiniert mit einer Länderkennzahl (1 für Deutschland), kann von den Genehmigungsbehörden aller Staaten vergeben werden, die dem ECE-Rechtskreis angehören. Das kleine „e“ im Rechteck zusammen mit der Länderkennzahl sagt aus, dass das Tuningteil von einem EG-Mitgliedstaat geprüft und anerkannt wurde.

Alle anderen Prüfzertifikate sind möglicherweise ungültig und sollten vor dem Einbau des Teils einer Prüforganisation wie dem TÜV vorgelegt werden. Bei einer Verkehrskontrolle sollten Sie sämtliche Nachweise vorlegen können.

Sicherheitstipps für Motor-Tuning – Leistungssteigerung durch Chip-Tuning

Beim Chip-Tuning wird in die Motorsteuerung eingegriffen, um die Leistung zu erhöhen. Dazu wird entweder ein neuer Tuning-Chip eingebaut oder der Original-Chip umprogrammiert. Veränderungen in der Motorleistung müssen grundsätzlich in die Zulassungspapiere eingetragen werden. Chip-Tuning sollte nur mit Einbauteilen vorgenommen werden, die mit einem Teilegutachten, bzw. einer Allgemeinen Betriebserlaubnis für Fahrzeugteile (ABE) ausgestattet ist. Anhand der Unterlagen muss die Umrüstung für den jeweiligen Fahrzeugtyp eindeutig zuordenbar sein. Weiterhin wird hier der Nachweis über die Einhaltung der offiziellen Emissionsgrenzen für Abgas und Geräuschentwicklung geführt.

Ebenfalls unter den Begriff Autotuning fällt die Umrüstung eines Fahrzeugs auf Flüssiggasbetrieb. Für die verwendete Gasanlage sollte eine eine Genehmigung nach ECE- Regelung Nr. 115, „Nachrüstsysteme für Flüssiggas- (LPG) zum Einbau in Kraftfahrzeuge zur Verwendung von Flüssiggas in ihrem Antriebssystem“ vorliegen.

Verändertes Fahrverhalten durch ein Sportfahrwerk – hohe Anforderungen werden gestellt

Soll das Fahrwerk getunt werden, dann stellt dies einen besonders großen Eingriff in die Fahrzeugkonstruktion dar. Ein Sportfahrwerk muss höchsten Ansprüchen an Fahrverhalten und Sicherheit genügen und ist deshalb entsprechend hochpreisig. Im Vorfeld müssen alle Anforderungen geprüft werden, dann wird das entwickelte Fahrwerk vom Hersteller in allen denkbaren Kombinationen und Situationen geprüft. Gute Sportfahrwerke sind leicht untersteuernd ausgelegt und lassen sich so in jeder Situation gut beherrschen. Bei der Auswahl des Fahrwerks sollte auf eine entsprechende Garantieleistung geachtet werden. Nach dem Einbau muss das fahrwerk-getunte Fahrzeug abgenommen werden.

Zum Fahrwerk-Tuning gehört auch das Tieferlegen durch den Austausch der Fahrwerksfedern, der Einbau von abweichenden Achs-Stabilisatoren, Domstreben zur Versteifung der Karosserie oder der Austausch der Gummipuffer durch härtere Materialien wie teflonbeschichteter Kunststoff. Dadurch werden Lenkbewegungen schneller vom Fahrzeug umgesetzt. Insgesamt ist durch das Fahrwerk-Tuning eine sportlichere Fahrweise möglich.

Reifen-Tuning in drei Schritten und TÜV-Abnahme nicht vergessen!

Ist eine Umrüstung der Reifen geplant, dann sollte diese in drei Schritten erfolgen:

  • Entsprechende Felgen aussuchen, die sowohl optisch als auch hinsichtlich des Gutachtens zum Fahrzeug passen.
  • High-Performance Reifen auswählen, dabei auf Reifenfreigabe und Montierbarkeitsbescheinigung achten. Auch der Loadindex als Kennzahl für die Reifentragfähigkeit muss beachtet werden.
  • Nach der Montage vom TÜV abnehmen lassen, wenn die Reifen-Kombination die Angaben in der Zulassungsbescheinigung überschreiten.

Breite Reifen machen nicht nur optisch etwas her, sondern in vielen Fällen auch das Fahrzeug sicherer. Durch die verbreiterte Aufstandsfläche werden Kurvenstabilität und Lenkpräzision erhöht und der Bremsweg verkürzt. Wird ein Auto mit Breitreifen getunt, sollte die Profiltiefe mindestens 3 mm, bei Winterreifen 4 mm betragen.

Optisches Tuning durch Scheibenfolien – nur erlaubt bei freier Sicht

Windschutzscheibe und die vorderen Seitenscheiben müssen laut Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung immer freie Sicht für den Fahrer bieten. Diese Forderung wird mit Scheibenfolien erfüllt, die bauartgenehmigt sind und eine Lichtdurchlässigkeit von mindestens 75% für die Windschutzscheibe aufweisen. Für die weiteren Scheiben genügt eine Durchlässigkeit von 70%. Zu beachten ist, dass diese Forderung häufig bereits von leicht getönten oder sogar glasklar wirkenden Scheiben nicht erfüllt wird. Dunklere Folien dürfen nur an den hinteren Scheiben angebracht werden. Wo Folien für Autoscheiben jeweils zulässig sind, können Sie der zugehörigen Bauartgenehmigung entnehmen. Dort finden Sie auch Informationen, wie die Folien angebracht werden müssen, und welche Bedingungen mit der Verwendung der Sichtfolien an der Heckscheibe verbunden ist. Die Bauartgenehmigung muss immer im Fahrzeug mitgeführt werden.

Licht-Tuning – Leuchtenwechsel nur mit Zulassung nach der StVZO

In den Vorschriften der StVZO sind die zulässigen Beleuchtungseinrichtungen für Kraftfahrzeuge vorgeschrieben. Ergänzt werden die dortigen Vorgaben durch EU-Richtlinien oder ECE-Regelungen. Zu den sogenannten lichttechnischen Einrichtungen gehören

Alle Lichter, die nach vorne leuchten, müssen weißes, die nach hinten leuchtenden Scheinwerfer und Reflektoren rotes Licht aufweisen. Leuchten an den Fahrzeugslängsseiten dürfen nur mit gelbem Licht strahlen. Alle angebrachten Lichter und Leuchten müssen bauartgenehmigt sein. Belegt wird dies mit einem entsprechenden Genehmigungssymbol, das aus Genehmigungsnummer und Zeichen der Genehmigungsbehörde besteht.

Generell nicht zugelassen sind zusätzliche „Spaßbeleuchtungen“ wie Unterbodenbeleuchtung, leuchtende Christbäume, Leichtdioden, beleuchtete Namensschriftzüge oder Ähnliches.

Wenn das Fahrzeug nachträglich auf Xenon-Licht umgerüstet werden soll

Xenon-Lichter arbeiten über Gasentladungen mit Vorschaltgeräten und werden verstärkt als Tuningsätze für den nachträglichen Einbau in herkömmliche Scheinwerfer angeboten. Mit dem Einbau der häufig als „Xenon-Glühlampe“ oder Xenon-Brenner“ bezeichneten Tuningteile erlischt sofort die Betriebserlaubnis. Eine derartige Umrüstung ist unzulässig.

Eine Umrüstung auf Xenon-Licht ist nur mit einem kompletten Einbau zugelassener Scheinwerfersätze möglich, für die eine Bauartgenehmigung vorliegt. Weiterhin müssen derartig umgerüstete Fahrzeuge folgende Zusatzausrüstungen aufweisen:

  • Automatische Leuchtweitenregelung
  • Scheinwerferreinigungsanlage
  • Absicherung des Betriebs der Xenon-Abblendlichter auch bei eingeschaltetem Fernlicht
Auf Nummer sicher gehen Sie mit einem Umrüstsatz auf Xenonlicht mit Teilegutachten oder ABE (allgemeiner Betriebserlaubnis). In der Einbauanleitung werden erforderliche zusätzliche Ein- und Umbauten am Fahrzeug genannt.

Tagfahrleuchten – automatische Leuchten sorgen für Licht am Tag

Tagfahrlicht ist in vielen Ländern wie zum Beispiel Dänemark, Kroatien oder Österreich längst Pflicht. Wer ohne Licht fährt, muss mit Bußgeldern rechnen. Die kleinen Zusatzleuchten sind speziell für das Erkennen des Fahrzeugs bei Tageslicht konstruiert. Laut der Zulassungsvorschrift ECE-R87 ist der Einsatz spezieller Tageslichtleuchten auch ohne Stand- und Rücklicht erlaubt.

Auto-Tuning betrifft auch den Versicherungsschutz – nicht jedes Tuning-Teil ist mitversichert

Geld und Ärger lassen sich sparen, wenn die Einbauteile korrekt in die Zulassungsdokumente eingetragen sind. Doch das reicht häufig nicht aus. Auch die Versicherung muss informiert werden. Sonst droht bei einem Unfall der Verlust des Versicherungsschutzes. Die Versicherungsgesellschaften haben dafür interne Regelungen eingeführt, bis wann ein Tuning-Teil beitragsfrei mitversichert werden kann. Bei sehr exotischem Auto-Tuning sollten Sie sich darauf einstellen, dass die Versicherungsgesellschaft den Versicherungsschutz gänzlich verweigert.

Aber noch aus einem zweiten Grund ist es ratsam, den Versicherer über das Tuning zu informieren: Das Auto erfährt dadurch häufig eine Wertsteigerung. Diese wird im Falle einer Schadensregulierung jedoch nur dann berücksichtigt, wenn sie vorab mitversichert wurde. Allen Fahrzeughaltern, die ihr Fahrzeug per Auto-Tuning aufgewertet haben, ist zu empfehlen, Rechnungen über Tuning-Teile, Lackierungen und andere Einbau- und Umrüstarbeiten gut aufzubewahren. Im Schadensfall kann so die Wertsteigerung eindeutig dokumentiert werden.

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