Sicherheitscheck - Vorsorge ist besser als Nachsorge!

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Sicherheitscheck - Vorsorge ist besser als Nachsorge!

Regelmäßige Inspektionen sorgen für mehr Sicherheit

Ein Sicherheitscheck am Fahrzeug bewahrt vorsorglich vor schweren Schäden. Wie oft diese Inspektion durchgeführt werden sollte, hängt von den Angaben des Herstellers ab. So ist der Check beispielsweise nach einem Jahr oder nach 15.000 gefahrenen Kilometern durchzuführen. Im alltäglichen Einsatz und auf längeren Fahrten werden alle Komponenten des Fahrzeugs stark strapaziert. Reifen und Bremsen nutzen sich ab, der Motor verbraucht Flüssigkeiten und die Scheibenwischer verschleißen mit der Zeit und hinterlassen Schlieren. Derartige Mängel ungeachtet zu lassen kann für Fahrzeug und Insassen sehr gefährlich sein. Ohne Bremsflüssigkeit kommt der Wagen nicht mehr zum Stehen. Ohne Motoröl kann sich dieser festfahren und einen Totalschaden am Fahrzeug bewirken. Dabei hält die rechtzeitige Vorsorge größere Schäden und einen hohen Geldbetrag in Grenzen. Die regelmäßigen Inspektionen geraten bei vielen Autofahrern in Vergessenheit oder werden aus Kostengründen nicht mehr durchgeführt. Gerade diese Fahrzeuge sind mit einem hohen Pannenrisiko belastet. Experten raten zu einer jährlichen Kontrolle aller fahrzeugrelevanten Teile. Auch vor längeren Fahrten, beispielsweise vor dem nächsten Urlaub, bietet sich ein Sicherheitscheck an. Ältere Fahrzeuge zeigen immer wieder Mängel auf, die vor Fahrtantritt zu beheben sind.

Was wird beim Sicherheits-Check überprüft?

Alle Autowerkstätten bieten den Sicherheits-Check kurzfristig und in unterschiedlichen Varianten an. Er dauert etwa eine Stunde, wobei die wichtigsten Fahrzeugbereiche auf ihre Funktionalität und Sicherheit überprüft werden. Dazu gehören Räder, Motor, Karosserie und Bremsen. Fehlt beispielsweise Scheibenwischwasser, füllt die Werkstatt den Behälter wieder auf. Wem die Inspektion in der Werkstatt zu teuer ist, kann die kleine Inspektion problemlos zu Hause durchführen. Der folgende Ratgeber informiert Sie über alle Schritte der Inspektion und zeigt Ihnen, worauf Sie beim Sicherheitscheck achten müssen.

Kleine Auto-Inspektion selber machen – das gehört dazu

Ein Fahrzeug-Sicherheitscheck unterscheidet sich je nach Aufgabenumfeld nach kleiner und großer Inspektion. Über die Häufigkeit dieser Maßnahme gibt es keine gesetzliche Regelung. Allerdings knüpfen sich Garantieleistungen des Herstellers an diese Checks, der Wagen bleibt gepflegt und die Lebensdauer erhöht sich. Die kleine Inspektion lässt sich am Fahrzeug problemlos selbst durchführen. Sie sollte jährlich oder nach 10.000 bis 15.000 Kilometern stattfinden. Folgende Arbeiten gehören zu diesem Check:

  • Wischwasser prüfen
  • Ölstand prüfen
  • Lichttest
  • Scheibenwischer wechseln
  • Reifenprofil und Reifendruck prüfen
  • Luftfilter reinigen

Vorgehensweise bei der Auto-Inspektion

Prüfen Sie zunächst den Stand des Scheibenwischwassers. Der Behälter sollte sichtbar im Motorraum angebracht sein. Da es sich um helle oder durchsichtige Behälter handelt, können Sie den Stand problemlos von außen ablesen. Wichtig: Für den Sommer und Winter gibt es unterschiedliches Wischwasser. Im Sommer sollte das Konzentrat hartnäckige Verschmutzungen und Fliegendreck schnell lösen. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt sind Sie auf Frostschutz angewiesen. Füllen Sie dieses Konzentrat rechtzeitig nach und passen Sie es an vorherrschenden Temperaturen an. In Deutschland sollte ein Frostschutz bis zu - 25 °C ausreichend sein. Im gleichen Zusammenhang prüfen Sie die Einstellung und Durchgängigkeit der Düsen. Bei langsamen und schnellen Fahrten sollten die Düsen auf die Scheibe zielen. Manche Fahrzeuge besitzen einen zusätzlichen Kanister für das hintere Scheibenwasser. Nach dem Einfüllen des Frostschutzes ist die komplette Anlage zu betätigen, um ihn in allen Leitungen zu verteilen. Gerade nach dem Winter könnte das Gummi der Scheibenwischer porös oder brüchig geworden sein. Die Folge sind störende Schlieren auf der Scheibe. Die Scheibenwischer lassen sich einfach über ein modernes Klick-System auswechseln. In der Betriebsanleitung des Fahrzeugs ist vermerkt, welche Größe an Scheibenwischern benötigt wird. Die gleichen Angaben entnehmen Sie der Verpackung der neuen Scheibenwischer.

Den Reifendruck kontrollieren Sie an jeder Tankstelle kostenlos. In der Fahrzeugtür, dem Tankdeckel oder der Betriebsanleitung sind die richtigen Daten für das Fahrzeug zu finden. Gleichzeitig ist die Profiltiefe der Reifen zu prüfen. Ab einer Tiefe von 1,6 mm schreibt der Gesetzgeber einen Reifenwechsel vor. Hier sind dir Reifen bis zu den Indikatoren abgefahren und bieten keinen Halt mehr auf der Straße. Mit schlechten Reifen riskieren Sie einen längeren Bremsweg und das Schlingern durch Aquaplaning. Funktionierende Lampen gehören ebenso zur Sicherheit am Fahrzeug. Im Herbst bieten Automobilclubs und die DEKRA kostenlose Lichttests an, um Funktion sämtlicher Beleuchtung am Fahrzeug zu prüfen. Auch die Kontrollleuchten im Inneren und die Blinklichter des Wagens werden überprüft. Die Scheinwerfer sind oftmals falsch eingestellt. Zu hoch blenden sie andere Verkehrsteilnehmer und zu niedrig verschlechtert sich Ihre Sicht enorm. Zusätzlich sollten Sie einen Blick auf Warndreieck, Verbandskasten und Warnweste werden. Gerade beim Verbandskasten könnten Inhalte durch Hitze im Sommer beschädigt oder gar abgelaufen sein und sind zu wechseln.

Im Motorraum erhalten Sie einen Überblick über die Flüssigkeitsstände und den Luftfilter. Für die Überprüfung des Motoröls sollte der Wagen erkaltet sein und bereits einige Zeit stehen. So läuft das Öl in den Behälter zurück und Sie lesen den Stand anhand des Messstabs an. Auf jedem Stab sind ein Minimum und ein Maximum für den Ölstand angegeben. Bei einem zu geringen Ölstand ist die nächste Werkstatt zu kontaktieren. Meist bietet sich ein Ölwechsel an, wobei Ölfilter und Motorenöl komplett getauscht werden. Handwerklich begabte Autofans können ihren Luftfilter selbst prüfen und reinigen. Ein verdreckter Luftfilter sorgt für einen hohen Verbrauch oder einen unrunden Motorlauf.

Diese Dinge können Sie zusätzlich am Fahrzeug prüfen:

Je nach Alter des Fahrzeugs sind Türschlösser, Scharniere oder Gelenke deutlich schwerer zu bedienen. Einfaches Sprühfett aus der Dose schafft Abhilfe und verhindert quietschende oder knarrende Elemente am Fahrzeug. Vor dem Winter reiben Sie die Türgummis mit einem speziellen Fett ein. So frieren sie nicht fest und werden beim Öffnen der Tür nicht beschädigt. Poröse Türgummis bekommen Sie mit speziellem Silikon-Spray wieder geschmeidig. Gleichzeitig schützt das Spray vor Feuchtigkeit und Korrosion der Tür. Die Batterie sollten nur erfahrene Autofahrer prüfen. Hier kommt es auf den Füllstand an, wobei die Bleiplatten der Batterie mindestens einen Zentimeter gedeckt sein sollen. Notfalls füllen Sie die Zellen mit destilliertem Wasser nach.

Die große Inspektion grundsätzlich von der Werkstatt durchführen lassen

Die große Inspektion umfasst Fahrzeugkomponenten, die nur von einer Werkstatt überprüft werden sollten. Dazu gehören beispielsweise Bremsen und Bremsanlage. Die Mitarbeiter kontrollieren die Bremsen auf Verschleiß und testen die Bremsflüssigkeit auf Wassergehalt. Befindet sich Wasser in der Bremsanlage, kann dies zur Bremskraftminderung führen und einen längeren Bremsweg hervorrufen. Im Winter könnte dieses Wasser gefrieren und die komplette Anlage unbrauchbar werden lassen. Batterie und Lichtmaschine des Wagens werden auf Kapazität geprüft und die Kontakte der Batterie notfalls gereinigt. Stimmt der Ladestrom, ist mit diesen Komponenten alles in Ordnung. Den Kühlwasserstand können Sie selbst auch prüfen, wobei das Nachfüllen einer Werkstatt überlassen werden sollte. Es gibt spezielle Kühlflüssigkeiten, die im Winter nicht gefrieren und im Sommer den Kühlkreislauf stark unterstützen. Daneben testen die Mechaniker die Abgasanlage auf Verschleiß und kontrollieren den Unterboden auf mögliche Roststellen oder andere Schäden. Überprüft werden außerdem Getriebe, Fahrwerk und Klimaanlage, wenn diese im Fahrzeug vorhanden ist. Bei der Klimaanlage kommt es nicht nur auf das Kühlmittel an. Auch der Kompressor muss richtig funktionieren. Bemerken Sie einen schlechten Geruch im Fahrzeug, kann dies von den Filtern der Klimaanlage kommen. In regelmäßigen Abständen sind diese auszutauschen. Der Klima-Check ist grundsätzlich vom Fachmann zu übernehmen. Funktioniert die Servolenkung nicht mehr richtig, befindet sich möglicherweise Luft im System. Öffnen Sie niemals selbst die Anlage, sondern lassen Sie das Problem von einem Fachmann prüfen. In der Regel reicht das Nachfüllen von Servo-Flüssigkeit nicht aus. Je nach Alter des Wagens folgt eine Überprüfung der Stoßdämpfer. Für diesen Test steht das Fahrzeug auf einer Art Rüttelplatte. Der damit verbundene Computer wertet die Bewegungen des Autos aus und weist auf einen Verschleiß der Stoßdämpfer hin. Auch bei Nockenwelle oder Zahnriemen sind die Intervalle zum Wechsel zwingend zu beachten. Andernfalls riskieren Sie einen Motorschaden.

Auswertung der Inspektion

Nach einer solchen Untersuchung erhalten Sie einen Mängelschein und eine Liste mit empfohlenen Reparaturen. Gerade vor der Hauptuntersuchung beim TÜV bietet sich eine umfassende Inspektion durch eine Werkstatt an. Der Vorteil hierbei: Der TÜV kann keine Mängel mehr feststellen und Sie müssen keine zweite Untersuchung mehr bezahlen. Nicht jede Werkstatt übernimmt bei der großen Wartung des Fahrzeugs kleine Reparaturen. In den meisten Fällen müssen Sie die Werkstatt erneut aufsuchen und den Mängelschein abarbeiten lassen. Die Kosten für eine solche Wartung und Inspektion sind sehr unterschiedlich. Sie sparen Geld, indem sie kleinere Arbeiten selbst übernehmen und regelmäßig Reifendruck, Scheibenwischer und Flüssigkeitsstände prüfen. Bei jeder großen Inspektion erfolgt eine Eintragung in das Service-Heft des Fahrzeugs. Ein gut gepflegtes Serviceheft steigert den Wiederverkaufswert und belegt, dass der Wagen stets gut gepflegt wurde.

Sicherheitscheck vor dem Urlaub oder langen Autofahrten

Vor der nächsten längeren Fahrt sind einige Sicherheitsmerkmale des Fahrzeugs zu prüfen. Dazu gehören Reifendruck und Lichtanlage. Bei einer schweren Beladung des Fahrzeugs muss der Reifendruck erhöht werden. Damit sparen Sie nicht nur Sprit, sondern schonen ihre Reifen. Oftmals variiert der Reifendruck zwischen den vorderen und den hinteren Reifen. Prüfen Sie vor der Fahrt die komplette Lichtanlage des Fahrzeugs, auch die Nebelleuchten. Im Winter sind die Scheibenwischer regelmäßig zu reinigen, um für bessere Sichtverhältnisse zu sorgen. Voll beladen müssen Sie die Ausrichtung der Scheinwerfer korrigieren. Der Wagen sitzt gerade am Heck deutlich tiefer und kommt an der Front nach oben. Die Scheinwerfer können dann für andere Verkehrsteilnehmer störend wirken. Ein kleines Rad im Innenbereich des Fahrzeugs sorgt für die richtige Einstellung. Wichtig: Vergessen Sie nach der Fahrt nicht die Korrektur der Höhe. Andernfalls erhalten Sie eine schlechte Sicht.

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