Schwefellampe - was ist das?

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Die Schwefellampe (englisch Sulfur Plasma Lamp) ist eine Entladungslampe, in welcher als Schwefeldampf als leuchtaktives Medium verwendet wird. Sie ist damit eine entfernte Verwandte der Energiespar- und Leuchtstofflampen, in denen jedoch Quecksilber als aktives Medium genutzt wird.

Kern der Schwefellampe ist ein etwa Tischtennisballgroßes, kugelförmiges Gefäß aus temperaturbeständigem Quarzglas. In diesem Entladungsgefäß befindet sich ein Zündhilfsgas (meist Argon) sowie eine kleine Menge Schwefel. Durch äußere Energiezufuhr wird zunächst das Zündhilfsgas ionisiert und dabei erhitzt. Die entstehende Hitze verdampft dann den Schwefel, der ebenfalls ionisiert und dadurch zu sehr intensivem leuchten angeregt wird.

In gewöhnlichen Entladungslampen geschieht die Energiezufuhr durch elektrischen Strom, der über zwei Elektroden in das Entladungsgefäß  eingebracht wird. schwefeldampf ist jedoch so agressiv, dass Elektroden innerhalb kürzester Zeit zerstört würden. Daher wird in der Schwefellampe eine elektromagnetische Anregung benutzt: Das kugelförmige Entladugsgefäß besitzt keine Elektroden, sondern es wird mit starken Radiowellen bestrahlt. Die Radiowellen werden durch ein so genanntes Magnetron erzeugt, wie es auch in einem Mikrowellenherd Verwendung findet. Gleichzeitig wird die Kugel in schnelle Drehung versetzt, damit sich keine Wärmenester bilden können. Dabei muss die Lichterzeugung innerhalb eines (meist mehrlagigen) feinmaschigen Schutzkäfigs erfolgen, damit keine schädliche Mikrowellenstrahlung nach Außen dringen kann.


Die Spektrale Verteilung der Schwefellampen ist dem Sonnenlicht sehr ähnlich, wobei ältere Exemplare einen mehr oder weniger starken Grünstich zeigen. Die Technologie ist vergleichsweise komplex und wird erst von wenigen Herstellern beherrscht, entsprechend sind Schwefellampen noch relativ selten (Stand Sommer 2008). Dabei gehören Schwefellampen zu den Lichtquellen mit der höchsten Lichtausbeute überhaupt und werden hinsichtlich ihrer Effizienz nur von modernen LEDs übertroffen. Gleichzeitig erreichen Schwefellampen eine extrem hohe Lebensdauer, die die einer gewöhnlichen Glühbirne um das zwanzig- bis fünfzigfache übertrifft.

Der gravierendste Nachteil ist, dass es bislang nicht möglich ist, Schwefellampen für kleine Leistungen zu bauen. Typische Lampenleistungen liegen um 500 bis 1000 Watt, daher beschränkt sich die Anwendung momentan noch auf Hallen- und Außenbeleuchtung, Gewächshäuser und ähnliche professionelle Bereiche. Des Weiteren sind Schwefellampen, bedingt durch den komplizierten Aufbau, recht groß, schwer und auch teuer.
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