Schimmelnde Blockflöten

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Gebrauchte und ältere Blockflöten neigen teils zu weißlichen Ablagerungen. Oft handelt es sich um Paraffin-imprägnierten Ahorn oder Birnbaum, bei dem das Paraffin im Laufe langer Jahre "ausgeschwitzt" ist. So finden sich diese Ablagerungen gern im Bereich der imprägnierten Innenbohrung und werden in den Grifflöchern oder auch an den Verbindungsstellen sichtbar, wo sie sich mit dem Korkfett vermischen. Diese Ablagerungen sehen auf den ersten Blick vielleicht wie Schimmel aus, doch sie sind leicht durch ihre talgige Substanz einzuordnen.
An den Verbindungsstellen haben viele ältere Flöten rot-bräunliche Schmutzkrusten, entstanden durch nicht rechtzeitig abgewischten Korkfettüberschuß.

Jetzt aber zum echten Schimmel, den Sie an der typisch "staubigen" Beschaffenheit, wenn weiß oder grün, oder an schwarz-grauen nichttalgigen Verfärbungen erkennen:

Ein leichter Befall kann gut mit einem fusselfreien und in Essigwasser getauchten Tuch behandelt und dauerhaft abgetötet werden.

Sitzt der Schimmel im Windkanal, müssen der Block herausgelöst, alle Teile entsprechend behandelt und evtl. nachgeschliffen werden. Diese Arbeit sollte einem erfahrenen Blockflötenbauer vorbehalten bleiben, da aus kleinen Fehlern schnell irreparable Schäden resultieren.
Auch ohne Schimmel ist diese Reinigung eine empfehlenswerte Maßnahme für viele ältere Blockflöten.
Bitte manipulieren Sie nie selbst Windkanal, Labium oder Grifflöcher! Die Intonation und der Klang können durch kleinste Beschädigungen sehr leiden!

Starken Schimmelbefall zu bekämpfen, kann bei entsprechend wertvollen und/oder seltenen, alten Blockflöten lohnenswert sein. Restauratoren kennen und praktizieren mehrere keimtötende Maßnahmen und wissen, wie man verbliebene Sporen effektiv beseitigt.

Fragen Sie im Fall der Fälle immer erst bei einem Reparaturdienst für Blockflöten nach, bevor sie sich von einem liebgewordenen Instrument wegen Schimmelbildung trennen!

Damit es aber erst gar nicht so weit kommt, sind ein paar Dinge zu beachten:
1. Nach dem Spiel die Flöte immer gut auswischen, dabei nicht von innen vor den Block stossen!
2. Lassen Sie die auseinandergedrehten Flötenteile je nach Spieldauer/Feuchtigkeit 1 - 48 Stunden im offenen Kasten trocknen.
3. "Luftige" Flötenkästen oder atmungsaktive Taschen sind komplett geschlossenen Boxen vorzuziehen.
4. Bewahren Sie Ihre Flöte(n) an einem normal temperierten und -luftfeuchten Ort wie z.B. im Wohnzimmerschrank auf.


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