Scanner und Multiband-Empfänger

Aufrufe 144 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war

Es gibt relativ große Unterschiede in der Arbeitsweise und Qualität von echten Scanner-Empfängern im Vergleich mit den Multiband-Empfängern die auch mit der Bezeichnung: "sogenannter Scanner" oder "auch Scanner genannt" hier angeboten werden.

scannen bedeutet frei übersetzt: absuchen.

 

Ein echter Scanner


kann also einen bestimmten (meist vom Anwender festlegbaren) Frequenbereich automatisch absuchen. Wird ein Signal empfangen, bleibt entweder die Suche stehen oder die Frequenz wird im Speicher abgelegt und die Suche geht weiter. Hat man dann genügend Frequenzen in den Speicher abgelegt, läßt man den Scanner nur noch die Speicherplätze absuchen. Empfängt der Scanner auf einem Kanal ein Signal, so hält die Suche an und man kann dann zuhören. Nach den Ende geht die Suche automatisch weiter. Dies alles setzt einen digitalen Empfangsteil voraus. (Stichwort PLL).

Es gibt Scanner mit 10 bis ca. 3000 Speicherplätzen. Wieviel man braucht, hängt davon ab, wie man einen Scanner nutzen will. Oft hört man nur eine Gruppe von 5-10 Frequenzen ab. Mehr geht meist nicht, da man sonst leicht den Überblick verliert, wer da gerade von was redet.

Plant man sehr viele Frequenzen zu speichern oder zu überwachen, so sollte man sich überlegen, ob man sich einen Scanner mit Schnittstelle zum PC kauft. Auf dem Bildschirm und mit der Tastatur des PC lassen sich die ganzen Eingaben sehr viel einfacher als mit den wenigen Köpfen der kleinen Scanner machen

Viele der echten Scanner kann man zwischen verschiedenen Modulationsarten und Bandbreiten umschalten.

AM-Modulation           - Teilweise CB-Funk und Flugfunk

FM-Modulation            - Teilweise CB, UKW-Radio, BOS, Amateurfunk

Wide-FM (Breitband)        - UKW-Radio

Narrow-FM (Schmalband) - alle anderen Bereiche und Funkdienste.

Die besseren Scanner haben dann noch SSB, das wird aber fast nur im Kurzwellenband (1,5-30 MHz) benötigt.

Die Empfangs-Empfindlichkeit der meisten Scanner ist erstaunlich gut. Fast immer kann man schon mit der Original-Antenne vieles interessante hören. Empfangsverstärker oder Aktiv-Antennen braucht man in den meisten Fällen wirklich nicht. Zustazantennen machen nur Sinn, wenn man durch die Lage, z.B. Kellerwohnung einen ganz schlechten Empfang hat oder mittlerweile zu Abhörspezialisten geworden ist, der auch das Gras wachsen hören möchte.

An die Anschaffung einer Zusatzantennen würde ich erst denken, wenn ich mit dem Sacnner etwas Erfahrung gesammelt habe und konkret weiß, was ich verbessern will/muß

Beim Funkempfang gilt der Grundsatz: Was die Antenne nicht hört, kann kein Verstärker hörbar machen. Darüber hinaus muß man bedenken, daß auch in den bezahlbaren Zusatzverstärkern oft die gleichen oder ähnliche Transistoren arbeiten wie im Empfänger selbst. Was sollen die Verstärker also so viel besser können als der Scanner von hause aus?

In einem Fall sind Empfangsverstärker allerdings sinnvoll. Ist die Antenne über ein langes Kabel mit dem Empfänger verbunden, so mach es Sinn, direkt an die Antenne einen Verstärker zu bauen, um das Signal für den langen Weg im Kabel zu verstärken, da alle Hochfrequenzsignale im Kabel mehr oder weniger gedämpft werden.

Ein "sogenannter Scanner"

oder "auch Scanner gennant"

ist meist ein analoger Multiband-Empfänger, der in 3-5 Frequenbändern empfangen kann. Die Frequenzverstellung geschieht mittels Drehknopf, eine automatische Suche ist unmöglich und es gibt keine Speicher für Frequenzen. Leider sind alle dieser Geräte vorwiegend für UKW-Radio-Empfang ausgelegt und empfangen sehr breitbandig.

Die Funksendungen, die potentielle Scannerkäufer am meisten interessieren (BOS - das ist: Polizei, Feuerwehr, Rettungswagen, THW ... ) Amateurfunk, Betriebsfunk, Taxifunk ..... sind aber eher sehr schmalbandig.

Das bedeutet, daß diese Signale dann nur sehr leise zu hören sind. Ein weiterer Nachteil ist, daß gerade bei diesen Funkdiensten die Kanäle viel enger als im UKW-Radio-Band belegt sind. Auf die Bandbreite eines UKW-Radiokanals kommen mindestens 15 BOS-Kanäle. Als Ergebnis kann passieren, daß man zwei oder drei Kanäle gleichzeitig empfängt und egal, wie man den Empfänger einstellt, keinen der Kanäle richtig verstehen kann

Ein weiterer Nachteil ist die mangelnde Empfindlichkeit. Die Empfänger sind trotz aller gegenteiligen Beteuerungen der Verkäufer sehr unempfindlich. Zusammen mit der breitbandigkeit ergibt sich daraus, daß man nur wenige ganz starke Sender hören und verstehen können wird. Will man diese Unempfindlichkeit mit einem Empfangsverstärker ausgleichen, erkauft man sich einen Haufen Störungen durch erhöhtes Rauschen, Spiegelfrequenzen und anderen unerwünschten Signalen.

Als einziger sinnvoller Verwendungszweck für diese Dinger bleibt also noch der UKW-Radio-Empfang und selbst das kann ein billiges 3-Euro Radio meist besser.

Ich hatte mehrere dieser "Super"-Empfänger (z.B. Aircontrol, allband-radio, universal-radio usw...) auf der Werkbank und habe versucht mit geeigneter Meßtechnik und ein paar Modifikationen den Empfang etwas zu optimieren aber die Ergebnisse waren total enttäuschend. Selbst das wirklich billige und einfache FM-Radio (allerdings PLL-digital) in einem no-name-MP3-Player war trennschärfer und empfindlicher.

Tip für den Kauf


Die meisten Verkäufer der Multiband-Empfänger versuchen die Unzulänglichkeiten der Geräte hinter ganz kurzen oder sehr langen, nichtssagenden Beschreibungen zu verstecken.

Vor dem Kauf also immer fragen: Hat das Ding einen digitalen (PLL-)Empfangsteil und wie viele Speicherplätze hat es. Ist dann die Antwort nicht eindeutig oder es gibt keine Speicherplätze, laßt einfach die Finger weg - Ihr ärgert Euch sonst garantiert über das rausgeschmissene Geld.

Eine Ergänzug aufgrund einer Anfrage an mich:

Wird in der Beschreibung eine bestimmte Anzahl von Kanälen angegeben, so hat das meist nichts mit Speicherplätzen zu tun, sondern damit sind die CB-Funk-Kanäle gemeint, die man mit dem Multibandempfänger empfangen kann.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden