Rollen, leuchten oder lasern: Maustechnologien im Überblick

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Kugel, Leuchtdiode und Laser – das ist die Kurzfassung der Mausgeschichte. Von den Staubfressern war es ein langer Weg zu den modernen Lichtgestalten der Mäusezunft. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Das sollten Sie beim Kauf beachten.

 

 

Rollen, leuchten oder lasern: Maustechnologien im ÜberblickVon klassisch bis futuristisch: Die Produktpalette an Mäusen reicht von der Universalmaus aus dem Hause Microsoft bis zum Mad Catz Cyborg für Gaming-Fans. (Copyright: Microsoft/ Mad Catz)

 

Optomechanisch: Die Maus mit der Kugel

Bei der "Kugelmaus" wird die Mausbewegung über eine Rollkugel erfasst: Die mit Gummi überzogene Kugel dreht sich, wenn die Maus verschoben wird – vorausgesetzt, der Untergrund ist nicht zu rutschig. Im Inneren der Maus reibt die Kugel vorne und seitlich an zwei Walzen, welche wiederum je eine Lochscheibe antreiben. Per Lichtschranke wird gemessen, wie schnell sich die Scheiben drehen. So kann der Computer die Drehrichtung und -geschwindigkeit der Kugel erfassen und in Koordinaten umrechnen, mit denen der Mauszeiger auf dem Bildschirm positioniert wird.

 

Nachteil der Kugeltechnik: Das Gehäuse muss unten offen sein, damit die Kugel auf der Unterlage rollen kann. So sammelt sich mit der Zeit  jede Menge Staub und Schmutz im Gehäuse an – vor allem an den Walzen, die letztendlich irgendwann blockieren. Eine Reinigung ist zwar möglich, aber die nächste Blockade ist vorprogrammiert.

 

 

Eine echte Leuchte: Die optische Maus

Optische Mäuse haben eingebaute Leuchtdioden, die den Untergrund beleuchten. Die Reflexion des Lichtstrahls wird wie ein Foto von einem Mikroprozessor erfasst. So lässt sich bei Bewegung anhand der unterschiedlichen Bilder Richtung und Geschwindigkeit der Maus errechnen.

 

Der Vorteil dieser optischen Technik: Das Gehäuse ist geschlossen, es kann kein Schmutz eindringen. Die monatliche Säuberungsaktion entfällt. Der Nachteil: Optische Mäuse verbrauchen mehr Strom (100 mA im Vergleich zu 25 mA bei Kugel-Mäusen). Außerdem wird je nach Oberfläche das optische Signal schlecht reflektiert. Dadurch kommt es zu Fehlberechnungen, und der Mauszeiger bewegt sich scheinbar unkontrolliert in die falsche Richtung. Das kann sich vor allem bei Actionspielen verhängnisvoll auswirken.

 

Allerdings werden die eingebauten Mikroprozessoren immer besser und somit funktionieren optische Mäuse auf fast allen Unterlagen. Problematisch sind nur Oberflächen ohne Struktur, etwa Glas und lackierte Flächen.

 

 

Verbesserte Optik: Mäuse mit Laserdioden

Die Logitech M150 bietet neben dem farbenfrohen Design auch eine präzise Laserabtastung. (Copyright: Logitech) Die Lasermaus funktioniert vom Prinzip her genauso wie die Leuchtdioden-Maus: schnell hintereinander geschossene "Fotos" werden in Bewegung umgerechnet. Nur kommen hier rote Laserdioden anstatt normaler Leuchtdioden zum Einsatz. Das ist eine deutliche Verbesserung, denn Laserstrahlen können auch auf sehr glatten Oberflächen noch gute Kontraste erzeugen – Bewegungen werden also noch deutlicher erfasst.

 

Die "Kinderkrankheit" der älteren optischen Maus ist damit aber nur teilweise behoben, denn transparente Oberflächen sind immer noch problematisch, auch für die neueren blauen Laser von Microsoft. Dieses Problem lässt sich aber durch ein Mauspad sehr leicht lösen. Ein weiterer Vorteil der Laserdioden: Sie brauchen weniger Strom als normale Leuchtdioden.

 

 

Mehr Freiheit ohne Kabel: Infrarot und Bluetooth

Die Sculpt Touch von Microsoft ermöglicht eine drahtlose Navigation dank Bluetooth. (Copyright: Microsoft) Egal ob Kugel, Leuchtdiode oder Laser: Das Verbindungskabel zum Computer kann die Bewegungsfreiheit der Maus einschränken. Abhilfe schaffen hier kabellose Mäuse, die das Signal per Infrarot oder Funk an den Rechner übertragen. Der Nachteil: Es fehlt die Stromversorgung, die normalerweise über das Kabel stattfindet. So müssen regelmäßig Batterien ausgetauscht werden, oder – falls per Akku betrieben – die Maus wandert in die Ladestation und ist nicht einsatzfähig.

 

 

Mausempfindlichkeit – schneller ist nicht immer besser

Wer einen großen Bildschirm hat, muss auch mit der Maus lange Wege fahren. Besser ist dann eine Maus mit relativ vielen "Counts per Inch". Je höher die CPI-Zahl, desto schneller fährt der Mauszeiger über den Bildschirm und desto geringer ist der Weg, den die Maus dafür zurücklegen muss.

 

Das geht aber auf Kosten der Genauigkeit: Einen blitzschnellen Mauszeiger mit einer einzigen Bewegung zielgenau zu platzieren, ist nicht einfach. Bei sehr präzisen Aufgaben kann das störend sein – zum Beispiel wenn Sie im Actionspiel einen Gegner mit dem Zielfernrohr anvisieren. Vor allem Gamer legen deshalb Wert auf Mäuse mit einem CPI-Schalter: "High Sense" mit mehr als 1600 CPI für schnelle, weite Läufe und "Low Sense"  unter 800 CPI für genaue, langsame Bewegungen.

 

 

Linkshänder benötigen spezielles Mausdesign

Da die meisten Menschen Rechtshänder sind, werden auch Mäuse vorwiegend für diese Spezies entwickelt. Was aber für einen Rechtshänder "ergonomisch" geformt wurde, ist für Linkshänder schlicht unbrauchbar. Achten Sie vor dem Kauf darauf, dass die Maus zumindest symmetrisch geformt und mit beiden Händen bedienbar ist. Einige Hersteller haben sogar spezielle Linkshänder-Mäuse im Angebot.

 

 

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