Richtig verdrahtet – so wählen Sie das passende Monitorkabel aus

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Richtig verdrahtet – so wählen Sie das passende Monitorkabel aus

Die fortschreitende Entwicklung der digitalen Welt hat natürlich auch bei Monitoren keinen Halt gemacht und zu zahlreichen Weitentwicklungen geführt. Was mit grüner Schrift auf schwarzem Hintergrund begann, übertrifft sich heute an Brillanz und Schärfe. Mit entsprechenden Monitorkabel-Adaptern ist auch die Verbindung eines sehr alten Monitors mit einem aktuellen PC noch immer möglich. Monitorkabel aus allen Generationen sind bei eBay auffindbar. Der folgende Ratgeber informiert Sie über die verschiedenen gängigen Kabel und Stecker, passende Adapter und was es beim Kombinieren der Steckverbindungen zu beachten gibt.

Achten Sie auf Qualität

Neben der Form der Stecker ist die Abschirmung und somit Qualität der Kabel ebenso von Bedeutung. Achten Sie bei der Auswahl eines Monitorkabels auf die Qualität, so dass durch die Übertragung des Signals keine Verluste bei der Bildqualität entstehen. Teilweise müssen Sie bei der Verwendung eines Adapters mit Einbußen bzgl. der Qualität rechnen. Zwar wird ein HDMI-Signal mit einem Adapter in ein VGA-Signal umgewandelt, entsprechende Verluste müssen aber hingenommen werden. Anstelle eines Adapters ist auch die Verwendung eines Konverters möglich. Die Thunderbolt-Schnittstelle, eine Erweiterung der DisplayPort-Schnittstelle, ist eine Besonderheit. Mit dieser ist nicht allein die Übertragung von Video- und Audiosignalen möglich, sondern diese dient als universelle Datenschnittstelle mit großer Geschwindigkeit. Die Thunderbolt-Technologie steht so in Konkurrenz zum USB-3.0-Standard. Wenn Sie ein sehr langes Kabel benötigen, muss eventuell ein Verstärker zwischengeschaltet werden. Das digitale Signal wird sonst nicht mehr vollständig übertragen und der Bildschirm bleibt schwarz. In den jeweiligen Abschnitten werden die verwendbaren Kabellängen thematisiert.

VGA-Monitorkabel (analoge Verbindung)

Das VGA-Monitorkabel wurde erstmals 1987 als analoger Bildübertragungsstandard eingeführt und ist weiterhin verbreitet, wobei andere Schnittstellen inzwischen den Markt übernehmen. Seit der Einführung von TFT-Displays, die im Gerät ein digitales Signal benötigen, ist die Umwandlung des digitalen Signals der Grafikkarte in ein analoges nicht länger notwendig. Der Mini-VGA-Anschluss funktioniert identisch und ist in manchen Notebooks zu finden. Entsprechende Adapter ermöglichen die Verbindung mit anderen Geräten (zu DVI, HDMI etc.). Häufiger benötigt wird ein Adapter von oder zu einem normalen VGA-Stecker. Sind Sie im Besitz eines modernen Notebooks mit HDMI-Ausgang, welches über keinen VGA-Ausgang mehr verfügt, ist ein VGA-HDMI-Adapter das, was Sie benötigen, um einen älteren Monitor weiter betreiben zu können. Wahlweise handelt es sich um zwei Stecker (HDMI & VGA) und ein sehr kurzes Kabel, bei Bedarf sind längere Kabel bis 1,5 m ebenfalls möglich. Mit Hilfe eines VGA-HDMI-Konverters ist der Anschluss eines Geräts mit VGA-Ausgang an ein Gerät mit HDMI-Eingang möglich. Ein älteres Notebook wird so mit einem modernen Beamer oder Fernsehgerät verbunden. Bei guten Konvertern wird das Signal 1:1 konvertiert. Eine weitere Möglichkeit, einen VGA-Stecker mit einem moderneren Gerät zu verbinden, ist ein DVI-VGA-Adapter. Weitere Möglichkeiten sind vorhanden. Mit einem VGA-Scart-Adapter haben Sie z. B. die Möglichkeit, Ihren Fernseher mit einem Computer zu verbinden. Die Verwendung eines Adapters, um das digitale Signal von DVI oder HDMI in ein analoges zu verwandeln, ist mit entsprechenden Verlusten bei der Qualität verbunden. Häufig stehen bei einem Monitor mehrere Anschlüsse zur Verfügung. Wenn Ihr Notebook oder Desktop-PC über einen digitalen Ausgang verfügt und der Monitor über einen digitalen Eingang, sollten Sie diese Möglichkeit ausnutzen. Die Bildqualität ist einfach besser und hochwertiger, Verluste durch die Datenübertragung werden vermieden.

DVI (digitale Verbindung)

DVI ist der digitale Nachfolger des VGA-Standards. Das analoge VGA-Signal wird im DVI-Stecker ebenfalls mit einigen PINs übertragen. Somit ist die gleichzeitige Übertragung eines analogen und digitalen Signals möglich. Welches Signal übertragen wird, hängt von der PIN-Belegung ab (nur analog DVI-A, digital DVI-D, analog und digital DVI-I). Der Betrieb eines VGA-Endgeräts über einen DVI-Ausgang ist dank eines DVI-VGA-Kabels kein Problem. Erhältlich sind auch Monitorkabel mit einem DVI-Stecker auf der einen und zwei VGA-Steckern auf der anderen Seite. Zum Anschluss eines TFT-Monitors hat sich der DVI-Ausgang zum Standard entwickelt. Im Bereich der Unterhaltungselektronik ist die HDMI-Schnittstelle weiter verbreitet. Adapter ermöglichen die Kombination der verschiedenen Stecker untereinander. Mit einem DVI-HDMI-Adapter ist z. B. die Verbindung eines Computers mit einem modernen Fernseher möglich. Möglich ist ebenso eine getrennte Audioleitung, dazu werden DVI-HDMI-Audio-Adapter angeboten. DVI-Kabel sind in unterschiedlichen Längen erhältlich, zur Wahrung der Übertragungsqualität sollten 10 m nicht überschritten werden. Ist eine längere Leitung notwendig, empfiehlt sich die Verwendung eines DVI-Verstärkers. Die digitale Bildübertragung bietet in der Regel Qualitätsvorteile. Varianten des DVI-Anschlusses sind Mini-DVI und Micro-DVI, wofür ebenfalls Adapter verfügbar sind. Der einzige Unterschied ist dabei die Größe des Steckers. Ebenso kann ein DVI-Anschluss mit einem DisplayPort-Anschluss kombiniert werden, ein DisplayPort-DVI-Kabel ist dafür nötig.

DVI-Signale, die Audio und Video übertragen, sind mit HDMI kompatibel. DVI-I und DVI-D sind zu HDMI aufwärtskompatibel. Der DisplayPort soll den DVI- und VGA-Anschluss im Computerbereich ablösen.

HDMI (digitale Verbindung)

Der HDMI-Anschluss (High Definition Multimedia Interface) wurde erstmals im Jahr 2003 vorgestellt und ist in verschiedenen Versionen erhältlich. Hauptsächlich in der Unterhaltungselektronik verwendet, übertragt die Schnittstelle volldigitale Video- und Audiodaten. Integriert ist zusätzlich ein Kopierschutzkonzept (DRM). HDMI ist eine Weiterentwicklung der DVI-Technologie und zu diesem abwärtskompatibel. Beide Technologien verwenden TMDS zur Signalcodierung. Der HDMI-Standard ist bereits mehrfach erweitert worden, um neuen Ansprüchen zu genügen. Die maximale empfohlene Kabellänge eines HDMI-Kabels beträgt 15 m. Spezielle Kabel ermöglichen Längen bis 100 m. Um die gewünschte Bildqualität zu genießen, müssen Kabel ab 10 m hochwertig verarbeitet sein. Unterschieden werden zwei Kabelkategorien für HDMI. Das Kategorie-1-Kabel überträgt Pixelraten bis 74,5 MHz, das Kategorie-2-Kabel ermöglicht bis zu 340 MHz. Für HDMI 1.2 und HDMI 1.3 müssen Pixelfrequenzen von 165 MHz bzw. 340 MHz übertragen werden.

Für HDMI 1.1 und HDMI 1.2 gibt es die Stecker Typ A und Typ B. Einer kleinerer Typ C Stecker (Mini-HDMI) wurde für HDMI 1.3 entwickelt, noch kleiner ist der Typ D Stecker für HDMI 1.4. Die Audioformate „Dolby TrueHD“ und „Dolby Digital Plus“ werden vom HDMI-1.3-Kabel übertragen. HDMI 1.2 ist vollständig abwärtskompatibel zu HDMI 1.0/1.1.

HDMI-Kabel sind in fünf Klassen eingeteilt. Das HDMI-Standard-Kabel ermöglicht die Signalübertragung bis zu einer Kabellänge von 10 m, die maximale Datenrate liegt bei 2,25 Gbit/s. Eine Erweiterung dieses Standards ist HDMI-Standard mit Ethernet. So kann über den HDMI-Ethernet-Channel eine Netzwerkverbindung hergestellt werden. Das Standard-HDMI-Kabel mit Stecker vom Typ E wird ausschließlich im Fahrzeugbereich eingesetzt. Das HDMI-High-Speed Kabel überträgt Daten mit mindestens 8,16 GBits/s und kann Full-HD-3D-Formate übermitteln. Für dieses ist ebenso eine Version mit Ethernet erhältlich. Adapter zwischen HDMI und DVI können bei eBay gefunden werden. Für die Verbindung von HDMI zu DisplayPort sind ebenso entsprechende Adapter erhältlich (DisplayPort-HDMI-Adapter). Um hochwertige Kopien zu verhindern, ist die DVI-Schnittstelle an Videogeräten, die HDCP-fähig sind, nicht kompatibel zu den DVI-Schnittstellen im Computerbereich. Geräte, die HDCP (Verschlüsselung) implementiert haben, können mit einem Adapter von HDMI zu DVI das kopiergeschützte Datensignal anzeigen. Für das perfekte Kinoerlebnis zu Hause existieren inzwischen Grafikkarten mit HD-Audiochip. Der Sound wird dann direkt über das HDMI-Kabel an den Beamer oder Fernseher übertragen. Ein weiteres Audiokabel ist nicht länger notwendig.

DisplayPort (digitale Verbindung, Apple)

Der DisplayPort wurde im Jahr 2006 als lizenzfreier Standard vorgestellt und hauptsächlich von Apple verwendet. Ab der Version 1.2 ist die DisplayPort-Spezifikation nicht mehr frei lesbar. Noch mal kleiner ist, wie der Name bereits verrät, der Mini DisplayPort, welcher von Apple 2008 eingeführt wurde. 2011 folgte die Thunderbolt-Technologie als Erweiterung des Mini DisplayPort. Dabei handelt es sich nicht mehr um eine reine Displayschnittstelle, sondern um eine Datenschnittstelle, die in Konkurrenz zu USB 3.0 steht. Externe Festplatten mit dieser Technologie können gekauft werden. Die Steckverbindung wird ohne lästige Schrauben hergestellt, die Übertragung von Ton ist ebenfalls möglich. Adapter für den DisplayPort werden in allen Variationen und in alle Richtungen angeboten. Wie bei DVI und HDMI wird der DRM-Kopierschutz mittels HDCP genutzt. Das DisplayPort-Kabel unterstützt auch DPCP (DisplayPort Content Protection). DisplayPort 1.1 ist kompatibel zu HDMI und DVI, entsprechende Adapter (DisplayPort-Adapter, Mini-DisplayPort-DVI-Adapter, Mini-DisplayPort-HDMI-Adapter) ermöglichen die Verbindung. Auch für die Verbindung z. B. eines modernen Ultrabooks mit Mini DisplayPort und einem alten Monitor mit VGA-Eingang sind Adapter erhältlich. Der damit verbundene Qualitätsverlust sollte bedacht werden, wobei der Monitor in diesem Fall die maximale übertragene Qualität nicht darstellen können wird. Thunderbolt-Kabel sind in unterschiedlichen Längen erhältlich und auch Adapter (Thunderbolt-Adapter) können verwendet werden. Thunderbolt zu HDMI ist möglich, wie auch Thunderbolt zu DVI.

UDI (digitale Verbindung)

Die UDI-Schnittstelle sollte den VGA-Standard ablösen. Auf größte Kompatibilität zu HDMI und DVI wurde geachtet. Auf dem Markt konnte sich diese Technologie jedoch nicht durchsetzen. Durch die Verbreitung des DisplayPorts wurde die Technologie überflüssig. Von einer weiteren Entwicklung der UDI-Schnittstelle kann nicht ausgegangen werden.

SDI (serielle digitale Verbindung)

SDI ist eine weitere digitale Schnittstelle, die Videodaten unkomprimiert und unverschlüsselt überträgt. Diese ist in unterschiedliche Gruppen mit verschiedenen Bitraten unterteilt. Die SD-SDI-Gruppe bildet die Auflösungen von NTSC bzw. PAL ab. Für die HDTV-Formate kommt seit 1998 die HD-SDI Schnittstelle zum Einsatz. Genutzt wird diese Technik hauptsächlich von professionellen Fernsehstudios. Es handelt sich dabei um eine Erweiterung der analogen Videostandards (NTSC, PAL). Kabellängen von bis zu 300 m sind möglich, vorausgesetzt, entsprechend hochwertige und abgeschirmte Kabel werden verwendet. Für HD-SDI beträgt die maximale Kabellänge 100 m. Im Privatbereich findet diese Technologie keine Anwendung. Weiter existiert die Möglichkeit, die Schnittstelle für den Transport beliebiger Daten zu nutzen. Digital komprimierte Videodateien (H.264, MPEG) können übertragen werden, auch die Verwendung als Ethernet-Schnittstelle ist möglich.

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