Reflecta DigitDia 5000

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Ich habe mit der Reflecta ca. 3500 Dias eingescannt und bin mit dem Gerät sehr zufrieden. Folgende Punkte sollen hier etwas näher beschrieben werden:

  • Preis
  • Funktion
  • Zeitaufwand
  • Ergebnis/Qualität
Preis: Für den Scanner und die Scansoftware CyberView (Hausprodukt von Reflecta) wurden knapp 1000€ bezahlt. Das ist zunächst einmal eine ordentlich Summe, rechnet sich aber wenn man zwei Punkte bedenkt: Die Geräte haben einen guten Wiederverkaufswert, besonders, wenn noch Restgarantie besteht. Ein nur wenige Monate genutztes Gerät bring hier bei ebay in der Regel um die 700-800€. Je nach Zubehör und Software mehr oder weniger. Zweitens sollte man sich informieren, wie teuer ein Dienstleister wäre. Inzwischen findet man recht viele Foto-Geschäfte die einen solchen Dienst anbieten. In der Regel kommt man mit dem Kauf eines Scanners günstiger weg.

Funktion: Die Reflecta DigitDia 5000 ist ein Magazin-Scanner für Dias im Kleinbildformat. Es werden also ganze Magazine am Stück gescannt, wobei der Scanner selbstständig die Dias einzieht, scannt und das nächste Dia einzieht, scannt... usw...
Der Einzug funktioniert tadellos. Klemmende Dias musste ich bei ca. 3500 Stück nur 10-20 mal entfernen.
Nach meiner Erfahrung sind zwei Dia-Formate/Sorten nicht für diesen Scanner geeignet. Das erste wären Kodachrome Dias und Artverwandte Formate anderer Hersteller. Im Grunde eine sehr gute Dia-Qualität mit einer Farbbeständigkeit und Detailgenauigkeit in Profiqualität, aber auf Grund ihrer Beschaffenheit sind sie für Scanner nur begrenzt geeignet. Diese Dias haben eine relief-artige Oberfläche, die besonders für Scannern mit ICE-Technologie ungeeignet ist. Mit ICE erkennt der Scanner Unebenheiten auf dem Dia (Staub oder Kratzer) und rechnet diese aus dem Bild heraus. Bei der Oberfläche eines Kodachrome Dias funktioniert diese Technologie nicht und die Ergebnisse der Scans weisen dann deutliche Unreinheiten auf. Für die einfache Digitalisierung von Kinderfotos zur Erinnerung ist dies nicht unbedingt ein Problem, wohl aber wenn es darum geht die besondere Qualität von Kodachrome Dias zu erhalten. In der Regel wird man mit einer solchen Diasorte hochwertige Fotos gemacht haben, was zu einem Einscannen ohne ICE ein Widerspruch wäre.
Des Weiteren sind Dias im Halbformat mehr oder weniger ungeeignet. Zwar kann man auch diese Dias verarbeiten, allerdings mit erheblich mehr Arbeitsaufwand. Bei Halbformat Dias funktioniert die automatische Erkennung des Scanbereiches nicht, was die Nachbearbeitung fast aller Dias nötig macht. Der Scanner erkennt den Unterschied zwischen Diarahmen und Dia nicht, also muss die nachträglich der Diarahmen (in der Datei ein schwarzer Rahmen) weggeschnitten werden. Da dies bei allen Dias im Halbformat nötig ist, ist der Zeitaufwand erheblich höher.
Die gängigen Dias verarbeitet die Reflecta problemlos!

Zeitaufwand: Auch mit einem Magazinscanner ist der Zeitaufwand für das einscannen einer Diasammlung doch recht erheblich. Es gehört eben auch etwas Enthusiasmus dazu. Manchmal hab ich auch gedacht man muss etwas verrückt sein.... Realistisch betrachtet kann man ungefähr 1-2 Magazine pro Tag scannen, wenn man nebenher noch etwas anderes zu tun hat (wer hat das nicht??) Also ca. 72 Dias pro Tag wenn man Universalmagazine benutzt. Besonders wenn in hoher Auflösung gescannt wird braucht der Scanner je nach Leistung des PC's ca. 2 Stunden für ein Magazin. Nebenbei bemerkt: Mein PC mit mittelmäßiger Leistung war mit dem Scannen völlig ausgelastet. Sprich: andere Arbeiten am PC konnte ich während des Scannens vergessen. Man sollte also über einen Zweit-PC nachdenken...

Ergebnis/Qualität: Ich bin mit dem Anspruch an das Scannen herangegangen, die Dia-Sammlung meines Vaters zu digitalisiern und den Erinnerungswert der Bilder (hauptsächlich Personenaufnahmen) zu erhalten. Außerden sollten die Bilder schnell, also mit heutiger Technologie zugänglich sein. Zu diesem Zweck war die Reflecta 5000 bestens geeignet. Die Qualität ist eigentlich sogar besser als ich gedacht habe. Besonders ICE (s.o.) vollbringt wahre Wunder, auch die weiteren Einstellungsmöglichkeiten der Software (ich habe mit CyberView gearbeitet, andere Programme, vor allem SilverFast und VueScan währen Alternativen) lassen die Dias in guter Qualität auf der Festplatte erscheinen. Wer allerdings künstlerisch anspruchsvollere Motive (Landschaftsaufnahmen etc.) digitalisieren will, wird bald feststellen, dass es hier noch Optimierungsmöglichkeiten bei der Technologie gibt. Hier gilt meiner Meinung nach die Feststellung: Original-Dia ist der gescannten Datei in jedem Fall überlegen. Das gilt sicherlich für fast jeden Scan, allerdings kommt es sehr auf die Ansprüche des Betrachters an. Für manche macht die Prozedur des Einscannens unter diesen Gesichtspunkten vielleicht gar keinen Sinn mehr.
Für den oben genannten Zweck ist die Reflecta DigitDia 5000 sicherlich sehr gut geeignet und ich kann jedem nur empfehlen mit diesem Gerät zu arbeiten. Allerdings gibt es weitere Anbieter auf dem Markt (vor allem Nikon) und die Diskussion über die Vor- und Nachteile der jeweiligen Geräte (und auch über die Software) scheint endlos...

Insgesamt bin ich mit den erzielten Ergebnissen sehr zufrieden, obwohl der Zeitaufwand doch größer war als ich gedacht habe.


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