Quellenangaben in Homöopathie-Software/Boericke & Kent

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die Homöopathie-Datenbank

Homöopathie-Programme zur Repertorisation liefern meistens auch eine entsprechende Datenbank (z.B. Symptom-Datenbanken ) mit aus, d.h. die Datenbanken sind Bestandteil der Software. Diese Datenbanken und deren
Inhalt haben die Autoren natürlich nicht selbst "einfach erfunden". D.h., die Autoren der Datenbanken orientieren sich an bereits vorhandenen Datensammlungen anderer Autoren. Zu den bekanntesten gehören hier:
- William Boericke
- James Tyler Kent
(aber auch: Boger, Clarke, Julian, Mezger, u.s.w.)

Quellenangaben

Jeder dieser Autoren (die meisten sind schon lange verstorben) hat (hatte) eine andere "Art" die vielen Einzelsymptome einer Materia Medica oder eines Repertoriums in schriftlicher Form zu präsentieren (Buchform). Jeder dieser Autoren hat eine ganz eigene Wortwahl, die Symptome zu beschreiben und auch eine
unterschiedliche Art die Symptome in Bereiche zu gliedern (Kategorien). Für den an einer Homöopathie-Software (Repertorisationssoftware)  Kaufinteressenten spielt es dann schon ein Rolle, ob der Anbieter der
jeweiligen Software auch seine Quellen (für die Datenbank) nennt. Diese Nennung ist auch sicher dann sinnvoll, wenn sich es sich um Datenbanken handelt, die, wenn die Quellen (meistens sind es Datensammlungen
in Buchform), in geeigneter Weise von den Entwicklern der Datenbanken:
- auf den heutigen Sprachgebrauch angepasst wurden
- in eine neue Gliederung der Kategorien gebracht wurden
- bestimmte Kategorien besonders bedacht (hervorgehoben) wurden
- z.T. völlig neu formuliert werden mußten, ...,
- Symtpomgruppen in detailierterer Form aufgegliedert wurden
- sonstige Erweiterungen und Anpassungen vorgenommen wurden
Auch für die zuletzt genannten Fälle ist es sicher ein Vorteil für den
Kaufinteressenten, wenn der Anbieter der Software die "zugrundeliegenden Datenquellen" an denen sich der Entwickler der Datenbank "orientiert" hat, ebenfalls namentlich nennt.

ein Beispiel

Das klingt vielleicht alles etwas kompliziert und verworren, ist es aber eigentlich nicht. Deshalb versuche ich das Ganze an einem Beispiel (Boericke und Kent) jetzt mal zu verdeutlichen:

Während Boericke sich mehr auf die klinischen Symptome konzentriert hat, sind im Kent die mehr therapeutischen Symptome detailierter aufgeführt.
Zur Veranschaulichung: Wenn Boericke ein klinisches Symptom nennt, was sich wiederum aus einer Vielzahl von zugehörigen Symptomen zusammensetzt, dann nennt Kent diese Symptome beim  Namen. Bei gleicher Anzahl von
homöopathischen Arzneien kommt Boericke somit automatisch mit sehr viel weniger Symptomen (Platz, Umfang, ...) aus, als Kent.

Hier mal ein "nicht-homöopathisches" Beispiel zur Verdeutlichung, wie die beiden Autoren z.B. einen Sonnenaufgang beschreiben würden:

Kent: 1. es wird heller
Kent: 2. vorher war es Nacht
Kent: 3. der Hahn kräht und die Vögel zwitschern
Kent: 4. die Sonneneinstrahlung gewinnt an Kraft
Kent: 5. im Winter: der erste Berufsverkehr des Tages
Kent: 6. im Sommer: noch kein erster Berufsverkehr des Tages
u.s.w.

Boericke: Sonnenaufgang, der Tag bricht an

Frage: Welche der Vorgehensweisen der beiden Autoren wäre nun im Bereich Homöopathie zu bevorzugen? Welche ist besser? Welche ist geeigneter für die Repertorisation? Antwort: "Besser" oder "schlechter" ist keine von beiden.
Beide Autoren haben "recht" und beschreiben sowieso dasselbe. Es ist wirklich Geschmacksache welchen der beiden Autoren man diesbezüglich bevorzugt.

Boerickes Vorteil:
Durch die Platzersparnis beim Textumfang konnte sich Boericke vermehrt darauf konzentrieren, erheblich mehr unterschiedliche homöopathische Arzneien in seine Datensammlung mitaufzunehmen, als es Kent möglich war.

Boerickes Nachteil:
Dadurch, dass bestimmte Symptome eben auch nur einmal genannt werden, hat der Leser der Boericke Materia Medica natürlich sofort das Problem, diese Symptome überhaupt erstmal zu finden!

Dies führt nun wieder zurück zu den Homöopathie-Datenbanken, wie sie heute Verwendung finden in den verschiedenen EDV-Programmen zur Repertorisation innerhalb der Homöopathie:
Für den Anwender dieser Software ist es notwendig, dass er (sie) die gesuchten Symptome auch möglichst schnell und problemlos findet. D.h. nichts anderes als, dass vorallem die Boericke-Symptombeschreibungen sehr wohl mühsam und in Handarbeit an die Erfordernisse einer guten Datenbank angepasst werden müssen (inbegriffen
notwendig detailiertere Symptombeschreibungen in den zugehörigen Kategorien).
Z.B. Kents Repertorium ist für eine Umsetzung in eine Datenbank sehr viel besser geeignet, eben weil es schon vorweg detailierter ist. Aber auch beim Kent halte ich eine 1-zu-1-Übernahme (Buchform in Datenbank) für wenig hilfreich, weil Datensammlungen in Büchern nunmal anders aufgebaut sind, als gute Computerdatenbanken.

Abschliessend:
Primär ist für den Anwender einer Homöopathie-Software (Repertorisation) wichtig, dass die gesuchten Symptome möglichst schnell gefunden werden. Welche Datenbank nun besser sei, entscheidet auch wieder der Anwender:
- die eigene Wortwahl (Ausdrucksweise) ist wichtig
- die evtl. vorhandene Vorliebe für eine bestimmten Autor
u.s.w.

Bei verschiedenen "guten" Datenbanken (inkl. "guter" Software) entscheidet so gesehen also immer der Anwender eigentlich nur nach seinem persönlichen Geschmack, oder besser ausgedrückt: Die Zufriedenheit (oder Unzufriedenheit) des  Anwenders ist entscheidend, und das ist auch gut so!

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