Prozessoren für Desktop-Systeme: Die Platzhirsche Intel und AMD im Vergleich

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Zwei Unternehmen bestimmen den Markt der Prozessorsysteme für Desktop-Rechner: Intel und AMD. Dabei handelt es sich allerdings nicht um einen Wettbewerb auf Augenhöhe, vielmehr ähnelt die Situation dem Kampf David gegen Goliath.

 

Prozessoren für Desktop-Systeme: Die Platzhirsche Intel und AMD im VergleichDen Bereich der Prozessortechnik beherrschen zwei Unternehmen: Intel und AMD. (Copyright: iStock/ Thinkstock)

 

 

Intel: Der unbestrittene Marktführer

Intel ist die unangefochtene Nummer eins in Sachen Prozessorsysteme. (Copyright: Intel) In die Rolle des Goliath schlüpft dabei Konzern Intel. Intel ist nicht nur im Segment der Mikroprozessoren für den PC mit einem Marktanteil von rund 80 Prozent absolut führend, sondern hat sich mit einem Jahresumsatz von mehr als 50 Milliarden US-Dollar auch die Position des weltgrößten Halbleiterherstellers vor Samsung und gesichert.

 

Gegründet wurde das Unternehmen Intel 1968 von Gordon E. Moore und Robert Noyce - damals noch als Moore-Noyce Electronics. Beide waren schon zu diesem Zeitpunkt echte Größen der Branche. Moore hatte bereits 1965 eine Gesetzmäßigkeit formuliert, die heute noch als Moore's Law bekannt ist. Demnach verdoppelt sich die Komplexität integrierter Schaltkreise regelmäßig in einem Zeitraum von 24 Monaten. Robert Noyce wiederum galt als "Bürgermeister des Silicon Valley", zählte bereits 1957 zu den Mitgründern von Fairchild Semiconductor und ein Jahr nach der Gründung von Intel auch zu den Gründungskapitalgebern von AMD.

 

Ursprünglich konzentrierte man sich bei Intel auf die Entwicklung und Produktion von Speicherbausteinen, stieg parallel aber bereits 1971 mit dem 4-Bit-Prozessor Intel 4004 in das Geschäft mit Mikroprozessoren ein. Breiten Teilen der interessierten Öffentlichkeit wurde das Unternehmen dann ab August 1981 bekannt, als der erste IBM-PC erschien - und in ihm die x86er Mikroprozessoren 8086/8088, die Intel bereits 1978 vorgestellt hatte.

 

 

AMD: Der Herausforderer

Im Vergleich zu Intel ist AMD ein Zwerg, der dem Markt-Riesen jedoch durchaus Konkurrenz macht. (Copyright: AMD) Hauptkonkurrent bei den x86-Prozessoren ist AMD (Advanced Micro Devices), das mit einem Jahresumsatz von 5,3 Milliarden US-Dollar in 2013 nur auf rund ein Zehntel des entsprechenden Wertes von Intel kommt. Allein der Forschungs- und Entwicklungsetat von Intel liegt schätzungsweise fast doppelt so hoch wie der Gesamtumsatz von AMD. Entsprechend hat Intel vor allem in den Produktionstechnologien einen Vorsprung vor seinem kleinen Konkurrenten.

 

Das ein Jahr nach Intel gegründete Unternehmen AMD mit Hauptsitz im US-amerikanischen Silicon Valley startete ebenfalls nicht mit Prozessoren, sondern mit der Produktion von ICs (Integrated Circuits; integrierte Schaltkreise) und später Speicherchips.

 

1979 erwarb man dann eine Lizenz von Intel zur Herstellung der x86-Prozessoren, die 1986 aufgekündigt wurde, worauf es zum Rechtsstreit zwischen Intel und AMD kam. Letztlich einigte man sich darauf, dass der 80486 der letzte Prozessor sei, für den das Lizenzabkommen gelte. Um ein Konkurrenzprodukt zum danach erscheinenden Intel Pentium und den Folgeprodukten anbieten zu können, entwickelt man bis heute eigene Architekturen für x86-Prozessoren.

 

 

Die Konkurrenz ist chancenlos

Etliche andere Unternehmen versuchten in der x86-Welt Fuß zu fassen - keines mit Erfolg, wie am Beispiel von Cyrix zu sehen ist. Cyrix brachte 1992 mit dem Cx486SLC seinen ersten x86-Mikroprozessor auf den Markt, der zwar günstiger, aber auch leistungsschwächer war als die Intel-Konkurrenz. Auch den Schritt hin zu Pentium-kompatiblen Prozessoren unternahm man 1996, ehe das Unternehmen 1997 von National Semiconductor übernommen wurde und das Engagement bei der Weiterentwicklung der x86er Prozessoren deutlich zurückgefahren wurde. Diesen Rückstand sollte Cyrix nicht mehr aufholen, auch nicht nach der Übernahme durch VIA Technologies im Jahr 1999. Entsprechend ist Cyrix heute aus dem Markt der x86-Prozessoren für Desktop-Systeme verschwunden.

 

 

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