Post-Telefone: Klingel kaputt ? - nein, A2-Schaltung !

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Technischer Hinweis zur „A2-Schaltung" älterer Telefonapparate

Version 1.0 (01. 07. 2008)

In ebay werden desöfteren unwissend Post-Telefone angeboten, die eine Besonderheit besitzen: nämlich die „A2-Schaltung" zur Anschaltung von zwei Fernsprechendgeräten an einer Leitung ohne die Erfordernis einer „Nebenstellenanlage". Für diesen Zweck hatte die damalige Bundespost spezielle, äußerlich jedoch unaufällige Apparate im Lieferprogramm. Es handelt sich hierbei um die Modelle FeTAp (= Fernsprechtischapparat) bzw. FeWap (= Fernsprechwandapparat) 613 bis 616 (ohne die Version D) sowie 715/716, 755/756, 795/796 (7x6 jeweils ohne die Version D) und 82 (Komforttelefon „alpha"). Die Aufzählung ist nicht pedantisch vollzählig, sondern berücksichtigt die hier in relavantem Umfang angebotenen Modelle.

Die Schaltung blüht im verborgenen

Schaltungstechnisch unterscheiden sich diese Apparate nur in einer Kleinigkeit von ihren für Standardfälle verwendeten Geschwistern. Diese, nämlich die „Weiterführung der Sprechadern" macht sich an sich in der äußeren Gestalt der Apparate nicht bemerkbar. Lediglich die Versionen 615, 616 und 7x5 / 7x6 verraten sich auch dem Laien durch ihr sogenanntes „Schauzeichen". Dabei handelt es sich um ein kuppelförmiges Fensterchen, in dem bei Benutzung des zweiten Apparates eine propellerförmige Abdeckung den Blick auf ein Zeichen freigibt. Dieses Schauzeichen hat die gleiche Größe wie die Signaltaste (das „Knöpfchen" zur Amtsholung und zum verbinden) und befindet sich – von der „Wählscheibe" bzw. dem Tastwahlblock aus gesehen – diesem gegenüber.

Achtung Fehlfunktion

Um die für die Anschaltung eines weiteren Apparates geeigneten Telefone alternativ auch einzeln betreiben zu können, befindet sich in ihrem Inneren eine Reihe von mit A1, A2 und A3 bezeichneten Kontakten. Eine Brücke, die steckbar zwei dieser drei Kontakte verbindet, nimmt die Umschaltung zwischen diesen beiden Betriebsweisen vor. Zu den Eigenheiten der A2-Schaltung gehört, daß auch der „Wecker" (gemeint ist die Klingel bzw. der Tonruf) durch die Stellung dieser Brücke an die jeweilige Betriebsweise angepaßt wird. Wird ein Apparat mit A2-Schaltung also anders betrieben als es der Stellung der Brücke entspricht, erscheint der Wecker fälschlich als funktionsgestört. Die korrekten Brückenstellungen sind A1 mit A2 (bzw. A2 mit A3) verbindend für den A2-Betrieb und A3 mit A1 (bzw. A1 mit A2) verbindend für den Betrieb als Einzelapparat, bezogen auf die Modelle 613 bis 616 (in Klammern: bezogen auf die Modelle 715 bis 796). [Quelle für die Brückenstellungen: kahlhans.de]

Schaltung und Anschließen

Zur A2-Schaltung gehört neben der Wahl eines geeigneten Modells (siehe Aufzählung oben) als erstem Apparat, daß die Leitung über die Anschaltedose des ersten Apparates zu der des zweiten Apparates (der auch ein moderneres Telefon oder ein Modem sein kann) fortgeführt wird. Vom aktuell gebräuchlichen TAE-System ausgehend bedeutet dies, daß „a2" (auch „6" oder „La" bezeichnet) der ersten Dose mit „a"/„1" der zweiten Dose verbunden wird (ebenso „b2"/„5"/„Lb" mit „b"/„2"). Gleiches gilt für die jeweils mit „W" oder „3" bezeichneten Kontakte sowie – falls Apparate mit Signaltasten in der Betriebsweise „Erdtaste" verwendet werden – zusätzlich für die Kontakte „E" bzw. „4".

Eventuelle Umrüstung auf TAE

Die genannten Modelle hatten ursprünglich As7-Stecker. Soll der erste Apparat an einer TAE-Dose eingesteckt werden, ist der TAE-Stecker entsprechend zu belegen. Die Zählweise ist – auf das „Steckergesicht" gesehen (also als wäre man die Dose) – rechts unten beginnend gegen den Uhrzeigersinn. An „1" gehört beim ersten Apparat nicht weiß, sondern grün. An „2" folgt ebenso gelb statt braun, an „3" grau statt gelb, an „4" blau statt grün, an „5" braun und an „6" weiß. Das rote Drähtchen spielt bei TAE nicht mehr mit. Will man den A2-Apparat als Einzelapparat betreiben, benötigt man sogar nur die Kontakte „1" und „2" (sowie ggf. für die Erdtastenfunktion zusätzlich „4"). Für eine evtl. TAE-Umrüstung auch des zweiten Apparates (oder sonstigen Standard-Telefons) gelten die hier genannten Farben der normalen Steckerbelegung des TAE-Systems.

Copyright by Thies Joachim Hoffmann

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