PC-Games aus zweiter Hand: So schnappt Ihr Euch die wertvollsten Sammlerstücke!

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Resterampen, Flohmärkte und der Online-Gebrauchtmarkt sind Fundgruben für PC- und Konsolen-Spiele – sowohl für aktuelle Titel, als auch für die Hits vergangener Tage. Wer sich auskennt, findet Schnäppchen und wertvolle Software-Schätze. Wir verraten, welche Titel heute echte Geldanlagen sind, wie Ihr Eure Sammlung preisgünstig aufstockt und einige der wertvollsten Spiele aufspürt – und sie für wenig Geld ergattert!
Im Bundle sind PC-Games oft besonders günstig.
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Im Bundle sind PC-Games oft besonders günstig.

Hier findet Ihr die größte Auswahl

Gute Games gibt’s im Elektronikmarkt, Fachgeschäft, Online-Handel – und nirgendwo mehr als auf eBay: Jederzeit mehr als eine halbe Millionen Neu- und Gebrauchtangebote, allein in Deutschland! Erweitert Ihr den „Artikelstandort“ auf „Europa“, springt die Zahl der Auktionen und „Sofort Kaufen“-Spiele in den siebenstelligen Bereich. Wir beschränken uns diesmal auf Blu-ray-Scheiben, DVDs, CD-ROMs und Floppys für DOS, Windows und Mac, betrachten also in unserem ersten Teil nur den PC-Markt.
Nicht stilvoll, aber billig: Wer nur spielen, nicht Raritäten jagen will, sucht nach einer Compilation. (© Gameplan.de)
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Nicht stilvoll, aber billig: Wer nur spielen, nicht Raritäten jagen will, sucht nach einer Compilation. (© Gameplan.de)

Im Gegensatz zum Konsolenspiel gilt generell für Computer-Software: Fast jeder Titel der letzten 30 Jahre lässt sich komplett und gut erhalten auf eBay finden – noch zumindest. Wer Englisch tadellos versteht, der wählt als „Artikelstandort“ den untersten Punkt „Weltweit“. So habt Ihr eine nahezu unbegrenzte Auswahl. Achtet darauf, dass Ihr bei einem erfahrenen und seriösen Händler kauft (das verrät die eingeklammerte Zahl hinterm Name), dessen Transaktionen zu 98% oder mehr positiv bewertet wurden. Prüft die Artikelbeschreibung genau, besonders bezüglich Artikelzustand („Condition“) und Versand („Shipping“ – Achtung, hier verstecken sich mitunter horrende Kosten!). Sind alle Angaben klar? Im Zweifelsfall mailt Ihr dem Verkäufer, fragt nach und checkt ab, wie auskunftsfreudig er ist.

So findet Ihr den marktüblichen Preis heraus

Studiert „Beendete Angebote“ und „Verkaufte Artikel“, um zu erfahren, wie häufig Euer Wunschtitel auf dem Gebrauchtmarkt auftaucht, wo Auktionen preislich enden und welche Ausstattungen es gibt. PC-Spiele werden in unterschiedlichen Versionen verkauft, wobei der Download (z.B. als Steam-, GOG- oder Origin-Key oder -Code) die modernste und billigste Möglichkeit ist – Ihr zahlt drei bis fünf Euro für reine Daten ohne physisches Handbuch, Beilage oder Verpackung.
CDs der frühen 2000er-Jahre sind preislich am Tiefpunkt - "XIII" kostet um die 5 Euro. (© Gameplan.de)
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CDs der frühen 2000er-Jahre sind preislich am Tiefpunkt - "XIII" kostet um die 5 Euro. (© Gameplan.de)

Budget-Neuauflagen: So erkennt Ihr abgespeckte = weniger wertvolle Versionen

Preislich nur wenig über dem Download und ebenfalls noch im einstelligen Euro-Bereich rangieren Budget- und Rerelease-Versionen auf Datenträger, meist mit vereinfachtem Handbuch. Die DVD-Hüllen der „Value“-, „Soldout“- oder „BestSeller“-Wiederveröffentlichungen erkennt man am modifizierten Cover: Das Originalmotiv ist kleiner und farblich umrahmt, knallig grün im Falle des „Green Pepper“-Labels, weiß, grau oder gelb z.B. die „ EA Classics“. Geiz ist manchmal angebracht, doch da Ihr Spiele spott-billig bekommt, die zwischen zehn und einem Jahr alt sind, gibt es keinen guten Grund eine Budget-Neuauflage zu kaufen. Wollt Ihr schöne Spiele sammeln, ignoriert Ihr auch alle Angebote, die abgegriffen, beschädigt oder nicht komplett sind. Bei Spielen der Jahrgänge 2000 bis 2015 findet Ihr garantiert ein Exemplar in besserem Zustand, nur wenige Euro teurer.
Die „Collector’s Edition“ von „Silent Hunter 5“ ist (noch) nicht teuer, aber selten. (© Gameplan.de)
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Die „Collector’s Edition“ von „Silent Hunter 5“ ist (noch) nicht teuer, aber selten. (© Gameplan.de)

Haltet nach Sammlereditionen Ausschau!

Das Nonplusultra für Game-Gourmets ist die komplette, gut erhaltene Urversion oder – je nach Geschmack und Platz in der Wohnzimmervitrine - eine luxuriöse Special oder Collector’s Edition. Informiert Euch via www.gamefaqs.com, www.thelegacy.de oder auf ähnlicher Datenbank, wann das Original erschien, ob es eine deutsche Fassung gibt oder das Spiel via Steam erhältlich ist.
90er-Jahre-Klassiker namhafter Autoren steigen im Preis, statt günstig zu altern. (© Gameplan.de)
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90er-Jahre-Klassiker namhafter Autoren steigen im Preis, statt günstig zu altern. (© Gameplan.de)

Das ist der günstigste Kaufzeitpunkt

Die PC-Preisentwicklung ist eigenwillig: Nach der Erstveröffentlichung fällt der Preis rapide und dümpelt lange im einstelligen Bereich – nach zehn, 15 Jahre steigt er wieder, erst langsam, dann heftig! Wer ein Spiel nicht sofort haben muss, wartet ab, um Geld zu sparen: Nach ein paar Monaten (beim mittelprächtigen Titel nach wenigen Tagen) sinkt der Preis auf die Hälfte, binnen eines Jahres auf ein Drittel oder Viertel. Kaum ein DVD-Spiel, das älter als zwei Jahre ist, kostet mehr als fünf, sechs Euro. Wer mit Spielen Geld machen will, lässt sie originalverpackt – und muss dann erst einmal ein paar Jahre – oder Jahrzehnte – Geduld haben.
Bunte Referenzkarte, fettes Manual und große Box veredeln der 1990-Originalausgabe von „Railroad Tycoon“. (© Gameplan)
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Bunte Referenzkarte, fettes Manual und große Box veredeln der 1990-Originalausgabe von „Railroad Tycoon“. (© Gameplan)
Im Sofort-Kauf zahlt Ihr 15-20 Euro für die „Last-Express“-Großbox, in Auktionen spart Ihr ein paar Euro. (© Gameplan)
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Im Sofort-Kauf zahlt Ihr 15-20 Euro für die „Last-Express“-Großbox, in Auktionen spart Ihr ein paar Euro. (© Gameplan)

Reisen wir weiter in der Zeit zurück, von der DVD- in die CD-ROM-Ära, ändern sich Situation und Preisgefüge: Spiele der frühen 2000er-Jahre sind zwar noch ähnlich günstig wie jüngere Software, aber seltener im „neuwertigen“ („mint“) oder gar eingeschweißtem („sealed“) Zustand. Je älter, desto rarer und teurer werden die Spiele. Wer für einen 90er-Jahre-Klassiker nur wenig Geld ausgeben möchte, muss Kompromisse eingehen (z.B. ein zerknittertes Manual oder eine beschädigte Packung akzeptieren), sollte dabei aber immer auf Vollständigkeit achten.
Die ersten Electronic-Arts-Spiele in schöner Klapp-Verpackung sind heute mehr wert als damals. (© Gameplan.de)
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Die ersten Electronic-Arts-Spiele in schöner Klapp-Verpackung sind heute mehr wert als damals. (© Gameplan.de)

Klassiker, die mehr als 20 Jahre auf dem Buckel haben (noch auf Floppy-Disketten, nicht CDs!), überspringen ihren ursprünglichen Neupreis, kosten oft zwischen 50 und 100 Euro im Topzustand. Wer nur spielen, nicht sammeln möchte, greift deshalb zur Neuauflage oder verzichtet auf die Eurobox-Verpackung. Das Original des DOS-Rollenspiels „Might and Magic: Dark Side of Xeen“ geht gebraucht für 30-65 Euro weg, die "Might and Magic Trilogie"-CD mit zwei zusätzlichen Xeen-Episoden steht für rund 30 Euro zum Sofortkauf, nackt kostet die Scheibe nur einen Zehner.
Kostbare Erstauflagen: das LucasArts-Meisterwerk „The Secret of Monkey Island“ von 1990. (© Gameplan.de)
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Kostbare Erstauflagen: das LucasArts-Meisterwerk „The Secret of Monkey Island“ von 1990. (© Gameplan.de)

Achtet auf Vollständigkeit – ohne dieses Zubehör geht nichts

Floppy- und CD-ROM-Originale der 80er- und 90er-Jahre stecken in großen, oft ungewöhnlich geformten Pappschachteln, zwischen 1995 und 2005 oft in genormter „Eurobox“. Den Original-Inhalt solltet Ihr vor dem Kauf en détail kennen, um nicht auf Landkarte, Begleitroman oder Skilltree-Poster zu verzichten: Vergleicht und lasst Euch die Vollständigkeit eines Angebots durch Verkäufer oder Artikelbeschreibung bestätigen! Floppy-Klassikern wie den Meisterwerken von LucasArts liegt als Kopierschutz ein Codewheel bei - ohne dieses Papprad startet das Abenteuer nicht!
Der "Wing Commander" wird aktuell für um die 150 Euro gehandelt. (© Gameplan.de)
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Der "Wing Commander" wird aktuell für um die 150 Euro gehandelt. (© Gameplan.de)

Bei Auktionen abstauben: So bekommt Ihr die besten Schnäppchen

Für Retro-Sammler sind Disketten-Originale – die allererste Generation von PC-Software – prickelnd: Was US-Stardesigner wie Richard Garriott, Sid Meier und Will Wright oder klassische Firmen wie Lucasarts, Sierra, SSI, Microprose und Origin in den 80er-Jahre produzieren, wird heute selbst im schäbigen Zustand über Neupreis gehandelt. Durchsucht die „PC- und Videospiel“-Kategorie nach „DOS“ und sortiert die Angebote nach „Höchster Preis“ und Ihr findet Oldies sogar noch eingeschweißt - zwischen 500 und 1000 Euro! Unser Tipp: Besser als mit „Sofort Kaufen“ fahrt Ihr mit einer Auktion, vor allem wenn diese nicht optimal eingestellt ist. Durchsucht auf eBay grundsätzlich „Alle Kategorien“: Alte Games sind auch unter „Computer, Tablets & Netzwerk“, „Sammeln & Seltenes“, „Spiele“ und „Verschiedenes“ gelistet. Von schlampiger oder falscher Einordnung profitieren schlaue Käufer; auch Auktionen, die einen Buchstabendreher im Namen enthalten, unvollständig benannt, lieblos fotografiert oder wirr präsentiert sind, enden günstig(er).
Die Original "Zork-Trilogy" ist ein echter Goldschatz unter den PC-Games.
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Die Original "Zork-Trilogy" ist ein echter Goldschatz unter den PC-Games.

Im Hochpreis- und Raritäten-Sektor findet Ihr aber auch die professionellsten Angebote, gut  fotografiert und beschrieben, vertrauenswürdig, aber niemals billig: „ PC DOS: Ultima 4 IV: Quest of the Avatar“ ist eine aktuelle Auktion des besten deutschen Retro-Händlers. Wir empfehlen „ lonely-george“ als Ansprechpartner, wenn Ihr nach raren Originalen fahndet. Eine Infocom-Originalausgabe könnte sich als gute Geldanlage erweisen...
Winnie Forster
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Der Autor

Winnie Forster wird im Jahr der ersten Mondlandung geboren, mit Atari-Konsolen und 8-Bit-Computer sozialisiert und arbeitet nach Abitur und Zivildienst bei der IT-AG Markt & Technik. Er war leitender Redakteur der führenden Computer- & Videospiel-Zeitschrift „PowerPlay“, danach Mitbegründer der „Video Games“, ab 1994 Redaktionschef der Cybermedia VerlagsGmbH, die Fachmagazine wie „M! Games“ und „AudioVision“ herausgibt. Im 21. Jhd. führt er den Buchverlag „ Gameplan.de“. Forster lebt, arbeitet und spielt am bayrischen Ammersee.
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