Overlock Nähmaschine – professionelle Technik für den Hausgebrauch

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Overlock Nähmaschine – professionelle Technik für den Hausgebrauch

Was sind Overlock-Nähmaschinen?

Eine Overlock-Nähmaschine, kurz auch als Overlock bezeichnet, dient dazu, den Rand eines oder auch mehrerer Stoffe zu nähen. Zunächst waren Overlock-Maschinen nur im professionellen Bereich vertreten, heutzutage findet man sie aber auch vermehrt im Hausgebrauch wieder. Die Overlock ist in der Lage, zeitgleich zu heften, Nähte zu versäubern und Nahtzugaben zu beschneiden, um insgesamt eine saubere Kante zu erzielen. Eine Sonderform der Overlock ist die sogenannte Coverlock. Bei diesen Maschinen ist es zusätzlich möglich, zu säumen und mitten auf dem Stoff ohne das Messer, welches bei der Overlock überschüssigen Stoff abschneidet, zu nähen.

Worin unterscheiden sich Overlock von klassischen Nähmaschinen?

Overlock-Maschinen unterscheiden sich technisch und im grundlegenden Aufbau von klassischen Nähmaschinen für den Hausgebrauch. Man findet bei einer Overlock weder Unterfaden noch Unterfadenspule. Das typische Muster einer Overlock-Naht entsteht durch das Zusammenspiel von einer oder auch zwei Nadeln mit Ober- und Untergreifer. Hier wird das Nähgarn in Schlingen an Ober- und Unterseite des Stoffes gelegt, wo es letztendlich durch den Nadelfaden befestigt wird. In der Regel arbeiten Overlock-Nähmaschinen mit zwei bis vier Fäden, teilweise sind auch mehr vorhanden. Der Overlockstich wird unter anderem als Überwendlichstich oder Überwendlingstich bezeichnet.

Welche Nähte können mit Overlock-Nähmaschine gefertigt werden?

Es gibt sechs typische Nähte, die mit einer Overlock-Nähmaschine gefertigt werden können. Zum einen ist dies die dreifädige Naht. Diese wird beispielsweise zum Zusammennähen wenig beanspruchter Schließnähte verwendet, wie Seitennähte von Blusen oder Ähnliches. Die vierfädige Naht mit integrierter Sicherheitsnaht wird oft dort verwendet, wo elastische Stoffe zusammengenäht und gleichzeitig versäubert werden sollen. Ein Rollsaum ist dreifädig, selten auch einmal zweifädig, und kommt beim Versäubern von leichten und feinen Stoffen, etwa Brautkleidern, zum Einsatz. Die Flatlocknaht besteht aus zwei oder drei Fäden und wird an Falten oder als Verbindungsnaht verwendet. Sie entsteht durch die Veränderung der Fadenspannung. Die zweifädige Naht kommt beim Versäubern von leichten Stoffen zum Einsatz, wird aber aufgrund der besseren Haltbarkeit von drei- oder vierfädigen Nähten kaum noch eingesetzt. Die Safety-Naht wird aus zwei getrennten Nähten hergestellt: Einer zweifädigen Doppelkettenstichnaht zur Haltbarkeit, die auch Safety oder Sicherheitsnaht genannt wird, und einer zwei- oder dreifädigen Kantenversäuberungsnaht. Der Doppelkettenstich besteht aus zwei Fäden und sieht von oben aus wie eine übliche Geradstichnaht, von unten sieht er aus wie eine Kette. Diese Naht kommt beispielsweise beim Zusammennähen von festen Materialien oder als Ziernaht zum Einsatz.

Vor- und Nachteile von Overlock-Nähmaschinen

Der größte Vorteil von Overlock-Nähmaschinen ist, dass Nähen, Schneiden und Versäubern in einem Arbeitsgang möglich sind, was eine große Zeitersparnis beim Nähen darstellt. Auch ermöglichen diese Maschinen eine unkomplizierte und schnelle Verarbeitung diverser Textilien, selbst elastische Textilien können bearbeitet werden. Die Qualität der Nähte ist sehr hochwertig und sie weisen eine gute Haltbarkeit auf. Kanten können ordentlich genäht werden, da mit solch einer Maschine der Stoff gut versäubert werden kann und die Nahtzugaben mithilfe des vorhandenen Messers exakt geschnitten werden. Zusätzlich können dekorative Säume und Nähte hergestellt werden, beispielsweise durch verschiedenfarbiges Garn.

Nachteilig hingegen ist der hohe Garnverbrauch dieser Maschinen und als Einzelgeräte sind sie nicht universell einsetzbar. Außerdem ist die Handhabung dieser Maschinen nicht ganz einfach und es bedarf einiger Übung, um sich einen sicheren Umgang mit ihnen anzueignen.

Das Hauptargument für den Kauf einer Overlock für den Hausgebrauch ist wohl die Möglichkeit der automatischen Versäuberung von Nahtzugaben. Auch hat man mit etwas Übung die Möglichkeit, Kräuseleffekte oder Rollsäume an elastischen Textilien herzustellen. Allerdings erfordern das Einfädeln, die Einstellung der Fadenspannung und das Nähen an sich Geduld und Übung. Eine Overlock-Nähmaschine bietet sich demnach am ehesten für erfahrene Hobbyschneider an, allerdings sollte man sie als Ergänzung zu einer normalen Nähmaschine erwerben.

Overlock-Nähmaschinen der Firma Singer

Drei bekannte Modelle der Firma Singer sind die Coverhem 968, die Ultralock 754 und die Ultralock 654. Alle drei Modelle weisen eine Motorleistung von 105 Watt und eine Nähgeschwindigkeit von 1300 spm auf. Zusätzlich besitzen alle Modelle ein versenkbares Messer, eine versenkte Fadenführung und einen Differentialtransport, sowie die Möglichkeit, Rollsäume zu erstellen. Unterschiede bestehen in Stichlänge und -breite. Während die 968 und die 754 Stichlängen von einem bis vier Millimeter ermöglichen, können mit der 654 Stichlängen von einem bis fünf Millimeter erstellt werden. Die Stichbreiten gehen bei der 968 von drei bis 9,8 Millimeter, bei der 754 von drei bis 6,7 Millimeter und bei der 654 von vier bis sieben Millimeter. Covernähte können lediglich mit der Coverhem 968 erstellt werden. Zusätzlich können mit dieser Maschine 14 unterschiedliche Stichmuster erzeugt werden, die beiden anderen Maschinen besitzen lediglich sechs Stichmuster. Ein weiterer wesentlicher Unterschied zwischen den Maschinen ist die Fadenanzahl. Bei der 968 können zwei bis fünf Fäden verwendet werden, bei der 754 zwei bis vier und die 654 bietet die Möglichkeit, drei oder vier Fäden zu verwenden.

Overlock-Nähmaschinen von Pfaff

Pfaff bietet unter anderem unterschiedliche Overlock- bzw. Coverlock-Nähmaschinen an. Neben der Coverlock 4.0 und der Coverlock 3.0 gibt es die sogenannte hobbylock 2.5 und die hobbylock 2.0. Alle Maschinen unterscheiden sich im Funktionsumfang voneinander. Die 4.0 und die 3.0 können mit zwei bis fünf Fäden arbeiten, wohingegen die 2.5 und die 2.0 lediglich Funktionen für zwei bis vier Fäden besitzen. Außerdem weisen die 4.0 und die 3.0 die Möglichkeit auf, neben 25 bzw. 23 Sticharten auch Cover- und Kettenstiche auszuführen, wohingegen die 2.5 und die 2.0 neben ihren 15 Sticharten diese Funktion nicht besitzen. Während die 4.0 einen automatischen Differentialtransport aufweist, ist dieser bei den anderen Maschinen manuell ausgelegt. Bei der 4.0 kann außerdem zwischen fünf verschiedenen Geschwindigkeiten gewählt werden, wohingegen bei den anderen nur zwei bzw. eine Stufe vorhanden sind. Die Overlock-Nähmaschinen von Pfaff sind in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich, sodass Sie die für Ihre Bedürfnisse passende Maschine wählen können.

Overlock-Nähmaschinen der Marke Bernina

Bernina bietet viele unterschiedliche Maschinen in ihrem Overlock-Programm an. Hier finden alle vom Einsteiger bis hin zu erfahrenen Overlock-Nähern passende Geräte. Die Modelle besitzen teilweise die Möglichkeit, bis zu fünf Fäden zu verwenden und sind in der Lage, viele verschiedene Stiche auszuführen.

Großes Sortiment: Overlock-Nähmaschinen von Brother

Brother hat in seinem Sortiment unter anderem vier Overlock- bzw. Coverstich-Maschinen. Die 3034D Overlock, die 4234D Overlock und die 1034D Overlock haben die Möglichkeit, Rollsäume zu erstellen und bieten einen Differentialtransport. Bei der 1034D Overlock ist das Rollsaumnähen sogar ohne den Wechsel von Nähfuß und Stichplatte möglich. Die 3034D Overlock und die 4234D Overlock erleichtern die Arbeit zusätzlich durch Einfädelhilfen und die 4234D Overlock bietet die Möglichkeit zur Regulierung des Nähfußandrucks. Die 3034D und die 1034D arbeiten mit drei oder vier Fäden, bei der 4234D ist zusätzlich die Möglichkeit gegeben, mit zwei Fäden zu nähen. Die 2340CV Coverstich ermöglicht vier verschiedene Sticharten, besitzt einen Differentialtransport und Stichlänge und –breite können variiert werden.

Beliebte Modelle: Overlock-Nähmaschinen von Janome

Vier beliebte Modelle der Firma Janome sind die 1100D, die 8002D, die CoverPro 1000 CPX und die MyLock 644D. Diese Modelle unterscheiden sich in ihrem Funktionsumfang beispielsweise durch die Anzahl der Fäden, mit denen die Maschine arbeiten kann. Während die 8002D und die MyLock 644D mit drei oder vier Fäden arbeiten, bietet die 1100D auch die Möglichkeit, mit zwei Fäden zu nähen. Rollsäume können beispielsweise mit der 1100D, der 8002D und der MyLock 644D hergestellt werden. Die 1100D bietet außerdem die Möglichkeit, den Nähfußdruck zu regulieren, sie hat einen Differenzialtransport und einen Fadenschneider mit Füßchenhebel.

Tipps für den Kauf einer Overlock-Nähmaschine

Beim Kauf einer Overlock-Nähmaschine sollten Sie sich vorab über die unterschiedlichen Modelle genau informieren und ein paar Punkte beachten.

  • Die Stichqualität ist sicherlich der wichtigste Punkt bei der Anschaffung einer Overlock. Man legt sie sich zu, um schöne und dekorative Stiche herzustellen, die Qualität der Stiche kann allerdings je nach Hersteller und Modell stark variieren. Hilfreich sind hier entweder Testberichte oder auch das Ausprobieren in einem Fachhandel oder Ähnlichem.
  • Es sind neben normalen Overlock-Maschinen auch Kombinationen aus normalen Nähmaschinen und Overlock- und Coverlock-Maschinen erhältlich. Allerdings sind diese in der Regel teurer, als wenn man sich eine normale Nähmaschine und als Ergänzung eine Overlock- und/oder Coverlock zulegt. Viele Funktionen werden im Hausgebrauch nicht benötigt und das ständige Umbauen je nach benötigter Funktion ist auf Dauer umständlich. Manche normalen Nähmaschinen bieten eine zusätzliche Overlock-Funktion an, welche in der Regel allerdings nicht mit der Funktion einer richtigen Overlock-Maschine vergleichbar ist.
  • Die Bedienerfreundlichkeit sollte hoch und die Handhabung nicht allzu schwer sein. Insbesondere das Einfädeln erfordert etwas Übung und sollte nicht unnötig verkompliziert worden sein.
  • Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Betriebslautstärke. Im Hausgebrauch sollte die Overlock nicht zu laut sein, da sonst nicht nur Familienmitglieder, sondern unter Umständen auch Nachbarn gestört werden könnten. Auch für denjenigen, der die Maschine benutzt, ist ein geringerer Geräuschpegel sicher angenehmer. Maschinen von Bernina gelten beispielsweise als recht leise.
  • Natürlich spielt auch der Preis eine Rolle. Hier sollte man allerdings abwägen, ob man nicht lieber ein bisschen mehr Geld ausgibt und dafür eine qualitativ hochwertige Maschine erwirbt, die auch viele Jahre zuverlässig arbeitet. Je besser die Nähmaschine und je mehr Funktionen vorhanden sind, desto teurer wird sie. Allerdings ist bei diesem Punkt auch entscheidend, wie oft sie die Maschine letztendlich benutzen.

 

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