Nützliche Tipps zur Küchenplanung

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Wie messen Sie Ihre Küche richtig aus?

Eine neue oder gebrauchte Küche zu planen, ist eine Herausforderung. Beim ersten Besuch des leeren Raumes besitzen die wenigsten Menschen bereits eine Vorstellung von der voll eingerichteten Küche. Vielleicht gibt es erste Tendenzen hinsichtlich Stil, Material oder Farbe, doch die genaue Anordnung erfordert sorgfältige Vorbereitung. Wer die Sache mit System angeht, erkennt, welche seiner Wünsche und Vorstellungen sich durchführen lassen. Durch Raummaße und bauliche Vorgaben ist nicht immer alles realisierbar. Bevor jedoch die konkrete Planungsphase beginnt, wird der Raum vermessen. Der Plan mit sämtlichen Maßen des Raumes hilft, sich die Küchenzeile vorzustellen. Nach und nach eröffnen sich alle Möglichkeiten, die der leere Raum bietet. Vor allem wenn ausreichend Platz vorhanden ist, haben Sie die Wahl zwischen unterschiedlichen Küchensystemen.

Planvolles Messen bringt Sicherheit

Wenn die Küche bei der Anlieferung nicht in den Raum passt, ist der Ärger groß. Ungenaue Messungen, vergessene Absätze oder Unebenheiten in der Wand können zu einem unvollständigen Plan von der Küche führen. Wurden Türanschläge falsch herum eingezeichnet, Wasseranschlüsse vergessen oder der neue Laminatboden nicht berücksichtigt, kann selbst ein Küchenprofi nichts mehr retten. Weder eine Komplettküche, noch einzelne Module können nachträglich geändert werden. Im schlimmsten Fall wird die Lieferung storniert oder eine Behelfslösung für die bestellten Möbel gesucht. Die vorab ausgetüftelte Zusammenstellung lässt sich nur aufrechterhalten, wenn der Küchenplan exakt und vollständig angefertigt wurde.

Daher ist bei der Vorbereitung äußerste Sorgfalt notwendig. So verhindert Sie böse Überraschungen bei Lieferung und Einbau Ihrer Traumküche.

1. Bereiten Sie sich gut vor

Mit einer guten Planung ist auch das aufwendige Ausmessen der Küche in ein paar Handgriffen erledigt. Um sich ein Bild von den Gegebenheiten zu verschaffen, wird ein Grundriss des Raumes erstellt. Darin enthalten sind alle Maße und baulichen Besonderheiten, der der Raum aufweist. Legen Sie zuerst alle Utensilien bereit, die Sie für die Erstellung des Plans benötigen:

Für eine genaue, maßstabsgetreue Anfertigung des Planes ist Millimeterpapier erforderlich. Erhältlich in einer Größe bis A0 erleichtert es das Ablesen der Werte und gibt einen ersten Eindruck von den Größenverhältnissen. Je größer das Papier, desto übersichtlicher die Zeichnung. Einen Radiergummi und einen weichen Bleistift sollten Sie ebenfalls bereitlegen.

Nützliche Helfer zum Ausmessen der Küche

Am praktischsten sind Laser-Entfernungsmesser. Sie messen die Distanz zu einem Zielpunkt. Damit lassen sich problemlos unterschiedliche Ziele anpeilen. Sie visieren mit dem Entfernungsmesser das Ziel an. Durch den roten Laserpunkt lässt sich der Zielpunkt leicht erkennen. Das Gerät misst automatisch die Distanz.

Ähnlich funktioniert die Entfernungsmessung mittels Ultraschall. Das Messgerät sendet Ultraschallimpulse aus und misst die Distanz anhand der Zeit, die das zurückkommende Echo benötigt. Der Entfernungsmesser rechnet die Schallgeschwindigkeit in eine Distanz um. Natürlich lassen sich die Maße auch per Hand mit einem Zollstock ermitteln. Außerdem benötigen Sie eine Wasserwaage zum Nivellieren der Küchenelemente. Die meisten Entfernungsmesser beinhalten dieses Messmittel bereits.

Sinnvoll ist die Anschaffung eines Kabelsuchgeräts. Die auch unter dem Namen Kabelfinder bekannten Geräte sind in der Lage, strom- und spannungsführende sowie strom- und spannungslose Kabel zu orten. Auch lokalisieren sie mit höchster Präzision Leitungen, Schutzrohre und Stromkreise. Dem Einsatzbereich sind nahezu keine Grenzen gesetzt. Das gibt Heimwerkern Sicherheit beim Bohren in der Küche.

2. Das Vermessen des Raumes in einzelnen Schritten

  • Wer einen Raum vermisst, muss auf absolute Genauigkeit achten. Überlegen Sie zuerst, in welchem Maßstab Sie die Zeichnung anfertigen wollen. Je größer der Maßstab, desto genauer sind Kleinigkeiten auf dem Plan erkennbar. Daher empfiehlt es sich, mit einem möglichst großen A0-Blatt zu arbeiten.
  • Zuerst werden Länge, Breite und Höhe des Raums vermessen. Dabei sollte die Länge der Seiten direkt an der Wand und zusätzlich in einem Abstand von ca. 60 cm von der Wand aufgenommen werden. Der Grund liegt in der Beschaffenheit der Wände. Durch ungleichmäßig aufgetragenen Putz oder schiefe Wände differieren die Maße in einigen Fällen. Wenn Sie die Auffälligkeiten vermerken, kann man sich bei der Küchenplanung darauf einstellen.
  • Auch bei der Deckenhöhe sind Maßunterschiede möglich. Vor allem bei Verwendung von Hochschränken ist eine genaue Distanzmessung an unterschiedlichen Stellen wichtig. Mit den ermittelten Werten lässt sich der Grundriss Ihrer Küche erstellen.
  • Die Positionen der Fester und der Türen bestimmen maßgeblich über die Küchenform mit. Erfassen Sie Fenstersturz, Lage der Fenster sowie Breite und Tiefe der Fensterbank. Bei den Türen werden daneben Anschlag, Türblattstärke sowie Nischen und Vorsprünge gemessen.

Sind alle großen Maße auf dem Plan eingezeichnet, geht es an die Feinarbeit.

  • Die Lage der Elektrogeräte und der Spüle hängt von den Anschlüssen ab. Vermerken Sie sämtliche Steckdosen, den Herdanschluss, die Wasserinstallation inklusive Eckventile und das Geräteanschlussventil.
  • Nun fehlen noch die Lichtschalter, Heizkörper mit Regler und gegebenenfalls der Fliesenspiegel.
  • Falls in dem Raum bauliche Veränderungen geplant sind, sollten sie bereits eingezeichnet werden. Dazu gehören zum Beispiel ein offener Kamin oder ein neu verlegter Laminatboden, bei dem die Stärke aufgenommen wird.
  • Zu diesem Zeitpunkt sollte man sich Gedanken über den Dunstabzug machen. Welches System bevorzugen Sie? Bei einem Abluftsystem wird der Kochdunst von der Dunstabzugshaube nach draußen geleitet. Als bauliche Voraussetzung benötigen Sie einen Abluftkanal im Mauerwerk. Notieren Sie Lage und Durchmesser der Öffnung. Beim Umluftsystem filtert ein Aktivkohlefilter in der Dunstabzugshaube die Ausdünstungen

Überlegungen bei der Küchenplanung

Nachdem Sie alle Maße aufgenommen haben, beginnt die Planung Ihrer Traumküche. Inzwischen konnten Sie sich ein gutes Bild von den Gegebenheiten machen. Der Grundriss mit sämtlichen Vermassungen dient als Grundlage weiterer Entscheidungen. So bekommen Sie ein Gefühl dafür, was geht und was nicht geht.

Legen Sie Ihre Vorstellungen schriftlich nieder. Bevor das „Was“ angegangen werden kann, muss das „Wie“ feststehen:

Beginnen Sie mit einer Liste aller Großgeräte. Zu einer heutigen Standardküche gehören Kühlschrank, Gefriertruhe, Herd mit Backofen, Spüle und Geschirrspüler. Machen Sie sich Gedanken über Ihr Budget. Zusammen mit der Größe der Küche bestimmt es die Ausstattung der Küche. Bei der Küchenplanung erkennt man schnell, dass es für die meisten Probleme eine Lösung gibt. Das gilt auch für die Geräte. Hersteller haben sich auf den Bedarf ihrer Kunden eingestellt und bieten ihre Produkte in verschiedenen Breiten an. Mit Kombilösungen für besonders kleine Räume lassen sich alle wichtigen Arbeitsschritte erledigen. Der gesparte Platz wird als Schrankraum genutzt.

Nachdem Sie Ausmaße und Geräte festgelegt haben, widmen Sie sich dem Stauraum. Kochutensilien, Geschirr, Lebensmittel, Kleingeräte – eine Küche ist zugleich Lagerraum und Arbeitsstätte. Dementsprechend groß ist der Anteil der Artikel, die täglich benötigt werden. Bei der Planung sollen Sie Ihre Gewohnheiten mit einbeziehen. Was wird in der Küche verstaut? Wohnungen mit einem separaten Esszimmer lagern das Geschirr üblicherweise direkt vor Ort. Auch Gläser können wahlweise im Wohnzimmer, der Essecke oder in der Küche untergebracht werden. Stellt man diese Überlegungen an, kann der Platzbedarf schnell ermittelt werden. Unterschränke, Hängeschränke und Hochschränke bieten eine Menge Stauraum, Rondelle nutzen Ecken perfekt aus.

Richten Sie die Küchenplanung nach ergonomischen Gesichtspunkten aus

In einer optimal gestalteten Küchenumgebung fallen kurze Arbeitswege an und die Arbeitshöhe ist dem Körper angepasst. Natürlich ist das in Haushalten, in denen mehrere Personen regelmäßig Essen zubereiten, nicht immer möglich. Schon allein bedingt durch eine unterschiedliche Körpergröße ist eine Patentlösung nicht in Sicht. Bei der ergonomischen Küchenplanung sollten Sie folgende Punkte klären:

  • Körpergröße? Sind Sie Links- oder Rechtshänder? Liegen Behinderungen vor?
  • Welche Bewegungsabläufe und Körperhaltungen belasten Sie?
  • Welche Küchenutensilien verwenden Sie?

Darüber hinaus spielt die Nutzung Ihrer Küche eine große Rolle. Wird in diesem Raum ausschließlich Nahrung zubereitet oder planen Sie die Einrichtung einer Wohnküche? Das ist nicht unbedingt nur eine Frage der Größe. In kleinen Single-Küchen entsteht ein Essplatz durch Vergrößern der Arbeitsplatte. Von einer Wohnküche im eigentlichen Sinne ist jedoch erst die Rede, wenn eine Sitzgruppe in den Raum integriert wird. Die Küche bekommt dadurch einen ganz anderen Charakter. Arbeitsplatz, Hobbyküche, Treffpunkt – gestalten Sie Ihre Küche nach Ihrem Geschmack.

Alles aus einer Hand?

Im Grunde genommen fehlt nur ein kleiner Schritt – die Entscheidung für das passende Modell. Das ist nicht immer sehr leicht. Im Möbelgeschäft wirkt die Küche meist völlig anders als in den heimischen Vier Wänden. Die Ausstellungsfläche simuliert zwar in vielen Geschäften eine begrenzte Küche, doch entspricht das nicht den Maßen, die sie aufgenommen haben. Folglich sind zahlreiche Veränderungen nötig: breitere oder schmalere Schränke, andere Geräte-Kombinationen. Hat man sich für eine Einbau-Küche entschieden, bedeutet das einen enormen Preisvorteil. Andererseits bestehen keine großen Änderungsmöglichkeiten in der Konfiguration. Bei schwierigen Wohnverhältnissen ist oft eine Modulküche die bessere Lösung. Erfordern die räumlichen Gegebenheiten eine individuelle Anpassung, bringen die unzähligen Kombinationsmöglichkeiten einer Modulküche etliche Vorteile. Wer ein größeres Budget zur Verfügung hat, kann sich die Küche nach individuellen Wünschen anpassen lassen. In jedem Fall hilft der angefertigte Grundriss bei der Küchenplanung.

Aber nicht immer ist der Gang zum Möbelhaus erforderlich. Mit einer guten Vorbereitung und einem Planungsprogramm im Internet lässt sich die Traumküche selber zusammenstellen. Die meist kostenlosen Programme geben eine dreidimensionale Vorstellung von der zukünftigen Einrichtung. Zuerst geben Sie alle erforderlichen Maße ein, die Sie in dem Plan vermerkt haben. Darauf beginnt die Planung der Küche. Schränke werden in Breite und Höhe angepasst, Geräte eingetragen. In jedem Fall erhalten Sie eine erste Idee, wie die Küche aussehen könnte. Veränderungen durchzuführen ist nicht schwer. Wenn man mit dem Entwurf zufrieden ist, kann man ihn speichern. Anhand dieser Skizze finden Sie die Küche, die Sie schon immer haben wollten.

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