NVA Fernglas DF 7x40

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Das wohl bekannteste Fernglas der NVA ist das DF 7x40 mit Porro I Umkehrsystem.
Hersteller ist die bekannte ostdeutsche Firma Carl Zeiss Jena.

Techn. Merkmale:

Vergrößerung:                     7fach
Eintrittspupille:                     40mm
Austrittspupille:                    5,7mm
Sehschärfeneinstellung:         +5 ... -3dpt
Augenabstandseinstellung:    56 ... 74mm
Gesichtsfeld:                        8°30' = 148m auf 1000m Entfernung
Masse:                                1200g

Ich möchte hier einmal ein paar Hinweise zum Kauf eines DF 7 x40 geben.
Das Fernglas ist eines der besten Ferngläser die ich kenne und absolut alltagstauglich. Mit diesem guten robusten Glas kann man viel Freude haben und so manchen neidischen Blick auf sich ziehen.

Leider muß man sagen, dass 90 % der angebotenen Gläser Defekte haben, die vom Laien nicht unbedingt bemerkt und oft auch vom Verkäufer nicht erwähnt werden.
Die meisten Gläser haben mittlerweile 20 Jahre und mehr auf dem Buckel. Bei der NVA war eine 2 jährliche Überprüfung (Wartung Nr.3) üblich.

Die gas- und luftdichten Gläser sind anfällig in Bezug auf Feuchtigkeit, welche vor allem bei schneller und hoher Änderung der Temperatur auftritt (Kondenswasser). Dieser Effekt tritt bei fast allen luftdichten Geräten z.B. Taucheruhren auf.
Die Folge sind dann beschlagene Prismen, sowie Pilzbefall.
Hier hilft dann oft nur ein kostenintensiver Austausch der befallenen Teile.
Feuchtigkeit und Pilzbefall sind relativ schwer zu erkennen, da Ihnen die Vergleichsmöglichkeiten fehlen. Wenn beim Durchsehen der Blick nebelig erscheint, oder an den Rändern unscharf ist, oder sich eine Seite nicht scharf stellen läßt, sind einige Merkmale dafür.

Ebenso sind die Linsen bei unsachgemäßer Reinigung schnell hinüber.
Schon ein übermäßig starkes Reiben auf den Linsen kann den Transparentbelag (T-Belag) zerstören. Einen zerstörten T-Belag erkennt man sehr leicht, wenn man Licht in den Gläsern spiegelt. Ist dann eine Art Schmierfilm oder Schleier zu erkennen, dann ist der Belag zerstört, die Linse muß ausgetauscht werden.
Bei einem Austausch von Objektivlinsen kann ich nur dazu raten, immer beide Linsen tauschen zu lassen!
Und zwar aus folgendem Grund: Werden heute in einer guten Fachwerkstatt Objektivlinsen ausgetauscht, sind zumeist keine originalen Linsen mehr vorhanden. Es werden also neue, qualitativ hochwertigere Linsen verbaut. So ist mir aufgefallen, dass die neuen Linsen ein deutlich farbigeres Bild liefern. Bei diesen Linsen entfällt der sogenannte "Gelbstich", den Miltärgläser oft durch ihre dämmerungsaktiven Beschichtungen sowie durch ihre Strahlungstauglichkeit aufweisen.
Um ein besseres einheitliches Bild zu erhalten, ist der Austausch beider Linsen im Reparaturfalle ratsam.

Dass wohl anfälligste Teil des Glases ist die Strichplatte, sie muß bei Instandsetzungen zu 99 % ausgetauscht werden. Durch eine hohe Rauhigkeit ist sie quasi ein Schmutzmagnet und kann nur bedingt gereinigt werden.
Außerdem zersetzt sie sich mit der Zeit.
Natürlich kann sie bei Reparaturen auch einfach weggelassen werden, allerdings ist sie in meinen Augen ein Muß für Liebhaber.

Reparaturen können Gott sei Dank noch ohne Probleme durchgeführt werden, da es in Eisfeld eine Optikfirma gibt, die quasi aus dem alten Carl Zeiss Jena hervorgegangen ist und sich somit mit den Gläsern bestens auskennt.
Ebenso scheinen Ersatzteile noch ausreichend vorhanden zu sein.

Bezüglich des Baujahres berichtete ein freundlicher eBayer folgendes:

"Bezüglich der Datierung kann meist nur die Seriennummer des Glases helfen. Die Angabe, z. B.
I-81, bedeutet lediglich, dass das Glas im I. Quartal 1981 die letzte Hauptinstandsetzung (in der Regel
alle 6 Jahre) durchlaufen hat."

Danke Frank!

In meinen Augen sollten Sie ein Glas nur dann kaufen, wenn der Verkäufer ein Rückgaberecht einräumt. So ein Glas muß man einfach sehen!! Gerade bei den Beträgen die heute verlangt und oft auch gezahlt werden.
Wenn ein Verkäufer mit einer durchgeführten und auch belegbaren!!! Wartung wirbt, dann sollten Sie zugreifen! Allerdings werden diese Gläser deutlich mehr kosten, da eine Wartung teuer ist.

Ebenso kann man eine Empfehlung für Gläser ausprechen, welche noch von der Bundeswehr übernommen wurden. Diese Gläser wurden zumindest im Jahre 1991 noch einmal gewartet, allerdings auch nicht immer ein Garant. Diese Gläser sind einfach zu erkennen, sie wurden auf "Bund" umgezeichnet, erhielten eine neue Seriennummer und die Aufschrift "Nicht Lasergeschützt!" (Aufkleber!).
Falls die Aufkleber entfernt wurden, kann man sie daran erkennen, dass die Seriennummer auf dem Gelenk sitzt, keine Instandsetzung markiert ist und die Gläser ein dunkleres Olivgrün aufweisen.

Wie immer bei eBay, sollten Sie auf Schreibfehler oder ungewöhnliche Schreibweisen achten. So können Sie oft ein Schnäppchen machen.


7 x 40 > 7x40
NVA Fernglas > NVA Dienstglas
N V A > NVA

usw, usw...

Falls jemand die Adresse oder die Telefonnummer der Optikwerkstätten in Eisfeld braucht, bitte mailen!

mfg

minbari-de

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