Mit dem richtigen Know-how eine reiche Ernte an Kürbissen einfahren

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Mit dem richtigen Know-how eine reiche Ernte an Kürbissen einfahren

Beim Kürbis handelt es sich eine der facettenreichsten Kultur- und Nutzpflanzen der Erde. Die Geschichte der Pflanze reicht weiter als die von Bohnen oder Mais. Am Anfang wurde die Kürbispflanze vorrangig wegen der öl- und enorm eiweißhaltigen Samen angebaut. Erst viele Jahre später kam auch die Verwertung des Fruchtfleisches hinzu.

Die Familie der Kürbisgewächse

Die botanische Bezeichnung der Kürbispflanze lautet Cucurbita. Sie wird einer rund 90 Gattungen umfassenden Pflanzengruppe zugeordnet. Diese reiht sich wiederum in die etwa 800 Arten große Familie der Kürbisgewächse mit dem Namen Cucurbitaceae ein. Die Kürbispflanze wird als einjähriges und zweikeimblättriges Gewächs bezeichnet. Sie wächst verhältnismäßig schnell und verfügt über ein flaches Wurzelwerk. Der Spross dieser sogenannten fremd befruchteten Kurztagspflanze besitzt hohle Internodien, deren nierenförmige Wassergefäße, die Tracheen, an langen Stielen aufgereiht sind. Der Spross der Kürbispflanze ist entweder rankend oder gestaucht.

Beim Kürbis selber handelt es sich um die Frucht des Gewächses. Es ist eine Beere, die über eine verhärtete Haut verfügt. Das Fruchtfleisch ist mit Fasern durchzogen. Ein reifer Kürbis ist hohl. Mit einem Gewicht von teilweise an die 50 Kilogramm gilt er als die schwerste Frucht der Welt. Die Kürbisfrucht ist wohlschmeckend, äußerst gesund und kalorienarm. Es ist sehr wasserhaltig und reich an Ballaststoffen. Zudem handelt es sich um ein sehr preiswertes Gemüse. Das Fruchtfleisch lässt sich auf unterschiedliche Art und Weise zubereiten. Es wird gebraten, gebacken, gedünstet oder auch im Wok verarbeitet. Dem Kürbis werden verdauungsfördernde, harntreibende und magenschonende Eigenschaften nachgesagt.

Auch die Samen der Pflanze gelten als sehr gesund. Sie sind ebenso vielseitig einsetzbar wie das Fruchtfleisch. Sie werden geröstet beispielsweise zu Salat serviert oder einfach als Snack gegessen. Kürbiskerne sind lange haltbar. Richtig in der Vorratskammer gelagert, können sie das ganze Jahr über verwendet werden. Das Öl eignet sich besonders zum Einsatz bei der Zubereitung von Salaten. Es riecht nussig, besticht durch einen intensiven Geschmack und hat eine dunkelgrüne Farbe. Das unverkennbare steirische Kürbiskernöl gilt weltweit als Spezialität.

Die beliebtesten Kürbisarten

Trotz der Artenvielfalt werden hauptsächlich fünf Kürbispflanzen angebaut, die jeweils über charakteristische Merkmale verfügen.

Der Riesenkürbis

Der Riesenkürbis, auch Cucurbita Maxima genannt, hat seinen Ursprung in Südamerika. Mittlerweile ist er in nahezu allen tropischen und gemäßigten Weltzonen zu finden. Die etwa handgroßen Blätter besitzen eine glatte Umrandung. Die Stiele der Blätter und Blüten sind weich. Die Mehrheit dieser Pflanzen verfügt über einen grünen, rundlichen Fruchtstiel. In der Reifezeit ist er korkig.

Zu der Gattung der Riesenkürbisse gehören unter anderem der Hokkaido, der Hubbard, der sogenannte Türkenturban, der Atlantic Giant sowie der gelbe und der rote Zentner. Sie alle gelten als hervorragende Speisekürbisse. Sie besitzen ein lachsorangefarbenes bis fast gelbes Fruchtfleisch. Nach der Ernte lagern die Früchte noch zwei bis drei Wochen an einem sonnigen, trockenen Ort. In dieser Zeit wird die Kürbisschale härter und die Schnittstelle trocknet ab. Die Kerne des Riesenkürbisses haben eine weiße oder beige Farbe. Auch sie reifen nach dem Abernten etwas nach. Die Haltbarkeit der großen Kürbisfrüchte beträgt im Durchschnitt drei Monate. Kleinere Riesenkürbisse können fast ein halbes Jahr in der Vorratskammer auf die Verarbeitung warten.

Der Feigenblattkürbis

Der Cuburbita Ficifolia oder Feigenblattkürbis wurde bereits 200 vor Christus angebaut. Er verfügt über sogenannte fusarium-resistente Eigenschaften, weshalb er sich ausgesprochen gut als Lagerungsunterlage für andere Kürbisfrüchte eignet. Er beugt Pilzinfektionen vor und ist ein wirksames Mittel im Kampf gegen die Welke-Krankheit. Noch heute dient der Feigenblattkürbis als Grundlage zur Veredelung von Melonen oder Gurken.

Die Früchte der Kürbisart sind sehr rund und besitzen eine weiß marmorierte Oberfläche. Das feste Fruchtfleisch ist saftig und weiß. Feigenblattkürbisse können sich bis zu drei Jahren halten. Der Cucurbita Ficifolia wird auf unterschiedlichste Art und Weise genutzt. Die Früchte werden in unreifem Zustand gekocht und als Gemüse genossen. Die Samen sind als leckerer Snack beliebt. In Spanien, Frankreich oder Mexiko dient das reife Fruchtfleisch des Feigenblattkürbisses als Grundlage zur Herstellung von Konfekt oder der sogenannten Engelshaar-Marmelade. Zusätzlich kann es auch die Basis erfrischender oder alkoholischer Getränke darstellen.

Der Moschuskürbis

Der Cucurbita Moschata ist umgangssprachlich als Moschuskürbis bekannt. Das genaue Herkunftsland lässt sich nicht genau benennen. Experten gehen davon aus, dass der Moschuskürbis das erste Mal in Mexiko kultiviert wurde. Diese Kürbisart gilt als extrem wärmebedürftig. Fällt die Temperatur unter 18 Grad Celsius, hört die Pflanze auf zu wachsen.

Der dünne Fruchtstiel des Moschuskürbisses ist kaum von Furchen durchzogen. Der Fruchtansatz ist auffällig breit. Die Blätter des Kürbisses besitzen weiche, feine Härchen. Die Farbe der Schale ist dunkelgrün und bronzefarben. Es gibt ebenso grünbeige und beige Vertreter seiner Art. Zur Gruppe der Moschuskürbisse gehören der Butternut, der Muscade de Provence oder der sogenannte Langer aus Nizza. Das Fruchtfleisch dieser beliebten Speisekürbisse ist fest und fein zugleich. Sie benötigen nach der Ernte einen warmen und sonnigen Ort, wo sie für einen Zeitraum von 12 Monaten nachreifen und so ihren aromatischen Geschmack entfalten.

Der Gartenkürbis

Der botanische Titel des Gartenkürbisses ist Cucurbita Pepo. Er wird auch als Sommerkürbis bezeichnet. Der Gartenkürbis wächst von Costa Rica bis North-Dakota. Am besten gedeiht die Pflanze in gemäßigt warmen Zonen. Die Gattung der Gartenkürbisse umfasst eine enorme Vielfalt an Farben und Formen. Neben dem steirischen Ölkürbis, der Zucchini oder dem sogenannten Spaghettikürbis gehört auch eine Vielzahl von Zierkürbissen zu dieser Gruppe.

Der relativ dünne Fruchtstiel ist kantig, hart und selbst in reifem Zustand grün. Die Kürbisblätter besitzen raue, stachelige Haare. Das trockene Fruchtfleisch der Sommerkürbisse ist verhältnismäßig zäh. Je länger ein Gartenkürbis lagert, desto mehr leidet der Geschmack. Aus diesem Grund empfiehlt sich beispielsweise bei Zucchini die Ernte sehr jünger Früchte, die - wenn möglich - umgehend verzehrt werden sollten. Das Fruchtfleisch der Zierkürbisse ist sehr bitter. Ihre Lebensdauer verlängert sich, wenn sie mehrere Wochen nach der Ernte an einem sonnigen Ort nachlagern.

Der Silbersamenkürbis

Cucurbita Mixta oder Cucurbita Agyrosperma – hinter diesen wohlklingenden Namen verbirgt sich der beliebte Silbersamenkürbis. Er gedeiht insbesondere in tropischen Regionen. In deutschen Gärten ist er eher selten anzutreffen. Ein Vertreter ist beispielsweise der Cushawkürbis.

Die Früchte sind birnenförmig. Sie besitzen eine gestreifte Oberfläche. Diese Kürbisart benötigt zum Wachsen sehr viel mehr Wärme. Die Bezeichnung wurde in Anlehnung an die sehr dünne, zellophanartige Haut der Samen gewählt. Vom Silbersamenkürbis werden neben den Blüten auch die Spitzen der Sprossen sowie die jungen und reifen Früchte verzehrt. In einigen Regionen dienen sie als Basis zur Herstellung von Süßigkeiten. Die Samen werden oftmals geröstet, gemahlen und zur Verfeinerung von Gerichten eingesetzt. Zusätzlich wird der Silbersamenkürbis auch als Tierfutter verwendet.

Der Kürbis im eigenen Garten

Wer erfolgreich Kürbisse im eigenen Garten ziehen möchte, benötigt nicht unbedingt fundiertes Gärtner-Fachwissen. Aufgrund der Anspruchslosigkeit und Robustheit der Kürbispflanzen ist der Anbau verhältnismäßig einfach.

Kürbispflanzen direkt anpflanzen

Beim Kürbis handelt es sich um eine sehr wärmebedürftige Pflanze, die viel Licht braucht. Er ist frostempfindlich. Zudem benötigen die Gewächse aufgrund ihrer langen Ranken und des weitreichenden Wurzelwerks einiges an Platz. Schlussendlich muss der Boden reich an Nährstoffen, immer feucht und möglichst sandig sein.

Die optimale Anbauzeit ist der Monat Mai. Der Kürbissamen sollte möglichst nach den Eisheiligen in den Boden eingebracht werden. Um beste Ernteergebnisse zu erzielen, empfiehlt sich eine Vordüngung mit Kompost. Außerdem begünstigen 25 Gramm Stickstoffdünger oder zwischen 50 bis 100 Gramm Horngries das Wachstum der Pflanzen. Diese Düngung sollte jeden Monat wiederholt werden.

Beim Pflanzen wird der Samen in einem Meter Abstand voneinander hintereinander ins Beet eingearbeitet. Dadurch hat der Kürbis genügend Platz und kann mehr Früchte ausbilden. Wer seinen Pflanzen zusätzlich etwas Gutes tun möchte, kann entsprechende Klettervorrichtungen errichten.

Kürbispflanzen selber ziehen

Es ist auch möglich, Kürbispflanzen auf der Fensterbank oder in einem Gewächshaus vorzuziehen. Dabei sollte die Raumtemperatur 22 bis 25 Grad Celsius betragen. Eine Vorpflanzung empfiehlt sich drei Wochen vor dem Beginn der Eisheiligen. Am besten eignen sich hierfür Blumentöpfe. Sobald der Tag des Aussetzens ins Beet näher rückt, sollte die Temperatur gesenkt werden.

Die Kürbispflanze ist mit der spitz zulaufenden Seite nach unten in den Boden tiefer als im Pflanzbehälter einzustecken. Die Pflanze ist richtig positioniert, wenn das Korn ein wenig herausragt. Der perfekte Pflanzabstand beträgt etwa anderthalb Meter. Handelt es sich um eine kleinere Kürbissorten, die eher buschig wächst, reicht auch ein halber bis ein ganzer Meter.

Kürbispflanzen richtig pflegen

Bei der Pflege der Kürbispflanzen ist zu beachten, dass der die Pflanze umgebende Boden nur sehr flach aufgelockert wird. Grund dafür sind die sehr nah an der Bodenoberfläche liegenden Pflanzen, die durch zu kräftiges Hacken Schaden nehmen können.

Als Bodenabdeckung eignen sich Mulch-Folie oder Mulch-Flies am besten. Das hat zudem den Vorteil, dass weniger Unkraut auf dem Beet wächst. Nachteil ist allerdings, dass sich Schnecken sehr gerne unter dieser Abdeckung tummeln. Sie lieben junge und zarte Kürbispflanzen. Aus dem Grund sollten die Gewächse regelmäßig auf Schneckenbefall kontrolliert werden. Der Einsatz von Schneckenkorn schadet den Pflanzen nicht.

Mangelndes Licht wirkt sich äußerst negativ auf das Wachstum der Kürbispflanze aus. Ob die Pflanze zu wenig Licht bekommt, zeigt sich an den dünner und länger werdenden Blättern, die im schlimmsten Fall vertrocknen.

Wer seine Kürbisernte rechtzeitig einfährt, fördert die Bildung neuer Früchte. In der Regel benötigen die einzelnen Kürbisfrüchte zwischen 55 und 120 Tage ohne Frost zum Reifen. Ausschließlich reife Früchte ohne Beschädigung und mit einem langen Stiel können gut gelagert werden. Wer diese Ratschläge beherzigt, der darf sich auf eine reiche Kürbisernte freuen.

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