Mit dem richtigen Festplatten- und RAID-Controller den PC beschleunigen

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Mit dem richtigen Festplatten- und RAID-Controller von eBay den PC beschleunigen

Wichtige Tipps zum Kauf eines Festplatten-Controllers

Der Festplatten-Controller ist die Steuereinheit zwischen Festplatte und PC. Sie ist für den Datenaustausch zwischen der Harddisk und dem Computer verantwortlich. Je nach Art des Festplatten-Controllers variiert die übertragene Datenmenge pro Sekunde dabei zum Teil erheblich.

Vor allem bei älteren Festplattensystemen mit IDE-Controllern führt dies dazu, dass der Rechner die Daten im Vergleich zu modernen Systemen nur verhältnismäßig langsam abruft, bereitstellt oder verarbeitet. Doch auch moderne Computer können mithilfe eines anderen HDD-Controllers erheblich an Geschwindigkeit gewinnen. Lesen Sie hier, wie alte und neue Komponenten effektiv kombiniert werden können und finden Sie heraus, welcher Festplatten- oder RAID-Controller der Richtige für Ihr System und Ihre Anforderungen ist.

Parallel versus seriell oder: Hintereinander ist schneller als alle zugleich

Ältere Festplatten mit IDE oder P-ATA-(= Parallel Advanced Technology Attachements) Standard sind parallel angeschlossen. Das heißt, bei dieser Bauart werden acht einzelne Signale (= Bits) zur gleichen Zeit, also parallel, gesendet und empfangen. Erkennbar sind diese Festplatten an ihrem breiten Anschluss mit dem flachen Kabel.

Inzwischen wurde dieser Standard vom sogenannten S-ATA Standard (= Serial Advanced Technology Attachments) abgelöst. Hier werden die einzelnen Bits oder Signale hintereinander durch das Kabel gesendet. Daher werden diese Schnittstellen auch als „seriell“ bezeichnet. Diese Anschlüsse erinnern an ein breites 'L'.

Der logische Schluss wäre nun, dass die seriellen Schnittstellen wesentlich langsamer arbeiten, als die parallelen, bei denen mehrere Signale zur gleichen Zeit beim Controller ankommen. Doch in Wirklichkeit verhält es sich genau umgekehrt. Bei den Festplatten mit paralleler Schnittstelle müssen die Datensignale genau gleichzeitig ankommen, um optimal und mit möglichst wenig Zeitverlust verarbeitet werden zu können. Doch dies lässt sich in der Praxis aufgrund von Fertigungstoleranzen und internen Störungen, die der Computer verursacht, kaum realisieren. Kommen diese acht Bits nicht zur gleichen Zeit beim Controller an, kann seine Elektronik diese Daten nicht verarbeiten und fordert die Daten noch einmal an. Daraufhin werden die acht Signale erneut gesendet. Dieses Hin und Her ist die Ursache für die erhebliche Zeitverzögerung. Eine IDE oder P-ATA Festplatte hat dadurch einen theoretischen Datendurchsatz von 133 Mbyte/Sekunde. Praktisch liegt dieser Wert jedoch noch auf einem wesentlich niedrigeren Niveau.

Die serielle ATA-Schnittstelle eines Controllers sorgt hingegen dafür, dass die Daten garantiert in der richtigen Reihenfolge gesendet und empfangen werden. Dadurch entfallen die Zeitverzögerungen und das System arbeitet wesentlich zügiger. Der Umstieg von einer parallelen auf eine serielle Harddisk bringt daher auf jeden Fall einen Geschwindigkeitsgewinn für Ihren PC.

Mehr Geschwindigkeit erst ab 3 GBit/s

Doch auch bei der neuen Festplattengeneration ist in Sachen Geschwindigkeit Vorsicht geboten. Viele Anwender denken, dass S-ATA in jedem Falle schneller ist, als herkömmliche IDE Festplatten.

Das ist jedoch nur bedingt richtig. Harddisks mit 1,5 GBit/s (= S-ATA 1) besitzen zwar die moderne S-ATA Technik mit serieller Schnittstelle, bieten jedoch keinen wirklichen Geschwindigkeitsgewinn zu gleichartigen P-ATA oder IDE Festplatten. Ein IDE-Controller der letzten Generation bringt es auch schon auf eine Übertragungsrate von 1 Gbit/s. Die Differenz zu S-ATA 1 mit 1,5 Gbit/s spielt damit in der Praxis keine große Rolle. Erst bei den schnelleren Festplatten mit 3 GBit/s (=S-ATA2) oder 6 Gbit/s (=S-ATA3) macht sich die innovative Technologie auch durch einen merklich schneller arbeitenden PC bemerkbar.

Neue S-ATA Festplatte mit altem Mainboard nutzen

Wenn Sie Ihrem Computer mit einer S-ATA Harddisk zu mehr Geschwindigkeit verhelfen möchten, benötigen sie eine S-ATA Controllersteckkarte, mit der Sie Ihren PC ergänzen. Mit diesen Kartentypen können Sie S-ATA Platten bequem in Ihr System einbinden.

Alte IDE-Festplatten mit neuem Mainboard nutzen

Alte IDE Festplatten sind oft zum Wegwerfen zu schade. Auch ergibt sich manchmal die Situation, dass eine alte Festplatte noch Daten enthält, die gesichert oder auf den neuen PC mitgenommen werden müssen. Wenn Sie eine IDE-Harddisk an Ihrem neuen PC, der nur mit einem S-ATA Anschluss ausgestattet ist, anschließen möchten, benötigen Sie eine Steckkarte mit IDE Controller. Damit können Sie die alte Technik mit der der neuen Computer-Generation verbinden. Allerdings handelt es sich bei IDE Festplatten um ein Auslaufmodell. Zubehör und Hardware dafür werden kaum noch hergestellt. Daher sind diese Steckkarten und Kabel für parallele Schnittstellen nur noch schwer im Fachhandel erhältlich. Kostengünstiger geht es über eBay. Dort können Sie sich je nach Anbieter günstige Schnäppchen sichern.

Einige moderne Mainboards besitzen heute je nach Modell noch eine einzelne IDE-Schnittstelle. Bei diesen Produkten können Sie Ihre alte Festplatte problemlos betreiben. Allerdings bietet diese Lösung nur Platz für höchstens zwei Festplatten. Sollen es mehr sein, müssen Sie auch hier eine geeignete Steckkarte besorgen.

Echten Geschwindigkeitsrausch gibt es nur in Verbindung mit hochwertigen Festplatten

Zu einem schnellen Controller gehört unbedingt auch eine schnelle Festplatte, sonst ist der Performance-Gewinn gleich null. Denn je schneller die Festplatte arbeitet, desto höher ist der Datendurchsatz. Ist nur der Controller allein in der Lage, größere Datenmengen pro Sekunde zu verarbeiten, bremst eine langsamere Harddisk das System weiterhin aus. Ebenso verhält es sich umgekehrt: Ist die Festplatte schnell und der Controller langsam, führt auch das zu einem unbefriedigenden Ergebnis.

Ein Indikator für eine schnelle Festplatte ist die Angabe der Umdrehungen pro Minute (rpm). Im Handel erhalten Sie Modelle mit Werten zwischen 5400 – 10 000 RPM. Je schneller die Harddisk dreht, desto höher ist der Datendurchsatz pro Sekunde.

Die neue (Turbo-)Generation unter den Festplatten ist die SSD (=Solid State Disc). Diese Bauart verzichtet komplett auf mechanische Teile wie den Lesekopf oder eine sich drehende, magnetischen Scheibe. Die SSD besitzt nur noch eine Elektronik, die ähnlich aufgebaut ist wie der der Arbeits-Speicher eines PCs. Nur gehen die auf der SSD gespeicherten Daten beim Ausschalten des Rechners nicht verloren, sondern bleiben erhalten. Die fehlende Mechanik und die damit schnellen Zugriffszeiten machen diese Festplatten 3-7 Mal schneller als herkömmliche serielle Harddisks.

Zum Vergleich: Eine HDD hat einen durchschnittlichen Datendurchsatz von ca. 70 Mbyte pro Sekunde, während hochwertige SSDs bis zu 450 Mbyte pro Sekunde liefern. Mit dieser Festplattenart und einem hochwertigen S-ATA Controller gewinnt Ihr System damit erheblich an Geschwindigkeit.

S-ATA tunen – von der normalen HDD zum RAID-System

Eine S-ATA Festplatte ist sehr schnell. Wie schon erwähnt, kommt dieses Plus an Arbeitstempo zwar erst bei Festplatten ab 3 GBit/s so richtig zum Tragen, aber diese Variante ist auf jeden Fall erheblich schneller als die maximal erreichbaren 1Gbit/s der IDE und P-ATA Harddisks. Dennoch könnten die S-ATA-Festplatten noch wesentlich schneller arbeiten, denn viele Mainboards haben bereits einen einfachen RAID-Controller installiert.

Das Akronym RAID bedeutet „Redundant Array of Independent Disk“ was auf Deutsch so viel bedeutet wie „Verbund mehrerer unabhängiger Festplatten“. Diese RAID-Controller auf den Motherboards können Sie nutzen, um ein einfaches und kostengünstiges RAID 0 – System aufzubauen. Es besteht aus einem Verbund von zwei Festplatten desselben Herstellers und derselben Größe. Der RAID-Controller nutzt diesen Verbund als eine einzige große Festplatte und beschreibt beide Festplatten wechselseitig mit Daten. Dadurch erhöht sich der Datendurchsatz erheblich. Ihr PC transportiert die Daten nun nahezu zweimal so schnell wie zuvor von der Festplatte in den Speicher.

Doch Vorsicht: Neben der Geschwindigkeit verdoppeln Sie auch das Risiko eines Datenverlusts beim Ausfall einer Festplatte. Denn bei einem RAID 0 – System werden die Dateien in Päckchen gesplittet auf beide Platten verteilt. Ist eine Festplatte defekt, können beide nicht mehr als Ganzes ausgelesen werden und die gespeicherten Daten sind damit für immer verloren.

Abhilfe können Sie beispielsweise durch regelmäßige Sicherheitskopien Ihrer Daten mithilfe von Back-up Software, externen Festplatten oder Streamern schaffen.

Mit RAID 1 und RAID 10 zu mehr Komfort und Sicherheit

Wenn Sie Wert auf hohe Datensicherheit und Komfort legen, können Sie Ihr System auch auf den Standard von RAID 1 bzw. RAID 10 aufrüsten. Dazu benötigen sie allerdings einen speziellen RAID-Controller, der diese Standards unterstützt. Die einfachen Controller auf dem Mainboard sind dafür nicht geeignet. Dennoch lohnt sich diese Investition, denn schon RAID 1 sichert Ihre Daten automatisch. Bei dieser Art des Festplattenverbunds wird der Inhalt einer Harddisk auf die andere gespiegelt. Das bedeutet, Ihr PC besitzt dann zwei Festplatten mit genau demselben Aufbau und Inhalt. Geht davon ein Gerät kaputt, bleiben alle Daten dank der Kopie auf dem anderen Produkt vollständig erhalten. Der Nachteil an RAID 1 ist allerdings, dass es zwar eine hohe Datensicherheit bietet, aber nicht mehr Geschwindigkeit liefert.

Um Datensicherheit plus Schnelligkeit zu gewährleisten, empfiehlt sich der Aufbau eines RAID 10 Systems, auch RAID 1+0 genannt, da es eine Kombination aus RAID 0 und RAID 1 darstellt. Bei RAID 10 werden insgesamt mindestens vier baugleiche Festplatten desselben Herstellers benötigt. Diese beiden Paare bilden zwei RAID 1 Systeme. Das heißt zwei parallele Festplatten-Paare, bei denen der Inhalt der ersten Harddisk auf die Zweite gespiegelt wird. Diese beiden Paare werden nun von einem RAID-Controller wiederum als ein Verbund (= eine große Festplatte) behandelt und beschrieben bzw. ausgelesen.

Datensicherheit von RAID 1.

Aufgrund der hohen Kosten lohnt sich dieser Aufbau jedoch nur, wenn Sie große Datenmengen verarbeiten wollen, wie zum Beispiel bei Grafik- und Videobearbeitungen. Für den Heim-PC im Hausgebrauch rechnet sich RAID 10 in der Regel nicht. Hier fahren Sie mit RAID 0 + regelmäßiger Datensicherung wesentlich besser.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden