Mehr als Motorsport – wie Sie Ihre Autorennbahn als Miniaturlandschaft gestalten

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Mehr als Motorsport – wie Sie Ihre Autorennbahn als Miniaturlandschaft gestalten

Eisenbahnen sind Ihnen zu langsam und eine reine Autorennbahn auf Dauer zu eintönig? Dann ist es an der Zeit, Kindheitsträume in die Tat umzusetzen. Fans von Modell-Eisenbahnen schätzen neben dem eigentlichen Betrieb und der Technik der Miniatur-Lokomotiven vor allem die selbst gestalteten Landschaften, durch die die Lokomotiven fahren. Kleine Bergdörfer, Berge und Täler sind für die einen die optimale Entspannung. Andere nehmen aufwendigere Herausforderungen an und gestalten Stadtszenen, auch nach Original-Vorgaben.

Doch auch, wer es etwas rasanter liebt, muss nicht auf eine liebevolle Dekoration verzichten. Immer mehr Autorennbahnbesitzer legen neben schnellen Rundenzahlen gesteigerten Wert auf das „Drumherum“. Ob es sich dabei um eine Wüsten-Rallye-Strecke handelt oder um eine städtische Rennstrecke – das ist dem Geschick des jeweiligen Erbauers überlassen. Wir möchten Ihnen in diesem Ratgeber einige Tipps und Tricks an die Hand geben, mithilfe derer Sie Ihre persönliche Miniaturlandschaft für ihre Rennstrecke realisieren können.

Schritt 1: Die Größe der Platte auswählen

Der erste Planungsschritt betrifft die Größe der Platte. Um eine Miniaturlandschaft zu erstellen, benötigen Sie eine ausreichend große Fläche, auf der Ihre gesamte Rennstrecke Platz findet. Dazu stellen Sie die Rennbahn so auf, wie Sie sie am liebsten benutzen und messen den Platz, den die Bahn minimal benötigt, mit einem Zollstock aus. Diese rechteckige Fläche ist also die minimale Größe, die Sie als Grundplatte für Ihre Landschaft benötigen. Selbstverständlich können Sie sich auch eine größere Landschaft gestalten – bedenken Sie jedoch den Platzfaktor. Räumen Sie sich ebenfalls Gestaltungsspielraum ein. Sie können sich so zum Beispiel offen halten, ob Sie die Bahn zu einem späteren Zeitpunkt einmal umbauen möchten und eine andere Streckenführung ausprobieren möchten. Diese Aspekte sollten Sie vor dem Bau der Rennstrecke in Betracht ziehen.

Als Grundlage für eine Autorennbahn eignen sich dünne MDF-Platten. Gegenüber massiven Holzplatten haben sie den Vorteil, dass sie nicht so schwer sind. Ab einer bestimmten Größe kann dies zum Problem werden. MDF-Platten bestehen aus gepresstem Holz und lassen sich daher einfach bearbeiten. Bohren, Leimen und Kleben sind mit dem vielfältigen Material kein Problem.

Schritt 2 der Planung: Landstraße oder Rennstrecke?

Wenn Sie die passende Größe für die Platte ausgesucht haben, geht es weiter mit der Planung der Umsetzung. Hierbei sollten Sie sich zuerst die Frage stellen, ob Sie eine Rennstrecke oder eine Rallye-Strecke bevorzugen. Der Unterschied darin: Rennstrecken sind in der Regel auf einem dafür vorgesehenen Gelände, wie einer Rennbahn, angelegt. Rallyes finden auf „richtigen“ Straßen, Feldwegen oder im Gelände statt. Zu Beginn sollten Sie sich Gedanken machen, ob Sie eine Rennstrecke, mit Zuschauerkurven, Rasenflächen und Reifenburgen, oder eine idyllische Landschaft mit Bäumen und Bergen bevorzugen. Auch Städte sind möglich, jedoch sind diese im Aufbau und der Gestaltung weitaus komplexer, als einsame Landschaften. Vor allem, wenn Sie Ihre Miniaturlandschaft beleuchten möchten, sind städtische Landschaften kompliziert. Die Mühen werden jedoch von einem einzigartigen Anblick belohnt.

Schritt 3: Spezialbahnstücke für eine individuelle Rennstrecke durch’s Grüne

Wenn Sie bereits eine grobe Idee davon haben, wie Ihre Rennstrecke aussehen und verlaufen soll, können Sie sich an die konkrete Planung machen. Da Rennstrecken in der Regel elliptisch oder kreisförmig angeordnet sind, sollten Sie über die Anschaffung von Spezialbahnstücken nachdenken, denn in der Realität finden sich kaum Strecken, die den geometrischen Formen der Autorennstrecken gleichen. Für eine realistische Straßenführung bieten sich Steilkurven, Brücken oder Bodenwellen an. Sie lassen sich harmonisch in eine Landschaft integrieren und machen aus dem „Rundenfahren“ ein besonderes Vergnügen. Achten Sie jedoch darauf, dass ihre Rennautos für diese Spezialstücke geeignet sind. Gerade neuere Modelle, die wie ihre großen Vorbilder sehr flach auf der Bahn liegen, neigen bei Überfahrten und Steilkurven dazu aufzusetzen.

Schritt 4: Berge und Täler – so wird Ihre Rennstrecke plastisch

Wenn Sie die Verlaufsplanung Ihrer Rennstrecke abgeschlossen haben, können Sie das „Gelände“ an Ihre Wünsche anpassen. Rennstrecken sollten dabei im Idealfall nicht flach sein. Denn auch wenn Sie eine flache Holzplatte mit Bäumen und allerlei Dekoration versehen – ein realistischer Eindruck wird sich dadurch alleine nicht einstellen. Dazu ist es nötig, die Miniaturlandschaft plastisch zu gestalten.

Zur Herstellung von Hügeln, Bergen und Tälern gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen. Die gängigsten Materialien sind:

  • Gips
  • Bastelschaum
  • Pappmaché

Pappmaché ist preisgünstig in der Herstellung und lässt sich einfach verarbeiten. Hierzu wird Tapetenkleister angerührt und auf Papier aufgetragen. Das eingeweichte Papier eignet sich zum Formen und Gestalten von Hügeln und kleineren Erhebungen. Für größere Berge sollte man ein Gerüst, zum Beispiel aus Hasendraht, vorbauen, das die Stabilität erhöht. Der Nachteil von Pappmaché besteht in seiner Empfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit. Da das Material vorwiegend aus Papier und Bindemitteln besteht, sind diese nicht beständig gegenüber Wasser und Nässe.

Langlebiger als Pappmaché, aber auch aufwendiger in der Verarbeitung, sind Gips und Bastelschaum. Bei der Arbeit mit Gips müssen ebenfalls zuvor Gerüste angefertigt werden, die dann eine Gipsummantelung erhalten. Massive Gipsberge müssen relativ lange trocknen und haben zudem ein zu hohes Gewicht. Bastelschaum ist, ähnlich wie Bauschaum, ein poröses, sich verhärtendes Material, das wie gewünscht in Form gebracht werden kann. Haben Sie sich für ein Material entschieden, können Sie mit der Gestaltung Ihrer Täler und Hügel beginnen. Behalten Sie dabei immer den Verlauf Ihrer Rennstrecke im Auge. Wenn Sie diese fest auf der Platte montieren möchten, ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, die Löcher zu bohren. Am besten bauen Sie in diesem Stadium ihrer Platte die gesamte Rennstrecke auf, um zu sehen, wie der Verlauf genau gegeben ist. Markierungen oder Fotografien des Rennverlaufes helfen dabei, den geplanten Aufbau in Erinnerung zu behalten.

Schritt 5: Nach der Pflicht die Kür: Mit dieser Dekoration machen Sie Ihre Autorennbahn zur Miniaturlandschaft

Ist Ihre neue Miniaturlandschaft plastisch ausgestaltet, können Sie sich an die Feinarbeit machen. Dazu gehört zunächst, die Bodenbeläge zu gestalten. Am schönsten sehen Landschaften aus, die ein abwechslungsreiches Panorama bieten. Anstatt die gesamte Platte mit Kunstrasen zu versehen, sollten Sie hier Wert auf Details legen. Höhere Berge werden in der Natur in Richtung Gipfel zum Beispiel immer karger bewachsen, bis hinter der sogenannten Baumgrenze nur noch Gestein zu sehen ist. Felder und Wiesen sollten nicht in einheitlichem Grün gehalten sein. Hier sollte der Vielfalt der Flora Tribut gezollt werden. Auch Sandflächen sind in der Natur keine Seltenheit und können in eine Landschaft integriert werden. Nachdem Sie mit der Bodengestaltung fertig sind, geht es an die Dekoration.

Schritt Nummer 6: Sand und Gebirge lassen sich mit Gegenständen aus der Natur realitätsnah darstellen

Für sandige Gebiete, zum Beispiel eine Wüste, eignet sich der Einsatz von echtem Sand. Naturmaterialien wirken immer am authentisch, nur lassen sie sich aufgrund des Maßstabes nur selten verwenden. Bei Sand ist dies anders. Entgegen vieler Befürchtungen ist das Verarbeiten des Materials auch relativ unkompliziert. Um eine bestimmte Stelle der Miniaturlandschaft mit Sand zu versehen, fertigen Sie eine Mischung aus Vogelsand, Wasser und Weißleim an. Das Mischverhältnis zwischen Wasser und Weißleim sollte dabei etwa 1:2 betragen. Der Sand wird so lange zugeführt, bis eine mörtelartige Masse entsteht. Diese wird mit einem Spachtel aufgetragen. Nachdem die Stelle durchgetrocknet ist, sieht die Oberfläche aus wie Sand und ist trotzdem fest. Ein anderes Vorgehen besteht darin, den Sand auf eine mit Weißleim bestrichene Fläche zu geben. Nachdem man den überflüssigen Leim mit einem Tuch abgetupft hat, kann man ein ähnliches Ergebnis bestaunen.

Ebenso authentisch wie Sandflächen sind echte Steine, die als Gebirge oder Findlinge maßstabsgetreu eingesetzt werden können. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie Ihre Platte im wahrsten Sinne des Wortes nicht überladen. Zu viel Gewicht an einer Stelle führt dazu, dass die Platte sich wölbt. Dies kann auch Ihrer Bahn schaden.

Schritt Nummer 7: Pflanzen und Bäume

Für eine authentische Landschaft sind Modellbäume, Modellpalmen, Gras und Moos unersetzlich. Doch der Einsatz sollte gut geplant werden, damit das Ergebnis möglichst natürlich ausfällt.  Wer jedoch Wert auf Authentizität legt, stellt sich die Bäume in Eigenregie her. Verklebt werden die einzelnen Komponenten mit speziellem Bastelkleber, der durchsichtig trocknet und keine Rückstände hinterlässt.

Schritt Nummer 8: Die Befestigung der Rennbahn auf der Platte

Nachdem die Platte gestaltet ist, können Sie die Rennbahn wie geplant auf der Platte montieren. Hierzu bedienen Sie sich der bereits in Schritt 4 angefertigten Löcher und Planungsskizzen.

Schritt Nummer 9: Menschen und Tiere beleben die Landschaft

Um die Landschaft oder die Rennstrecke lebendiger erscheinen zu lassen, können Mensch- und Tierfiguren eingesetzt werden. Achten Sie dabei jedoch wieder auf den richtigen Maßstab. Ist eine Kuh doppelt so groß wie der Rennwagen, kommt ein komisches Bild zustande. Besonders schön sind Figuren, die gerade einer bestimmten Tätigkeit nachgehen. Das wirkt noch realistischer als Menschen, die einfach herumstehen. Gerade für Rennstrecken bieten sich Monteure oder Tankwärter an. Doch auch Fahrradfahrer und Bauern, die ihrer Feldarbeit nachgehen, bieten ein detailverliebtes, bisweilen zum Schmunzeln anregendes Bild.

Schritt Nummer 10: Tipps zur Aufbewahrung und Unterbringung

Ist der Bau der Miniaturlandschaft abgeschlossen, stellt sich die Frage nach der Aufbewahrung und Unterbringung. Besonders wichtig ist dabei, dass die Platte an einer Stelle aufgestellt wird an der sie nicht zu Schaden kommen kann. Ein Raum mit einer ausgewogenen Luftfeuchtigkeit ist dabei sowohl für das Holz als auch für die Elektronik der Bahn ideal. Gegen Staub und andere Ablagerungen helfen Plastikabdeckungen, die Sie bei Bedarf über die Platte stülpen können.

 

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