Marvel-Comics: Aufstieg einer Legende

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Marvel-Comics: Aufstieg einer Legende

Wann immer Comic-Fans auf der ganzen Welt den Namen Marvel hören, schlagen die Herzen höher. Der New Yorker Comic-Gigant gilt als Garant für Qualität und hat durch seine zahlreichen Geschichten und Helden längst Kultstatus erlangt. Spiderman, Captain America, die X-Men, der unglaubliche Hulk, Iron-Man oder die Fantastic Four – sie alle erfreuen sich großer Beliebtheit bei Jung und Alt. Unzerstörbare Superhelden mit ganz unterschiedlicher Herkunft und verschiedenen Eigenschaften. Die Welt von Marvel ist voll von übernatürlichen Geschichten und zeichnet sich durch Liebe zum Detail aus.

Längst beschränkt sich das Imperium dabei nicht nur auf die klassischen Comic-Hefte und bebilderten Geschichten. Auch das Merchandise-Franchise boomt seit Jahren und der Einstieg ins Film-Geschäft hat sich im vergangenen Jahrzehnt mehr als ausgezahlt. Marvel gilt heute als gewaltiges Imperium mit einem vielfältigen und populären Angebot. Die folgende Übersicht soll helfen, dieses komplexe Konstrukt besser zu verstehen und stellt die wichtigsten Figuren des Unternehmens vor.

Im Wirkungsfeld des Comic-Booms - Die Anfänge von Marvel

Wie alle großen Imperien hat auch das Unternehmen Marvel einmal sehr klein angefangen. Der Ursprung des heutigen Comic-Giganten liegt in dem winzigen Verlag „Timely Publication" welcher 1934 von Martin Goodman gegründet wurde. Im Jahr 1939 kam mit „Timely Comics" eine eigene Abteilung für die kleinen Bildgeschichten dazu. Goodman erkannte bereits damals das Potenzial das in Comics steckte. Angestachelt vom Erfolg des Konkurrenten DC und ihres Vorzeigehelden „Superman" wollte Goodman eigene Comic-Welten schaffen. Dafür holte er sich das junge Unternehmen Funnies Inc. mit ins Boot. Die Firma war fortan für die kreative Seite zuständig, Goodman kümmerte sich um Vertrieb und Vermarktung.

Die ersten Comic Hefte

Im Oktober 1939 erschien dann auch das erste Heft aus der Reihe „Marvel Comics." Der Name war inspiriert von dem Pulp-Titel „Marvel Science Stories." Inhalt waren kleinere Comic-Geschichten, die sich aber auch bereits vereinzelt um Superhelden, wie die menschliche Fackel, drehten. Die erste Ausgabe der Reihe verkaufte sich nach der zweiten Auflage rund 800.000 Mal, was Goodman dazu veranlasste, weitere Comics in Auftrag zu geben. Im Jahr 1939 stellte Goodman den damals gerade einmal 17 Jahre alten Stanley Martin Lieber ein, welcher später unter seinem Künstlernamen Stan Lee unverzichtbar für Marvel wurde.

Captain America betritt die Bühne

Kontinuierlich baute Goodman das Unternehmen in den darauffolgenden Jahren aus. 1940 kaufte er die Comic-Rechte von Funnies Inc. auf und stellte eigenes Personal ein, um die Geschichten der Figuren zu entwickelt. Mit den „Captain America"-Comics, welche erstmals im März 1941 erschienen, konnte Marvel einen ersten massenkompatiblen Superhelden vorweisen, welcher in den darauffolgenden Jahren auch immer wieder als Haushängeschild fungierte. Besonders während des Zweiten Weltkriegs war die Euphorie um Captain America groß. Nach Ende des Krieges ebbte die Comic Euphorie in den USA spürbar ab. Action-Comics sahen sich phasenweise sogar öffentlichen und meist konservativen Hetzkampagnen ausgesetzt. Im November 1951 änderte sich die Bezeichnung von Timely hin zu Atlas Comics, benannt nach einer Vertriebsfirma von Goodman.

Neue Marvel-Helden bringen die Wende

Zu Beginn der 1960er Jahre kam es unter der Leitung des inzwischen zum Chefredakteur aufgestiegenen Stan Lee zu einem erneuten Umdenken. Dem vorangegangen war in den 1950er Jahren ein sehr krisengeschütteltes Jahrzehnt für die Comic-Abteilung von Atlas Comics. Lee selber war unzufrieden mit den standardisierten Comics und wollte spektakuläre neue Superhelden, wie beim Hauptkonkurrenten DC. Diese besaßen mit Batman und Flash sowie der kompletten Justice League bereits überaus populäre Helden, Marvel war unter Zugzwang. Zusammen mit Jack Kirby entwickelte Lee daher das Superhelden-Quartett „Fantastic Four", welches ein großer Verkaufserfolg wurde. Lee entwickelte damit auch ein neuen Typ Superheld, einen der auch im Alltag verankert ist. Die neuen Marvel-Helden waren keine abgehobenen Helden aus einer fernen Welt, sondern waren nebenbei auch stets im Alltag der ganz normalen Menschen verankert. 1962 stellte Spider-Man die weitergeführte Variante dar. Lee kreierte den Spinnenmann als Teenager mit ganz normalen Problemen und schuf so erhöhtes Identifikationspotenzial.

Spidermann wurde die erfolgreichste Schöpfung der Marvel-Geschichte, mit der ebenfalls in diesem Zeitraum entwickelten X-Men-Serie konnte Marvel zusätzliche Erfolge feiern und endlich zur Konkurrenz aufschließen. Auch wenn es in den 70er Jahren wieder leichte Einbußen gab, so hielt sich Marvel in den nächsten Jahren wacker an der Spitze. Erst in den 90ern sank der Stern erneut, Marvel hatte sich kreativ verrannt und musste 1997 Konkurs anmelden. Der totale Bankrott konnte allerdings durch die Verfilmungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts, sowie neue Comic-Reihen abgewendet werden. Marvel schrieb wieder schwarze Zahlen und konnte neue Fans generieren.

Das Universum von Marvel im Kino

Die Idee, Marvel-Helden auch auf die große Leinwand zu bringen, war in den 90er Jahren noch ein recht kühnes Unterfangen. Funktionierende Comic-Franchises gab es davor im Kino sehr selten und trotz großer Popularität bei Comic-Lesern, zweifelten die großen Studios daran, dass sich dieser Kundenkreis auch in die Lichtspielhäuser verirren würde. Die Marvel Studios, eine Tochtergesellschaft von Marvel Entertainment, gründeten sich bereits in der ersten Hälfte der 90er Jahre. Doch erst mit der Jahrtausendwende kamen die ersten größeren Blockbuster mit entsprechendem Budget in die Kinos.

Dabei entstanden die meisten Filme bisher als Coproduktion mit anderen Filmstudios. Die ersten Verfilmungen waren der Vampir-Film „Blade" (1998), die Mutanten-Saga „X-Men" (2000) sowie die erste Realverfilmung von „Spider-Man" (2002). Alle drei Filme waren an den Kinokassen sehr erfolgreich, insbesonder Spider-Man. So gab es auch zu allen Filmen sehr erfolgreiche Fortsetzungen. Und während einige Verfilmungen wie „Daredevil" oder „Elektra" hinter den Erwartungen zurückblieben, konnten die „Fantastic Four" Erfolge an den Kinokassen feiern.

Die eigenproduzierte Filme um die „Avengers"-Helden bringen den Erfolg

Während diese bereits recht erfolgreichen Verfilmungen bereits gut liefen, schaltete man 2008 mit „Iron Man" noch einen Gang höher. Der erste eigens von Marvel produzierte Comic-Film stellte den Startschuss einer neuen unabhängigen Reihe dar, welche das Franchise auf Jahre hinweg strukturieren und aufbauen sollte. In diese Zeit fällt auch die Übernahme durch den Disney Konzern im Jahr 2009. Marvels Konzept längerfristige Helden durch gute Schauspieler und tolle Drehbücher zu etablieren ging voll auf. Robert Downey Jr. wurde als Iron-Man zum Publikums-Liebling. Kontinuierlich arbeitete Marvel dabei auf das 2012 veröffentlichte Superhelden-Zusammentreffen „The Avengers" hin, in dem es die Superhelden bereits in den Jahren davor über Einzelfilme vorstellte.

Der Erfolg kam spätestens mit dem „Avengers"-Film, welcher über 1,5 Milliarden Dollar einspielte und zu den drei erfolgreichsten Filmen aller Zeiten gehört. Und Marvel plant bereits weiter. 2015 soll der zweite „Avengers"-Film kommen, ein dritter Teil ist für 2018 angesetzt. Die Zeit dazwischen nutzt das Unternehmen dazu, um den Hype mit neuen Filmen und neuen Helden anzufeuern. Der enorme Zuspruch unter den Fans gibt der Strategie recht.

Die bekanntesten Superhelden aus dem Marvel-Kosmos

In den vergangenen über 80 Jahren hat das Marvel-Universum viele Superhelden kommen und gehen gesehen, sodass es schwer ist, alle exakt zu benennen. Die wichtigsten Superhelden aus dem Marvel-Universum finden Sie hier.

  • Spider-Man. Der unscheinbare Teenager Peter Parker mutiert zum Superhelden durch den Biss einer radioaktiven Spinne. Mit übernatürlichen Sinnen, gesponnenen Netzen und viel Kraft ausgestattet, kämpft er gegen Bösewichte und die Tücken des Teenager-Alltags.
  • Hulk. Beim Experimentieren mit Gamma-Strahlen wird der Körper des Wissenschaftlers Bruce Banner in Mitleidenschaft gezogen und er verwandelt sich von nun an bei Wutanfällen in den Hulk. Das große grüne Monster ist beinahe unbesiegbar und extrem kräftig.
  • Iron-Man. Als der milliardenschwere Waffenfabrikant Tony Stark von Terroristen gefangen genommen wird und sieht, was seine Waffen anrichten, ändert er seine Sichtweise. Als Resultat baut er eine hochmoderne Rüstung, mit der er fortan auf Verbrecherjagd geht.
  • Captain America. Marvel's erster Held ist der eher unscheinbare Steve Rogers. Aufgrund seiner Schmächtigkeit kann er während des Zweiten Weltkrieges nicht in den Militäreinsatz. Ganz der Patriot lässt sich Rogers mit einem Superheldenserum behandeln und wird danach zum starken Kämpfer für die Gerechtigkeit. Diese Comic-Reihe war vor allem während des Krieges bei den G.I.‘s sehr beliebt.
  • X-Men. Diese sehr langlebige Serie handelt von einer Welt, in der einige Menschen mit speziellen mutationsbedingten Fähigleiten ausgestattet sind, die sie wahlweise für Gutes oder Böses nutzen. Die Reihe dreht sich um den telepathisch begabten Wissenschaftler Charles X. Xavier, welcher eine Schule für Mutanten gründet. Dazu zählen später so ikonenhafte Figuren wie Storm, Beast oder der auch abseits dieser Serie sehr beliebte Wolverine mit seinen unzerstörbaren und mächtigen Eisenklauen.
  • Fantastic Four. Das Team der fantastischen Vier besteht aus Mr. Fantastisch (Mr. Fantastic), Das Ding (The Thing), Die Unsichtbare (Invisible Woman) und der menschlichen Fackel (Human Torch). Ihre Superkräfte erhielten die vier Astronauten, als sie mit einem Raumschiff in der Atmosphäre auf kosmische Strahlung trafen. Sie gehören zu den langlebigsten und beliebtesten Figuren des Marvel-Universums.
  • Daredevil. Er ist hierzulande auch unter dem Namen Devil Man, Der Dämon oder Der Teufelskerl bekannt. Hinter der Maske dieses Helden steckt Matthew Michael Murdock, ein Anwalt, der allerdings seit einem Unfall als Kind blind ist. Bei diesem Unfall kam Murdock allerdings auch mit einer radioaktiven Flüssigkeit in Kontakt, was zur ungewöhnlichen Schärfung seiner vier übrigen Sinne führte.
  • Thor. Bei dieser Figur, welche auf dem gleichnamigen nordischen Donnergott basiert, vermischt sich neuzeitliche Marvel Comic-Erzählweise mit klassischer nordischer Mythologie. Der mächtige Gott, dessen Markenzeichen sein Donner-Hammer ist, wird dabei auf die Erde verbannt und muss sich hier im Kampf bösen Mächten stellen.
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