Manta A, B oder C – daran erkennen Sie, ob das Kultfahrzeug in gut restauriertem Zustand ist

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Manta A, B oder C – daran erkennen Sie, ob das Kultfahrzeug in gut restauriertem Zustand ist

Die Adam Opel AG stellte von 1970 bis 1988 einen Mittelklassewagen in Form eines Sportcoupés her: den Opel Manta. Das Fahrzeug hatte am Timmendorfer Strand Weltpremiere. Der zwei- bis dreitürige Pkw hatte fünf Sitze und wurde unter anderem durch den Film „Manta, Manta“ bekannt. Pate gestanden hat der Opel Ascona A, denn er war die korrespondierende Mittelklasse-Limousine, auf deren Basis der Manta entwickelt wurde. Der Manta erfuhr mit über einer Million verkauften Exemplaren einen geradezu reißenden Absatz. In diesem Ratgeber erfahren Sie einige nützliche Informationen, die Sie beim Erwerb eines solchen Autos beachten sollten.

Ein erschwingliches Kultfahrzeug der 1970er- und 1980er-Jahre – der Manta

Im September 1970 lief der erste Manta vom Band. Das Fahrzeug wies einen in der Front montierten, mittels Wasser gekühlten Vierzylinder-Motor auf. Der Antrieb befand sich hinten. Die Adam Opel AG antwortete mit dem Manta auf den bereits 2 Jahre vorher erschienenen Ford Capri, der als direkter Konkurrent betrachtet wurde.

Die Motorausstattung des Manta waren Motoren mit CIH-Technik. Der Motor kam aus den USA und wurde damals von General Motors (GM) entwickelt. Kennzeichen der CIH-Technik waren obenliegenden Nockenwellen im Zylinderkopf. Im Manta wurden Motoren mit 1,2 Litern, 1,6 Litern und 1,9 Litern verbaut, die jeweils eine Leistung von 60, 68, 80 oder 92 PS mitbrachten. Bis zu seinem letzten Modell, das im August 1988 produziert wurde, verwendete Opel eine starre Zentralgelenkachse und setzte ohne Ausnahme auf die CIH-Technik, und das trotz Einführung technischer Neuerungen, wie z.B. des Katalysators und des Fünfganggetriebes.

Wie der Name Manta entstand

Opel plante Ende der 1960er Jahre, seinem Konkurrenten Ford, der mit seinem Ford Mustang die sogenannte „Pony-Car-Ära“ eingeläutet hatte, massiv entgegen zu treten. „Pony-Cars“ sind recht kompakte Mittelklassefahrzeuge, die mit einem verhältnismäßig starken Motor versehen sind und vor allem eine hohe Beschleunigungsleistung aufweisen. Als Nachfolger des Mustangs brachte Ford 1968 den Capri auf den Markt, der allerdings im Vergleich zum Mustang schwächer motorisiert war. Das nahm Opel zum Anlass, um den Manta zu platzieren.

Mantarochen als Vorbild

GM, die bereits als Alternative zum Ford Mustang den Chevrolet Camaro entwickelt hatten, schickten quasi parallel dazu, jedoch auf den Mittelklassebereich ausgerichtet, den Manta ins Gefecht. Während GM seine Chevrolet Corvette, die 1962 mit der markanten Silhouette das Straßenbild bereicherte, aufgrund der ausladenden Kotflügel mit dem Beinamen „Stingray“ (Stachelrochen) versah, wählten Sie in Anlehnung daran für den Opel den Beinamen „Mantarochen“, kurz „Manta“. Der Rochen wurde zum Vorbild genommen und ein Emblem daraus entwickelt, das silbrig glänzend am vorderen Kotflügel platziert wurde.

Zielgruppe für den Manta

Die Absicht von Opel war, den Manta explizit auf eine männliche, junge Zielgruppe auszurichten, die zudem sportbegeistert war. Das gesamte Design der Karosse war danach ausgelegt. Die Front war lang gestreckt, das Heck kurz und der Einstieg tief. Damit entsprach der Manta der damaligen Tendenz, die im Mittelklassebereich den Ton angab. Allerdings tat sich Opel keinen Gefallen damit, den ab 1972 angebotenen Manta mit einer kleinen 1,2-Liter-Maschine auszustatten. Diese blieb hinter den Erwartungen zurück, die das sportliche Aussehen des Fahrzeugs implizierte und wurde eher schlecht angenommen. Auch wenn Liebhaber des Modells sich bemühten, das Fahrzeug zu tunen, beispielsweise durch den Austausch des Motors durch einen kompletten Motor-Bausatz eines Turboladers oder Sechszylinders, so konnte erst der Manta GT/E mit 105 PS im Jahr 1974 die Leistung bringen, die gemeinhin erwartet wurde.

Vom Manta A bis zum Manta C

Die Baureihe des Manta A wurde in den Jahren 1970–1975 gefertigt. Sie weist eine selbsttragende Stahlkarosserie auf, Einzelradaufhängung und Drehstab-Stabilisatoren. Der Manta A war durch ein vollsynchronisiertes Viergang-Getriebe gekennzeichnet, was kurze Schaltwege garantierte. Der Bautyp aller Manta A war ein Sportcoupé. Die Sitze waren gut gepolstert und bequem und als Sonderausstattung war ein Vinyldach lieferbar. Das jedoch brachte mit sich, dass Wasser in den Innenraum eindringen konnte und so zum Rosten der Karosse beitrug.

Der Manta B wurde von 1975 – 1988 gebaut. Als Coupé konstruiert glich er technisch einem anderen Mitglied der Opel-Familie, nämlich dem Opel Ascona B. Im Unterschied zum Manta A wies der Manta B einen weiteren Radstand auf. Außerdem wurde es unter der Motorhaube stärker: es gab Motoren mit bis zu 2.4 Litern Hubraum und 106 PS. Der Opel Manta CC ist eine weitere Modellvariante, wobei der Zusatz „CC“ für „Combi-Coupé“ stand. Während Fahrwerk und Motorisierung sowie Technik sich an den Manta B anlehnten, fiel der Manta C äußerlich durch eine auffallend große Heckklappe auf. 1979 änderte sich die Motorentechnik und OHC-Motoren kamen zum Einsatz, wobei die Abkürzung OHC sich aus dem englischen Begriff „Overhead Camshaft“ (obenliegende Nockenwelle) generierte. Im Frühling 1980 änderte sich weiterhin wenig an der Optik, lediglich die Stoßstangen, die vorher verchromt waren, wurden jetzt in schwarzem Kunststoff montiert.

Wer sich einen optischen Überblick über alle Varianten verschaffen will, kann dies beispielsweise anhand der maßstabgetreuen Manta-Modellautos tun, die Sie bei eBay erwerben können.

Einordnung von drei Typen eines Opel Mantas – so treffen Sie eine grobe Vorauswahl

Ein Opel Manta ist grundsätzlich betrachtet ein zuverlässiges Fahrzeug, was in der Hauptsache an den stabil laufenden Motoren liegt. Das Fahrzeug ist solide konstruiert, jedoch ist die Ausstattung ein wenig grob designt. Vom Eindruck her wirkt es vernünftig, praktisch und komfortabel. Allerdings hat die damalige Zielgruppe –junge, sportbegeisterte Männer- sehr gerne getunt, und das nicht nur am Motor. Wilde Lackierungen waren die Folge und wild fuhren die jungen Männer auch mit den Autos. Schrammen und Beulen sind bei einem Manta deshalb eher die Regel, als die Ausnahme. Wer sich einen Manta kaufen will, wird bei seiner Suche auf verschiedene Typen stoßen.

Getunte Mantas

Der erste Typ umfasst Fahrzeuge, die hinsichtlich ihrer Motorisierung erheblich verändert wurden. Hochwertig und modern sind diese Mantas in der Regel ausgestattet. Der zuletzt erwähnt OHC- Motor, der durch Doppelvergaser und Einspritzpumpentechnik zu einer stärkeren Motorisierung beiträgt, ist oft unter der Motorhaube auch älterer Modelle zu finden. Die Karosse ist darüber hinaus mit Chrom versehen, es sind Alufelgen aufgezogen und die Autos haben eine hochwertige Hi-Fi-Ausstattung. Die Autos sind sauber getunt und die Karosserie nur vorsichtig verändert worden – wenn überhaupt. Empfehlenswert ist hier die Prüfung der Motorgeräusche und der Laufruhe, wobei sich eine Probefahrt vor dem Kauf eines gebrauchten Fahrzeugs ohnehin von selber versteht. Ideal wäre, den Manta zu einem Fachmann zu bringen, der sich den neu eingebauten Motor genau ansehen sollte.

Mantas im Originalzustand,

Der zweite Typ sind Mantas im Originalzustand, entweder mit leichten Gebrauchsspuren oder aufwändig restauriert. Der Restaurierung sind dann auch die für die damalige Zeit typischen, erheblich zu großen Spoiler zum Opfer gefallen. Nicht restaurierte Originalfahrzeuge in gutem Zustand gibt es kaum, denn die Rostanfälligkeit hat die meisten unbrauchbar gemacht. Wenn es gepflegte Originale sind, dann handelt es sich meistens um Fahrzeuge mit wenig PS oder Dreigangautomatik, die in der damaligen Zeit von Frauen gekauft und genutzt wurden. Technik und Leistung spielten für diese Klientel, zumindest in den 1970er-Jahren, eine eher untergeordnete Rolle. Gut erhaltene PKWs des Modells Manta A kommen hingegen nicht selten aus dem Ausland, beispielsweise aus Schweden, weil die dortige Luxussteuer die Autobesitzer zu einer sehr sorgfältigen Behandlung verleitete. Sie sollten deshalb nach der Geschichte eines Autos fragen und feststellen, welche Vorbesitzer es gab, um den Weg des Autos zurück zu verfolgen. Daraus lässt sich zum Teil schließen, ob die Fahrzeuge gepflegt behandelt oder ob sie möglicherweise – wie damals bei jungen Männern üblich- bis an die Belastungsgrenze gefahren wurden.

Stark beschädigte Modelle

Der dritte Angebotstyp meint die Autos, die offen ausgesprochen unter unsachgemäß ausgeführten Restaurierungsversuchen gelitten haben und enormen Handlungsbedarf für eine zumindest optisch akzeptable Wiederherstellung erfordern. Diese Fahrzeuge sind meistens in einem so schlechten Zustand, dass eine nähere Betrachtung nicht lohnt.

Weitere Tipps zum Kauf eines Opel Manta

Um festzustellen, ob der Manta Ihrer Wahl in einem gut restaurierten Zustand ist, können Sie einiges tun. Die Karosserie sollte im Originalzustand sein, denn nachträglich angebaute Spoiler überdecken z. B. reparierte Unfallschäden und bergen ein Rostrisiko für das darunter befindliche Originalblech. Ohne Spoiler können Sie direkt den Zustand des Blechs erkennen und beurteilen. Wenn Sie jedoch einen Manta mit Spoiler suchen, sollten Sie auf die saubere handwerkliche Ausführung achten und sich die Papiere der Anbauteile zeigen lassen. Diese sollten typgeprüft und zugelassen sein.

Auf Rost überprüfen

Da Rost einer der stärksten Feinde des Mantas ist, sollten Sie besonders rostanfällige Teile in Augenschein nehmen. Der Kühlergrill und die Frontschürze sollten rostfrei sein, auch die Falze, die Richtung vorderer Kotflügel gehen, sind rostanfällig. Sind auch diese versteckten Ecken rostfrei, dann ist das ein gutes Zeichen für die Qualität der Restaurierungsarbeit. Da die A-Säulen, Schweller sowie Bodenblech und Träger ebenfalls rostanfällig sind, sollten Sie das Fahrzeug auf die Hebebühne stellen und sich den Zustand ansehen. Wenn Sie hier Rost feststellen und keine Erfahrung im Schweißen haben, sollten Sie von einem Kauf absehen. So ein Fahrzeug würde Ihnen langfristig keine Freude bereiten, sondern dient bestenfalls als Ersatzteillager für andere Mantas.

In Sachen Rost weisen gut restaurierte Fahrzeuge auch keine betroffenen Stellen an den Türen auf. Türen sind ein beliebter Herd für Roststellen, da hier immer wieder Feuchtigkeit eindringen kann. Auch unter den Fußmatten sollten Sie nachsehen, ob es rostige Flecken gibt. Sehr rostanfällig sind die hinteren Seitentaschen des Kofferraumes, da Spritzwasser von unten für andauernde Feuchtigkeit sorgt. Finden Sie lediglich übergestrichene, schadhafte Stellen, die beispielsweise lediglich mit GFK-Matten überdeckt wurden, ist das grundsätzlich negativ in Bezug auf den Restaurationszustand einzuordnen.

Weiterer Anzeiger für den Zustand des Autos ist die Führung der rahmenlosen Fenster. Ein guter Zustand beweist sich durch Leichtgängigkeit und dichtes Abschließen mit dem Türrahmen. Alles, was Sie für die Restauration eines Mantas brauchen, finden Sie bei eBay.

Wenn Sie bei der Auswahl des Fahrzeugs im ersten Schritt eine Zuordnung zu einem der drei beschriebenen Typen vornehmen und im zweiten Schritt die Rostanfälligkeit, Motorqualität und die Sorgfalt der erbrachten Restaurationsarbeiten prüfen, erhöhen Sie Ihre Chancen darauf, ein gut restauriertes Fahrzeug zu finden.

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